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Milchgipfel: Landwirtschaftsminister verspricht Bauern "kräftigen Beitrag"
DPA

Politik, Landwirte und Handelsvertreter beraten über den Verfall der Milchpreise. Schon vor dem Treffen verspricht Landwirtschaftsminister Schmidt den Bauern Hilfe.

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jhea 30.05.2016, 08:23
1. Hilfen?

bestenfalls als Kredit.

Wenn der Milchpreis kkünstlich hochgehalten wird, dann macht doch jeder Bauer 'hähähäh *händereib* dann verkauf ich jetzt halt milch obwohl sie keiner will'

Wenn ich etwas verkaufe dass es im Überangebot gibt. kA Sand in der Sahara vielleicht, dann muss ich mich nicht wundern wenn es dafür nicht all zu viel Geld gibt.

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Fritze_1955 30.05.2016, 08:27
2. Ich seh das nicht ganz so klar.....

Das ist doch eine hausgemachte Krise der Bauern.
Als die Milchmengen noch reguliert wurden. funktionierte das System. Seitdem die Menge freigegeben wurde, haben die Bauern alles daran gesetzt um mehr und mehr zu produzieren. Nun wundern sie sich, das wegen des Überschusses geringere Preise bezahlt werden. Wer hat denn schuld, der Verbraucher?

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erzengel1987 30.05.2016, 08:30
3. ?

Warum wird bei Bauern überhaupt soviel subventioniert. Das ist reine Geldverschwendung. Dann gehen halt mal paar Bauern pleite.
Dieses krampfhafte aufrechthalten irgendwelcher Betriebe mit roten Zahlen bringt doch nichts.

Ähnlich der Bankenrettung man sollte das Geld lieber in Bildung innere Sicherheit und in unsere Straßen stecken. Es scheint neue unsitte zu sein sogar die Fahrbahnmarkierung wegzulassen.

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Martellus83 30.05.2016, 08:34
4. Der falsche Weg

Es macht keinen Sinn, wenn der Staat nun erneut eingreift und den Milchmarkt mit Steuergeldern stützt. Davon werden in erster Linie die großen Milchviehbetriebe, die Großmolkereien und die Discounter profitieren. Diese werde einen Großteil der Subventionen abschöpfen. Bei dem kleinen und mittelständischen Milchbauern wird nur ein Bruchteil landen.
Außerdem setzt dieser Eingriff ein vollkommen falsches Signal und es wird weitergehen wie bisher.
Ich beteilige mich mit einem monatliches Festbetrag bei einem Hof der Solidarischen Landwirtschaft und erhalte dort einen wöchentlichen Anteil an der Ernte (Gemüse, Getreide, Milchprodukte, Fleisch). Dort kostet der Liter Milch 1,20 EUR. Dafür weiß man wo die Milch herkommt - und zwar von Kühen, die auf der Weide stehen und nach strengen Demeter-Kriterien gehalten werden. Man kann sie sogar besuchen und sich von den Bedingungen vor Ort selbst ein Bild machen.
Solange wir nach dem Motto "Hauptsache billig" jeden Mist kaufen und uns egal ist wie die Nahrung produziert wird, wird sich leider nichts verändern.

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Sofa aktuell 30.05.2016, 08:35
5. Warum nicht gleich Steuergelder für Aldi

Verstehe ich nicht. Aldi will seine Marktmacht und damit seine Gewinne durch Dumpingpreise bei der Milch steigern und der Steuerzahler soll das Ganze über Subventionen für die Milchbauern zahlen - ja? Warum gibt der Staat dann nicht gleich das Geld an die Herren Albrecht?

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kobra21 30.05.2016, 08:41
6. Ganz einfach!

Eigentlich könnte die Notlage der Milchbauern einfach - wirklich einfach - gelöst werden: Wenn nur wirklich guter Wille herrschen würde. Klar - durch die derzeitige Überproduktion und diese unseligen Sanktionen gegen Russland, ist zuviel Milch am Markt. Dadurch wird der Preis gedrückt. Das muss aber nicht sein! Wenn alle (!)
Beteiligten sich darauf einigen würden, dass der Milchpreis generell um 10 oder 15 Cent pro Liter angehoben und an die Endverbraucher weitergegeben wird. Diese Erhöhung geht ausschließlich an die Milchbauern. Im Gegenzug müssen sich die Milchbauern verpflichten, die Produktion nicht zu erhöhen. Diese moderade Preiserhöhung belastet den Verbraucher so gut wie nicht, hilft aber den Milchbauern immens. Für Handel und Molkerei ist die Preiserhöhung eine durchlaufende Position.

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mr-mucki 30.05.2016, 08:42
7. Voelliges Unverstaendnis

Also ich moechte hier mal mein voelliges Unverstaendnis zum Ausdruck bringen.
Zunaechst die Fakten:
1. Es ist viel zu viel Milch auf dem Markt.
2. Laut HDE und Molkereien wird nur 15-25% der Milch in Deutschland verbraucht
3. Der Export ist durch die Sanktionen gegen Russland, dem Markt einbruch in China und anderen Teilen Asiens zusammengebrochen
4. Preisabsprachen sind Kartellrechtlich verboten
5. Die Landwirtschaft erhaelt mit meisten Subventionen
6. Wir leben immer noch in einer Marktwirtschaft wo Angebot und Nachfrage den Preis regelt.

Wie sogar schon unser Landwirtschaftsminister Schmidt feststellte, muss die gesamte Milchmenge sinken. Dies sollen laut ihm die Molkereien steuern. Also sollen die Molkereien den Landwirten nun sagen, wenn ihr weniger produziert bekommt ihr auch mehr Geld (vereinfacht). Also etwas was sowieso bekannt ist. Die Folge ist nun mal das Hoefe sterben, die nicht kostenguenstig produzieren koennen. Der Handel darf (und das muss hier nochmals klar betont werden) keine Preise absprechen (Kartell). Es muessten aber alle grossen (EDEKA, REWE, ALDI, Lidl) mitmachen. Es ist also nicht moeglich (so auch heute morgen der Praesident des HDE im ARD Moma). Der Export wird auch nie wieder zu alter Staerke zurueckfinden, da China grade seine eigene Milchwirtschaft enerom subventioniert und sich von Importen unabhaengig machen will.

Schlussfolgerung: Es muessen viele Hoefe sterben oder auf andere Produkte umstellen. Und das wird sowieso passieren, mit oder ohne weiter Subventionen. Auch die Einfuehrung einer neuen Milchquote wuerde daran nichts aendern.

Meine Forderung an die Politik, lasst endlich den Markt die Sache regeln und kuerzt endlich die Subventionen. An die Landwirte, produziert andere Produkte (Getreide, Gemuese, Bio Fleisch).

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liberalerfr 30.05.2016, 08:44
8. Staat treibt Landwirtschaft von Krise zu Krise

Bauern werden behandelt wie kleine Kinder. Ab ob diese nicht selbst in der Lage wären, wie jeder andere Unternehmer auf Preisschwankungen zu reagieren. Das Ergebnis ist, dass nach der Krise, vor der Krise ist. So kann man die Landwirtschaft systematisch kaputt machen. Wo sind eigentlich die Bauernverbände, die sich gegen diese Subvention und Bevormundung wehren?

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jjcamera 30.05.2016, 08:44
9. Brüssel kann nicht helfen...

Zum einen ist die Milchpreiskrise auch ein Ergebnis der Sanktionen gegen ehemalige Großabnehmer (Russland), zum anderen ist sie ein Ergebnis einer falschen Brüsseler Landwirtschafts-Subventionspolitik, die nicht die regionale Versorgung, sondern den europäischen Markt fördert. Man muss sich nur einmal die Kolonne von Milchlastern ansehen, die täglich nach Italien (abgaserzeugend) rollt, um dort aus deutscher Milch italienischen Käse und Joghurt zu machen, der dann bei uns im Kühlregal landet. Das ist eurokratischer Unsinn, der sich jetzt rächt - und Wasser auf die Mühlen der EU-Gegner.
Es gibt ganz sicher ein Gesetz beim EuGH, das die einseitige, nationale Förderung der Milchwirtschaft in einem EU-Land verbietet.

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