Forum: Wirtschaft
Milliardenverlust: Die Lebenslüge von der profitablen Deutschen Bahn
DPA

Erstmals seit Jahren steht die Deutsche Bahn vor einem Verlust - zumindest offiziell. Denn in Wahrheit ist die Lage schlimmer: Der Konzern ist schon lange unprofitabel - das Minus wird nur von den Zuschüssen der Steuerzahler verdeckt.

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HH-Hamburger-HH 02.12.2015, 14:34
80. Quersubvention

Wie wäre es denn mal damit, die Kfz.-Steuern vernünftig zu staffeln bzw. für große, schwere Fahrzeuge und LKW drastisch zu erhöhen sowie Mautgebühren einzuführen bzw. zu erhöhen und mit den dadurch generierten Einnahmen einen (Wieder-)Ausbau des Schienennetzes in der Fläche zu finanzieren?
Dadurch würde der PKW auch auf dem Land zunehmend verzichtbar und die Mobilität der dort lebenden älteren Menschen und Jugendlichen deutlich erhöht...
Zudem wäre es endlich einmal ein positives Signal für Umwelt- und Klimaschutz ...

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alles.auf.horst 02.12.2015, 14:35
81. Der Autor und das Ökonomieverständnis!

Ich frage mich, was dieser Kommentar von Herrn Böll eigentlich soll. Ein wenig Ahnung von Ökonomie, gewürzt mit empirischen Daten anderer internationaler Schienennetze, eventuell noch etwas Wissen über die grundlegende Aufgabe einer Verkehrsinfrastruktur und schon wäre ein Kommentar kurz und bündig in etwa auf das hier herunterzubrechen: Die Deutsche Bahn macht erwartungsgemäß Verluste. Das kann auch gar nicht anders sein, denn aus wohlfahrtspolitischer Sicht ist ein Gewinn nicht möglich. Dafür sind schon alleine die Fixkosten viel zu hoch. Ärgerlich ist nur, dass sie immer noch so tun als könnten sie jemals Gewinn machen und dabei auch noch Qualität abliefern. Ende. Es gibt Dinge, die in Staatshand gehören und auch nur da ihre Aufgabe richtig erfüllen können. Grundversorgung. Infrastruktur ist dringend dazu zu zählen. Damit fällt auch die Bahn da mit rein. Eigentlich gehören auch Strom, Wasser ect. dazu, aber das wollen viele Menschen und vor allem die Regierungen weltweit nicht verstehen. Zu sehr haben sich Lobbyisten und Konzerne schon eingemischt und sich einverleibt, was sie niemals in Besitz hätten nehmen dürfen. Marode wird das ganze - vor allem in solventen Staaten - erst durch die Privatisierung, nicht anders herum.

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spiegelleser987 02.12.2015, 14:35
82.

Anfang der 1990er Jahre hatte die Deutsche Bahn immer mehr Schulden. Zum Beispiel "erwirtschaftete" sie im Jahr 1993 fast 10 Mrd. Verluste. Dann wurde sie privatisiert, blieb aber zu 100% in staatlicher Hand. Die Schulden wurden abgebaut.

Beim Schienennetz ist der Staat der einzige Eigentümer. Es gehört nicht der Bahn. Damit sollte sichergestellt werden, dass auch andere Eisenbahnunternehmen das Netz benutzen können, ohne vom Wettbewerber Deutsche Bahn eingeschränkt zu werden.

Der einzige Besitzer und Betreiber des Schienennetzes ist damit der Staat und Steuerzahler. Privatiserung bedeutet auch nicht, dass das Geld jemand für seine Schlösser oder den Urlaub kriegt. Es heißt nur, dass die Politik sich nicht ständig einmischen und alles vorschreiben und verändern darf. Zudem fallen die Beamten weg. Es sind dann - wie alle anderen - Arbeitnehmer. Beim Schienenetz sieht es anders aus. Dort muss der Staat Einfluss auf die Verlegung der Netze haben.

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h.hass 02.12.2015, 14:35
83.

Dass Verkehrsinfrastruktur nicht profitabel sein muss bzw. kann, sollte doch klar sein. Eine funktionierende Eisenbahn ist für eine moderne Industriegesellschaft von elementarer Bedeutung und stellt für diese wichtige Dienstleistungen bereit. Natürlich sollte solide gewirtschaftet werden, aber Gewinn im üblichen Sinne kann bei einer Eisenbahngesellschaft, die die Mobiliät eines ganzen Landes sicherstellt, keine Priorität haben.

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condor99 02.12.2015, 14:35
84.

Zitat von bembel71
.... Fragt etwa irgendjemand, ob die Autobahnen in Deutschland "profitabel" sind? Straßen sind ja wohl auch eher ein "Zuschussgeschäft" - bzw. natürlich überhaupt kein Geschäft, sondern notwendige Infrastruktur, die vom Staat bereit gestellt wird. ...
Die Straße ist mehr als profitable denn über den Autofahrer werden ca 54 Milliarden Euro eingenommen und für den Unterhalt dieser aber nur 17 Milliarden ausgegeben. Das ist zwar zuwenig aber das Geld wir für andere Dinge dringender gebraucht unter anderem für die Bahn.

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kangootom 02.12.2015, 14:36
85. Kein Verkehrssystem ist profitabel

Egal ob Straße, Flugzeug, Wasser oder Schiene: Kein Verkehrsmittel ist profitabel, wenn die Kosten rein von den Nutzer erwirtschaftet werden soll. Und das ist auf der ganzen Welt so. Ohne Subventionen würde kein Flughafen, Wasserwege/Häfen, Straßen, Schienen gebaut oder ausgebaut werden. Das nennt man Infrastruktur und wird vom Staat übernommen. Der Bahn das Schienennetz zu lassen ist reiner Unsinn. Andererseits wissen wir auch was passiert, wenn man große Projekte fachfremden Politikern überlässt.

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swmf 02.12.2015, 14:37
86.

seit einem jahr ist r. pofalla im vorstand der bahn ag ...

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Wofgang 02.12.2015, 14:37
87.

Es wäre wirklich sinnvoll, Infrastruktur als das zu betrachten, was sie ist, eine wichtige Dienstleistung für Bürger und Wirtschaft. Dazu gehört die Bahn, aber auch Wasser und Energieversorgung.

Der Privatisierungs- und Profitwahn hat uns doch nun wirklich genug üble Auswüchse beschert. Ist ein Umdenken wirklich so schwer?

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hannohonk 02.12.2015, 14:38
88.

Aber eine Dividende wird doch wohl trotzdem ausgeschüttet?
Die Privatisierung der Bahn war m.M.n. ein Fehler, da sie nach wie vor hoch subventioniert werden muss. Trotz dieser Subventionen ist sie bei der Personenbeförderung nicht mit der Straße konkurrenzfähig.

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frank-12 02.12.2015, 14:39
89. der ÖV muss keinen Profit abwerfen

Es gibt Dinge innerhalb eines Staates, die müssen von jeder Profitorientierung ausgenommen werden. Dazu gehört auch der öffentliche Nah- und Fernverkehr, sowie das Trinkwasser, Strom, Bildung, Gesundheit, Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit, Verwaltung, Rente, Grundnahrungsmittel sowie der Boden.
D.h. nicht, dass nicht auf Wirtschaftlichkeit geachtet wird, aber bei AGs geht es alleine um Profit und der Zerstört elementare Strukturen.

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