Forum: Wirtschaft
Milliarden-Lücke: Kauder und Schäuble lehnen neues Griechenland-Paket ab
REUTERS

Die Finanzierungslücke der Athener Regierung ist noch größer als erwartet, trotz zweier Rettungspakete fehlen wieder 14 Milliarden Euro. Unionsfraktionschef Kauder spricht sich im SPIEGEL gegen weitere Zahlungen aus, auch Finanzminister Schäuble sagt Nein zu einem neuen Rettungsprogramm.

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hashemliveloirah 19.08.2012, 10:33
80. Danke

Zitat von u.loose
In Griechenland hat die "Krise" nur den systembedingten Misstand aufgedekt und NICHT verursacht. Wieso sollte man also "solidarisch" sein und den Misstand wieder au den Augen schaffen? Was hat Griechenland mit dem Geld getan? Schulden sollten nur als eine Art Übergangsfinanzierung betrachtet werden, mit denen man z.B. Infrastruktur finanziert die dann ein Mehr an Umsatz und Gewinn generiert mit denen man die Schulden abbezahlen kann. Real wurden die Schulden aber für Konsum und Wahlgeschenke ausgegeben die keinen Cent Mehreinnahmen generierten... Sinngemäß: Wenn sich eine kleine Firma eine Maschine auf Pump kauft, ist das so lange völlig in Ordnung, so lange mit dieser Maschine mehr Gewinn generiert werden kann, mit dem man die Schulden abtragen kan. Nicmmt man hingegen eine Kredit auf, nur weil einem seine Wohnzimmereinrichtung nicht mehr gefällt, dann muss sichergestellt sein, dass man diesen nichte einbringenden Konsum aus den laufenden Einnahmen abbezahlen kann. Letzteres ist wohl das System Griechenland - nur dass die Abbezahlung über neue Schulden finanziert haben.
Ergänzend zu Ihrem post darf ich auf den Artikel von faz-net von gestern hinweisen.
Dort ist sehr gut beschrieben, wie Hilfgelder an die Türkei und GR seit 2001 verwendet wurden und wie die Entwicklung in beiden Ländern deshalb - unausweichlich - war.
Schuldenkrise: Die Türken zeigen den Griechen, wie

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mjol_nir 19.08.2012, 10:36
81. Selbstheilungskräfte

Wenn den Griechen das Geld ausgeht finden diese schon eine kreative Lösung, siehe T1-Bills. Griechenland braucht deshalb keine weiteren Hilfsgelder mehr, sie können ihre Ausgaben ja ihren Einnahmen anpassen. Da tut mir ein Land, welches ihre Steuerfander angreift weil diese einen Wirt verhaften der sich nicht an die Regeln hält nicht leid.

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blitzunddonner 19.08.2012, 10:42
82. irgendwann kommen sie schon drauf, ...

Zitat von sysop
Die Finanzierungslücke der Athener Regierung ist noch größer als erwartet, trotz zweier Rettungspakete fehlen wieder 14 Milliarden Euro. Unionsfraktionschef Kauder spricht sich im SPIEGEL gegen weitere Zahlungen aus, auch Finanzminister Schäuble sagt Nein zu einem neuen Rettungsprogramm.
... dass kein rettungspaket der welt in der lage ist, die gewinne aus den spekulationen auf steuereinnahmen zu garantieren.

der einzige weg ist und bleibt, diese spekulationen zu beenden. das hat nix mit griechenland zu tun oder zypern, sondern gilt für jedes land, dass kredite aufnimmt, weil es nicht in der lage ist, gerechte steuern zu erheben. also auch deutschland.

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Traumschau 19.08.2012, 10:43
83. Naja,

Zitat von hashemliveloirah
Sie sollten das erste Semester wiederholen: Für die Lösung der Probleme irgendeines verschuldeten Staates ist es schlicht egal, w o der sich verschuldet - die Frage ist vielmehr o b er es tut, in welcher Höhe und vor allem, wie er es gegenfinanziert. W o GR also Schulden hat, ist eher ein untergeordnetes Problem. Denn wenn D "abspeckt", legt ein anderer den Speck an, capisco? GR oder ein anderer Schuldenstaat werden dadurch nicht einen Cent weniger arm. Sie sollten also mal leise den Gedanken in Betracht ziehen, dass die unselige Handelsbilanzdiskussion vor allem dann geführt wird, wenn es um "historische Rollen" und "europäische Solidarität" geht. Vulgo: um die von Herrn Schäuble verwalteten Töpfe.
Abspecken ist vielleicht das falsche Wort. Es müssen auch die Exporte nicht "gebremst" werden. D. muss MEHR IMPORTIEREN. Das bedeutet eine "ausgeglichene Handelsbilanz" muss angestrebt werden. Das geht über höhere Lohnabschlüsse bzw. über ein INSGESAMT höheres Lohnniveau!! Es kann nicht so weiter gehen, dass wir versuchen wie zu DM-Zeiten unsere Nachbarn mit Dumpinglöhnen nieder zu konkurrieren. Das geht nicht! Wir leben in einer Währungsunion!!
Aus diesem Grund wurde für die Eurozone auch ein Inflationsziel von 2% festgelegt - ABER NICHT NUR IM DURCHSCHNITT DER EU, sondern für jedes Land. Demzufolge haben die Südstaaten ÜBER ihre Verhältnisse, D. aber weit UNTER seinen Verhältnissen gelebt.
Wenn wir unsere Exportüberschüsse so unheimlich lieb gewonnen haben und davon nicht Abstand nehmen wollen, dann dürfen wir keiner Währungsunion beitreten. Diese Überschüsse verschärfen die Ungleichgewichte in der Eurozone!
Dazu muss man nicht studiert haben um das zu begreifen. Im Übrigen steht das genauso im Stabilisierungsgesetz.

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Liberalitärer 19.08.2012, 10:44
84. Die drei Fragen

Zitat von Traumschau
Aber was nutzt es, wenn man nur immerzu an den Symptomen kuriert und die tatsächlichen Ursachen des Krisenkomplexes nicht mal zur Kenntnis nimmt? Die Staatsverschuldungen sind m.E. das tertiäre Problem: 1. Problem: Das Finanzkasino 2. Problem: Die wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der Eurozone, die insbesondere durch D. noch verschärft werden. 3. Problem: die aus den Problemen 1 und 2 resultierenden Staatsverschuldungen!
Das Finanzkasino werden sie nicht durch mehr Regulierung stoppen. Wichtig ist es, international zu einem System fester Wechselkurse zu kommen. Erst dann ist das Kasino dicht. Da müssen aber auch die USA, China, Japan und die Briten mitspielen. Es wird Zeit für ein neues Bretton Woods. Die positiven Effekte flexibler Kurse wurden von Friedman und werden von Sinn überschätzt. Letztlich hängt das Kasino an den Wechselkursen, auch die Zinsspekulationen bei den Bonds, also Carry Trades und ähnliches. Man muss also das Forex Problem angehen.

Die wirtschaftlichen Ungleichgewichte sind ein Problem. Da hat Sinn neben vielen anderen schon Recht.Das Problem kann nur über Art Transferunion gelöst werden. Die Frage ist nur, wie dieser Mechanismus ausgestalten werden kann. Ich denke nach Anregung des Foristen Crom, dass ein Staatsfonds Leistungbilanzüberschüsse der Exportländer verwalten sollte und dieser primär in Unternehmensbeteiligungen in den Defizitländern investieren sollte. Keinesfalls in Anleihen, das wäre eben Staatsfinanzierung und moral hazard wäre die Folge.

Zur Staatsverschuldung, da tendiere ich zu Friedman. Allerdings finde ich die Gedanken v. Weizsäckers interessant, dass Staatsverschuldung auch eng mit der Alterspyramide einer Gesellschaft verwoben ist. Sie muss nicht zwingend schlecht sein, wenn es sich um Inlandsverschuldung handelt.

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teredonavalis 19.08.2012, 10:46
85. Ihre Meinung teile ich nicht

Zitat von orgelspieler
...Macht man eine Wirtschaft wettbewerbsfähig indem man sie zerstört? Teilweise gehen die Menschen dort sogar inzwischen zum Tauschhandel über, weil niemand mehr Geld hat...
Jawohl. Genauso ist es Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg widerfahren. Die ganze Wirtschaft war am Boden zerstört, und die Bürger mussten zum Tauschhandel übergehen, weil kein Geld da war. Nichts desto trotz geschah das Wirtschaftswunder: nicht wegen des Marshall-Plans, wie Sie denken, sondern weil die Deutschen mit Fleiß und Sparsamkeit ihr zerstörtes Land wiederaufgebaut haben.

Im Übrigens: die nach Deutschland geflossenen Marshall-Plan-Transfer-Leistungen sind Peanuts im Vergleich zu den bereits nach Griechenland transferierten Hunderte Milliarden Euros. Also bitte mal Butter bei die Fische...

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Liberalitärer 19.08.2012, 10:47
86. Einer war dabei

Zitat von Litajao
Wenn Sie so viel Insiderwissen haben, dann habe ich mal eine Frage: Bei ihrer letzten USA-Reise hat Merkel nicht gerade mit Kenntnis der Englishen Sprache geglänzt. "Seit wann kann denn Merkel so gut English, dass Sie Beiträge von Paul Krugman lesen und vor allem verstehen kann?" Danke für eine klare Antwort! mfg Li
Ich nicht, der Autor der Welt hat es wohl, er sagt eigentlich

"An der kanadischen Uni konnten sie sich unbeobachtet fühlen, weil die mitreisenden Journalisten eigentlich von diesem Rundgang ausgeschlossen wurden"

Aus dem Artikel

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Sackaboner 19.08.2012, 10:48
87.

Die Zögerlichkeit und Ängstlichkeit der deutschen Politiker hat unser Land in eine gefährliche Situation gebracht. Denn ein Bankrott Griechenlands, der alternativlos ist, hat bei uns Schuldendienstausfälle zur Folge, die unser Rating verschlechtern werden. Auf eine solche doppelte Erpressungssituation (kein Hilfsgeld ohne Reformen, ohne Hilfsgeld Staatsbankrott und keine Schuldentilgung) kann man bei aller Liebe zu einem Vereinten Europa aber keine starke Völkergemeinschaft aufbauen. Die Krise zeigt ja schon lange Wirkung: für das englische Pfund zahle ich heute bald 20 Cent mehr als vor zwei Jahren, ebenso für 100 Kenya-Shilling, um nur zwei Beispiele zu nennen.

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drumdidum 19.08.2012, 10:50
88.

Zitat von stan1972
Für mich gibt es für das desaströse Handeln der Bundesregierung nur eine rationale Erklärung. Mir kommt es so vor als wenn die Bundesregierung versucht alles Leid, welches Deutschland im 2. Weltkrieg über Europa brachte, mit Geld wieder gut zu machen. Schäuble und Merkel sehen darin eine Chance das immer noch ungeliebte Deutschland in Euopa ins Gleichgewicht zu bringen, auf Kosten des Deutschen Volkes welches seinen Lebensstandard den anderen EU Ländern anpassen muss. Es wird immer so schön gedroht das wenn wir uns alleine Retten (Austritt als Beispiel) die anderen Länder unsere Waren boykottieren.
Blödsinn! Gar nix verstanden! Wenn ihr austretet werden eure Waren nicht boykottiert. Ihr werdet dann schlicht zu teuer, weil eure Wirtschaftsleistung zu stark ist. Ein Grieche, ein Spanier und ein Portugiese kann sich heute deutsche Ware doch nur leisten weil seine Währung (der Euro) gleichstark ist die Deutsche Währung (auch der Euro). Von Boykott war nie die Rede, sondern davon dass eure Exporte einbrechen werden. Ihr würdet noch mehr überproduzieren als ihr es jetzt schon macht. Arbeitslosigkeit würde steigen. Wirtschaft zurückgehen. Deutschland würde sich irgendwann auf der Augenhöhe mit Ländern wie Italien wiederfinden, wo sich das ganze wieder einpendeln würde.

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politikverdrossenheit 19.08.2012, 10:50
89. es ist ein fass ohne boden

Zitat von sysop
Die Finanzierungslücke der Athener Regierung ist noch größer als erwartet, trotz zweier Rettungspakete fehlen wieder 14 Milliarden Euro. Unionsfraktionschef Kauder spricht sich im SPIEGEL gegen weitere Zahlungen aus, auch Finanzminister Schäuble sagt Nein zu einem neuen Rettungsprogramm.

hier helfen keine rettungspakete mehr.
es muß endlich schluß sein.
die griechische regierung ist nicht in der
lage sparmaßnahmen durchzusetzen.
sie ist nicht in der lage steuern einzutreiben.
geschweige denn ein steuersystem einzuführen.
sie ist anscheinend nicht in der lage
offene steuerrückstände
einzutreiben.
jahrzehntelang hat die griechische landwirtschaft
gastronomie und touristikbranche kaum
oder gar keine steuern bezahlt
weil es kein funktionierendes steuersystem gab.
nun wo der staat steuern erheben bzw.
eintreiben will jammert ganz griechenland.
nun ist das siesta halten allemal vorbei.

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