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Milliardeneinnahmen: Steuerzahlerbund drängt Regierung zu Reformen
DPA

Der Staat macht weiter Rekordeinnahmen - auch im September nahm er wieder deutlich mehr Steuern ein. Der Steuerzahlerbund mahnt deshalb Reformen an: Soli weg, Mittelschicht entlasten, Spitzensteuersatz runter.

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jollen 23.10.2018, 22:03
130.

Zitat von syracusa
Jemand mit Medianeinkommen bezahlt heute Steuern in einer Höhe, die keine 20% seines Konsums an Bildung, Sicherheit, Kindergeld usw. deckt. Das ist ein furchtbarer Skandal!
Wie sah es für eine Person mit Medianeinkommen 1970 aus?
20% Steuern in 2018.
10% Steuern in 1970.......

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Crom 24.10.2018, 09:18
131.

Zitat von jollen
Wie sah es für eine Person mit Medianeinkommen 1970 aus? 20% Steuern in 2018. 10% Steuern in 1970.......
Man muss nur lang genug die kalte Progression wirken lassen, dann zahlt auch bald der mit Medianeinkommen Spitzensteuersatz.

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syracusa 24.10.2018, 14:52
132.

Zitat von jollen
Wie sah es für eine Person mit Medianeinkommen 1970 aus? 20% Steuern in 2018. 10% Steuern in 1970.......
Die 10% hätte ich doch gerne belegt.

Aber davon abgesehen, ist es egal, wie Einkommens- und Steuerverteilung früher ausgesehen haben. Mein Vater hatte bis in die 1970er Jahre hinein eine Baufirma, und ausnahmslos alle seine Arbeiter, auch ungelernte!, hatten ein eigenes Haus. Genau so wie übrigens der Nachbar meiner Eltern, ein LKW-Fahrer in einer Kiesgrube. Und bei keinem musste die Ehefrau mitarbeiten. Ich denke schon, dass diese Leute damals mit ihren Steuern einen höheren Anteil der staatlichen Zuwendungen an sich selbst finanziert haben, als das bei vergleichbaren Kreisen heute der Fall ist.

Das Medianeinkommen muss so hoch sein, dass die Steuern darauf den fairen Anteil an staatlichen Leistungen komplett decken können. Das halte ich für eine Grundvoraussetzung für den Aufbau und Erhalt einer demokratischen Gesellschaft. Ist das nicht der Fall, dann ist der Einfluss der wenigen Reichen auf den Staat viel zu stark.

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syracusa 24.10.2018, 14:55
133.

Zitat von Crom
Man muss nur lang genug die kalte Progression wirken lassen, dann zahlt auch bald der mit Medianeinkommen Spitzensteuersatz.
Nochmals: das ist in einem progressiven Steuersystem wie unserem vollkommen irrelevant. Relevant ist die tatsächliche Steuerlast, und nicht die auf den äußersten Euro des Einkommens. Ein Ehepaar mit 100.000 brutto kommt bei uns heute ja noch nicht mal auf 26% Steuersatz. Wen juckts, dass genau dieses Ehepaar nach einer 10%igen Einkommenserhöhung dann schon am Spitzensteuersatz kratzt?

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felix.leidmann 24.10.2018, 17:52
134. Untere Einkommen sollten entlastet werden

Die Steuerfreibeträge sind meines Erachtens zu niedrig. Ca 9000 Euro steuerfrei pro Person sind zu wenig. Wenn man die ganzen Kosten (Miete, Nebenkosten, Essen, Trinken,Kleidung etc.) nimmt, kommt man auf deutlich mehr. Und es würde den Bedürftigen helfen.

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jollen 25.10.2018, 08:19
135.

Zitat von syracusa
Ich denke schon, dass diese Leute damals mit ihren Steuern einen höheren Anteil der staatlichen Zuwendungen an sich selbst finanziert haben, als das bei vergleichbaren Kreisen heute der Fall ist.
Die Häuser damals wurden doch nicht ohne Eigenkapital gebaut.
Ich zahle doch keine Steuern, damit ich dann vom Staat das Geld wiederbekomme um damit dann Sachen zu finanzieren.

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syracusa 25.10.2018, 14:52
136.

Zitat von jollen
Die Häuser damals wurden doch nicht ohne Eigenkapital gebaut. Ich zahle doch keine Steuern, damit ich dann vom Staat das Geld wiederbekomme um damit dann Sachen zu finanzieren.
Oh doch. Vielleicht bekommen Sie Baukindergeld, das aus Steuern finanziert wird, und mit dessen Hilfe finanzieren Sie Ihr Eigenheim.

Die Steuerlast muss so verteilt werden, dass die Reichen mehr Steuern bezahlen, als sie "verbrauchen", um damit die Armen zu alimentieren, die mehr Steuern "verbrauchen2 als sie zahlen (können). Beim Medianeinkommen sollten diese Scheren sich treffen. Aber das setzt natürlich voraus, dass das Medianeinkommen so hoch ist, dass davon auch so hohe Steuern bezahlt werden können. Davon sind wir leider weiter entfernt als je.
Wichtig ist das, wie gesagt, um demokratische Verhältnisse garantieren zu können. Wenn, wie jetzt, die Reichen ganz überwiegend die Staatsausgaben finanzieren (wozu sie wg ihres hohen Einkommens als einzige in der Lage sind), dann wird auch eine demokratisch legitimierte Regierung die Interessen der Reichen bevorzugt berücksichtigen, weil diese die Reichen eben im Lande halten muss. Ein Staat mit einer zu weit auseinander klaffenden sozialen Schere wird deshalb in großer Gefahr sein, zur Plutokratie zu entarten. Die USA sind ein gutes Beispiel für diese zwingende Entwicklung.

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rainerspielberg 25.10.2018, 15:51
137. Sonst haben wir keine Probleme?

Es gibt viel zu tun in Deutschland, nur Steuersenkungen für Unternehmen und Besserverdiener gehören nun wirklich nicht dazu. Weder stimmt die Aussage, dass Leute ab 80.000€ den Spitzensteuersatz zahlen - sie zahlen für den letzten € diesen Satz, aber diese Einkommen werden in Summe mit weit weniger wie diesem Satz versteuert. Auch Unternehmen zahlen natürlich nur für Ihre Gewinne den angegebenen Steuersatz. Alles was sie investieren, Rückstellungen die sie bilden wird selbstverständlich nicht versteuert. Und ja wenn ihnen nichts mehr einfällt, in die Zukunft ihres Unternehmens zu investieren, zahlen sie für den verbleibenden Betrag 30%. Aber solange wir im Lande Geringverdiener mit in Summe teilweise über 50% Abzügen- selbst auf relativ geringem Einkommen - nach Hause gehen lassen, gibt es wohl andere Gebiete wo Abgaben gesenkt werden müssen wie bei den Gutverdienern und Unternehmen.

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jollen 26.10.2018, 09:13
138.

Zitat von syracusa
Beim Medianeinkommen sollten diese Scheren sich treffen. Aber das setzt natürlich voraus, dass das Medianeinkommen so hoch ist, dass davon auch so hohe Steuern bezahlt werden können. Davon sind wir leider weiter entfernt als je.
Die Abgabenlast! muss betrachtet werden.
Die Armen werden auch in der Sozialversicherung alimentiert.
1970, das Medianeinkommen setzt sich aus Einverdiener-Haushalten zusammen.
2018, mehr Singles, mehr Teilzeit, hat das Medianeinkommen die gleiche Aussagekraft, wenn zuvor eine Person das Einkommen erwirtschaftet hat, aber heute 2 Personen jeweils 50%?
Das Medianeinkommen ist ja gesunken.

Für das Baukindergeld gibt es ja auch Kritik.
Mitnahmeeffekte, nicht für jeden verfügbar....etc.
Es wird/wurde kein Privathaus nur mit Staatsgeld gebaut.
Da Sie ja angeführt haben wer aus Ihrem Bekanntenkreis ein Haus gebaut hat.
Früher wurde die Arbeitskraft von Ungelernten viel stärker benötigt.
In unserer technisierten Welt ist das nicht mehr so. Also sinken für diese Personen die Bruttogehälter.
Für den Dachdeckermeiser trifft das nicht zu. Bei ihm steigt das Brutto. Aber das Netto steigt nicht so stark.
Das ist die Diskussion um Reallöhne die wir seit Jahren haben.
Brutto steigt um 5%, die Preise steigen um 4%, aber Netto hat man nur 3% mehr in der Tasche. Also verliert der Dachdeckermeister Reallohn.
Die Regierung beschließt auf Riesterrente zu setzen.
Der Rentenbeitrag sinkt aber nicht. Um also in eine Riesterrente einzuzahlen, muss der Dachdeckermeister z.B. 1000Euro aufbringen.
Vereinfacht:
Die Abgabenlast sinkt nicht, der spätere Auszahlungsbetrag wird aber so gesenkt, das man heute mehr privat vorsorgen muss.
Das finden Sie in Ihren Angaben zu der Steuerlast aber nicht wieder.....
Die Regierung beschließt neue Abgaben und Steuern einzuführen. EEG und Stromsteuer.
Stromparen soll belohnt werden....
Wird denn auf der anderen Seite dafür gesorgt dass die Menschen auch erst mal mehr Geld bekommen um diese Mehrkosten zu bezahlen?
Es wird nicht belohnt wer Strom spart, sondern nur bestraft wer nicht Strom spart. Auch hier hätte es mehr Netto geben müssen.

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