Forum: Wirtschaft
Milliardeneinnahmen durch legales Cannabis: Kiffen für den Fiskus
imago/Belga

In Kanada gibt es ab Mitte Oktober legales Cannabis zu kaufen. Was würde eine Freigabe für die deutsche Volkswirtschaft bedeuten? Einer Studie zufolge könnte die Staatskasse ein Milliardenplus verbuchen.

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duschinabuschi 24.09.2018, 13:12
50. Einstiegsdroge

Wofür ist das ein Gegenargument? Es wird immer vergessen, dass durch eine Legalisierung nicht plötzlich alle anfangen zu kiffen, sondern die Menge der Konsumenten ungefähr gleich bleibt (siehe Niederlande). Legalisierung ist also in erster Linie Verbraucherschutz! Wenn Cannabis also eine Einstziegsdroge sein sollte, dann änderte das eine Legalisierung zwar nicht, aber ein Verbot eben auch nicht. Die Leute lassen ja das Kiffen nicht, weil es verboten ist. Das Problem (wenn es denn eins gibt) wird also durch eine Legalisierung nicht schlimmer aber eben durch Verbote nicht gelöst sondern im Gegenteil weiter verschärft.

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Rosenhag 24.09.2018, 13:20
51.

@45
Wenn sie ihre Infos vom Hörensagen haben hören sie bitte auch genau zu: mit "in Richtung psychische Zwangsjacke" ist etwas anderes als "die Zwangsjacke" gemeint. Warum muss immer der Alkohol als Vergleich herhalten, selbstverständlich ist dieser ein Nervengift ohne das vielen ein paar lockervergnügte Stunden nicht möglich scheinen. Aber Einzelnen die persönliche Schuld zuzuweisen wo die Droge sich manifestiert ist zwar allgemein verbreitet aber dennoch nicht korrekt.

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Fxxx 24.09.2018, 13:20
52. Worauf warten wir noch?

Es gibt wirklich kein sachliches Argument, dass gegen eine Legalisierung spricht. Gegnern einer Legalisierung fehlt entweder das nötige Wissen oder es wird an einem Verbot kräftig verdient (Rechtsanwälte, Pharma-Konzerne etc.).

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ewert 24.09.2018, 14:06
53. Ungefährlichkeit von Cannabis ist Argument?

Zitat von tueftler
War nicht immer die Ungefährlichkeit von Cannabis das Argument?
Nö, die Ungefährlichkeit von Cannabis könnte man mit aufführen, ist als Argument aber überflüssig. Das wichtigste und eigentliche Argument ist das Verbot selber:
Nützt und schützt dieses Verbot?

Und - das hat, Artikel parallel, u.a. die Drogen-Weltkommission festgestellt, das Verbot schützt eben nicht, es macht Drogen nur gefährlicher, auch besonders die sog. harten Drogen wie Heroin: Die sogenannten Heroin-Toten (jährlich um die 1000) sterben nicht des Heroins Willens, sondern, weil das Zeug von Schwarzmarkt leicht überdosierbar ist, wenn es wieder einmal sehr rein ankommt, ansonsten, weil man sich haufenweise Streckmittel direkt in die Venen, in den Blutkreislauf ballert und ähnliches mehr.

Bekäme der Abhängige seine Dosis an Opiaten regelmäßig vom Arzt oder Apotheker gestellt, könnte er in Würde ein hohe Alter erreichen.
Auch Cannabis wurde und wird gern mit Streckmitteln versetzt, gern mit Brix, auch mal mit Glas oder sogar Blei. Oder es werden synthetische Cannabinoide (in sog. Kräutermischungen oder als Legal Highs) angeboten, die unbekannte bis tödliche Risiken aufweisen können.

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brasshead 24.09.2018, 14:07
54.

Zitat von burlei
... als "Einstiegsdroge" bezeichnet. Natürlich, denn ein Dealer dreht seinen Kunden auch gerne andere Drogen aus seinem Repertoire an, Crack, LSD, Kokain.... Und schon wird aus einem harmlosen Cannabis-Konsument ein Drogensüchtiger.
Eine Droge wie LSD in einem Atemzug mit Crack und Kokain (was so ziemlich dasselbe ist) zu nennen und darüber hinaus mit Drogensucht in Verbindung zu bringen ist absurd. LSD ist eine der ungefährlichsten, wenn nicht sogar die ungefährlichste Droge auf der Welt. Z.B. hier oder hier, letzteres aus der Studie "Drug harms in the UK: a multi-criteria decision analysis", von David Nutt, Leslie King and Lawrence Phillips.

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ewert 24.09.2018, 14:10
55. Nicht konvertible Währung

Zitat von Knippi2006
, außer man errichtet einen totalitären Überwachungsstaat, der noch weitaus strenger überwacht wird als die DDR durch Stasi und sonstige Sicherheitsbehörden.
Auch das wäre kaum Schutz gegen Drogenhandel und -schmuggel gewesen.
Eher war es das Alu-Geld, was DDR-Bürger von einer Teilnahme am Drogenhandel ausgeschlossen hat. Da gab es noch tausend andere Dinge, die nur mit Alu-Chips ebenfalls unerreichbar waren.

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brasshead 24.09.2018, 14:13
56.

Zitat von nordwestdeutscher
Was ist denn mit dem Gegenargument, Cannabis sei Einstiegsdroge? Der Fiskus mag mehr einnehmen, aber die Zahl der Konsumenten anderer Drogen dann auch steigen?
Sie verstehen den Begriff "Einstiegsdroge" grundlegend falsch. Cannabis ist, wenn überhaupt, nur dann Einstiegsdroge, wenn man es bei einem Dealer kaufen muss, bei dem das ganze Spektrum illegaler Drogen im Angebot ist. Dieser hat zudem ein großes Interesse, seinen Kunden die harten Sachen schmackhaft zu machen, da er an diesen wesentlich besser verdient. Das Einstiegsdrogenproblem ist daher in allererster Linie eines der Illegalität.

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ewert 24.09.2018, 14:21
57. Zum Schutze der Jugend und der Gesundheit: Legalisieren

Zitat von Rosenhag
Die Kifferei ist keineswegs ein harmloses Vergnügen auch dass fast alle Nutzer es schönreden
Wenn Ihnen so viel am Gesundheitsschutz liegt, dann sollte Sie sofort für eine Legalisierung im Sinne einer regulierten Freigabe stimmen, denn
das Verbot schützt nun einmal die Gesundheit nicht, sondern im Gegenteil, es hebelt Jugend- und Verbraucherschutz aus, kriminalisiert die Konsumenten und fördert Schwarzmarkt und Kriminalität.
Auch Aufklärung und Prävention funktionieren nicht so recht unter einer Ägide eines Drogenverbots, dessen Gründe immer weniger einsichtig sind.
Siehe auch parallel der aktuelle Bericht der Welt-Drogen-Kommission.

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ewert 24.09.2018, 14:26
58. Cannabis ist der Einstieg in den Schwarzmarkt

Zitat von nordwestdeutscher
Was ist denn mit dem Gegenargument, Cannabis sei Einstiegsdroge? Der Fiskus mag mehr einnehmen, aber die Zahl der Konsumenten anderer Drogen dann auch steigen?
Ja, weil Cannabis die am weitesten verbreitetste illegale Droge ist, ist der Weg beim Dealer zu anderen illegalen Drogen nicht weit.
Eine Legalisierung würde diesen Weg zerschneiden, ihn sehr aufwändig machen,
Das ist auch gut zu sehen in Ländern mit liberalerem Zugang zu Cannabis: Die dortigen Prävalenzraten sog. "harter" Drogen ist dort regelmäßig niedriger als im Vergleich zu Deutschland.

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ewert 24.09.2018, 14:28
59. Cannabis ist der Einstieg in den Schwarzmarkt

Ja, weil Cannabis die am weitesten verbreitetste illegale Droge ist, ist der Weg beim Dealer zu anderen illegalen Drogen nicht weit.
Eine Legalisierung würde diesen Weg zerschneiden, ihn sehr aufwändig machen,
Das ist auch gut zu sehen in Ländern mit liberalerem Zugang zu Cannabis: Die dortigen Prävalenzraten sog. "harter" Drogen ist dort regelmäßig niedriger als im Vergleich zu Deutschland.

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