Forum: Wirtschaft
Mindestlohn - sinnvoll oder Aktionismus?

Ein Gericht hat den Mindestlohn im Briefsektor für unrechtmäßig erklärt. Ist das Gesetz nur schlecht gemacht, aber sinnvoll - oder reiner Aktionismus, der jetzt ganz gestoppt gehört?

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Andreas Heil 20.08.2009, 13:45
1910.

Zitat von uwp-berlin
Wer natürlich meint, jede Mutter von 2 kleinen Kindern müsse unbedingt einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen, der wird an Hartz-IV seine wahre Freude haben - endlich lungert die Frau nicht mehr bei ihren Kindern herum - und ausserdem wurden 2 "Arbeitsplätze" "geschaffen", indem die vorher (nur nicht bezahlte) Familienarbeit nun von Erziehern und Köchen und ... erledigt wird. Und die Mutter geht für 1 Euro den Park fegen - klasse! Ein schöner Albtraum von Vollbeschäftigung, dem die Sozialdemokratie, und Sie anscheinend auch, da anhängen. ps: die Zahl der (entlohnten) "Werktätigen" war noch nie so groß wie derzeit in der Geschichte der Bundesrepublik
Guter Punkt (auch wenn exzessive Vermarktlichung von allem und jedem nun im Kapitalismus ein alter Hut ist).

Existieren eigentlich Berechnungen, in welchem Ausmaß solche Luftbuchungen mittlerweile die Anmutung der Wohlstandsmehrung im BIP verzerren ?

Passt gut zu einem Artikel von Wermuth, den ich gestern gelesen habe. Der berichtete von seiner Urlaubslektüre ...

Einkommensverteilung in den USA : wie in der dritten Welt

... Die oberen 50 Prozent der US-Bevölkerung leiden ebenfalls unter beruflicher Unsicherheit. Es geht den Leuten materiell zwar gut, wenn nicht sogar hervorragend, aber sie strampeln sich dafür ab ohne Ende. Erstmals in der Geschichte, behauptet Conley, arbeiten sie mehr als die Angehörigen der unteren Einkommensschichten. ...

... Die Bessergestellten strampeln sich auch deswegen so ab, weil sie so viel Geld für alle Arten von Dienstleistungen brauchen, für den Psychotherapeuten, wenn sie einmal ein persönliches Gespräch führen wollen, für den Klavierunterricht und die Feriencamps der Kids, für das Essen, das in die Wohnung geliefert wird – niemand kocht mehr selbst -, für den jungen Puertorikaner, der die Hunde ausführt, für die Putzhilfen, den Fitness Club, für den Babysitter, das Schulgeld und die Studiengebühren, für die ärztliche Versorgung, die so teuer ist (für die besser Gestellten allerdings auch so gut) wie sonst nirgendwo auf der Welt. Sie wollen ja mithalten. Indem sie so viel arbeiten, erzielen sie letztlich ein auch real kräftig steigendes Einkommen, anders als die in der unteren Hälfte der Pyramide. ...


Wirklich "real" ?

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rolli 20.08.2009, 13:50
1911.

Zitat von Andreas Heil
Guter Punkt (auch wenn exzessive Vermarktlichung von allem und jedem nun im Kapitalismus ein alter Hut ist). Existieren eigentlich Berechnungen, in welchem Ausmaß solche Luftbuchungen mittlerweile die Anmutung der Wohlstandsmehrung im BIP verzerren ? Passt gut zu einem Artikel von Wermuth, den ich ....
Nicht nur in den USA real. Studieren Sie dazu das Statistische Bundesamt über das Einkommen der Haushalte:
Es sind rund 80% die entweder am Monatsende nichts oder höchstens 500 Euro frei verfügbares Einkommen haben.

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Rainer Eichberg 20.08.2009, 13:52
1912.

Zitat von Petra Raab
Die Hauptarbeit, nämlich das Feld zu bestellen, wurden den Menschen genommen und mit ein paar absolut sinnlosen Jobs aufgefüllt, damit auch jeder hier in diesem Land "arbeitet".
Bei allem Verständnis für Ihre persönliche Situation, aber die Entscheidung, was ein sinnloser Job ist und was ein sinnvoller Job ist, liegt nicht bei Ihnen. Auch nicht bei der Bundeskanzlerin oder "Klaus Köhler". Das regelt der Markt ganz von alleine.

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Rainer Eichberg 20.08.2009, 13:56
1913.

Zitat von loser
Da werden Gelder und Bürgschaften genehmigt für selbstverschuldete Krisen an systemrelevante Unternehmen aber für den einzelnen Bürger der unverschuldet in Not geraten ist, da hat der feine Herr leider keine Lösung.
Die Lösung heisst ... Hartz-IV. Und um Ihre Probleme zu lösen, reicht dieses Basis-Unterstützung völlig aus.

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Petra Raab 20.08.2009, 14:06
1914.

Zitat von Rainer Eichberg
Bei allem Verständnis für Ihre persönliche Situation, aber die Entscheidung, was ein sinnloser Job ist und was ein sinnvoller Job ist, liegt nicht bei Ihnen. Auch nicht bei der Bundeskanzlerin oder "Klaus Köhler". Das regelt der Markt ganz von alleine.
Leider irren sie sich da.
Die Entscheidung, was ein sinnloser Job ist,
liegt immer bei dem Betreffendem selbst.
Wenn er gezwungen wird, einen sinnlosen Job zu
erledigen, dann hat jemand auf diese Person seine
Vorstellung von "sinnvoll oder sinnlos" eingeprügelt.
Ich halte dies für eine Vergewaltigung der Seele.

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Petra Raab 20.08.2009, 14:17
1915.

Zitat von ecua
"Schulden macht man, um sich etwas zu leisten, was man noch nicht verdient hat."
Schuldet sich die Menschheit eigentlich ein würdiges
Leben?

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Andreas Heil 20.08.2009, 14:22
1916.

Zitat von Rainer Eichberg
Bei allem Verständnis für Ihre persönliche Situation, aber die Entscheidung, was ein sinnloser Job ist und was ein sinnvoller Job ist, liegt nicht bei Ihnen. [...] Das regelt der Markt ganz von alleine.
Für religiöse Fundamentalisten wie Sie hat Alexander Rüstow sich in den 40ern schon die Mühe gemacht, den Gegenstand zu untersuchen und kam zu einem eindeutigen Ergebnis.

Zu Ihren glaubensbasierten Ausführungen empfehle ich Alexander Rüstow "Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus" 1950/2001, insbesondere die Ausgabe im Doppelpack mit Frank P. Maier-Rigaud und Gerhard Maier-Rigaud "Das neoliberale Projekt".

Hier insbesondere Kapitel II. Wirtschaftstheologie.

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Gast100100 20.08.2009, 14:24
1917.

Zitat von richie
Das nehme ich Ihnen beim besten Willen nicht ab. Was haben Sie denn für einen Beruf? Ich wüsste gar nicht, an wen ich 10 Bewerbungen am Tag schicken könnte, wenn ich arbeitslos wäre,.....
E-Mails sind kostenlos.

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Gast100100 20.08.2009, 14:25
1918.

Zitat von richie
Ich wüsste gar nicht, an wen ich 10 Bewerbungen am Tag schicken könnte, wenn ich arbeitslos wäre,
Wer die Zeit in Foren vertrödelt muss sich nicht wundern, wenn er keinen findet, an wen er eine Bewerbung schicken kann.

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Gast100100 20.08.2009, 14:27
1919.

Zitat von Rainer Eichberg
Millionen von H4-Empfängern sitzen allerdings auch lediglich rum und tun gar nichts. Sie säen nicht, sie ernten nicht, aber sie essen und trinken dennoch. Sie sehen - es geht!
Laut heutigem Stern sind H4-Empfänger die gesellschaftliche Gruppe, die sich am wenigsten Zeit für ihre Kinder nehmen.

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