Forum: Wirtschaft
Mini-Zinsen: 34 Lebensversicherern drohen Finanzprobleme
DPA

Mehr als jeder dritte Lebensversicherer in Deutschland könnte finanzielle Schwierigkeiten bekommen. Das bestätigt die Finanzaufsicht BaFin dem SPIEGEL. Grund sind die seit Jahren niedrigen Zinsen.

Seite 1 von 2
Zottelbär 27.06.2018, 15:53
1. Warten auf den Ernstfall

Dann warten wir mal auf den ersten (im wahrsten Sinne des Wortes) Fall, in dem die Aufsichtsbehörde gemäß § 314 Abs. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Verpflichtungen eines Lebensversicherungsunternehmens herabsetzt. Folge: Die Pflicht der Versicherungsnehmer, die Versicherungsentgelte in der bisherigen Höhe weiterzuzahlen, wird durch die Herabsetzung nicht berührt. Diese Vorschrift ist bislang leider kaum bekannt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
einfachgudd 27.06.2018, 16:05
2. Heute war doch zu dem Thema....

Heute war doch zu dem Thema....ein Gerichtstermin in Karlsruhe!!!
Warum lieber SPON erwähnt ihr das nicht in dem Artikel, das würde dann ein anderes Bild auf die aussage der Versicherungswirtschaft werfen!

Auch aus Sicht der Branche besteht für die Versicherten kein Anlass zur Sorge. Alle Lebensversicherer könnten die gesetzlichen Vorgaben erfüllen", teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ned divine 27.06.2018, 16:36
3. Ernsthafte Probleme?? Höchstens jedoch....

Für die Betroffenen und damit die Versicherten.
So bin ich doch froh, dass ich meine einzige LV vor vielen Jahren aufgelöst habe. Wieder einmal wird deutlich, dass man nur die Versichrungen haben sollte, zu denen man per Gesetz gezwungen wird, KK, PV AV. Solche " unseriösen Modelle" wie LV sind schon lange nur noch für die Versicherungen ein Gewinn. Unfallversicherung, LV, alles schnellstens auflösen, absoluter Schwachsinn - im Zweifel zahlt die Vesicherung eh nicht und auch dann nicht, wenn es für die Versicherung zu teuer wird, eigentlich auch klar, oder? Denn es ist genau das kalkül dieser "sogenannten Unternehmen". Leider allerdings, denn es ist vollkommen daneben und absolut unseriös. Schon mein Großvater wusste es, die einzigen wahren "Halsabschneider" damals vor 100 Jahren und noch heute ist das so, sind Banken und Versicherungen, daran hat sich nichts geändert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fhassler 27.06.2018, 17:07
4. Nicht nur Versicherungen

Auch Versorgungswerke, Pensionskassen und auch Kapitalversicherungen werden ihre Probleme bei dieser künstlichen Nullzinspolitik bekommen. Solch eine Zinspolitik für die hoch verschuldeten Südländer konnte niemand vorausschauen.
Deshalb auf die Versicherungen draufhauen und sie verunglimpfen ist ziemlich dumm. Meine Versicherung hat immer gezahlt und die Rendite zum aktuellen Zinsumfeld sind in Ordnung.

Wir werden in den nächsten Jahren durch Italien sowieso keine höheren Zinsen sehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ansv 27.06.2018, 17:22
5.

Manchmal bin ich froh, nicht mehr allzu jung zu sein. Mir wurde, als ich jung und blauäugig war, eine Immobilie als Anlage verkauft, die sich nahezu selbst finanzieren sollte, abgesichert mit einer Lebensversicherung. Wie man heute weiß, ein sehr wackeliges Modell, mit dem viele auf die Nase gefallen sind. Unseres ging gut aus und heute bin ich froh um die Immobilie, abbezahlt mit der bereits ausgezahlten Lebensversicherung - zwei Jahre später und das hätte alles nicht mehr funktioniert. Viel gewonnen habe ich nicht, aber auf jeden Fall keinerlei Verlust erlitten.

Ich habe andere erlebt, die aus ihren Lebensversicherungen nicht rauskamen, sie dann mit viel Verlust verkaufen mussten. Dieses Geschäftsmodell war immer nur für eine Seite ein Gewinn: Für den Versicherer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Das Pferd 27.06.2018, 17:39
6.

Zitat von fhassler
Auch Versorgungswerke, Pensionskassen und auch Kapitalversicherungen werden ihre Probleme bei dieser künstlichen Nullzinspolitik bekommen. Solch eine Zinspolitik für die hoch verschuldeten Südländer konnte niemand vorausschauen. Deshalb auf die Versicherungen draufhauen und sie verunglimpfen ist ziemlich dumm. Meine Versicherung hat immer gezahlt und die Rendite zum aktuellen Zinsumfeld sind in Ordnung. Wir werden in den nächsten Jahren durch Italien sowieso keine höheren Zinsen sehen.
ja, ich bin eigentlich froh, daß meine LV noch die Garantieverzinsung bringt. Die ist von Mitte der 90er, da sahen Zinsen noch anders aus.
Alles was Überschußbeteiligung heißt, glaube ich erst wenn es augezahlt wird.
Wo soll denn ein Überschuß herkommen bei einer Versicherung, die seit vielen Jahren Zinsen über den Marktzinsen zahlen muß.

Auch das mit der Finanzaufsicht ist eine gute Lösung. Man kann ja schlecht den Versicherungen die Entscheidung über Leistungskürzungen überlassen. Andererseits hilft es mir wenig, wenn Leistungen gar nicht gekürzt werden, und die Versicherung in 5 Jahren pleite ist.

Das Problem sind die widersinnigen Nullzinsen über einen so langen Zeitraum.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dieter_huber 27.06.2018, 18:11
7. die niedrigen zinsen als feigenblatt

das wahre Problem sind die hohen abschlusskosten einer klv. das war zu zeiten hoher zinsen nicht anders. nur können in der gegenwärtigen niedrigzinsphase die versicherer kaum noch rahm für sich abschöpfen. daher verlieren sie das interesse. und weil sie kein neugeschäft mehr anstreben, agieren sie zumehmend hemmungsloser - stichwort verwertungsgesellschaften. die kunden haben das System nie hinterfragt. jetzt fällt es ihnen auf die füße...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
PriseSalz 27.06.2018, 18:15
8. Nicht nur die Zinsen

Natürlich bringen die niedrigen Zinsen (wem haben wir die wohl zu verdanke?) den Versicherern Probleme, aber es sind nicht nur die Zinsen. Jahrelange fette Dividenden an die Aktionäre (nur mal am Rande: Statt eine Kapitallebensversicherung nur eine Risiko-Lebensversicherung und vom eingesparten Betrag laufend Aktien derselben Versicherung gekauft, hätte eine wesentlich höhere Rendite ergeben) sowie Kapitalanhäufungen der Versicherer in Form von Grundbesitz haben das ihrige zur gegenwärtigen Situation beigetragen. Wieder einmal ist der normale Bürger in den A.... gekniffen, wiedereinmal gewinnt das Kapital, wiedereinmal haben Regierungen versagt, denn die Chronik dieses angekündigten Desasters wurde schon vor langer Zeit geschrieben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schnulli602 27.06.2018, 18:22
9. Ergebnis des Euro

DAS ist das Ergebnis des Euro für den Mittelstand. Der Euro hat nur unsere Grossindustrie geholfen. Alle Andere sind die Angesch... . Die Altersversorgung einer ganzen Generation wurde zugubmnsten des Euro geopfert und eine kalte Enteignung der deutschen Sparer inkauf genommen. Dazu noch Target-2-Salden in Höhe von nehezu 1 Billion Euro. Griechenland muss, wenn überhaupt, seine Schulden erst nach 2030 bis 2060 (!!!) begleichen. Mit Italien wartet das nächste Land schon in den Startlöchern für den Staatsbankrott. Es bewahrheitet sich, was die namhaftesten Volkswirtschaftler schon die ganze Zeit sagen: Der Euro ist eine Fehlkonstruktion

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2