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Mit Frischhaltefolie gefesselt: Aldi Süd muss Ex-Azubi Schmerzensgeld zahlen
DPA

Weil er von seinen damaligen Kollegen misshandelt wurde, steht einem ehemaligen Aldi-Süd-Lehrling Schmerzensgeld zu. Das hat ein Arbeitsgericht in Freiburg entschieden. Unter den Tätern war auch ein Vorgesetzter.

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francoilgatto1! 03.09.2014, 20:34
10.

noch mal ein Beitrag von mir. Im Artikel steht, der Mann habe die Folgen nicht beweisen können. Ich würde gern mal die Urteilsbegründung lesen. Man kann nun mal die Seele des Menschen nicht öffnen wie einen Schrank, nicht wahr? Ich weiss nicht wie er in diese Situation kam, vielleicht hatte er auch einen eigenen Anteil daran, trotzdem ist es am Ende einfach unglaublich. Die Vorstellungen von der Höhe des Schmerzensgeldes hat auch nicht, wie im Beitrag steht, der Auszubildende, sondern sein Anwalt! Und der bemisst die Forderungen, wenn er vernünftig ist, so, dass ein Verhandlungsspielraum zwischen den Parteien besteht. Bei einer Forderung von 8000 Euro wird er wohl im Ergebnis mit 5000 gerechnet haben. Und das ist eigentlich ein Betrag, der bereits bei Beleidigung und Rufschädigung durchaus fällig werden kann. Seltsam, seltsam, diese 500 Euro. Stimmt es, was im Artikel geschrieben steht, ginge ich in die nächste Instanz.

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al2510 03.09.2014, 20:58
11. Beim nächsten Mal drückt der Chef 500€

in die Tasche des Azubi und macht es wieder. Wer will da die Folgen absehen? Wunden an der Seele sieht man nicht. Hat der Azubi ein gesundes Umfeld wird es kein Trauma. Bei einem der es aber nötig hat, bei Aldi zu arbeiten, werden ähnliche Situationen folgen. Die 500€ haben den Aufwand der Klage bestimmt nicht gedeckt. Also wird so bald keiner mehr mucksen. Somit werden Chefs auch weiter ihre Machtträume ausleben. Die Arbeit ist noch immer ein Ort der Angst. Man fragt sich, ob ein Richter, vielleicht ja auch ein Burschenschaftler, überhaupt objektiv da urteilen kann. Ich hatte auch eine harte Erziehung. Meine Studienkollegen haben sich immer über die Sitten in meiner Schule gewundert. Es hat eine Weile ach für mich gedauert, bis ich das System verurteilen konnte. Man kann nur hoffen, dass genügend vernünftige Beiträge in der Diskussion die Täter zur Einsicht bringen. Es gibt viel zu tun!

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cucco 03.09.2014, 21:37
12. lächerlich

Eine Strafe soll strafen und eine abschreckende Wirkung haben. Das Geschäft, welches mit seinem System Multimilliardäte hervorbringt - also keineswegs so günstige Angebote hat wie es haben könnte, wenn den Inhabern wirklich die Grundversorgung der Unterschicht ein Anliegen wäre, dieses Geschäft gibt einem Lernenden 500 Euro und der Richter sagt Amen dazu - ein Skandal!!!

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loops-2000 03.09.2014, 22:08
13.

Viel zu wenig für eine derart traumatische Erfahrung. Hier muss Aldi bluten.

50.000 Euro sind angebracht.

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delta058 03.09.2014, 22:18
14.

Zum einen sind die 500 Euro völlig lächerlich angesichts der schwere des Verbrechens, zum anderen was der Artikel höchstens anschneidet: Die Verantwortlichen wurden überhaupt nicht belangt! Wir haben hier Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Misshandlung Schutzbefohlener und schwere Beleidigung vorliegen, trotzdem waren die Folgen für 7 der 11 Täter (u.a. der Vorgesetzte) lediglich Aufhebungsverträge (was eine fristgerechte Kündigung mit großzügiger Abfindung bedeutet). Es wurden keinerlei Verfahren gegen die Verantwortlichen eröffnet, trotz eindeutiger Straftaten.

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iDadu 03.09.2014, 22:28
15.

im Klartext heißt das, sie sind befördert worden.

Denn wenn Täter schon an deutschen Schulen beigebracht wird, dass sie nichts zu befürchten haben außer Anerkennung Beliebtheit und Zuwendung, wenn sie andere körperlich und psychisch verletzen, dann ist 500€ viel zu viel.

Für psychische Verletzungen werden nie Beweise akzeptiert bzw solange relativiert bis nix mehr übrig ist.

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wll 03.09.2014, 22:36
16. Kein Titel

Zitat von cucco
Eine Strafe soll strafen und eine abschreckende Wirkung haben...
Es handelt sich aber eben NICHT um eine Geldstrafe, sondern um Schmerzensgeld - und das soll für die erlittenen körperlichen und/oder seelischen Qualen entschädigen. Von einer Geldstrafe hätte der Betroffene nichts, da diese an die Staatskasse oder gemeinnützige Einrichtungen gehen. Das in den USA geltende Prinzip des Strafschadensersatzes ('Punitive Damages') gibt es bei uns nun einmal nicht.

Betrachtet man die in D üblichen Schmerzensgelder, so ist auch die Höhe angemessen. Für einen Armbruch bekäme man beispielsweise 1.000 - 2.000 EUR, recht viel mehr als 1.000 EUR sind im vorliegenden Fall also kaum drin. Leider sind die Schmerzensgelder hierzulande nun einmal auf lächerlich niedrigem Niveau...

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rsi 03.09.2014, 22:47
17. Warum Aldi?

Warum muss eigentlich Aldi zahlen und nicht die Mitarbeiter, die es getan haben? Bei dem Kündigungsschutz den Arbeitnehmer haben, sollten sie zumindest für die Folgen ihres Handelns selbst Haften.

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Conny44 03.09.2014, 22:50
18. Neues Wirtschaftsgrundgesetz?

Die Würde des Menschen ist 500,- € wert.
Den Richter möchte ich mal mit Frischhaltefolie an eine Säule binden und ihm das Gesicht bunt malen!

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spiegelleser987 03.09.2014, 22:55
19. Verstehen ...

Verstehen kann ich die Gerichtsentscheidung trotzdem nicht. Wenn irgendein Mitarbeiter oder Vorgesetzter etwas strafbares macht, wieso muss dann das Unternehmen dafür haften und der Schuldige kommt raus. Übertreibt man das, dürfte jeder Mitarbeiter oder Vorgesetzter eine strafbare Handlung vornehmen. Bezahlen oder bestraft wird dann immer das Unternehmen. Das würde bedeuten, dass jemand, der einen anderen mal zusammenschlagen oder umbringen will, sich bei ALDI bewirbt. Der Kunde kommt, wird zusammengeschlagen und ALDI muss zahlen. Dem, der es geplant und getan hat, wird gerade mal gekündigt.

Rechtlich passt das nicht zusammen. Warum wird hier nicht der Verursacher bestraft? Darf der das gleiche nun bei Lidl machen? Trifft ja dann Lidl und er kann zum nächsten wechseln....

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