Forum: Wirtschaft
Mindestlohn - sinnvoll oder Aktionismus?

Ein Gericht hat den Mindestlohn im Briefsektor für unrechtmäßig erklärt. Ist das Gesetz nur schlecht gemacht, aber sinnvoll - oder reiner Aktionismus, der jetzt ganz gestoppt gehört?

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bodhey 09.09.2009, 20:34
3880. Unterschiedliche Mindestlöhne bei 20 von 27 EU-Mitgliedern

Zitat von liborum
Warum haben den dann 20 von 27 EU-Mitgliedern?

Die meisten der Mindestlöhne in den EU-Ländern sind so minimal, das man von Lohn eigentlich schon nicht mehr sprechen kann.
Verlegung von Produktionsstätten auch in Mindestlohnländer der EU. Verlegung von Dienstleistungen z. B. nach Indien. Outsourcing an ausländische Subunternehmer. Umwandlung von echten Arbeitsplätzen auf 1 € Jobber vom "Staat". Das sind nur einige, wenige Beispiele wie der Mindestlohn umgangen wird.

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Jupp Koschkoweit 09.09.2009, 21:29
3881.

Zitat von bodhey
Verlegung von Produktionsstätten auch in Mindestlohnländer der EU. Verlegung von Dienstleistungen z. B. nach Indien. Outsourcing an ausländische Subunternehmer. Umwandlung von echten Arbeitsplätzen auf 1 € Jobber vom "Staat". Das sind nur einige, wenige Beispiele wie der Mindestlohn umgangen wird.
Fast jeder Arbeitsplatz in Deutschland wäre in den meisten anderen Ländern billiger. In Deutschland würde es keine Arbeit mehr geben, wären die Lohnkosten das entscheidende Argument für den Arbeitsplatzstandort.

Partitielle Arbeitsplatzverlagerungen in Billiglohnländer gibt es heute schon, obwohl wir keinen Mindestlohn haben. Andererseits kann man nicht alle Arbeit ins Ausland verlegen. Ein zwingender Grund gegen den Mindestlohn sehe ich in der Outsourcing-Argumentation also nicht.

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nixrechtsnixlinksnixmitte 09.09.2009, 21:47
3882.

Zitat von Steve Holmes
Auch der Schwarzmarkt kommt nicht ganz ohne Abgaben aus. Oft sind es sogar die gleichen Begünstigten, zum Beispiel Politiker, Richter, Polizisten und Zollbeamte. Auch in Infrastruktur wir investiert. Die Kokainkartelle haben z.B. Landebahnen im Dschungel erbaut. Schmarotzer sind diejenigen, die von Sozialtransfers leben. Sie sind auf einen Wirt angewiesen. Der Schwarzhändler umgeht notgedrungen unsinnige Gesetze, versorgt sich aber selber. Auch als Schwarzhändler können sie heute nicht steuerfrei leben. Die Verbrauchssteuern eines erfolgreichen Schwarzhändlers übersteigen locker sämtliche Abgaben eines Durchschnittsverdieners. Somit trägt er überdurchschnittlich zur Finanzierung der Infrastruktur bei.
Wat sacht er doch? Umgedreht könnte man also sagen, der Schwarzhändler der nicht genug verdient, zahlt zu wenig Gebrauchssteuern und darf nicht auf dem Landeplatz im Dschungel landen, der springt besser mit dem Fallschirm ab.
Natürlich nicht erwischen lassen...
...vom erfolgreichen Schwarzhändler, der natürlich soviel Steuern zahlt, daß er das Recht hat, sofort das Feuer zu eröffnen.
Dann brauchen wir ja auch keine Polizei mehr, regelt alles der erfolgreiche Schwarzhändler. Das gesparte Geld kann in neue Landebahnen gesteckt werden. Im Dschungel wegen Koka.
Parlamente brauchen wir natürlich auch nicht mehr.
Regelt alles der...
Politik, Justiz, Sozialstaat, alles Quatsch.
Und wenn alle auf Koks sind, ist sowieso alles egal...

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richie 09.09.2009, 22:23
3883.

Zitat von peter09
Sie erhalten nicht weniger Geld, weil sie Kinder haben.
Doch. Sie haben z.B. Fehlzeiten durch Erziehungszeiten, sie müssen öfter unbezahlten Urlaub nehmen, wenn das Kind z.B. krank ist, Sie sind auf Grund der Kinder weniger mobil und können somit nicht den am besten geeigneten und bezahlten Job annehmen usw.

Ganz zu schweigen, von den zusätzlichen Kosten, die nicht einmal von den Kindern direkt selbst verursacht werden müssen:
Sie sind z.B. auch beim Verreisen auf die Ferienzeiten beschränkt, was mit höheren Kosten verbunden ist. Sie brauchen größere Fahrzeuge, usw.

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richie 09.09.2009, 22:27
3884.

Zitat von Steve Holmes
Also Kinder bekommen und andere dafür bezahlen lassen. So stellen sie sich Verantwortung vor?
Ja. So stelle ich mir die Verantwortung des Staates vor. Das Existenzminimum wird vom Staat garantiert und alles was darüber hinaus geht von den Eltern. Die Sicherung des Existenzminimums ist eine elementare Aufgabe des Staates und da sollte der Staat nicht nur bei den Erwerbslosen oder Spitzensteuersatzzahlern seine Aufgabe angemessen erfüllen. Aktuell sind nämlich diese zwei Gruppen, die vom Staat am meisten für die Kinder bekommen bzw. durch die Kinder einsparen. Alle dazwischen bekommen weniger.

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richie 09.09.2009, 22:33
3885.

Zitat von Linlithgow
Das macht der Staat doch schon - Familien, deren Einkommen nicht ausreicht, koennnen ergaenzende Sozialtransfers beantragen. Oder verstehen Sie etwas anderes unter dem Wort 'Garantie'?
Unter Garantie verstehe ich die Sicherung eines jeden Kindes. Es kann nicht sein, dass nur die Existenz von Sozialleistungsempfängerkindern vollständig gesichert wird, als auch die Spitzensteuersatzzahler, die in etwa einen vergleichbaren Betrag an Steuern einsparen (bei entsprechend vielen Kindern sogar mehr als die Sozialleistungsbezieher), während alle Familien dazwischen weniger bekommen.

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richie 09.09.2009, 22:35
3886.

Zitat von Steve Holmes
Warum sollte man das? Es ist schließlich nur der eine der verdient. Mit wem er das nachher teilt (in meinem Fall eine Frau, zwei Kinder, zwei Hunde, eine Katze und eine Schlange) ist die eigene Entscheidung.
Dann brauchen wir auch kein Ehegattensplitting und keine Kinderfreibeträge mehr. Wäre aber grundgesetzwidrig, weil die familie unter besonderm Schutz des grundgesetzes liegt.
Genau deswegen wird die Familie ja auch als eine Einkommenseinheit bzw. ein Haushalt betrachtet. Aber mit verfassungswidrigen Ansichten haben Sie sich ja schon oft genug hervorgetan.

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richie 09.09.2009, 22:36
3887.

Zitat von Steve Holmes
Stellen sie sich vor die würden fehlen. Wie sollte dieses Loch ausgeglichen werden?
Über Steuern.

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marks & spencer 09.09.2009, 23:22
3888.

Zitat von Polyantha
Das die Ernährungskosten für ein Baby oder Kleinkind und einen Teenager gleich sind, kann nur jemand behaupten, der noch nie einen Teenager mit dem Appetit einer siebenköpfigen Raupe am Tisch sitzen hatte.
Der Teenager kann ja Zeitungen austragen; dann hat er mehr Geld.

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Steve Holmes 10.09.2009, 01:36
3889.

Zitat von bodhey
Die meisten der Mindestlöhne in den EU-Ländern sind so minimal, das man von Lohn eigentlich schon nicht mehr sprechen kann.
Es handelt sich schließlich um einen Mindestlohn. Ich würde mir nie erlauben meiner Putzfrau den Mindestlohn zu zahlen. Sie würde dann wahrscheinlich auch gar nicht kommen.

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