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Mindestlohn - sinnvoll oder Aktionismus?

Ein Gericht hat den Mindestlohn im Briefsektor für unrechtmäßig erklärt. Ist das Gesetz nur schlecht gemacht, aber sinnvoll - oder reiner Aktionismus, der jetzt ganz gestoppt gehört?

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Natas 08.09.2009, 21:56
3790. t

Zitat von peter09
Dem würde die Tatsache widersprechen, dass gutverdienende Paare weniger Kinder haben (DINKS). Am Geld liegt es nicht, die Prioritäten werden einfach anders gesetzt bzw. sind durch den Arbeitgeber (höhere Flexibilität) gesetzt wurden.
Nein, gutverdienende Paare achten im Durchschnitt eher aufs Geld und sehen Kinder so mehr als Kostenfaktor (hier gehts um Wahrscheinlichkeitsverteilungen und nicht um Verallgemeinerungen).

Soll heißen, jmd der Arm war, ist und sein wird, dem ist Geld eher egal und der kriegt eher Kinder.
Oder anders gesagt: Besserverdiener gehen eher rationaler ran und dann ist es IMMER der falsche Zeitpunkt Kinder zu kriegen, vor allem aus finanziellen Gründen.

Arme gehen da weniger rational ran, oder rationaler: Wenn immer der falsche Zeitpunkt ist, kann ich sie auch jetzt kriegen.

Auch die Verwendung von Verhütungsmitteln ist in den oberen Schichten verbreiteter.

Reicheren Paare ist Geld im Schnitt wichtiger, also verzichten sie eher auf Kinder, als Ärmeren.

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liborum 08.09.2009, 21:58
3791.

Zitat von peter09
Dem stimme ich voll zu. Ich meinte eher, dass man sich hinstellt und dann noch vorrechnet, was ein Kind kostet. In dem Moment werden Kinder zu Waren degradiert. Aber dann wundert mich eigentlich gar nicht mehr, wie manche Eltern ihre Kinder behandeln.

Das liegt wohl daran, daß in D Menschen mittlerweile "Ware "sind.

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liborum 08.09.2009, 21:59
3792.

Zitat von bodhey
Ein Mindestlohn ist auf nationaler Ebene sinnlos da dieser im krassen Gegensatz zur globalen, freien, kapitalistischen Marktwirtschaft steht. Die Grenzen müssten dicht sein für den Import von nicht auf gleichen Bedingungen basierenden Waren- und Dienstleistungen und ein Mindestlohn könnte sinnvoll sein und wäre der erste kleine Schritt in die richtige Richtung. Nationale Überlegungen mancher Staaten den Import zum Schutz der eigenen Wirtschaft zu stoppen gibt es ja. Aber das kann sich nicht jeder Staat erlauben.

Warum haben den dann 20 von 27 EU-Mitgliedern?

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Linlithgow 08.09.2009, 22:01
3793.

Zitat von ElizIza
Sie haben zuerst bei angenommenen 7,50 Euro pro Stunde Kosten von 600 Euro pro Momat ausgerechnet - da waren es auch schon 2 Kinder - und dann sollten es bei 3 Euro pro Stunde plötzlich 500 im Monat sein. Da stimmt was nicht. ;-)
Rundung, Fr ElizIza. (Oder habe ich mich wirklich so sehr verrechnet?)

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liborum 08.09.2009, 22:02
3794.

Zitat von Natas
Es ist ja kein Kobraeffekt, wenn die Geldgießkanne dazu führt, dass Menschen Kinder kriegen. ABER: Ich bin auch eher für bessere Betreuungsmöglichkeiten, bessere Hilfen für Eltern, kostenlose Arztuntersuchungen für Kinder, bessere Schulen usw. anstatt einfach nur Geld zu erhöhen. Aber Geld ist nun mal das kurzfristige Mittel der Wahl, alles andere sind eher langfristige Maßnahmen. Und seit Kohl an der Macht ist (weitere bewusste Erinnerungen hab ich nicht, kann auch vorher schon so gewesen sein), hat niemand mehr langfristige Politik betrieben, sondern Politik, die nur kurzfristig Erfolg verspricht, aber langfristig mehr schadet (z.B. Wiedervereinigungsfinanzierung oder Lohnaufstockungen, kurzfristig entlastet es die Sozialkassen, langfristig zerstört es die Sozialkassen komplett über die Lohnzerstörung auf dem Arbeitsmarkt).

Ungefähr seit 1965 läuft das so.

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Jupp Koschkoweit 08.09.2009, 22:08
3795.

Zitat von peter09
Wenn es diesen Lohn erfordert, würde er entweder bezahlt werden oder die Leistung wird nicht erbracht. Angebot und Nachfrage. Der Lohn wird vorher ausgehandelt, nicht danach. Ohne Lohn wird auch keine Leistung erbracht.
Das ist doch völlig an der Realität vorbei argumentiert. Wäre ja alles schön und gut, wenn Angebot und Nachfrage immer den Lohn bestimmen würden. Das gilt aber aufgrund der HartzIV-Gesetze doch nicht für den Niedriglohnsektor. Wo kann den ein Langzeitarbeitsloser heutzutage einen gerechten Lohn aushandeln? Will er seine Bezüge nicht verlieren, muss er doch die ihm angebotene Arbeitsstelle annehmen, egal wie schlecht sie bezahlt wird. So haben es doch etwa Leihfirmen gar nicht nötig, großartig einen Lohn auszuhandeln. Eine Drohung, die Arge zu verständigen reicht doch, um den Arbeitslosen so unter Druck zu setzen, dass er den Billigjob annimmt. Die Gesetze der freien Marktwirtschaft sind also durch die HartzIV-Gesetze zugunsten der Arbeitgeber ausgehebelt. So kann es selbstverständlich keine auf gleiche Augenhöhe ausgehandelte Arbeitsverträge geben. Der Mindestlohn wäre also nur eine Maßnahme, diesen Mißstand wieder ein Stück auszugleichen.

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gurkengezwack 08.09.2009, 22:40
3796.

Zitat von nixrechtsnixlinksnixmitte
Alles klar. Jetzt wenden Sie doch mal die Marktmechanismen des "relativ freien" Pornomarktes auf den Gemüsemarkt an. Wobei "relativ frei" ist ausweichen........... Ich wollte doch einen wirklich "Freien Markt" kennenlernen. Auf dem Gemüsemarkt müßten dann behaarte Gurken angeboten werden. Damit hätten wir dann den Gemüsemarkt schon mal....
Sind Sie auf der Suche nach dem Heiligen Gral? Gruß g.

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gurkengezwack 08.09.2009, 22:46
3797.

Zitat von nixrechtsnixlinksnixmitte
Aber die Leistung, die diesen Lohn erfordert, fällt die vom Himmel? Ist ja auch tatsächlich unverschämt, daß jemand für seine Arbeit einen Lohn erwartet... Was wäre es Ihnen wert, daß Ihnen morgen jemand den Hintern abwischt, weil Ihnen heute jemand die Arme abtrennt? Geben Sie nicht zuwenig an, sonst vergisst man Sie versehentlich.
Man kann ja öfter die Unterhose wechseln. Bei schlechter Bevorratung könnte aber das hier dabei herauskommen: http://www.youtube.com/watch?v=vueS7fVdnM8 Gruß g.

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gurkengezwack 08.09.2009, 22:48
3798.

Zitat von Natas
Ja, aber das hängt wieder mit diese Schwachfug von Bedarfsgemeinschaften zusammen. m.M. nach brauch man auch keinen Mindestlohn, sondern eine einfache Änderung der Vermittlungsregeln der ARGE würde reichen: Die ARGE vermittelt keine Vollzeitstellen mehr per Zwang, die dann aufgestockt werden müssen. Teilzeitstellen können per Zwang vermittelt werden, wenn sie hochgerechnet auf eine Vollzeitstelle nicht aufgestockt werden müssten. Damit würde man die arbeitsmarktschädlichen Einflüsse der H4 Reformen einfach eliminieren, würde in keine Tarifautonomie eingreifen und die Würde der Menschen würde nicht mehr mit Füßen getreten. Aber auf mich hört ja keiner :(
Schade aber auch :-( Gruß g.

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uwp-berlin 08.09.2009, 23:48
3799.

Zitat von Steve Holmes
Es ist immer einfach mit anderer Leute Geld herumzuschmeißen. Wer Kinder in die Welt setzt übernimmt Verantwortung. Diese Verantwortung kann man nicht einfach auf andere abschieben.
Typisch Holmes - erregt sich über 2% Erbschaftssteuer.
41% SV-Zwangsabgaben auf das Familieneinkommen der Kinder sind für ihn keine Rede wert.
Aber dann gute Ratschläge über Verantwortung für Kinder und und das Geld fremder Leute klugsch...
Ein echter Holmes.

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