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Mobilitätskonzepte: Diese Alternativen gibt es zum eigenen Auto
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Ob Carsharing, Leihfahrräder oder Fahrdienste: Es gibt Alternativen zum eigenen Fahrzeug - selbst auf dem Land. Schauen Sie, welches Angebot zu Ihnen passt.

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interessierter Laie 18.05.2019, 16:10
60. @emil7685

ich kenne ja ihre Situation nicht, aber ein Auto für die Fahrt zur Mutter muss kein eigenes sein. Wenn Sie für Altglas oder Abfälle extra ein Auto vorhalten müssen, ist die Ökobilanz negativ - das versuche ich gerade unserem verblödeten Landkreis zu verklickern. Bei uns stehen jedes Wochenende lange Schlangen Pkw mit Anhänger am Recyclinghof - mit laufenden Motoren. Als Alternative gibt es bspw. auch elektrisch unterstützte Lastenräder - Zuladung über 200 kg, viel billiger als ein Auto und gesünder, Ladung zuhause möglich und keine Steuer / Versicherung, kein TÜV, Garage reicht für zwei davon. Und wenn's im Winter zu kalt ist, teilt man sich die Fahrt mit den Nachbarn. Ich sage auch nicht, dass das heute schon überall alles funktioniert. Aber es könnte längst funktionieren. Das Problem ist: Solange alle ein Auto haben, nutzen sie es auch. Damit hat kein Anbieter Interesse daran, Alternativen anzubieten, weil die Nachfrage zu gering ist. Und solange es kein Angebot gibt kaufen die Leute weiter Autos. Ein Teufelskreis...

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whitewisent 18.05.2019, 16:27
61.

Quizfrage, wie weit kommt man mit einem der größten Carsharinganbieter in Berlins Innenstadt vom Alexanderplatz, wenn man Richtung Osten will? 5, 10 oder 15 Kilometer? Falsch, genau 2 Kilometer, dann endet das Gebiet. Zu behaupten, Berlin würde mit Carsharing versorgt sein ist ne glatte Lüge. Lediglich 10% der Fläche sind erreichbar, und es ist ein Witz, wenn ich erst zum Geschäftsgebiet mit meinem eigenen Wagen fahren soll, um dann in einen Kleinwagen zu steigen, der nicht mal einen ökologischen Antrieb hat. Beim Leihmoped ist das Gebiet sogar noch kleiner.

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arvenfoerster 18.05.2019, 16:37
62. @interessierterLaie

Ich fürchte, Sie haben das Problem nicht verstanden. Mir geht es ähnlich. Auch ich habe weit entfernte Angehörige, die etwas in die Jahre gekommen sind. Da hilft es nicht, auf irgendein fremdes Auto zu vertrauen. Man muss hin. Verlässlich. Schnell. So fährt man schnell mal 6h, um 20 min vor Ort zu sein. Ein Lastenfahrrad ist ausschließlich für kleine Haushalte in der Stadt geeignet. Die Wege zum Wertstoffhof auf dem Land sind viel zu weit. Kreiszusammenlegungen haben in vielen Bundesländern Wegstrecken zu öffentlichen Einrichtungen geschaffen, die niemand zeitökonomisch sinnvoll mit dem Fahrrad bewältigt. Es bleibt dabei: Es gibt kein Leben auf dem Land ohne Auto. Es sei denn, wir wollen zukünftig den Lebensstandard von Mali.

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Sharoun 18.05.2019, 16:42
63.

Wenn man sich den Thread hier anschaut, muß man zu der Überzeugung gelangen, daß in diesem 80-Millionen-Land mindestens 160 Millionen Einwohner fernab jeder Zivilisation im tiefen Wald oder auf besonders hohen Bergen leben, von wo aus es bis zum nächsten Nahverkehrsstop mindestens 100 km und bis zur täglichen Arbeitsstelle 1000 km hat ("mit der Bahn 20 Stunden" - aha)
Also ist die ständige Benutzung des eigenen, möglichst großen und schweren Automobils VÖLLLIG alternativlos.

Ähnlch würde sich das hier vermutlich beim Thema alternativer Antriebskonzepte entwickeln, die für die emsigen Schreiber ebenfalls unbedingt abgelehnt gehören

Tja, schon schlimm; daß das aber auch nicht eingesehen wird und man stattdessen GEZWUNGEN wird, sich solchen Diskussionen auszusetzen.
Einfach unverschämt - und Autotür zu....

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emil7685 18.05.2019, 16:48
64.

Zitat von mueller23
(...) Leider ist es immer noch so dass in vielen Firmen Sachbearbeiter, die gar keinen Kundenkontakt haben, genötigt werden sich mit Anzug und Krawatte vor den PC zu setzen. In meinem Bekanntenkreis sind allein drei Teilnehmer die eben aus diesem Grunde nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.
Es ist mir vollkommen schleierhaft wieso sich Büroarbeiter ohne Kundenkontakt oder repräsentative Stellung einem Dresscode unterwerfen. Wieso lässt jemand sowas mit sich machen? Einen Chef oder Personaler der mir erzählen will dass ich in Anzug und Krawatte im Büro vor dem Computer sitzen soll würde ich einfach nur auslachen.

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emil7685 18.05.2019, 16:57
65.

Zitat von interessierter Laie
ich kenne ja ihre Situation nicht, aber ein Auto für die Fahrt zur Mutter muss kein eigenes sein. Wenn Sie für Altglas oder Abfälle extra ein Auto vorhalten müssen, ist die Ökobilanz negativ - das versuche ich gerade unserem verblödeten Landkreis zu verklickern.
Mir ist die Ökobilanz vollkommen wurscht. So leid es mir auch tut, das so hart sagen zu müssen.
Und das eigene Auto ist absolut essenzieller Teil meines Lebenswandels. NIEMALS lasse ich mir das ausreden oder gar verbieten. Da gehe ich im Notfall wirklich und ernsthaft auf die Barrikaden. Und ich habe in meinem sehr breit gefächerten Bekanntenkreis nur sehr, sehr wenige Individuen die das anders sehen. Sogar meine "linksradikale" Tochter die bei sämtlichen "Klimacamps" dabei ist und im "Hambi" an vorderster Front war würde sich niemals ihr Auto verbieten lassen...

Da ich nur Gebrauchtwagen fahre die ihren Wertverlust schon hinter sich haben kostet mich das Vorhalten von einem Auto auch fast nichts. Mein Alltagsauto kostet mich im Monat keine 50 Euro.

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arvenfoerster 18.05.2019, 17:03
66. @Sharoun

Ja. Es ist schon hart, wenn die Wirklichkeit nicht zu den eigenen Wünschen passen will. Deutschland besteht nun mal nicht nur aus Berlin und Hamburg. Wer in Waldhessen, der Westpfalz, Vorpommern oder ähnlichen Regionen lebt, der erlebt die öffentliche Infrastruktur (egal ob Müllentsorgung, Polizei, oder ÖPNV) anders, als es Bewohner von Ballungsräumen tun. Eines darf man nie vergessen, die Grossstädte sind die Schaufenster eines Landes. Sie prägen sein Bild in den Medien. Die Mehrheit seiner Bürger lebt dort jedoch nicht.

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emil7685 18.05.2019, 17:06
67.

Zitat von Sharoun
Wenn man sich den Thread hier anschaut, muß man zu der Überzeugung gelangen, daß in diesem 80-Millionen-Land mindestens 160 Millionen Einwohner fernab jeder Zivilisation im tiefen Wald oder auf besonders hohen Bergen leben, von wo aus es bis zum nächsten Nahverkehrsstop mindestens 100 km und bis zur täglichen Arbeitsstelle 1000 km hat ("mit der Bahn 20 Stunden" - aha) Also ist die ständige Benutzung des eigenen, möglichst großen und schweren Automobils VÖLLLIG alternativlos.
"Völlig alternativlos" natürlich nicht. Aber "alternativlos" schon. Ich wohne am Stadtrand von Berlin (Karlshorst/Köpenick) und es würde mir im Traum nicht einfallen, mit dem ÖPNV irgendwo in Berlin hinzufahren. No Way, ich tue mir das nicht an.
Dauert ewig, man ist auf Gedeih und Verderb auf die Bahn/den Bus/die Straßenbahn angewiesen und als i-Tüpfelchen ist es auch noch grotesk teuer.
Ich stelle mich da schlicht und ergreifend lieber in den Stau. Ich wohne jetzt um die 25 Jahre in Berlin und kann genau abschätzen wo und wann ich wohin wie lange brauche. Hundert mal zuverlässiger als der ÖPNV.
In meiner Freizeit und bei schönem Wetter fahre ich ausgesprochen gerne mal mit dem Fahrrad durch die Gegend, aber wenn ich den Wocheneinkauf machen oder geschäftlich irgendwo hin muß dann kommt ausschließlich das eigene(!) Auto in Frage.

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P-Schrauber 18.05.2019, 17:07
68. Eine leider etwas belanglose Aufzählung

der wirkliche Bedarf muss selbst berechnet werden, man tut der Stadt am meisten gut sich ein Fahrrad zu besorgen und es tag- täglich zu benutzen, ohne Strom bei Fahrstrecken bis 5km und wer gut "drauf" ist bis 10km. Dazu gehört nicht viel Mut sondern die Einsicht dass tägliche Bewegung gut tut.
Das gilt evenfalls nicht nur für unter 40 jährige ich gehe jetzt auf die 55 zu und fahre mehr denn je bin übrigens immer Fahrrad gefahren. Für Langstrecken mit der Bahn tut es die BahnCard 50.
Allerdings fahre ich auch viel Langstrecke bis zu 1.100 km an einem Tag oft auch 500 km am Tag und dass in Gegenden die nicht besonders gut Verkehrstechnisch erschlossen sind daher mit KFZ (Diesel) und großer Zugkraft und Platzangebot, es geht nicht ohne.

Die E Autos hav gerade einen BMW ausprobiert sind nettes Spielzeug und das nachladen aus eigener Erfahrung nicht so einfach und nicht in kurzer Zeit machbar, aus meiner Erfahrung zumindest.

Daher gut der Hinweis seinen Bedarf zu überdenken, dass hätte aber auch alles sein können, die anderen Ratschläge hätte ich nicht gegeben zu theoretisch, das ist eine viel zu sehr von persönlichen Bedarf abhängige Fall zu Fall Entscheidung.

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Sharoun 18.05.2019, 18:00
69.

Zitat von arvenfoerster
Ja. Es ist schon hart, wenn die Wirklichkeit nicht zu den eigenen Wünschen passen will. Deutschland besteht nun mal nicht nur aus Berlin und Hamburg. Wer in Waldhessen, der Westpfalz, Vorpommern oder ähnlichen Regionen lebt, der erlebt die öffentliche Infrastruktur (egal ob Müllentsorgung, Polizei, oder ÖPNV) anders, als es Bewohner von Ballungsräumen tun. Eines darf man nie vergessen, die Grossstädte sind die Schaufenster eines Landes. Sie prägen sein Bild in den Medien. Die Mehrheit seiner Bürger lebt dort jedoch nicht.
Na das ist ja fantastisch!
Und noch besser wäre es, wenn all die Autobegeisterten/ -abhängigen ihr Laster dann auch ausschließlich in ihrer eigenen Hood ausleben würden.

Tun sie aber nicht!
Sie kommen in die vielgescholtenen Städte (wo es ja so dreckig und laut ist) . und MACHEN sie dreckig und laut.

Der Fairnis halber sollte man gar nicht erst darüber dikutieren, ob oder ob man nicht mit der eigenen Karre bis in die dichtbebauten Zentren dieser "Ballungsräume" düst und dort alles zustellt, sondern sich gleich so verhalten, wie man es von anderen in der eigenen Siedlung auch erwartet.

Und da heißt es ja in aller Regel: Verkehr ist lästig (gemeint ist hier stets der Autoverkehr) - und wenn er zuviel wird, wird er weggeleitet.
Punkt.
Also Auto am Rand abstellen und laufen oder Bus und Bahn nehmen!

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