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Milliardenschwere Entlastungen: Finanzministerium plant Steuersenkungen - falls die R
DPA

Die Konjunktur lahmt, im Wochentakt korrigieren Wirtschaftsforschungsinstitute derzeit ihre Wachstumsprognose für 2019 nach unten. Nach SPIEGEL-Informationen bereitet das Finanzministerium für den Ernstfall ein Konjunkturprogramm vor.

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bluebill 05.01.2019, 12:01
20. Juchee!

Die Steuern werden gesenkt! Da freuen wir uns schon... Aber halt. Erst genau hinsehen. Zum einen wird das Ganze ja erst spruchreif, wenn eine Rezession eintritt. Ob und wann das stattfindet, entscheiden irgendwelche Rechenkünstler oder undurchschaubare Algorithmen. So wie die, mit denen man uns immer vorrechnet, dass der Euro zu keiner Verteuerung geführt hat. - Zum anderen ist offenbar noch gar nicht definiert, wer genau wieviel weniger Steuern zahlen soll. Nach den Erfahrungen der letzten 25 Jahre ist es nur selten der "kleine Mann", der entlastet wird. Eher wird man große, "systemrelevante" Unternehmen umschmeicheln. Die es zwar nicht nötig hätten, aber sonst ihre Investitionen in andere Länder verlegen könnten. Oder zumindest damit drohen. Der arbeitende Normalbürger hat diese Wahl meist nicht, dem kann man noch was abzwacken. Was allerdings bei Licht betrachtet nach hinten losgehen kann. Siehe Fachkräftemangel.

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eggie 05.01.2019, 12:02
21. Überschrift

Super, dann kann die SPD gleich auch bei Kultur, Bildung und Infrastruktur sparen und den verbliebenen Wohnbestand verscherbeln und weiter über ein bedingungsloses Grundeinkommensjahr für Gutverdiener ab 50 schwafeln.

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frankfurtbeat 05.01.2019, 12:03
22. anstatt ...

anstatt tatsächlich mal Fakten zu schaffen wird immer weiter am Steuerrädchen gedreht.
Ein faires sozial gerechtes Steuersystem wird vermieden. Der Konsument und der inländische Konsum damit ausgebremst.
Wenn jedes Unternehmen, jeder Konzern tatsächlich fair Steuern bezahlen würde bräuchte man nicht permanent am Steuerrädchen zu drehen um dann großspurig zu verkünden, das die Steuerzahler mal wieder um 10€/Monat entlastet werden. Die 10€ werden zwei Tage später von höheren Abgaben auf was weiß ich wieder zunichte gemacht. Alles Schwachsinn und viel Lärm um nichts.
1. faires Steuersystem mit mehreren Einkommensstufen und entsprechend hinterlegtem Steuersatz - alle zahlen und zahlen letztendlich weniger - in der Summe höheres Steuereinkommen
2. keine Abschreibungen etc. - Investitionen werden aus den Gewinnen fnanziert - somit keine indirekte Subvention von Kfz-Herstellern etc.
3. Steuerberater mit ihren Glaspalästen - Blutsauger und Lobbyisten des Systems werden dann nicht mehr in diesem Ausmaß benötgt
4. Besteuerung von Bürgern mit deutschem Pass welche sich aufgrund von Besteuerung im Ausland, Stueroasen aufhalten. Solange der Pass beibehalten wird kann man die Infrastruktur des Landes ohen limit nutzen und sollte dafür auch Steuern bezahlen
5. die Anzahl der Mitarbeiter in den Finanzbehörden könnte auf ein Minimum gefahren werden
6. Aus über 35.000 §§ werden einige wenige - das Steuersystem für fast jeden verständlich

Es ist schon bezeichnend wenn lediglich eine rechts ausgerichtete Partei ein faires Steuersystem fordert. CDU/CSU/SPD etc. haben kein Interesse daran ein faires soziales Steuersystem zu kreieren obwohl im Namen der Parteien "Christlich" oder "Sozial" enthalten ist ... eine Lachnummer in Anbetracht der tatsächlichen Politik.

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meier12 05.01.2019, 12:09
23.

Die unteren Einkommen wie auch KleinstrentnerInnen brauchen weitergehende Entlastung. Sie zahlen ja kaum Steuern, würden aber sicher unmittelbar den Zugewinn im Netto auch in den Konsum stecken. Einkommen über 60.000 EUR brauchen eigentlich keine Entlastung, sie haben genug Nettoeinkommen für den Konsum. Sie würden das Geld eher anlegen. Das nützt der Wirtschaft nichts. Sorgen sollte die Regelung zur Abschreibungserleichterung machen. Eine solche Regelung wird in der Öffentlichkeit kaum beachtet, wird aber zu Lasten des Gesamtsteueraufkommens sicher dauerhaft in Kraft bleiben. Wenn später das Steueraufkommen zu niedrig ist, wird man das wieder bei allen SteuerzahlerInnen hereinholen.

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molesman 05.01.2019, 12:10
24. Sobald es brennt kaufen wir Feuerlöscher...

...ein Land das wie Phönix aus der Asche aufstieg und danke entsprechender Politik und Innovationslosigkeit nun zurück in den Staub geht aus dem es entstanden. Kein Wunder dass Gründer sich sofort wenn sie eine gute Idee haben ins Ausland absetzen. Hier kommt das fast einer Bestrafung nahe, anderswo wird man freudig aufgenommen. Da mag die Frau Kriegsminister noch so oft auf ausrangierter Technik stehen, andere faseln von Flugtaxis und das Merkel lernt dass das Modem nicht mehr ist was es mal war...gebt dem Volk endlich das Geld zurück dass ihr ihm ausgesaugt habt, lasst sie leben einkaufen und glücklich sein und damit die Wirtschaft ankurbeln. Stattdessen täglich neue Verordnungen, Gesetze und Dinge die einen in den Wahnsinn treiben...

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ingo.adlung 05.01.2019, 12:10
25. Na ja ...

Zitat von einwerfer
es wieder darauf hinausläuft, dass die Leute am oberen Ende der Einkommensskala am meisten profitieren ? Und die Unternehmen horten seit Jahren Geld, wie auch Herr H. Müller letztens hier schrieb. Die brauchen keine Steuererleichterungen, weil's an Geld nicht fehlt. Was wirklich helfen würde, wäre z.B. die Anhebung des Mindestohns auf 12 €/Std und massive Steuererleichterungen am unteren Ende der Einkommensskala. Weil da das Geld direkt in den Konsum fließt und damit die Nachfrage stärkt. Aber bei dieser Koalition ist sowas natürlich nicht zu erwarten.
wo ich ihnen Zustimme ist, dass Unternehmen nicht deshalb mehr investieren, weil man ihnen Geld in die Hand gibt, sondern wenn am Markt Nachfrage herrscht. Deshalb muss man also diese anschieben. Allerdings ist es aberwitzig dies über den Mindestlohn wie von Ihnen gefordert gestalten zu wollen. Mehr Lohn würde sicherlich vielen helfen, birgt aber das Risiko viele Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage zu bringen, weil Kunden in einer Rezession ja nicht gleichermaßen bereit sind höhere Preise zu bezahlen. Bei 12 Euro gehen sie bespielsweise über den Tariflohn von Frisören hinaus. Werden Sie als Kunde in einer Rezession mehr Geld fürs Haare schneiden ausgeben? Doch eher nicht. Eine Absenkung des Eingangsteuersatzes mag mehr bringen, selbst eine (wieder)Linearisierung des Steuerbauchs der kalten Progression. Das derjenige, der mehr Steuern zahlt gegenüber demjenigen, der keine oder wenig Steuern zahlt bei einer Steuerentlastung mehr einspart liegt in der Natur der Sache. Wenn ich keine Steuer bezahle kann ich natürlich auch nichts zurückbekommen, oder bei einer Absenkung gleichermaßen profitieren. Nichts bleibt Nichts. Da helfen auch keine Neiddebatten. Aber ich stimme ihnen zu, dass ich nicht erwarte, dass wenn man Unternehmen mehr Geld in die Hand gibt, diese dann investieren - siehe oben. Die Frage ist *wie* man Nachfrage *intelliigent* anschieben kann. Ich habe für höhere Mindestlöhne viel Sympatie, aber das muss behutsam geschehen und nicht mit der Brechstange, um den betroffenen Unternehmen die Gelegenheit zu geben sie darauf einzustellen und auch uns Kunden, weil es eben nicht einfach um den Gewinn von eh schon unverschämt reichen Mitbürgern geht, sondern wie bei den Frisören ans Eingemachte. Da müssen auch wir Kunden mitmachen. Aber ja, den präsentierten Vorschlag halte ich nicht für durchdacht. Bleibt die Frage, wie man es besser hinbekommt.

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timdreher1978 05.01.2019, 12:10
26. Die Parteigenossen des Finanzministers gehen allerdings

Zitat von christianu
Bei der Umsetzung wird es allerdings wieder heftige von Neid getriebene Debatten geben, insbesondere von den Parteigenossen des Finanzministers. Wenn die hören, dass Unternehmenssteuern gesenkt werden sollen, sind sie blind und von Wut erfüllt. Auch Einkommensteuern sollen für die oberen 10% der Verdiener nicht gesenkt, sondern im Zweifelsfall sogar erhöht werden. Dass damit die meisten gewünschten Effekte nicht eintreten können, weil es für die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen und für oberen 10% der Steuerzahler, die immerhin 50% der Einkommensteuern bezahlen, keine Erleichterung gibt, das blenden die Sozialromantiker einfach aus. Ich wünsche dem Finanzminister viel Glück bei der Umsetzung seiner Idee.
deutlich rationaler, methodischer und menschlicher an die Frage heran und fragen sich woher der Drang der Verunglimpfung und des Hasses gegenüber Andersdenkenden kommt.

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Watschn 05.01.2019, 12:10
27. Aha, gepl. dt Steuersenkungen. Der wahre Grund: Trumps Steuersenkungen

Scholz sollte ehlich sein, dass dies eine (versteckt) geplante Reaktion auf Trumps Unternehmenssteuersenkung von 35% auf neu 21% ist, und eine allf. Rezession eher vorgeschoben ist.
Steuersenkungsvorhaben insbes. von SPD-Finanzministern ist für seine Partei natürlich schwer vermittelbar, u. deshalb diese (verbale) Manöver...Auch gibt man nicht so gerne zu, dass man auf Trump Wirtschaftspolitik eben doch defacto gezwungen wird, zu reagieren..

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böseronkel 05.01.2019, 12:12
28.

Zitat von christianu
Bei der Umsetzung wird es allerdings wieder heftige von Neid getriebene Debatten geben, insbesondere von den Parteigenossen des Finanzministers. Wenn die hören, dass Unternehmenssteuern gesenkt werden sollen, sind sie blind und von Wut erfüllt. Auch Einkommensteuern sollen für die oberen 10% der Verdiener nicht gesenkt, sondern im Zweifelsfall sogar erhöht werden. Dass damit die meisten gewünschten Effekte nicht eintreten können, weil es für die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen und für oberen 10% der Steuerzahler, die immerhin 50% der Einkommensteuern bezahlen, keine Erleichterung gibt, das blenden die Sozialromantiker einfach aus. Ich wünsche dem Finanzminister viel Glück bei der Umsetzung seiner Idee.
Die Sozialromantiker können durchaus erkennen, dass die Einkommen der billigen Leihsklaven überdimensional mit indirekten Steuern belastet werden. Die Bezieher nur noch mit astronomischen Maßeinheiten darstellbarer Einkommen werden dagegen viel zu knapp an der Finanzierung staatlicher Aufgaben heran gezogen. Diese allzu offensichtliche Gerechtigkeitslücke können die Sozialromantiker durchaus erkennen.

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uguntde 05.01.2019, 12:13
29. Steuersenkungen lösen keine Strukturprobleme

Steuersenkungen lösen nicht die Kernprobleme, die der deutschen Wirtschaft schaden, von denen einige schon lösbar wären. Die Autoindustrie wird mit Hilfe der DUH und einer ausländischen Lobby systematisch ruiniert. Die Energiewende wird immer verrückter, nach Atomausstieg Kohleausstieg. Das kann sich in der Weise keine Volkswirtschaft leisten. Diese Risikofaktoren sind hausgemacht und lösbar.
Hingegen Trump und Brexit sind nicht unter deutscher Kontrolle. Wir gehen in eine Deglobalusierungsphase, die von aussen kommt. Da werden Steuersenkungen wenig verrichten.

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