Forum: Wirtschaft
Mindestlohn - sinnvoll oder Aktionismus?

Ein Gericht hat den Mindestlohn im Briefsektor für unrechtmäßig erklärt. Ist das Gesetz nur schlecht gemacht, aber sinnvoll - oder reiner Aktionismus, der jetzt ganz gestoppt gehört?

Seite 191 von 514
richie 20.08.2009, 12:09
1900.

Zitat von ecua
(ich habe immer mehr als 10 Stück am Tag geschrieben)
Das nehme ich Ihnen beim besten Willen nicht ab. Was haben Sie denn für einen Beruf? Ich wüsste gar nicht, an wen ich 10 Bewerbungen am Tag schicken könnte, wenn ich arbeitslos wäre, ganz abgesehen von den Unsummen an Bewerbungskosten. Wenn man mal pro Bewerbung von mindestens 3-4 Euro (inkl Druckkosten, Bewerbunsmappe, Portokosten usw.) ausgeht, dann kommen Sie bei 300 Bewerbungen im Monat schon auf über 1000 Euro Bewerbungskosten. Wer soll die übernehmen?

Beitrag melden
Betonia 20.08.2009, 12:12
1901.

Zitat von Meerkönig
... mir ist die ganze Diskussion um Mindestlohn einfach nur peinlich, in einem Land, dass immer noch zu den Reichsten und Leistungsfähigsten der Erde zählt...
Naja, ein Mindestlohn mindert ja nur die härtesten Fälle von Lohndumping.
Um in D gut zu leben, braucht man schon ein wenig mehr Einkommen.

Beitrag melden
Betonia 20.08.2009, 12:14
1902.

Zitat von Petra Raab
...Selbstvertändlich, gab es Zeiten, in denen es Deutschland schlechter ging, aber es gab auch schon Zeiten, da ging es Deutschland wesentlich besser, vor ca. 30-10 Jahren...
Sie können das genauer datieren:
Vor ziemlich genau 20 Jahren war das noch so.

Beitrag melden
richie 20.08.2009, 12:20
1903.

Zitat von T. Wedel
Wenn Sie diesen Beiträgen etwas Handfestes entgegenzusetzen haben, können Sie sich gerne nochmal melden.
Wenn man Ihnen etwas handfestes entgegensetzt, kommt dann halt komischerweise von Ihnen praktisch gar nichts mehr.
Zitat von
PS: Wenn Sie tatsächlich glauben, dass der Lebensstandard von 1960 gleich hoch ist wie der von 2009,
Offenbar hapert es an Ihrem Textverständnis. Welchem Satz entnehmen Sie denn diese Mutmaßung, dass Ihr Vorredner dies glaubt? Um nochmal Ihren Vorredner zu zitieren:
Zitat von Hovac
1. Wohlstand und Beschäftigung sind nicht aneinander gekoppelt, , die Beschäftigung dagegen gefallen
Was genau haben Sie an dem Satz: "Der Wohlstand ist gestiegen." nicht verstanden? Muss man es Ihnen vortanzen?
Und dann solch billige rabulistischen Tricks:
Zitat von
Entschuldigen Sie, wenn ich Ihnen also aufgrund meiner Familiengeschichte sage, dass Sie in einer Traumwelt leben und so verblendet sind, dass Sie den Wohlstand in diesem Land nicht sehen.
Jemandem Dinge unterstellen, die er gar nicht gesagt hat, und dann mit diesen Unterstellungen einem anderen auch noch Verblendung vorzuwerfen, ist das allerletzte. Peinlich!

Beitrag melden
richie 20.08.2009, 12:36
1904.

Zitat von T. Wedel
Wissen Sie, ich fand als Kind Robin Hood auch ziemlich toll, hielt ihn aber nie für einen guten Ökonomen.
Ich fand ihn weder toll, noch hielt ich ihn für einen guten Ökonomen.
Zitat von
Ihr Urteil beruht auf der selektiven Wahrnehmung Ihrer Umwelt und der von den Medien meist subjektiv aufbereiteten Wirtschaftsvorgänge, Ihre Schlussfolgerungen sind nur oberflächlich sachlich und vor allen Dingen intuitiv.
Genau das trifft doch auf Sie zu!
Zitat von
Um die Tragweite staatlicher Eingriffe wie bei Mindestlöhnen zu begreifen, benötigt man ein gewisses Grundwissen über Allokation, Anbieter- und Nachfragekurven, Gleichgewichte und Marktversagen.
Das Sie offensichtlich nicht haben. Sie gehen von Wirtschaftsmodellen und Gesetzmäßigkeiten aus, die nur sehr bedingt unter ceteris paribus Bedingungen zutreffen, die durch so einschneidende Maßnahmen wie die Einführung von Mindestlöhnen beim besten Willen nicht mal mehr annähernd gegeben sind. Da muss verlässt man sich besser auf empirische Studien, als auf Modelle. Und wenn Sie sich mal die Studien von David Metcalf (April 2007),David Neumark und William Washer (Oktober 2006), und Christian Ragacs (April 2003) ansehen, sollte auch Ihnen einleuchten, dass sich Ihre Modellvorstellungen zum Thema Allokationen, Elastizität der Nachfrage, Gleichgewichte und Marktversagen mit der Realität in Bezug auf die Folgen von Mindestlöhnen eben nicht decken, weil die Modelle dafür nicht gemacht sind.
Zitat von
Nochmal zusammengefasst: Mindestlöhne sind im besten Fall eine Zwangsabgabe für Konsumenten
Richtig, gleichzeitig sorgen Sie aber auch für eine Verringerung der Sozialausgaben des Bundes, für mehr verfügbares Einkommen und weniger Abhängigkeit für Geringverdiener (und damit auch für weniger Bürokratie und für eine Entlastung der ARGEn) und für eine Reduzierung der Mitnahmeeffekte durch entsprechendes Verhalten der Arbeitgeber.
Zitat von
und im schlechtesten schädigen sie sowohl Konsumenten, als auch Produzenten, als auch Arbeitnehmer.
Dafür gibt es keine Hinweise.
Zitat von
Im besten Fall bleibt die gesellschaftliche Wohlfahrt gleich null
Und das ist nachweislich falsch. Die Studien habe ich Ihnen ja genannt.
Zitat von
Einen Mindestlohn zu haben ist eine Sache, ihn garnicht erst zu brauchen, eine andere.
Das wiederum sehe ich genauso. In ganz Skandinavien sind Mindestlöhne gar nicht notwendig.

Beitrag melden
Rainer Eichberg 20.08.2009, 12:48
1905.

Zitat von richie
Millionen Hartz4 Empfänger arbeiten in 1 Euro Jobs oder als Lohnaufstocker.
Millionen von H4-Empfängern sitzen allerdings auch lediglich rum und tun gar nichts. Sie säen nicht, sie ernten nicht, aber sie essen und trinken dennoch. Sie sehen - es geht!

Beitrag melden
Petra Raab 20.08.2009, 13:11
1906.

Zitat von Rainer Eichberg
Millionen von H4-Empfängern sitzen allerdings auch lediglich rum und tun gar nichts. Sie säen nicht, sie ernten nicht, aber sie essen und trinken dennoch. Sie sehen - es geht!
Ich kenne welche, die beuten andere nur aus, damit
diese lediglich nur noch etwas zum essen und trinken haben
oder gleich gar nichts mehr und davon leben sie
in Saus und Braus.
Kein Mensch muss sich in unserer heutigen Zeit bei
unserem heutigen technischen Fortschritt dafür
entschuldigen, dass er existiert ohne noch auf`s
"Feld" zu gehen.
Die Hauptarbeit, nämlich das Feld zu bestellen,
wurden den Menschen genommen und mit ein paar absolut
sinnlosen Jobs aufgefüllt, damit auch jeder hier in diesem Land "arbeitet".

Beitrag melden
uwp-berlin 20.08.2009, 13:21
1907.

Zitat von Rainer Eichberg
Millionen von H4-Empfängern sitzen allerdings auch lediglich rum und tun gar nichts. Sie säen nicht, sie ernten nicht, aber sie essen und trinken dennoch. Sie sehen - es geht!
Sie sollten Bibel-Zitate nicht so unreflektiert benutzen - das ist lästerlich.

In der DDR herrschte Vollbeschäftigung, und trotzdem war die Gesellschaft nicht produktiver oder glücklicher als die westdeutsche in den 70er/80ern.
Allein die Beschäftigungsquote (bezahlter Beschäftigung) sagt aber nicht viel aus über die Sinnhaftigkeit gesellschaftlicher Organisation.

Wer natürlich meint, jede Mutter von 2 kleinen Kindern müsse unbedingt einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen, der wird an Hartz-IV seine wahre Freude haben - endlich lungert die Frau nicht mehr bei ihren Kindern herum - und ausserdem wurden 2 "Arbeitsplätze" "geschaffen", indem die vorher (nur nicht bezahlte) Familienarbeit nun von Erziehern und Köchen und ... erledigt wird. Und die Mutter geht für 1 Euro den Park fegen - klasse!

Ein schöner Albtraum von Vollbeschäftigung, dem die Sozialdemokratie, und Sie anscheinend auch, da anhängen.

ps: die Zahl der (entlohnten) "Werktätigen" war noch nie so groß wie derzeit in der Geschichte der Bundesrepublik

Beitrag melden
loser 20.08.2009, 13:25
1908.

Zitat von Rainer Eichberg
Millionen von H4-Empfängern sitzen allerdings auch lediglich rum und tun gar nichts. Sie säen nicht, sie ernten nicht, aber sie essen und trinken dennoch. Sie sehen - es geht!
Hätten wir als Finanzminister einen Finanzfachmann und keinen Reserveoffizier, der vor dem, dass er überhaupt etwas gelernt/studiert hat, schon:

- gesagt bekam wie er Leute/Personen diskreditiert und noch "mehr"
- die ewige treue zu der Kompanie geschworen
- wie er etwas auch gegen den Widerstand anderer durchsetzen kann
- und, und, und,

hätten wir vielleicht nicht diese Zustände.

Aber wie schon gesagt: hätten, hätten, hätten, ....

Schon die getätigten Aussagen mit Indianer und Kavallerie, zeigt doch wie dem Herr tickt !!

Da werden Gelder und Bürgschaften genehmigt für selbstverschuldete Krisen an systemrelevante Unternehmen aber für den einzelnen Bürger der unverschuldet in Not geraten ist, da hat der feine Herr leider keine Lösung.

2006 hat die HRE die Depfa übernommen und jetzt raten Sie einmal wer da Finanzminister war. Äh, wie war doch sein Name ?

Und wie er in die eigene Tasche scheffelt ohne an Sitzungen teilzunehmen (Salop gesagt: ohne was zu Arbeiten), dass hat er scheinbar schon drauf. Vielleicht lernt man das ja auch in der Ausbildung zum Offz.

Auszug wiki:
2003 kam Peer Steinbrück im Rahmen der WestLB-Affäre in die Kritik, da er an den Sitzungen des Kreditausschusses nicht teilgenommen hatte, dessen Mitglied er als Ministerpräsident ist. Hinzu kam, dass er dabei nicht auf die damit verbundenen Bezüge verzichtet hatte. Gemäß dem Landesministergesetz und der Nebentätigkeitsverordnung des Landes hatte der damalige Finanzminister Peer Steinbrück jedoch alle Einkünfte bis auf 6000 Euro an die Landeskasse abgeführt.

Dies schrieb einer der nie bei der Bundeswehr war.
Jetzt raten Sie einmal warum ?

Gruss

Beitrag melden
Rainer Daeschler 20.08.2009, 13:36
1909.

Zitat von Betonia
Naja, ein Mindestlohn mindert ja nur die härtesten Fälle von Lohndumping. Um in D gut zu leben, braucht man schon ein wenig mehr Einkommen.
Gerade diese Härtefälle sind in Deutschland ein Wachstumssegment. Die Personalkosten mit dem Staat zu teilen, liegt voll im Trend, mit der Tendenz, so viel Hartz IV Zuzahlung wie möglich. Ein Mindestlohn würde hier schon mal eine Untergrenze bilden. Den Anspruch ein Mindesteinkommen zum Lebensunterhalt zu sein. den hat er nie erhoben. Es müssen Gerichte nicht mehr Einzelfallentscheidungen treffen, wann ein Lohn sittenwidrig ist. Es ist mit dem Mindestlohn bereits festgelegt.

Beitrag melden
Seite 191 von 514
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!