Forum: Wirtschaft
Mitreden mit Münchau: Es ist die entkoppelte Inflationserwartung, Dummkopf!

Am Donnerstag wird die Europäische Zentralbank mutmaßlich über den Ankauf von Staatsanleihen beschließen. Höchste Zeit, mit einigen Missverständnissen über solch ein Programm aufzuräumen.

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einzigerwolpertinger 19.01.2015, 16:52
50. Austerität in den Südländern?

Zitat von Traumschau
Danke für diesen Beitrag!! Ergänzend sollte man vielleicht noch hinzufügen, dass Inflation maßgeblich durch die Lohnstückkosten bestimmt wird. Wenn man also auf den Inflationspfad von 1,9% zurückkehren will, so wird das unter den Umständen......
Griechenland konsumiert 121 % seiner Einnahmen. Das ist Austerität?

Die Inflation wird nicht maßgeblich von den Lohnstückkosten bestimmt, das war allenfalls noch Mitte des vergangenen Jahrhunderts so. Wenn Sie mir nicht glauben, dann lesen Sie die Bundesbankstatistiken.

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Attraktor1 19.01.2015, 16:58
51. Die Kernfrage ist doch:

Besteht kein Unterschied. ob Staatsanleihen mit Anlagegeldern gekauft werden (für die in der Regel eine
Leistung erbracht worden ist) oder durch die >leistungslose< Geldvermehrung der Zentralbanken.
Wäre dem so, könnte die EZB gleich alle Staatsdefizite finanzieren...und sich entsprechend Schuldscheine in ihre Bilanz nehmen...für immer und ewig.

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einzigerwolpertinger 19.01.2015, 17:06
52. Ihr üblicher Trick

Zitat von muellerthomas
*LOL Dann zeigen Sie mal bitte einen Quelle dafür. Ich bin sicher, ich kenne die Fachliteratur besser als Sie. Also für die Staatsschulden können wir festhalten, dass die Schuldenquote sowohl in Deutschland als auch den USA 1929 niedriger lag als 1925. Von exzessiver Verschuldung ist dort nichts zu sehen.
Sie bringen nie eine Quelle, fragen aber immer danach.

Die Behauptung, Sie kennten die Fachliteratur besser als ich, ist einfach dumm.

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salkin 19.01.2015, 17:14
53.

Zitat von Attraktor1
Besteht kein Unterschied. ob Staatsanleihen mit Anlagegeldern gekauft werden (für die in der Regel eine Leistung erbracht worden ist) oder durch die >leistungslose< Geldvermehrung der Zentralbanken. Wäre dem so, könnte die EZB gleich alle Staatsdefizite finanzieren...und sich entsprechend Schuldscheine in ihre Bilanz nehmen...für immer und ewig.
Genau. Darauf läuft es letztlich hinaus. Amerika und Japan sind hier die "Vorbilder". Die FED zahlt ja die Zinsen der Staatsanleihen wieder an das Finanzministerium zurück. Der private Sparer wird dann nicht mehr gebraucht. Mit 20-25% Quote an den umlaufenden Anleihen fängt es an. Wenn nötig wird die Quote eben erhöht. Die Zinsen werden dann nicht mehr nach Risiko vom Markt festgelegt sondern das Geld kommt gratis, verschämt erst mal von der eigenen Notenbank.

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wibo2 19.01.2015, 17:16
54. Wie will die EZB die überschüssigen Geldmengen später wieder abziehen?

Zitat von schwaebischehausfrau
"Wie viele andere Zentralbanken verfolgt auch die Europäische Zentralbank ein Inflationsziel, in unserem Fall von knapp unter zwei Prozent. Alle Indikatoren zeigen, dass die Inflationserwartungen 2014 deutlich nach unten gerutscht sind und nicht mehr bei zwei Prozent liegen. Das Ziel ist also die Rückführung der in der Bevölkerung erwarteten Inflation auf die EZB-Zielmarke von knapp zwei Prozent." (SPON) Ziel der EZB ist also die "Rückführung der in der Bevölkerung erwarteten Inflation auf die EZB-Zielmarke von knapp zwei Prozent". Bin auch Teil der Bevökerung - habe mir in meinem ganzen Leben aber noch nie Gedanken gemacht über die "erwartete Inflation"?
... ansonsten würde nach der Deflation später doch eine Inflation drohen. Wie die EZB später die überschüssige
Liquidität abziehen will, das erzählt uns Münchau leider nicht.

Die Konsequenzen für die Staaten als Folge von
Inflation und Deflation sind hier genauer zu betrachten:

Wegen der aktuelle Schulden- und Bankenkrise mussten die Eurozonen Staaten ihre Liquidität drastisch erhöhen. Weil die Rettungspakete sonst nicht finanzierbar gewesen wären. Aus Sicht der Politiker und Finanzbeamten ist eine Inflation aber das kleinere Übel: Während einer Inflation steigen die Steuereinnahmen (z.B. durch die Mehrwertsteuer). Die kalte Progression bei ggf. steigenden Löhnen könnte schnell zusätzliche Milliarden für den Fiskus einspielen. Gleichzeitig verringerten sich durch die Inflation ein Teil der Staatsschulden automatisch.

Bei der Deflation indes wäre es genau umgekehrt: Gläubiger profitierten hier, da die Schulden an Wert gewännen. Das würde auch den hoch verschuldeten Banken schaden. Aus staatlicher Sicht ist eine Deflation deshalb mit stagnierendem oder rückläufigem Wachstum also das weitaus schlimmere und unter den gegenwärtigen Umständen der Weltwirtschaft wohl tragisch zu nennende Szenario.

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muellerthomas 19.01.2015, 17:17
55.

Zitat von einzigerwolpertinger
Griechenland konsumiert 121 % seiner Einnahmen. Das ist Austerität? Die Inflation wird nicht maßgeblich von den Lohnstückkosten bestimmt, das war allenfalls noch Mitte des vergangenen Jahrhunderts so. Wenn Sie mir nicht glauben, dann lesen Sie die Bundesbankstatistiken.
Griechenland weist mittlerweile einen positiven Leistungsbilanzsaldo auf, verkonsumeirt also nicht mehr als es produziert. Sie spielen vermutlich auf die Staatsschulden an, die für sich genommen jedoch weder Rückschlüsse auf die volkswirtschaftliche Bilanz insgesamt noch auf Austerität zulassen. In Griechenland ebenso wie in Irland, Spanien, Italien und Portugal sind die Staatsausgaben seit 2010 gesunken, die Fiskalpolitik war also klar restriktiv. Das Ergebnis dieser Politik waren dann ein sinkendes BIP, sinkender Steuereinnahmen, mehr Arbeitslose und am Ende mehr Schulden.

http://ec.europa.eu/eurostat/tgm/table.do?tab=table&init=1&language=en&pcode=teina0 30&plugin=1

Also der Korrelationskoeffizient von Inflation und Lohnstückkostensteigerung liegt bei über 60%.

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MM42 19.01.2015, 17:20
56. Entkoppelung der Inflationserwartungen

Sorry Herr Münchau, was soll das denn ? Warum ist die von der Bevölkerung erwartete Inflation irgendwie wichtig, schon gar für die EZB ?

Das QE-Programm hat einmal die richtig erkannte Komponente "Schwächung des Euros". Solange die anderen, insb. die USA stillhalten und wir keinen Währungskrieg bekommen.

Die andere Komponente ist einfach, irgendwie Geld ins System zu pressen in der Hoffnung irgendwas wird schon richtig ankommen. Das dabei die Aktien- und Immobilienmärkte durchdrehen bis zum sicher kommenden Kollaps.... Geschenkt

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muellerthomas 19.01.2015, 17:22
57.

Zitat von einzigerwolpertinger
Sie bringen nie eine Quelle, fragen aber immer danach. Die Behauptung, Sie kennten die Fachliteratur besser als ich, ist einfach dumm.
:-) Sie haben doch behauptet, Sie kennen die Zahlen. Wieso bringen Sie nicht eine Quelle, zumal Sie doch die ursprüngliche, zu belegende Behauptung aufgestellt haben. Und auch das Thema Fachliteratur stammt doch von Ihnen. Abgesehen davon bringe ich laufend Links und Quellen.


Also ich ziehe meine Daten meist aus Bloomberg, aber hier finden Sie z.B. lange Reihen zu den Staattsschuldenquoten:

http://www.reinhartandrogoff.com/data/

hier zu den Lohnstückkosten und vieles andere:

http://ec.europa.eu/economy_finance/ameco/user/serie/ResultSerie.cfm


Da Sie nun auch auf mehrfache Nachfrage weder Zahlen noch Fachliteratur nennen konnten, nehme ich an, Sie haben keine.

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produster 19.01.2015, 17:24
58. Alles nicht so schwierig

Die Schweiz legt Wert auf eine starke Währung, weil sie die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft verfolgt. Eine starke Währung, so wie in all den Jahren der DM, bedeutet Wohlstand für eine breite Masse der Leute. Die EZB wertet den Euro ab, weil sie das Prinzip der asozialen Marktwirtschaft verfolgt, in der die Banken und Konzerne bevorzugt werden auf Kosten der breiten Masse. Das ist alles. Nichts weiter.

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uods 19.01.2015, 17:28
59. Quantitative Easing hört sich besser an als Schuldenerlass

Das mit der Bilanz ist schon der richtige Hinweis. Was passiert den, wenn z.B. die griechische Nationalbank im Auftrag der EZB nun griechische Staatsanleihen von den Banken kaufen. Griechenland ist nun bei sich selbst verschuldet (genau genommen bei seiner Zentrahlbank - aber macht das einen Unterschied?).

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