Forum: Wirtschaft
Milliarden-Puffer der Arbeitslosenversicherung: Chef der Wirtschaftsweisen fordert st
DPA

Arbeitsminister Hubertus Heil will den Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung um 0,3 Prozent senken. Dem Vorsitzenden des Sachverständigenrates Christoph Schmidt ist das viel zu wenig.

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keinblattvormmund 27.07.2018, 19:04
1. Man könnte auch...

...darüber nachdenken, diejenigen Arbeitslosen, die ihr gesamtes Erwerbsleben eingezahlt und dann Ü50 aussortiert wurden, nicht brutal in die Hartz4 Falle laufen zu lassen, sondern diese, aufgrund der deutlich längeren Beitragszahlung, auch entsprechend länger zu unterstützen. Der sog. "Fachkräftemangel" (in Wirklichkeit Mangel an billigen Fachkräften) scheint nämlich die Arbeitslosen Ü40 nicht zu betreffen. Die Agenda 2010 war seinerzeit sicher nötig. Nach nunmehr 15 Jahren sollte die Politik aber kapiert haben, dass Fehlentwicklungen längst hätten korrigiert werden müssen. Das besonders im Hinblick auf die gegenwärtige Konjunktur und Beschäftigungslage.

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kelcht 27.07.2018, 20:54
2.

Zitat von keinblattvormmund
...darüber nachdenken, diejenigen Arbeitslosen, die ihr gesamtes Erwerbsleben eingezahlt und dann Ü50 aussortiert wurden, nicht brutal in die Hartz4 Falle laufen zu lassen, sondern diese, aufgrund der deutlich längeren Beitragszahlung, auch entsprechend länger zu unterstützen. Der sog. "Fachkräftemangel" (in Wirklichkeit Mangel an billigen Fachkräften) scheint nämlich die Arbeitslosen Ü40 nicht zu betreffen. Die Agenda 2010 war seinerzeit sicher nötig. Nach nunmehr 15 Jahren sollte die Politik aber kapiert haben, dass Fehlentwicklungen längst hätten korrigiert werden müssen. Das besonders im Hinblick auf die gegenwärtige Konjunktur und Beschäftigungslage.
ältere Arbeitslose haben ja bis zu einem Jahr länger Arbeitslosengeld I. bekamen die Rente mit 63 obendrauf. Wieso sollte sich ein Ü40 jähriger nicht Bewerben und sich einem jüngeren Chef unterordnen?

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a.knieling 27.07.2018, 21:09
3. Beitragssenkung?

Wenn ich mir meine Lohn und Gehaltsabrechnung anschaue, brauche ich nicht lange darüber nachzudenken: die Lohnnebenkosten sind zu hoch, der Steuerfreibetrag zu niedrig und der Eingangssteuersatz viel zu hoch. Natürlich würde ich mir wünschen, dass ich mir Netto vom Brutto in der Tasche habe. Insbesondere der Steuerfreibetrag ist aus verfassungsrechtlicher Sicht kaum zu halten - zu diesem Problem hat nicht nur Professor Kirchhoff sondern auch das Bundesverfassungsgericht umfangreich Stellung genommen. Es wird allerhöchste Zeit, dass die Damen und Herren Abgeordneten sich mit dieser Problematik auseinandersetzen und das Bundesfinanzministerium rasch darauf reagiert.
Zu den sogenannten Lohnnebenkosten: die fünf Wirtschaftsweisen haben in der Argumentation recht. Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Und nach einem konjunkturellen Aufschwung geht es in aller Regel auch mal wieder “bergab“, in der auch ein finanzielles Polster gut gebraucht werden kann. Warum also den Beitragssatz senken, wenn er in vielleicht zwei oder drei Jahren wieder angehoben werden muss? Das ewige Gejammere der ausgebeuteten Arbeitgeber und ihre existenziellen Ängste im Bezug auf Wettbewerbs Fähigkeit ist in jedem Fall genauso kontraproduktiv wie eine illusorischem hohe Beitragssenkung.

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lamblies 27.07.2018, 21:09
4. Mein Titel

Wenn schon Geld vorhanden ist, sollte man besser die Leistungen für Arbeitslose erhöhen, z.B. 90% vom letzten Gehalt.

Oder ist hier das gleiche geplant wie in der Rentenversicherung; jahrelang Beiträge gezahlt, auch für Berufsunfähigkeit und plötzlich wurde diese Leistung einfach gestrichen.

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dt1700744 27.07.2018, 21:35
5. Entschuldigung, warum den Satz zur Arbeitslosenversicherung kürzen und

nicht die Mehrwertsteuer? Und zwar um 3 %. Davon hat jeder Bürger in diesem Land etwas. Die Reichen, alle Selbstständigen, alle Arbeitnehmer, alle Unternehmen (die Lieferanten bezahlen), alle Rentner, alle Studenten und vor allem: alle Armen, alle Hartz IV-Menschen. Man bezahlt weniger Steuern auf Strom, Gas, Wasser, Versicherungen, Konsumgüter (Klopapier), Medikamente in der Apotheke, Kraftstoffe (Kfz), Fahrräder, E-Bikes, Tickets ÖPNV, grundsätzlich alle Mietnebenkosten, Steuer auf Grunderwerb/Hauserwerb und so weiter und so fort. Da alle Bürger davon profitieren gibt es auch keine Mecker vom BVG. An alle Politiker: Nur mal so zur Anregung. Schmeißt alle Lobbyisten aus Berlin raus und wendet eure Ohren an die Bürger.

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tkr104 27.07.2018, 21:37
6.

Zitat von keinblattvormmund
...darüber nachdenken, diejenigen Arbeitslosen, die ihr gesamtes Erwerbsleben eingezahlt und dann Ü50 aussortiert wurden, nicht brutal in die Hartz4 Falle laufen zu lassen, sondern diese, aufgrund der deutlich längeren Beitragszahlung, auch entsprechend länger zu unterstützen.
Stellen Sie sich vor, das wird schon seit Jahren so gemacht. So eine inovative Idee...

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joachimpeter 27.07.2018, 22:01
7.

Zitat von dt1700744
warum den Satz zur Arbeitslosenversicherung kürzen und nicht die Mehrwertsteuer?
... und dann die Arbeitslosenversicherung zum Ausgleich der verringerten Steuereinnahmen verwenden, oder was? Aua, das gibt Schlagzeilen. Ganz abgesehen davon, dass in den Größenordnungen zwischen Beidem Welten liegen. Wer den grundsätzlichen Unterschied zwischen Versicherung und Steuern nicht kapiert, sollte sich in solchen Fragen besser der Stimme enthalten.

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dt1700744 27.07.2018, 22:34
8. Lieber "joachimpeter" ich postete meine Aussage ganz bewusst so ...

... um die Leute ans Nachdenken zu bringen, was in diesem Staat nicht ganz so optimal läuft, siehe meinen Verweis an die Lobbyisten. Ich bin Sozial- und Politikwissenschaftler und studierte im Nebenfach Wirtschaft, speziell Außenwirtschaftspolitik, wenn ich hier im Forum schreibe, dann mit der Intention, Alternativen aufzuzeigen. Wie wollen Sie denn verringerte Steuern erklären? Die Bürger haben mehr Geld in der Tasche, einen Teil davon werden sie sparen, zurecht bei den miesen Rentenaussichten, einen Teil werden sie ausgeben, den Konsum also beleben und darüber verdient der Staat wieder mehr Umsatz- und Mehrwertsteuer. Und wenn die Bürger Geld für die Rente zurück legen, kommt das dem Staat ebenfalls zu gute, denn später fallen weniger Bürger in die Grundsicherung. Also "Joachimpeter", bevor man in diesem Forum andere Teilnehmer diskreditiert, denken. Und ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

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allessuper 27.07.2018, 22:35
9. Man könnte auch

ganz einfach die 1% bzw. 10% Reichen in diesem Land angemessen zur Kasse bitten. Punkt. Das hat Volker Pispers berechnet, und der Mann hat als Kabarettist über Jahre mehr Recht behalten als sämtliche Wirtschaftsweisen und sonstige authorisierte Glaskugelleser aus dem üblichen Verdächtigenkreis jemals prognostizieren konnten. Gesunder Menschenverstand gibt mehr her als das vielgepriesene Expertenwissen.

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