Forum: Wirtschaft
Milliardenprogramm der EZB: Draghi verspricht zu viel
AFP

Am Montag startet die EZB ihr Mega-Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen. Damit stemmt sie sich gegen eine Deflation, also fallende Preise. Doch Zweifel sind erlaubt: Die Notenbanker laufen Gefahr, sich zu übernehmen.

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curiosus_ 02.03.2015, 10:59
160. Dummerweise …

Zitat von localpatriot
Es stimmt dass die Wirtschaft in D ein zu Hause hat, sozusagen eine Heimat….ich als Württemberger….Je schneller mein Landsmann Schäuble das Europroblem an einen Nichtdeutschen übergibt
… ging es noch nie gut wenn der Profiteur einer Entscheidung auch der Entscheider ist und zu Lasten dritter entscheidet.

Insofern macht Ihr Vorschlag („das Europroblem an einen Nichtdeutschen übergibt“) nur dann Sinn, wenn Deutschland vorher den € verlassen hätte. Was ja wiederum gut zu Schweizer Verhältnissen passen würde.

Wäre das nicht der Fall würden die „Nichtdeutschen“ €-Mitglieder anschließend sicher die Deutschen von einer ganz unangenehmen Seite kennen lernen.
PS: Seit wann ist ein Badenser ein Landsmann eines Württembergers?

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localpatriot 02.03.2015, 12:45
161. Kompetenz ist wichtiger

Zitat von curiosus_
… ging es noch nie gut wenn der Profiteur einer Entscheidung auch der Entscheider ist und zu Lasten dritter entscheidet. Insofern macht Ihr Vorschlag („das Europroblem an einen Nichtdeutschen übergibt“) nur dann Sinn, wenn Deutschland vorher den € verlassen hätte. Was ja wiederum gut zu Schweizer Verhältnissen passen würde. Wäre das nicht der Fall würden die „Nichtdeutschen“ €-Mitglieder anschließend sicher die Deutschen von einer ganz unangenehmen Seite kennen lernen. PS: Seit wann ist ein Badenser ein Landsmann eines Württembergers?
Der Euro hat geldtechnische, wirtschaftliche und politische Schwächen. Eigentlich sind es Konstruktionsmängel.

Man kann diese kurzfristig uebertapezieren, aber langfristig sind diese nicht zu verheimlichen. Der größte Mangel ist die fehlende Kompensationsmechnik zwischen den nationalen Wirtschaften und den Wirtschaftskulturen der Eurozone.

Wir stehen vor dem klassischen Hyatus: Eine Anzahl der Wirtschaften benötigt eine Abwertung, also ein schwache Währung, D und noch ein paar müssten dem Schweizer Modell folgen und eine deutsche Währung wäre heute in einer Aufwertungsphase. Der Not der Schwachwirtschaften diktiert der EZB eine schwache Währung, was langfristig Konsequenzen bringen wird.

Langfristig sucht D ein ausgeglichenen Staatsbudget, man muss jedoch erwarten dass es einige grosse Staaten gibt, welche politisch nur mit strukturellen andauernden Defiziten über die Runden kommen.

Das sind nur zwei Beispiele welche langfristig politische und inter Eurozonen Schwierigkeiten bringen müssen. Es kann gar nicht anderst sein. Eine politische Union steht heute weniger in den Sternen als vor 20 Jahren.

Hört sich schlecht an? Bestimmt, aber so ist es eben. Um den politischen Frieden zu erhalten wäre es für D besser die kritische Vormundschaft wäre in den Händen einer nichtdeutschen Person. Herr Draghi ist der richtige Mann für die EZB. Was fehlt ist ein politische Gegenspieler aus den Niederlander oder sonstwo aus dem Hartwaehrungsbereich. Herr Schäuble bringt zu viele negative Saiten zum erklingen.

Ein Euro ohne D, ja, ich kann mir das vorstellen.

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localpatriot 02.03.2015, 12:52
162. Komplizierte Geschichte

Zitat von curiosus_
… PS: Seit wann ist ein Badenser ein Landsmann eines Württembergers?
Heilbronn war die Eckfestung der Franken. Auf der westlichen Seite des Neckars waren Alemannen (Badener für die uneingeweihten) südlich waren die Schwaben, und die Cantone Kocher und Jagst waren Franken.z B Goetz von Berlichingen gehörte zum Canton Jagst.

Man kann in Württemberg leben und zum Badischen gehören da einige Dörfer von Napoleon verlagert wurden (er hat die Gemeinde Moempelgart im Elsass mit dem Koenig von Wuerttemberg für ein paar badische Dörfer getauscht), und andere vom Grafen wegen Geldmangels an Württemberg verkauft wurden.

Ethnisch ist immer schwierig, fragen sie die Schweizer oder die Ukrainer. Aber man muss wissen wo man herkommt.

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gunpot 02.03.2015, 14:53
163. Nachfrage ankurbeln?

Nie hatten wir so niedrige Zinsen. Wie soll denn noch die Nachfrage angeheizt werden, wo doch schon ein so hohes Saturationsniveau erreicht worden ist. Natürlich trifft das nur auf ca. 80% der Deutschen und vielleicht 60-70% der übrigen EU-Bürger zu. Leider können die sozial Schwächeren sich nicht mit den historisch niedrigen Zinsen per Kredit eindecken, weil nicht kreditwürdig. Da greift auch keine Steuerentlastung, weil diese Gruppe voll in die Freigrenzen fällt. Kurzum, da muss etwas anderes her.....

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rolli 02.03.2015, 16:20
164.

Zitat von gunpot
Nie hatten wir so niedrige Zinsen. Wie soll denn noch die Nachfrage angeheizt werden, wo doch schon ein so hohes Saturationsniveau erreicht worden ist. Natürlich trifft das nur auf ca. 80% der Deutschen und vielleicht 60-70% der übrigen EU-Bürger zu. Leider können die sozial Schwächeren sich nicht mit den historisch niedrigen Zinsen per Kredit eindecken, weil nicht kreditwürdig. Da greift auch keine Steuerentlastung, weil diese Gruppe voll in die Freigrenzen fällt. Kurzum, da muss etwas anderes her.....
Da rächt sich jetzt - und wird sich noch schärfer rächen - dass die deutschen Arbeitnehmer in den letzten 20 Jahren auf etwa 100% mehr Lohn verzichtet haben. Inflationsausgleich und Produktivitätszugewinn wurden nicht ausbezahlt sondern wanderten in die Kassen der Unternehmen, die damit das Spielcasino Finanzmarkt fütterten. Haben Sie sich nicht gefragt, warum die Löhne in der Schweiz so hoch sind, und das Land trotzdem prosperiert, oder gerade deswegen?

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