Forum: Wirtschaft
Mindestlohn - sinnvoll oder Aktionismus?

Ein Gericht hat den Mindestlohn im Briefsektor für unrechtmäßig erklärt. Ist das Gesetz nur schlecht gemacht, aber sinnvoll - oder reiner Aktionismus, der jetzt ganz gestoppt gehört?

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Steve Holmes 08.09.2009, 20:53
3770.

Zitat von richie
Ganz einfach: Unter der Aufstockungsgrenze besteht kein Anreiz mehr, einen möglichst hohen Lohn zu erzielen, sondern stattdessen entstehen erhöhte Anreize, - mit möglichst wenig Aufwand sozialleistungsbezugsberechtigt zu bleiben. - die tatsächliche Einkommenssituation möglichst zu verschleiern und Einkommen zu erzielen, das von den ARGEn nicht nachweisbar ist (dazu gehört auch Schwarzarbeit). Diese Anreize bestehen übrigens auch für Arbeitgeber: Offiziell wird ein Dumpinglohn bezahlt, der schwarz noch etwas aufgestockt wird.
Sie tun ja gerade so als ob es überhalb der Aufstockungsgrenze keinen Anreiz gibt schwarz zu verdienen. Brutto gleich netto rentiert sich immer.

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peter09 08.09.2009, 21:02
3771.

Zitat von Knippi2006
Schon merkwürdig - human capital, Humankapital, human recources, Kostenfaktor Mensch - alles Begriffe, die einen Menschen mehr oder weniger auf seinen Kostenfaktor reduzieren.
Bevor Sie das nächste mal posten, tun Sie bitte etwas für Ihre Bildug. Sie müssen die neueste OECD-Studie nicht noch bestätigen.

Human Capital bezeichnet die Fähigkeiten eines Menschen also z.B. das Wissen. Haben Sie nicht, alos kennen Sie es auch nicht.

Human Resource bezeichnet die menschliche Arbeitskraft. Sind Sie arbeitslos, dass Sie das nicht kennen?

Es ist logisch, dass ein Arbeitgeber seine Arbeitnehmer diesen als Kostenfaktor betrachtet. Er hat einen Vertrag mit ihnen, er muss Sie nicht lieben und ernähren. Sie assoziieren mit Ihrem Unwissen, dass Eltern ihre Kinder arbeiten lassen, ihnen Geld in die Hand drücken, damit sich diese etwas zu essen kaufen können.

Es wäre besser, vor dem Schreiben noch einmal zu überlegen, in welchen Verhältnis Eltern und Kinder bzw. Arbeitgeber und Arbeitnehmer stehen.

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peter09 08.09.2009, 21:09
3772.

Zitat von Natas
Sie sehen da was falsch. Wenn man es als Problem ansieht, dass zu wenig Kinder geboren werden und somit die Alterspyramide umkippt, muss man Maßnahmen ergreifen, die das Kinderkriegen attraktiver machen. Und da muss man dann halt ideologische Scheuklappen ablegen und das Kinderkriegen materiell/finanziell eben staatlich unterstützen, sei es durch Geldzahlung, Steuererleichterung oder mehr Kinderkrippen/Kindergärten, bessere Schulen usw.
Wurde da nicht erst der Kobraeffekt erwähnt? Mit bezahltem Kinderkriegen fördern Sie Familien, die nur die Kinder um des Geldes wegen erhalten. Da kann man gleich Menschen züchten.

Mit Geldleistungen ist das nicht zu lösen, sondern nur mit dem erwähnten letzten Teil, mehr und bessere Betreuungsmöglichkeiten.

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gurkengezwack 08.09.2009, 21:11
3773.

Zitat von uwp-berlin
...Ich hoffe, Sie reden nicht nur, sondern gehen mit gutem Beispiel voran.
Wollen Sie ihn Kindern zumuten? Lieber nicht. Gruß g.

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bodhey 08.09.2009, 21:12
3774. Mindestlohn ist auf nationaler Ebene sinnlos.

Ein Mindestlohn ist auf nationaler Ebene sinnlos da dieser im krassen Gegensatz zur globalen, freien, kapitalistischen Marktwirtschaft steht.
Die Grenzen müssten dicht sein für den Import von nicht auf gleichen Bedingungen basierenden Waren- und Dienstleistungen und ein Mindestlohn könnte sinnvoll sein und wäre der erste kleine Schritt in die richtige Richtung.
Nationale Überlegungen mancher Staaten den Import zum Schutz der eigenen Wirtschaft zu stoppen gibt es ja. Aber das kann sich nicht jeder Staat erlauben.

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Steve Holmes 08.09.2009, 21:12
3775.

Zitat von uwp-berlin
Da ist es nur folgerichtig und recht und billig, dass die Gesellschaft (als ökonomischer Hauptprofiteur) wenigstens den Basisanteil der Kindererziehungs- und Unterhaltskosten trägt.
Darauf verzichte ich gerne und sorge für meine Kinder selber. Der Staat kann sich da getrost heraushalten, soll das aber bei der Erbschaftssteuer bitte auch.

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peter09 08.09.2009, 21:12
3776.

Zitat von Natas
ABER immer mehr Deutsche verzichten eben aus (runtergebrochen auf) finanziellen Gründen auf die Elternschaft.
Dem würde die Tatsache widersprechen, dass gutverdienende Paare weniger Kinder haben (DINKS). Am Geld liegt es nicht, die Prioritäten werden einfach anders gesetzt bzw. sind durch den Arbeitgeber (höhere Flexibilität) gesetzt wurden.

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nixrechtsnixlinksnixmitte 08.09.2009, 21:13
3777.

Zitat von Steve Holmes
Warum sollte ich ausweichen? Der Markt in dem ich tätig bin ist relativ frei. Lediglich dadurch beschränkt, daß die Mitarbeiter und Kunden über 18 sein müssen.
Alles klar. Jetzt wenden Sie doch mal die Marktmechanismen des "relativ freien" Pornomarktes auf den Gemüsemarkt an.
Wobei "relativ frei" ist doch ausweichen........... Ich wollte doch einen wirklich "Freien Markt" kennenlernen.
Auf dem Gemüsemarkt müßten dann behaarte Gurken angeboten werden. Damit hätten wir dann den Gemüsemarkt schon mal "relativ befreit"!

Also nochmals. In allen Wirtschaftsthreads bei SpOn und wahrscheinlich auch anderswo wird immer wieder der "Freie Markt" beschworen. Ich möchte den mal kennenlernen.
Erzählen Sie mir also doch bitte nichts mehr von "Preisfindung" und "relativ freien" Märkten und auch nichts von behaarten Gurken.

"Freier Markt"! Beispiele bitte!

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peter09 08.09.2009, 21:17
3778.

Zitat von klaus meucht
Und warum engagieren Sie sich dann in der Mindestlohndebatte?
Der Lohn fällt nicht vom Himmel, sondern muss von jemanden bezahlt werden. Sie sind es offensichtlich nicht.

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nixrechtsnixlinksnixmitte 08.09.2009, 21:28
3779.

Zitat von peter09
Der Lohn fällt nicht vom Himmel, sondern muss von jemanden bezahlt werden. Sie sind es offensichtlich nicht.
Aber die Leistung, die diesen Lohn erfordert, fällt die vom Himmel?
Ist ja auch tatsächlich unverschämt, daß jemand für seine Arbeit einen Lohn erwartet...
Was wäre es Ihnen wert, daß Ihnen morgen jemand den Hintern abwischt, weil Ihnen heute jemand die Arme abtrennt?
Geben Sie nicht zuwenig an, sonst vergisst man Sie versehentlich.

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