Forum: Wirtschaft
Mindestlohn - sinnvoll oder Aktionismus?

Ein Gericht hat den Mindestlohn im Briefsektor für unrechtmäßig erklärt. Ist das Gesetz nur schlecht gemacht, aber sinnvoll - oder reiner Aktionismus, der jetzt ganz gestoppt gehört?

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peter09 09.09.2009, 18:21
3870.

Zitat von klaus meucht
So wie ich als Kind von der Gesellschaft abhängig war
Sind Sie ein Findelkind? Um mich haben sich meine Eltern gekümmert. Mehr auch nicht.

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peter09 09.09.2009, 18:23
3871.

Zitat von richie
Im Gegenteil. Die Paare sind gutverdienend, WEIL sie weniger Kinder haben.
Sie erhalten nicht weniger Geld, weil sie Kinder haben.

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gurkengezwack 09.09.2009, 18:54
3872.

Zitat von Susi
Tja, alles eine Frage der Einstellung und der Prioritätensetzung, was ist notwendig und wird von den Eltern finanziert, was ist für die Jugendlichen notwendig und muss mitfinanziert oder gar selber finanziert werden; sagte eine gelernte Mutter von zwei mittlerweile erwachsenen Töchter, eine ist ausgezogen und ist mittlerweile selbst schon Mutter und die andere macht gerade ihre Ausbildung.
Das ist doch keine Antwort. Bitte zerplücken Sie meinen Beitrag konkret. Wo sehen Sie die Einsparmöglichkeiten bei Teenagern, die annähernd so hoch sind wie die Kinderbetreuungskosten in jüngeren Jahren? Gruß g.

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Polyantha 09.09.2009, 18:56
3873.

Zitat von Natas
Ein Baby kostet mehr an Kleidung, Nahrung (nach der Stillzeit) usw. als ein Teenager, vor allem weil ein Baby bis Kleinkind alle 3-6 monate neu eingekleidet werden muss, während man, je nach Veranlagung, ab dem 13ten Lebensjahr Kleidung nur noch bei Verschleiß erneuern muss und nicht, weil das Kind rauswächst. Kleidungs und Ernährungskosten ändern sich vom Baby zum Teenager kaum (die Art der Kleidung und Ernährung schon :) ). Wenn dann also nur die Betreuungskosten wegfallen, bleibt tatsächlich etwas mehr über. Ansonsten kommt es drauf an, was man dann alles als notwendig für einen Teenager ansiegt.
Das die Ernährungskosten für ein Baby oder Kleinkind und einen Teenager gleich sind, kann nur jemand behaupten,
der noch nie einen Teenager mit dem Appetit einer siebenköpfigen Raupe am Tisch sitzen hatte.

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gurkengezwack 09.09.2009, 19:04
3874.

Zitat von peter09
Sind Sie ein Findelkind? Um mich haben sich meine Eltern gekümmert. Mehr auch nicht.
Stimmt schon mit dem Authisten, was hier ein Forist schon mal schrieb. Keine Kindergärtnerinnen, keine Lehrer, keine Onkel, Tanten und Großeltern. So kommen Sie auch rüber und das erklärt alles. Gruß g.

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kdshp 09.09.2009, 19:25
3875.

Stadt streicht Zahlungen

Von Ingrid Bäumer, 09.09.09, 18:01h
Die Rheidther Familie Baß kämpft mit Hilfe der Familienkasse gegen das Sozialamt, da ihnen das Kindergeld gestrichen wurde. Seit Februar dürfen Sozialämter Kindergeld von der Sozialhilfe abziehen.
http://www.ksta.de/html/artikel/1246883883156.shtml

Hallo,

nur mal so hier an die die immer noch glauben das "unten" wie hier bei der sozialhilfe nicht fleißig gekürzt wird/wurde. So kinder brauche wohl en nicht so viel geld für bildung !

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Mocs 09.09.2009, 19:37
3876. Reine Gestaltungsfrage

Zitat von gurkengezwack
Für größere Kinder muß man mehr Geld ausgeben, das darf ich Ihnen als gelernter Vater mit vor einem Jahr ausgezogener 20jähriger Tochter sagen. Und damit meine ich nicht Geld für Spielkonsolen, Autos oder Drogen. Als Beispiele möchte ich den deutlich höheren Appetit einer Ausgewachsenen, das notwendige schulische Material fürs Abi, höhere Fahrtkosten für soziokulturelle Kontakte, Eintritte zu Veranstaltungen, eigenes Radio und Fernsehen, Taschengeld und teurere Klamotten anführen. Gruß g.
Der größere Appetit und das notwendige schulische Material leuchten mir ja ein.

Aber ich bin nicht dafür da, um "soziokulturelle Kontakte". Veranstaltungseintritt, Radio und Fernsehen zu finanzieren.

Unser jüngerer ist 16, kriegt 15 EUR Taschengeld im Monat, Klamotten kaufen wir (und achten auf den Preis), Internet hat er über unser WLAN, GEZ ist er als Schüler ohne eigenes Einkommen frei.

"Selbst verwirklichen" und rumkonsumieren kann er, wenn er eigenes Geld verdient - solange er von unserem Geld lebt, soll er mal schön den Ball flach halten.

Das weiß er - und das tut er auch.

Der größere ist in der Ausbildung - der gibt ein Drittel der Ausbildungsvergütung als Kostgeld ab - und mit dem Rest muss er klarkommen.

Funktioniert.

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Jupp Koschkoweit 09.09.2009, 19:51
3877. Der Staat hat sich schon längst eingemischt.

Zitat von Steve Holmes
Also ich bin gegen Mindestlohn schlicht und einfach weil ich nicht will, daß sich der Staat in Lohnverhandlungen Dritter einmischt. Persönlich betrifft es mich weder als Arbeitnehmer noch als Arbeitgeber aber ich finde es einfach falsch.
Das Argument von der Nichteinmischung des Staates in die Lohnverhandlungen ist einfach falsch. Durch die HartzIV-Devise "FORDERN und eine bischen fördern" sind HartzIV-Arbeitslose bei der Arbeitsplatzsuche unter enormem Druck jede Arbeit anzunehmen. Lohn ist Nebensache.
Die Arbeitsagentur möchte ich kennenlernen, die sich lange Zeit ansieht, dass ein Langzeitarbeitsloser, die ihm von ihr vorgeschlagenen Arbeitsstellen (in der Regel bei Leihfirmen)aufgrund zu niedriger Entlohnung ablehnt. Die Arbeitsagentur verweist auf die Aufstockungsmöglichkeit durch den Staat, und der Arbeitgeber hat die Aufstockung schon längst in den Lohn eingerechnet. So lange es diese Aufstockungen, den Druck des Arbeitsamtes, und keine allgemeine Mindestlöhne gibt, wird sich an den Niedriglöhnen nichts ändern.

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Jupp Koschkoweit 09.09.2009, 20:06
3878.

Zitat von Steve Holmes
Nur weil viele etwas machen (gemeint Mindestlohn) ist es noch lange nicht vorbildlich. Ganz im Gegenteil sind Vorbilder meist die, die aus der Masse herausstechen. So wie Deutschland als wirtschaftlich stärkste Nation der EU.
Klar, wir Deutsche müssen ja immer einen Sonderweg gehen, weil wir halt eine ganz besondere Nation sind. Vermutlich sind wir die stärkste EU-Nation, weil die anderen alle Mindestlohn haben. Dass die aber noch nicht auf den Trichter gekommen sind, ihre Mindestlöhne abzuschaffen, so dass sie wenigsten ein bißchen auf das Niveau unserer Vorzeigenation kommen.

Und wie sich all die vielen Niedriglöhner in Deutschland freuen können, dass unsere Wirtschaft, von der sie die Hungerlöhne kriegen, so stark ist. Da machen die Aufstockungsbezüge von Vater Staat doppelt so viel Spaß.

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Günter Bodendörfer 09.09.2009, 20:24
3879.

Zitat von Betonia
Und was wird dann wohl dieser Staat als Gegenleistung für die Rundumversorgung seiner Kinder erwarten? Gehorsam und Fügsamkeit. Toll.
Letztendlich gehts bei dem Thema doch um die Themen Gerechtigkeit und Freiheit. Solange sich Gerechtigkeit lediglich über materielle Werte definiert, werden wir nicht weiterkommen, solange Freiheit lediglich als Teilnahme am Konsum verstanden wird, ebenfalls nicht. Ziele und Werte einer Gesellschaft wie der unseren sind nicht mehr zu erkennen, der Geldverdiener- und Leistungsträgerwahnsinn deckt alles zu.

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