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Minus 15 Prozent bei Erzeugung: Ökostrom-Rekord senkt CO2-Ausstoß deutlich
DPA

Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch ist 2019 so hoch wie nie - das macht sich beim CO2-Ausstoß in der Erzeugung bemerkbar. Zum drastischen Rückgang tragen aber noch weitere Faktoren bei.

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wjb27 05.07.2019, 16:07
400. Danke

Zitat von syracusa
Bitte hören Sie auf, solch haarsträubenden Stuß zu verbreiten, wenn Sie noch nicht mal Drehstrom von Wechselstrom unterscheiden können. Die Wechselrichter sind erstens nicht teuer, und zweitens können die Wechselstrom jeder beliebigen Frequenz erzeugen. Bei 100% EE-Einspeisung sind definitionsgemäß 100% EE-Strom im Netz. Technische Probleme gibt es dabei nicht.
Ist Drehstrom kein Wechselstrom? Wer wechselt da nicht in Form einer Sinuskurve und einer Frequenz von 50 Hertz die Polarität. Im Drehstrom sind drei Wechselströme mit einer Phasenverschiebung von 120 Grad enthalten. Die Wechselrichter in Wind und Solarstrom Anlagen werden von der augenblicklichen Frequenz im Netz gesteuert. Unterschreitet die Netz-Frequenz 49,5 Hertz erfolgt eine Netztrennung. Ein Windgenerator speist übrigens in ein Drehstrommittelspannungsnetz ein. Der erforderliche Umrichter müsste eigentlich Drehrichter genannt werden. Natürlich kann man mit einem Wechselrichter x beliebige Frequenzen erzeugen. Die werden aber nicht im Stromnetz benötigt und deshalb nicht eingesetzt. Streng genommen kann man sogar einen Sender als Wechselrichter ansehen. Er macht aus Gleichstrom einen Wechselstrom mit hoher Frequenz. Man nennt das Sendefrequenz.
Das technische Problem besteht sehr wohl. Denn immer wenn aufgrund von Strommangel die Frequenz in den Keller geht schalten sich wegen der 49,5 Hz Grenze die Erneuerbaren ab. Und deshalb ist es gut, dass wir Leitkraftwerke haben, die dafür ausgelegt sind, dass das Netz nicht komplett zusammen bricht.

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hru 05.07.2019, 16:15
401.

Zitat von litholas
Selbstverständlich "geht" eine Versorgung nur mit EE. Es wäre zur Zeit nur unnötig aufwändig. Zur Zeit wären z B 20% Solarstrom und 40% Windkraft möglich, ohne dass der Strom teurer würde. Und bis das alles aufgebaut ist sind Solarstrom und Akkumulatoren deutlich billiger geworden, dann können wir weitermachen bis 60% Solarstrom und 20% Windkraft. Wenn das alles aufgebaut ist, dann sind Solarstrom und Windkraft so billig, dass weltweit massiv ausgebaut wird, und dann macht ein interkontinentales Stromnetz wirtschaftlich Sinn - und damit sind dann 100% EE billiger als eine Energieversorgung mit Anteilen konventioneller Kraftwerke.
Interkontinental: das wird auch nicht billig. Und Strom über so weite Entfernungen zu transportieren ist auch nicht ohne.

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hru 05.07.2019, 16:18
402.

Zitat von wjb27
Das Problem ist, daß zur Verhütung von Beschädigungen sich die teuren elektronischen Geräte, die Gleichstrom in Drehstrom umwandeln bei einer bestimmten Frequenzunterschreitung abschalten. Bei 100 Prozent EE-Einspeisung bedeutet das Null Strom im Netz. Auch bei AKKU-Betrieb muss der Gleichstrom in Drehstrom umgewandelt werden. Im normalen Netz wird die Frequenz immer über Regelenergie (konventionelle Drehstromkraftwerke) auf 50 Hertz gebracht., also dem Lastsprung des Verbrauchs angepasst und nur dann kann die zusätzlich erzeugte EE-Energie ins Netz einspeisen.
Für Regelenergie spielt nur eine Rolle wie schnell die Strommenge angepasst werden kann. Da sind Kohle und AKW träge, GuD etwas schneller aber vor allem nutzt man Gasturbinen die man in Minuten hochfahren kann.
Windräder kann man mittelschnell anfahren wenn man welche hat die noch nicht laufen aber vor allem werden Batterien helfen. Dann hat sich das Thema Regelenergie weitgehend erledigt.

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hru 05.07.2019, 16:19
403.

Zitat von thomas_linz
Immer wieder China! China hat einen festen Plan, spaetestens ab 2030 den Turnaround zu schaffen und bis 2050 CO2 neutral zu sein. Was immer so nach viel klingt, ist in China noch nicht mal 1%. China macht nur in einer Sache viel und das sind erneuerbare Energien. Alleine was China in 6 Monaten in die Photovoltaik steckt, wuerde reichen, um diese Atomkraftwerke zu bauen.
China baut AKW billiger weil sie die Presse im Griff haben und damit einen Unfall besser unter den Teppich bekommen.

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hru 05.07.2019, 16:27
404.

Zitat von einerkeiner
Ich bezweifle sowieso dass man im Stadtverkehr den globalen CO2-Ausstoß signifikant beeinflussen kann. Ich habe zwar keine Quelle dafür, aber ich würde jede Wette eingehen, dass 90% des CO2-Ausstoßes auf Fernstrecken passieren. Ich kann da vielleicht mich als kleines Beispiel nennen: Mein Wagen macht so ca. 15000km bis 20000km im Jahr, hauptsächlich weil meine Frau mehrmals im Jahr ihre Verwandtschaft sehen möchte. Selbst wenn ich jeden Tag innerhalb der Stadt mit dem Auto zur Arbeit fahren würde, was ich nicht mache, käme ich gerade mal auf 1500km im Jahr, was nur ein Bruchteil der Gesamtstrecke ist. Insofern ist auch der Fokus auf den Stadtverkehr ein ineffizienter Irrweg, zumindest wenn es einem ums CO2 geht. Ich weiß zwar nicht welche "tests" Sie genau meinen, aber der häufigste Fehler ist meiner Meinung nach, dass dort immer mit dem Energiemix gerechnet wird, obwohl steigender Strombedarf durch einen massenweisen Wechsel von Verbrenner auf Elektro zurzeit noch ausschließlich Fossil befriedigt werden kann, z.B. durch "weiter laufen lassen" von Kohlekraftwerken, die man sonst endlich vom Netz nehmen könnte (->Grenzkostenbetrachtung).
Ich glaube, dass sie da nicht im Schnitt liegen. Innerstädtischer Verkehr (sprich hinter dem gelben Ortschild) ist sicher nicht die Menge aber das tägliche Pendeln in die Großstädte dürfte beim PKW den Löwenanteil ausmachen.

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litholas 05.07.2019, 16:37
405.

Zitat von einerkeiner
... Ich habe zwar keine Quelle dafür, aber ich würde jede Wette eingehen, dass 90% des CO2-Ausstoßes auf Fernstrecken passieren. Ich kann da vielleicht mich als kleines Beispiel nennen: Mein Wagen macht so ca. 15000km bis 20000km im Jahr, hauptsächlich weil meine Frau mehrmals im Jahr ihre Verwandtschaft sehen möchte. Selbst wenn ich jeden Tag innerhalb der Stadt mit dem Auto zur Arbeit fahren würde, was ich nicht mache, käme ich gerade mal auf 1500km im Jahr, was nur ein Bruchteil der Gesamtstrecke ist. ...
Bei einer 5-Tage-Woche kommen im Jahr 460 Fahrten zusammen. Bei z B 15km pro Strecke also 7000km. Dabei wird vielleicht die Hälfte der Strecke schnell gefahren, aber dabei sind Verbrenner und E-PKW vergleichbar effizient. Bei Langsamfahrt spielt der E-PKW dann seinen Effizienzvorteil aus.

Insgesamt mögen die schnell gefahrenen Strecken 50% der zurückgelegten km ausmachen, aber da sind E-PKW nicht weniger Effizient als Verbrenner. Lediglich wo viele 10.000km im Jahr zurückgelegt werden, da bringt das schnelle Tanken und die manchmal sinnvolle hohe Dauergeschwindigkeit beim Verbrenner signifikante Vorteile. Vorerst noch.

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litholas 05.07.2019, 16:39
406.

Zitat von einerkeiner
... Ich weiß zwar nicht welche "tests" Sie genau meinen, aber der häufigste Fehler ist meiner Meinung nach, dass dort immer mit dem Energiemix gerechnet wird, obwohl steigender Strombedarf durch einen massenweisen Wechsel von Verbrenner auf Elektro zurzeit noch ausschließlich Fossil befriedigt werden kann, z.B. durch "weiter laufen lassen" von Kohlekraftwerken, die man sonst endlich vom Netz nehmen könnte (->Grenzkostenbetrachtung).
Also was denn nun? Ich dachte wir verschenken so viel überschüssigen EE-Strom ins Ausland.

Und EE sollen ja eigentlich schnell stark noch weiter ausgebaut werden.

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litholas 05.07.2019, 16:42
407.

Zitat von hru
Interkontinental: das wird auch nicht billig. Und Strom über so weite Entfernungen zu transportieren ist auch nicht ohne.
Dafür ist der Strom an sich billig. Solarstrom wird's absehbar für 2 Cent geben.

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formatierer 05.07.2019, 16:48
408.

Zitat von hru
Für Regelenergie spielt nur eine Rolle wie schnell die Strommenge angepasst werden kann. Da sind Kohle und AKW träge, GuD etwas schneller aber vor allem nutzt man Gasturbinen die man in Minuten hochfahren kann. Windräder kann man mittelschnell anfahren wenn man welche hat die noch nicht laufen aber vor allem werden Batterien helfen. Dann hat sich das Thema Regelenergie weitgehend erledigt.
Die Regelenergiekaftwerke stehen ständig unter Dampf. Sie können unmittelbar auf Knopfdruck Strom liefern. Dafür bekommen Sie vom Netzbetreiber eine bestimmte Geldsumme und auch dann wenn sie nicht liefern also nicht zum Einsatz kommen. Dass ist ein Muss und von der Bundesnetzagentur (staatlich) festgelegt.

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einerkeiner 05.07.2019, 16:51
409.

Zitat von litholas
Also was denn nun? Ich dachte wir verschenken so viel überschüssigen EE-Strom ins Ausland.
Das habe ich nie gesagt, und ist vermutlich auch in der Form nicht korrekt. Der Strom ist eben nicht zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Da muss man dran arbeiten durch Stromtrassen und Stromspeicher. Wenn man aber den Strombedarf einfach unkontrolliert erhöht, dann steigt lediglich der Grundbedarf, und dadurch werden die Erneuerbaren auch nicht effektiver genutzt.

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