Forum: Wirtschaft
Missglückter Friedensgipfel: Bahn will getrennt mit GDL und EVG verhandeln
DPA

Im Tarifkonflikt bei der Bahn stehen sich die Parteien weiterhin unversöhnlich gegenüber. Nach dem Scheitern des Spitzengesprächs am Dienstag will Personalvorstand Weber die Tarifeinheit jetzt in getrennten Verhandlungen sichern.

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herr wal 19.11.2014, 07:38
1.

„Dass die Fronten bei der Bahn derart verhärtet sind, hat sich das Unternehmen in Teilen auch selbst zuzuschreiben. Denn mit der Rosskur im Vorfeld des geplanten Börsengangs hatte der damalige Bahn-Chef Hartmut Mehdorn die Arbeitsbedingungen verschärft. Der massive Personalabbau hatte zur Folge, dass Lokführer, Zugbegleiter und Stellwärter massenweise Überstunden anhäuften. Das haben die Mitarbeiter dem Unternehmen bis heute nicht vergessen und zeigen sich entsprechend kompromisslos.“
Interessant. Das ist während dieser ganzen Streikgeschichte tatsächlich das erste Mal, dass ich diesen Zusammenhang (der vielen genervten Bahnreisenden vermutlich gar nicht bekannt ist) schwarz auf weiß lese. Aber wer hat denn eigentlich den Börsengang geplant und die Rosskur provoziert, waren das nicht die Marktreligiösen der 1990er Jahre?

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Solid 19.11.2014, 07:40
2. Korrupte EVG

Die EVG ist eben immer noch so korrupt wie zu transnet-Zeiten und damit wie eh und je.
Dass die GDL sich am gewohnheitsmäßigen Verrat der EVG gegenüber ihren Mitgliedern nicht beteiligen will, kann man ihr kaum vorwerfen.

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sman1983 19.11.2014, 07:55
3.

Jetzt kann die Bahn also entscheiden, ob lieber die GDL oder zur Abwechslung mal wieder die EVG streiken soll.

Frage an die Leute, die hier immer jubeln, dass die GDL heroisch das Streikrecht verteidigen würde und wie anderen nur zu limitiert sind, das zu sehen: was soll die Bahn eurer Meinung nach jetzt tun?

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winkler00 19.11.2014, 08:02
4. Das kann nicht funktionieren

Die Forderungen sind doch schon so unterschiedlich, das ein Erfolg sich ausschließt. Der Lokführer der GdL ist weniger unterwegs und bekommt im Schluss mehr Geld. ( Progressionsvorbehalt) . Das freut die Lokführer der EVG bestimmt. Das gleiche bei den Zugbegleitern, die ja mehrheitlich bei der EVG sind. Wenn nun eine Teilung der Zuständigkeit erreicht wird, wie es die GdL will, ist ein ständiges Wechseln und somit ein staendiger Wechsel der Dienstplaene angesagt. Das ist zwar keine Hexerei aber es nerft. Aus Sicht der EVG ist ja nur ein Hinhalten und Abwarten auf das neue Tarifeiheitsgesetz. Bis dahin soll so wenig wie möglich geändert werden.

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PeNi 19.11.2014, 08:10
5. Was der Artikel...

... im letzten Absatz nicht erwähnt, ist dass die Mitarbeiter der Bahn nach dem Verrat des Herr Hansen (Transnet = Vorgänger der EVG) auch der unternehmensnahen EVG nicht mehr traut. Die labern, vertreten durch den Herrn Kirchner, auch in diesem Tarifkonflikt nur wieder die Forderungen der Unternehmensführung nach (Tarifeinheit, keine zwei Tarifverträge für eine Berufsgruppe...). Bleibt abzuwarten ob auch Herr Kirchner nach Beilegung dieses Tarifkonflikts in den Bahnvorstand wechselt. Die EVG ist als Gewerkschaft doch tot.

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ihrwisstnix 19.11.2014, 08:12
6. 15 % mehr Lohn für Lokführer ...

... da bleibt einemdie Spucke weg. Dazu kommt der Allmachtsanspruch von Herrn GDL-Chef Weselsky. Ich kann der Bahn nur raten, nichts zu unterschreiben und auf das neue Gesetz zu warten, bis sich dann endlich die GDL und ihr Chef in Bedeungslosigkeit verlieren wird. Alleine die Forderung für alle verhandeln zu wollen ist ein Witz. Noch besser die Forderung nach zusammen von 15 %. Für eine einfache Tätigkeit, die mit einfachstem Schulabschluss durchgeführt werden kann, ist der Job aktuell eh schon am oberen Ende vergütet.

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jjcamera 19.11.2014, 08:46
7. verschlechterte Arbeitsbedingungen?

Arbeit ist manchmal auch mit Mühe verbunden. Da ist es kein Wunder, wenn man bei einer Gehaltserhöhung auch noch weniger arbeiten will.
Mir ist noch kein Zugbegleiter begegnet, der völlig überarbeitet unter der Last seines anstrengenden Berufes zusammenbricht. Die Lokführer könnten übrigens bei einer 15prozentigen Gehaltserhöhung auch die Durchsagen machen, und ein Fahrkarten-Stempelautomat könnte die Tickets lochen.

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hubidubi 19.11.2014, 08:53
8.

Langsam nervt dieser Zickenkrieg.

Liebe Politiker, WIR haben jetzt verstanden, dass die Positionen keinen Kompromiss zulassen. Bitte Entscheidung jetzt: Gesetz für oder gegen die Tarifeinheit und damit die Frage: Eine oder viele Gewerkschaften. Wir brauchen kein jahrelanges Gepoker, auf dem man sich formidabel einrichten kann und es dann wieder Jahre dauert, den zur Maskerade erstarrten Prozess aufzuweichen.

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nordschaf 19.11.2014, 08:58
9. unnötiges Theater

Mir ist nicht so ganz klar, warum es eine Katastrohe ist, wenn im Bahnumfeld zwei Gewerkschaften die gleichen Berufsgruppen vertreten. Bei den Sparkassen gab es schon in den 70er Jahren zwei im Haus vertretene Gewerkschaften und ebenfalls verschiedene Berufsgruppen, da man damals ja noch eigenes Reinigungspersonal, Hausmeister etc. hatte. Da ging es auch, dass mit beiden verhandelt und dann ein Tarifvertrag abgeschlossen wurde. Warum geht das im Bahnumfeld nicht auch?

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