Forum: Wirtschaft
Mindestlohn - sinnvoll oder Aktionismus?

Ein Gericht hat den Mindestlohn im Briefsektor für unrechtmäßig erklärt. Ist das Gesetz nur schlecht gemacht, aber sinnvoll - oder reiner Aktionismus, der jetzt ganz gestoppt gehört?

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Nachtschwester Ingeborg 07.03.2008, 19:54
1.

Zitat von sysop
Ein Gericht hat den Mindestlohn im Briefsektor für unrechtmäßig erklärt. Ist das Gesetz nur schlecht gemacht, aber sinnvoll - oder reiner Aktionismus, der jetzt ganz gestoppt gehört?
..und ewig grüßt das Murmeltier...also "Mindestlohn" auf ein Neues.

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wkawollek 07.03.2008, 20:02
2.

Was sagt uns das Thema Mindestlohn? Trotz GDL-Getöse und Bsirske-Aktionismus ein Beweis für die eklatante Schwäche der Gewerkschaften. Der Ruf nach dem Gesetgeber ist entlarvend, sie können es nicht mehr - die Arbeitnehmervertreter. Das ist das eigentliche Problem.

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Berta 07.03.2008, 20:07
3.

Ich zahle auch 2 Euro für einen Brief,wenn die Arbeiter
davon was abkriegen.
Aber leider stopfen sich andere die Taschen voll.

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Callimero 07.03.2008, 20:20
4.

Das Lohndumping und die Abwärtsspirale muss gestoppt werden und das geht nunmal nur über gesetzlich gesicherte Mindestlöhne in möglichst vielen Bereichen ohne Ausnahmen/Schlupflöcher. Und diese sollten über Hartz IV liegen, damit Leistung auch bezahlt wird.

D kann und sollte nicht mit den Löhnen aus China oder osteuropäischen Landern konkurrieren.

Ein Geschäftsmodell das nur funktioniert, wenn man den Angestellten einen Hungerlohn zahlt, der vom Staat und damit uns allen bezuschußt werden muss, damit die Angestellten überhaupt überleben können, kommt einer direkten Subvention solcher Verbrecherbetriebe gleich. Auf solche "Arbeitsplätze" kann man verzichten, da sie u.a. zusätzlich einen unheimlichen Druck auf Betriebe ausüben, die ihren Mitarbeitern auch angemessene Löhne bezahlen (wollen) und am Ende nicht mehr können. Solche "Geschäftsmodelle" schädigen den Standort Deutschland somit gleich doppelt und dreifach.

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elfnullzwei 07.03.2008, 20:24
5. wahnsinn

das kostet einige tausend vollbezahlte jobs bei der deutschen post ag.
und der steuerzahler ist der dumme weil er das ganze
mitfinanziert.

bravo deutschland

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ARev 07.03.2008, 20:27
6.

Zitat von Berta
Ich zahle auch 2 Euro für einen Brief,wenn die Arbeiter davon was abkriegen. Aber leider stopfen sich andere die Taschen voll.
Dann zahlen Sie doch einfach 1,45 Euro an die Arbeiter direkt. Aber ich denke, Sie schreiben nicht so viel, daß es sich lohnte.

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wkawollek 07.03.2008, 20:28
7.

Zitat von Callimero
Das Lohndumping und die Abwärtsspirale muss gestoppt werden und das geht nunmal nur über gesetzlich gesicherte Mindestlöhne in möglichst vielen Bereichen ohne Ausnahmen/Schlupflöcher. Und diese sollten über Hartz IV liegen, damit Leistung auch bezahlt wird. D kann und sollte nicht mit den Löhnen aus China oder osteuropäischen Landern konkurrieren. Ein Geschäftsmodell das nur funktioniert, wenn man den Angestellten einen Hungerlohn zahlt, der vom Staat und damit uns allen bezuschußt werden muss, damit die Angestellten überhaupt überleben können, kommt einer direkten Subvention solcher Verbrecherbetriebe gleich. Auf solche "Arbeitsplätze" kann man verzichten, da sie u.a. zusätzlich einen unheimlichen Druck auf Betriebe ausüben, die ihren Mitarbeitern auch angemessene Löhne bezahlen (wollen) und am Ende nicht mehr können. Solche "Geschäftsmodelle" schädigen den Standort Deutschland somit gleich doppelt und dreifach.
Ich ziehe durch gewerkschaftliche Kraft erzielte Löhne (NICHT Mindestlöhne) eindeutig einer gesetzlich garantierten Notlösung vor.

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Berlinjoey 07.03.2008, 20:29
8. Ver.di

Wenn der Standortnachteil, der sich selbst Ver.di nennt, dieses Urteil heftig kritisiert, dann kann er nur gut fürs Land sein. Die ökonomische Unkenntnis dieser Betonköpfe und
Realitätsverweigerer ist hundertfach bewiesen.

Das bedeutet ausserdem auch eine schallende Ohrfeige für alle Befürworter von staatlich festgelegten Löhnen.

Bravo!

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Tom Berger 07.03.2008, 20:31
9.

Zitat von sysop
Ein Gericht hat den Mindestlohn im Briefsektor für unrechtmäßig erklärt. Ist das Gesetz nur schlecht gemacht, aber sinnvoll - oder reiner Aktionismus, der jetzt ganz gestoppt gehört?
Grundsätzlich halte ich einen gesetzlichen Mindestlohn nur für die zweitbeste Möglichkeit, die Erosion der Löhne zu stoppen - der Mindestlohn greift nur bei Niedriglöhnern, bei mittleren Einkommen ändert sich nichts. Die spezielle deutsche Variante des Mindestlohns betrifft darüber hinaus ohnehin nur eine sehr kleine Minderheit der Niedriglöhner, so dass sich dadurch so gut wie gar nichts an den unhaltbaren Zuständen ändern wird.

Dennoch wundert mich die im Spiegel wiedergegebene Urteilsbegründung, der zufolge die Postkonkurrenten durch den Mindestlohn in ihren Grundrechten verletzt wären. Grundrechte gelten nicht für Unternehmen, sondern für Menschen! Und darüber hinaus: was ist bitte mit den Grundrechten der betroffenen Angestellten bei den Post-Konkurrenten?

Vielleicht kann man die mittlerweile untragbar gewordenen Zustände in Deutschland wirklich nur noch durch Gewalt lösen. Menschenfeindliche Klassenjustiz wie die, die zu solchen Urteilen führt, lässt jedenfalls kaum einen anderen Weg offen.

Tom Berger

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