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Millionenminus: Bahn verbrennt Geld mit der Bordgastronomie
DPA

Die Ofenkartoffel ist aus, die Bierzapf-Anlage läuft nicht: Es geht jede Menge schief in den Speisewagen der Deutschen Bahn. Und dann fahren sie nach SPIEGEL-Informationen auch noch ein Millionendefizit ein.

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schgucke 11.03.2017, 10:56
1. Sitzplatzentscheidung

So gerne würde ich mal entspannt im Speisewagen futtern und dann Zeitung lesen, aber dann fehlt an anderer Stelle irgendwann mein Gepäck oder mein Sitzplatz. Und jemanden zu bitten, ne Dreiviertelstunde mein Gepäck und meinen Sitzplatz zu verteidigen, geht nicht. Aber stimmt, da ist immer irgendwas kaputt. Aber das Personal trägt immer alles mit Fassung und Selbstironie, die Führung scheint zu taugen.

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riedlinger 11.03.2017, 10:58
2. Was soll dieses Bahn-Bashing?

Ich fuhr viele Jahre mit BahnCard 100 (früher: NetzCard) durchs Land, saß sicher Hunderte Male in Speisewagen und kann dieses ewige Bahn-Bashing nicht begreifen. Die Speisen wurden in den letzten 20 Jahren deutlich besser, der Service viel freundlicher, in der 1. Klasse wird das Essen sogar am Platz serviert... Und wieso vergleicht niemand dieser notorischen Bahn-Kritiker die vollwertigen Mahlzeiten der Bahn mit dem Papp, der von Fluggesellschaften in Economy serviert wird? Das Bahn-Essen korrespondiert mit dem Essen von Lufthansa und British Airways in der Business Class und von Emirates in der First Class. Man muss schon LH- oder BA-First-Class fliegen, um besser zu essen als in einem ganz normalen deutschen ICE. Warum schreibt das niemand?

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jorgos 11.03.2017, 10:58
3. Bordgastronomie ist ein echter Vorteil der Bahn

Als absoluter Vielfahrer mit Fernzügen der Bahn muss ich sagen, dass gerade die Bordgastronomie (neben dem besseren Platzangebot) die Bahn in Deutschland zu einer besseren Alternative macht als etwa die Fliegerei oder gar das Auto. In der ersten Klasse einen Film sehen und dazu ein Glas Bier oder Wein zu trinken oder eine Mahlzeit einzunehmern, macht den Reiz der Bahnreise aus. Es stimmt: Die Bordgastronomie selbst muss keinen Gewinn machen. Aber das Gesamtangebot der Bahn ist entscheidend. Und hier ht die Bahn die Nase vorn. Auch wenn es sicher Optimierungsmöglichkeiten gibt.

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peeka(neu) 11.03.2017, 11:00
4. Nun ja

Die Bahn baut bahnhöfe zu Shoppingmalls aus, in denen die Billiggastronomie dominiert und wundert sich dann, dass sie die übertreuerten Speisen und Getränke in den eigenen Speisewagen nicht mehr los wird. Wenn ich aber die Wahl habe, auf dem Bahnhof noch einen Kaffee für 1,50€ oder aus dem Automaten gar einen Cappucchino für 50ct zu ziehen, dann bleiben die Heißgetränke für 2,70€ bis 3 € eben denjenigen vorbehalten, die entweder die die Preise nicht interessieren, die die Kosten von ihrem Unternehmen erstattet bekommen oder die mangels Sitzplatz im Bordbistro unterkommen und dort nicht negativ auffallen wollen.

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Baustellenliebhaber 11.03.2017, 11:01
5. Jeder der schon da gegessen hat

weiss warum das so ist. Das ist Küche von 1990, ungeniessbar!

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mali123 11.03.2017, 11:01
6. preise senken?

So einfach ist die welt.....

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claudio_im_osten 11.03.2017, 11:08
7. Diese Darstellung stimmt doch nicht.

Natürlich setzt die Bahn nicht auf den gastronomischen Service. Die gesamte neue IC-Flotte - gerade erst in Dienst gestellt, die bespw. zwischen Dresden über Leipzig und Hannover nach Köln verkehrt und hier mehr als 6 Stunden unterwegs ist, hat das Bordbistro komplett abgeschafft. Jemand, der auf dieser Strecke 5 Stunden und mehr unterwegs ist, bekommt nichts adäquates mehr zu essen. Hinzu kommt der durchgehende Service-Abbau an den Bahnhöfen, bei denen man seit Jahren ohne Geld nicht mal mehr zum WC gehen kann.
Für mich ist das - als jahrzehntelanger Stammkunde der Bahn, der aber auf die IC-Verbindungen angewiesen ist, weil die ICE-Flotte nun mal an ganz vielen Mittelzentren gar nicht mehr fährt - bedeutet das jedes Mal eine Überlegung, mich lieber ins Auto zu setzen und auf dem Wege wenigstens Restaurants zur Auswahl zu haben. Aus meiner Sicht eine langfristige Fehlentscheidung des Bahnmanagements wie so viele andere auch...

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max_schwalbe 11.03.2017, 11:13
8. Minusrechnung spiegelt die Realität nicht wider

Zumindest wenn ich Zug fahre, ist das Bordrestaurant stets gut besucht. Und es stimmt, dass es die Qualität des Zugreisens ganz erheblich hebt. Die Bahn bietet damit einen kulinarischen Reisekomfort den nicht mal ein Maybach aufweist. Was bin ich froh, dass sich Mehdorn mit dem Schließen des Bordservices offenbar nicht durchsetzen konnte. Rechnet man den Prestige-Gewinn mit ein, kommt beim Betrieb der Speisewagen ganz sicher kein Minus unterm Strich heraus! Im Gegenteil, man sollte überlegen, wie man der grundsätzlich vorhanden Nachfrage nach rollenden Restaurants künftig besser nachkommen kann. Dazu gehören selbstverständlich auch funktionsfähige Bierzapfanlagen, natürlich!

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max_schwalbe 11.03.2017, 11:16
9. Re: Die Küche ist ungeniessbar

Zitat von Baustellenliebhaber
weiss warum das so ist. Das ist Küche von 1990, ungeniessbar!
Also, wer seine kulinarische Ausrichtung daran misst, ob es sich bei dem Essen um eine Innovation oder ein Gericht handelt das man vielleicht auch 1990 schon gegessen hat, der sollte sich vielleicht wirklich besser sein eigenes Pausenbrot schmieren. Den freigewordenen Sitzplatz im Bordrestaurant nehme ich Ihnen gerne ab :)

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