Forum: Wirtschaft
Mindestlohn - sinnvoll oder Aktionismus?

Ein Gericht hat den Mindestlohn im Briefsektor für unrechtmäßig erklärt. Ist das Gesetz nur schlecht gemacht, aber sinnvoll - oder reiner Aktionismus, der jetzt ganz gestoppt gehört?

Seite 202 von 514
klaus meucht 20.08.2009, 18:39
2010. Mafiöse Strukturen

Zitat von Kamikatze
Habgier? Kann man mit Kloreinigen solche Reichtümer scheffeln, dass durch die Aussicht darauf Habgier geweckt wird?
Ja ein guten Orten kann man mit Kloreinigen viel gutes Geld machen. Nur das Trink- oder Benutzungsgebühr bekommen selten dijenigen die die Toiletten putzen. In diesem Bereich gibt es mafiöse Strukturen.

Beitrag melden
anssmann123 20.08.2009, 18:47
2011.

Zitat von richie
Obwohl es eigentlich eher den Grundüberlegungen von denjenigen entsprechen sollte, die immer nach weniger Staat und mehr Markt schreien.
Richtig ... weniger das BGE + ein selbst ausgehandelter
Lohn impliziert weniger Staat.
Das wäre doch mal was.
Es nimmt denen den Existenzdruck, die nur vom BGE leben
wollen oder können. Gleichzeitig eröffnet es denjenigen
die Mehr wollen eine zwanglose Möglichkeit das BGE aufzu-
stocken.

Aber wie schon geschrieben ... in Kreisen der Wirtschaft
ist diese Idee sicher nicht populär. Es besteht die Gefahr
daß man mit einem mündigen, selbstbewußten Bürger ein an-
ständiges Gehalt aushandeln müßte.

Beitrag melden
anssmann123 20.08.2009, 18:52
2012.

Zitat von anssmann123
Richtig ... ein BGE + ein selbst ausgehandelter Lohn impliziert weniger Staat. Das wäre doch mal was. ....

KORREKTUR! So sollte es richtig sein.

Beitrag melden
nixrechtsnixlinksnixmitte 20.08.2009, 18:54
2013.

Zitat von anssmann123
Aber Sie verstehen was ich meine, wer arbeitet muß mehr haben als der, der es nicht tut.
Es geht darum, wie die Bezugspunkte zu verschieben sind. Der der arbeitet soll mehr haben, als der, der nicht arbeitet, aber augenblicklich sieht es so aus, daß der nicht arbeitet, zu wenig hat. Also müssen die Sozialtransfers erhöht werden.
Und weil das so ist, müssen die Löhne natürlich auch deutlich angehoben werden.
Der Satz, so wie Sie Ihn hinstellen, schmeckt zu sehr nach Neiddebatte.
Wenn es nur darum geht, daß ein Arbeitender mehr haben soll als ein Transferleistungsbezieher, dann könnte man genausogut die Regelsätze senken, um weitere Lohnsenkungen zu rechtfertigen. Da ist das Ende der Fahnenstange aber längst erreicht.
Und ich sehe im Erhöhen der Regelsätze und der Löhne auch kein Problem. Es ist genug Geld da.;-)

Beitrag melden
Lutz Krumm 20.08.2009, 18:58
2014.

Zitat von Betonia
Pardon, auch ich bin der Meinung, dass ein Mann und eine Frau erst dann Kinder in die Welt setzen sollten, wenn sie diese auch ernähren können.
Da bin ich zunächst der Meinung, dass die Fortpflanzung ein ziemlich natürlicher Vorgang ist, der der Arterhaltung dient und allen Lebewesen eigen ist. Sogar solchen, die überhaupt nix verdienen wie beispielsweise Fledermäuse oder so.

Aber das nur nebenbei. Dass Sie hier ziemlich perfide argumentieren, werden Sie sicherlich selbst wissen:

Man kann doch nicht ungerührt zuschauen, wie immer größeren Teilen der Arbeiterschaft, inzwischen ja bis mitten hinein in gut ausgebildete, auch akademische Kreise, immer weniger Kaufkraft für den Alltag verbleibt, und dann gleichzeitig süffisant flöten: „Ätsch böröh, jetzt habt ihr kein Recht mehr zur Familiengründung“.

Wie zynisch ist das denn? Oder anders gefragt: Was für eine Gesellschaft schwebt Ihnen denn für die Zukunft so vor?

Im Grunde haben Sie recht: Kinder sollte man nur dann bekommen, wenn man auch für sie sorgen kann. Ist das unter den gegebenen Umständen nicht mehr gewährleistet, muss man über die Veränderung der Umstände dikutieren.

Einen ersten Gedanken dazu finden Sie im Titel dieses Threads.

Beitrag melden
Rainer Eichberg 20.08.2009, 19:00
2015.

Zitat von anssmann123
Aber wie schon geschrieben ... in Kreisen der Wirtschaft ist diese Idee sicher nicht populär. Es besteht die Gefahr daß man mit einem mündigen, selbstbewußten Bürger ein an- ständiges Gehalt aushandeln müßte.
Anscheinend sind Sie wirklich unfähig zu erkennen, daß wir Alle in einem Boot sitzen. Aus diesem Grund wird es den sich im Garten sonnenden und unliebsame Arbeitsangebote ausschlagenden "mündigen, selbstbewußten" Bürger nicht geben. Nie!

Denn wenn die Bequemlichkeit überwiegt, wenn ungeliebte, schwere, langweilige, doofe Jobs nicht mehr gemacht werden - auch nicht für viel Geld! - dann werden diese Tätigkeiten auch nicht mehr angeboten. Was wiederum bedeutet, daß viele Unternehmen ihre Betriebstätigkeit einstellen und el Cheffe ebenfalls das BGE bevorzugt. Was wiederum bedeutet, daß dem Staat Steuereinnahmen flöten gehen. Was wiederum bedeutet, daß das BGE nicht mehr bezahlt werden kann.

Es erstaunt mich immer wieder, daß Menschen selbst diese simple, einfache, kinderleichte Kette der Zusammenhänge nicht erkennen.

Beitrag melden
AndyH 20.08.2009, 19:04
2016.

Ich bin für Bürgergeld, Mindestlohn, kostenlose Kita und Schulen, nebst Unis, Armeen von Sozialpädagogen in Migrantengegenden.
Das alles gibt die Wirtschaft locker her und noch mehr, vorausgesetzt wir setzen auf Industrie und Intelligenz stadt Pseudoumwelt und Gutmenschentum.

Beitrag melden
Foul Breitner 20.08.2009, 19:04
2017.

Zitat von fideweed
Der "Themencontainer" Mindestlohn ist von den Gewerkschaften schon vor mind. 2 Jahren geöffnet worden, allerdings haben sie außer dem Gestank von Menschenhandel noch nichts aus diesem Container zutage fördern können und auch nichts daran geändert. Der fälschlicherweise als solcher propagierte Tarifvertag zwischen dem "Bundesverband der Zeitarbeit" und dem DGB seit Dezember 2008 ungültig, der dort aufgeführte "Entgeltrahmentarivertag" hätte vom DGB auch zu diesem Zeitpunkt gekündigt werden müssen (können). Bleibt die Frage warum.
Ich vermute: Die Schröder Regierung hatte ja kein Geld un keinen aufschwung. Selbst mit dem UMTS Zubrot konnte man in einem Jahr gerade so unter den 3% Maastricht bleiben ( 2,7).
Dem DGB war natürlich eine SPD Regierung lieber und daher hat sich sich bei Tarifverhandlungen auch zurückgehalten, vermutlich in Absprache mit oder auf Bitten der damaligen Bundesregierung. Damit die Wirtschaft nicht noch mehr abgewürgt wird und die Mehrheit für Schröder/Fischer flöten geht.

Beitrag melden
klaus meucht 20.08.2009, 19:12
2018.

Zitat von richie
Prinzipiell gebe ich Ihnen hier natürlich recht, jedoch fände ich es schade, wenn bestimmte berechtigte Nebenjobs dann nicht mehr möglich wären, wie z.B. das Taschengeldaufbesserung des zeitungaustragenden Schülers... Für mich sind Mindestlöhne immer nur die zweitbeste Lösung.
Warum ist das Austragen einer Zeitung eines Schülers bei einem Mindesteinkommen nicht möglich?

Es wird dann schwer wenn sehr viele Menschen selbst nur Niedriglöhne verdienen. Die kaufen keine Zeitung, auch dann nicht wenn diese bis vors Haus gebracht wird.

Beitrag melden
anssmann123 20.08.2009, 19:26
2019.

Zitat von Rainer Eichberg
Anscheinend sind Sie wirklich unfähig zu erkennen, daß wir Alle in einem Boot sitzen. .
Ich sitze nicht mit einem Ackermann oder mit einem Zumwinkel oder gar mit einer Merkel in einem Boot.
Sie sicher auch nicht.

Zitat von Rainer Eichberg
Aus diesem Grund wird es den sich im Garten sonnenden und unliebsame Arbeitsangebote ausschlagenden "mündigen, selbstbewußten" Bürger nicht geben. Nie!.....
Jemand der nur BGE bezieht wird sich kaum einen Garten
leisten können. Das BGE wäre ledeglich das Existenzmini-
mum. Man wird froh sein, die Miete und sein Essen davon aufbringen zu können.

Zitat von Rainer Eichberg
Denn wenn die Bequemlichkeit überwiegt, wenn ungeliebte, schwere, langweilige, doofe Jobs nicht mehr gemacht werden - auch nicht für viel Geld! - dann werden diese Tätigkeiten auch nicht mehr angeboten.
Reine Spekulation. Ich denke solche Jobs würden immer
angeboten und es würde sich auch immer Jemand finden der
bestimmte Jobs auch für weniger Geld macht. Man sollte
dies dem Markt überlassen

Zitat von Rainer Eichberg
Es erstaunt mich immer wieder, daß Menschen selbst diese simple, einfache, kinderleichte Kette der Zusammenhänge nicht erkennen.
Sie mögen nicht mit mir übereinstimmen, aber Sie sollten deshalb nicht gleich an meiner Fähigkeit zweifeln, Zusammenhänge herstellen zu können.

Grundsätzlich sehe ich es so, daß die meisten Menschen
den Antrieb haben, etwas im Leben zu erreichen.
Und sollte es Leute geben die sich mit dem BGE zufrieden
geben ... das muß eine Gesellschaft aushalten.

Beitrag melden
Seite 202 von 514
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!