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Mikrokredite statt Arbeitslosenhilfe?

In einem Interview schlägt der Friedensnobelpreisträger Yunus auch für Deutschland Mikrokredite für Arbeitslose vor, die vom Bankensystem ausgegrenzt werden. Eine gute Idee?

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Stefanie Bach 26.11.2009, 12:05
1.

Zitat von sysop
In einem Interview schlägt der Friedensnobelpreisträger Yunus auch für Deutschland Mikrokredite für Arbeitslose vor, die vom Bankensystem ausgegrenzt werden. Eine gute Idee?
Neben der Finanzierung neuer Unternehmen und Unternehmenserweiterungen für eine begrenzte Zeit und mit einem definierten Betrag pro Arbeitsplatz, die auf neue Technologien oder innovative Dienstleistungen ausgerichtet sind und einer entschiedenen Bildungsoffensive wäre es sicherlich eine sehr gute Idee, mehr Selbständigkeit - auch unter Inkaufnahme von Risiken für den Staat - zu fördern:
Soziales Konjunkturprogramm statt Not und Realitätsverlust

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durch blick 26.11.2009, 12:31
2. So ein Stuss

Zitat von sysop
In einem Interview schlägt der Friedensnobelpreisträger Yunus auch für Deutschland Mikrokredite für Arbeitslose vor, die vom Bankensystem ausgegrenzt werden. Eine gute Idee?
Damit man dem Arbeitslosen, der dumm genug ist sich darauf einzulassen, dann entgültig die Schlinge um den Hals legen kann. So etwas funktioniert in Entwicklungsländern aber nicht mehr in unseren hochentwickelten kapitalistischen Ländern.

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Hador 26.11.2009, 12:43
3.

Zitat von sysop
In einem Interview schlägt der Friedensnobelpreisträger Yunus auch für Deutschland Mikrokredite für Arbeitslose vor, die vom Bankensystem ausgegrenzt werden. Eine gute Idee?
Schwer zu sagen wenn man den Artikel nicht kennt und der hier nirgends verlinkt ist....

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localpatriot 26.11.2009, 13:28
4. Auf Deutschland zugeschneidert - eine prima Idee

Zitat von Stefanie Bach
Neben der Finanzierung neuer Unternehmen und Unternehmenserweiterungen für eine begrenzte Zeit und mit einem definierten Betrag pro Arbeitsplatz, die auf neue Technologien oder innovative Dienstleistungen ausgerichtet sind und einer entschiedenen Bildungsoffensive wäre es sicherlich eine sehr gute Idee, mehr Selbständigkeit - auch unter Inkaufnahme von Risiken für den Staat - zu fördern:
Ein Deutsches oder Europaeisches Mikrokreditsystem wuerde anderst aussehen als das herkoemmliche Modell das Herr Yunus entwickelt hat. In Europa ist die Existenzgrundlage des Einzelnen durch Staatliche Sozialleistungen relativ gesichert, und dementsprechen muessten auch die Darlehen hoeher ausfallen und damit werden die Risiken steigen. Implizit im Thema ist die Einschraenkung der Sozialhilfe die den Arbeitslosen zu Unternehmerischer Iniziative zwingen wuerde, und das scheint mir zur Zeit etwas Utopisch.

Ausserdem haben Mikrokredite nichts mit dem Staat zu tun. Sie beruhen auf dem unternehmerischen Geist und der Ehrlichkeit der Kreditnehmer. In einer hochregulierten Gesellschaft, in der jegliche geschaefltiche Aktivitaet sofort Verwaltungsaufwaende hervorruft, muesste der Staat erst mal zwei Augen zudruecken um die Idee tragbar zu machen. Fuer Kleinstunternehmer koennten Steuersachen, Genehmigungen usw etwas problematisch sein.

Ein Mikrokreditsystem koennte Menschen sofort helfen die heute nicht vom sozialen Netz aufgefangen werden. Ein etwas grosszuegigeres Kleinkreditsystem koennte Unternehmerische Initiativen wecken.

Deutschland hat bereits ein gut entwickeltes Kreditsystem fuer Kleinfirmen. Man muesste definieren wo dieses System die Kleinsten im Stich laesst und da mit neuen Initiativen ansetzen. Den Staat sollte man am aber besten weglassen. Staat und Iniziative sind eben schwer kompatibel.

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Gebetsmühle 26.11.2009, 15:54
5.

Zitat von sysop
In einem Interview schlägt der Friedensnobelpreisträger Yunus auch für Deutschland Mikrokredite für Arbeitslose vor, die vom Bankensystem ausgegrenzt werden. Eine gute Idee?
daran ist für banken nix zu verdienen und deshalb macht das keiner. was soll ein hartzi mit so was machen? sich ne bürste kaufen und schuhe putzen auf der straße, so wie der in indien? 99% solcher kredite würde nie zurückbezahlt

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smallbrother 26.11.2009, 19:45
6.

Die Ich-AG hat gezeigt, dass man aus einem Gaul kein Rennpferd machen kann.

In einer westlichen Gesellschaft gibt es nunmal nur eine bestimmte Anzahl von Menschen (5%?). die als Unternehmer geeignet sind. Menschen, die sich selbst in den Arsch treten könne, die clever und intelligent sind und auch Risiken eingehen.

Wer diese Eigenschaften nicht hat, wird NIE zum Unternehmer.

Das Problem in Deutschland ist, dass wir diese -wie gesagt nur in begrenzter Anzahl vorhandenen- Leute nicht ehren und unterstützen, sondern mit Bürokratie überschütten, selber ruinieren und/oder aus dem Land verjagen.

Nur ein Beispiel: wer sich in D. selbstständig macht, muss genau so viele Unterlagen ausfüllen, wie ein Sozialhilfeempfänger. Eigentlich müsste das abgeschafft werden. Geht das Abschaffen nicht, so müsste man ihm normalerweise eine Person zur Seite stellen, die ihn unterstützt.

Das Gegenteil ist aber der Fall: er wird noch angepflaumt.

Dabei wird vergessen, dass jeder Unternehmer ein "Multiplikator" ist: eine Person schafft Arbeitsplätze, und "ernährt" damit die AN (ggfls. inkl. Familie). Eine Person sorgt also für den Arbeitsplatz von mehreren Personen.

Bricht uns so ein Multiplikator weg, multipliziert sich für die Gesellschaft das Problem ebenfalls - nun aber in die negative Richtung.

Merke: 70 bis 75 % der dt. Arbeitsplätze sind im Mittelstand angesiedelt !

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Blickrichtung 26.11.2009, 20:07
7.

Zitat von smallbrother
Die Ich-AG hat gezeigt, dass man aus einem Gaul kein Rennpferd machen kann. In einer westlichen Gesellschaft gibt es nunmal nur eine bestimmte Anzahl von Menschen (5%?). die als Unternehmer geeignet sind. Menschen, die sich selbst in den Arsch treten könne, die clever und intelligent sind und auch Risiken eingehen. Wer diese Eigenschaften nicht hat, wird NIE zum Unternehmer. Das Problem in Deutschland ist, dass wir diese -wie gesagt nur in begrenzter Anzahl vorhandenen- Leute nicht ehren und unterstützen, sondern mit Bürokratie überschütten, selber ruinieren und/oder aus dem Land verjagen. Nur ein Beispiel: wer sich in D. selbstständig macht, muss genau so viele Unterlagen ausfüllen, wie ein Sozialhilfeempfänger. Eigentlich müsste das abgeschafft werden. Geht das Abschaffen nicht, so müsste man ihm normalerweise eine Person zur Seite stellen, die ihn unterstützt. Das Gegenteil ist aber der Fall: er wird noch angepflaumt. Dabei wird vergessen, dass jeder Unternehmer ein "Multiplikator" ist: eine Person schafft Arbeitsplätze, und "ernährt" damit die AN (ggfls. inkl. Familie). Eine Person sorgt also für den Arbeitsplatz von mehreren Personen. Bricht uns so ein Multiplikator weg, multipliziert sich für die Gesellschaft das Problem ebenfalls - nun aber in die negative Richtung. Merke: 70 bis 75 % der dt. Arbeitsplätze sind im Mittelstand angesiedelt !
Kann ich vollends zustimmen. Mehr ist dazu eigentlich schon gar nicht mehr zusagen.

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Hador 26.11.2009, 20:49
8.

Zitat von Gebetsmühle
daran ist für banken nix zu verdienen und deshalb macht das keiner. was soll ein hartzi mit so was machen? sich ne bürste kaufen und schuhe putzen auf der straße, so wie der in indien? 99% solcher kredite würde nie zurückbezahlt
Seh ich im wesentlichen ähnlich. Wo sind denn bei uns die Ansatzpunkte bei denen solche Mikrokredite etwas bringen würden?

Aber Yunus ist ja nicht dumm, vielleicht hat er das ja bedacht und im Interview dazu etwas gesagt. Umso bedauerlicher ist es deshalb, dass hier jeglicher Link zu diesem Interview fehlt...

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Hador 26.11.2009, 20:55
9.

Zitat von smallbrother
Die Ich-AG hat gezeigt, dass man aus einem Gaul kein Rennpferd machen kann. In einer westlichen Gesellschaft gibt es nunmal nur eine bestimmte Anzahl von Menschen (5%?). die als Unternehmer geeignet sind. Menschen, die sich selbst in den Arsch treten könne, die clever und intelligent sind und auch Risiken eingehen. Wer diese Eigenschaften nicht hat, wird NIE zum Unternehmer. Das Problem in Deutschland ist, dass wir diese -wie gesagt nur in begrenzter Anzahl vorhandenen- Leute nicht ehren und unterstützen, sondern mit Bürokratie überschütten, selber ruinieren und/oder aus dem Land verjagen. Nur ein Beispiel: wer sich in D. selbstständig macht, muss genau so viele Unterlagen ausfüllen, wie ein Sozialhilfeempfänger. Eigentlich müsste das abgeschafft werden. Geht das Abschaffen nicht, so müsste man ihm normalerweise eine Person zur Seite stellen, die ihn unterstützt. Das Gegenteil ist aber der Fall: er wird noch angepflaumt. Dabei wird vergessen, dass jeder Unternehmer ein "Multiplikator" ist: eine Person schafft Arbeitsplätze, und "ernährt" damit die AN (ggfls. inkl. Familie). Eine Person sorgt also für den Arbeitsplatz von mehreren Personen. Bricht uns so ein Multiplikator weg, multipliziert sich für die Gesellschaft das Problem ebenfalls - nun aber in die negative Richtung. Merke: 70 bis 75 % der dt. Arbeitsplätze sind im Mittelstand angesiedelt !
Volle Zustimmung!

Gerade bei kleinen Firmen ist es ja aufgrund des Bürokratiedschungels so, dass man vor lauter Papierkram kaum noch zur eigentlichen Arbeit kommt. Wobei natürlich die Tatsache, dass man einen Steuerberater braucht und die Arbeitsplätze von mehreren Beamten auf diversen Ämtern sichert auch ein gewisser Multiplikator ist....leider einer der viele Firmen in den Ruin treibt...

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