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Mögliche Steuerhinterziehung: Finanzbehörden prüfen Airbnb-Vermieter
DPA

Mieten sind steuerpflichtig, auch wenn sie über das Portal Airbnb eingenommen werden. Nun will der Fiskus erfahren, ob deutsche Vermieter ihre Einkünfte auch angegeben haben und fragt am Firmensitz in Irland nach.

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zeichenkette 04.05.2018, 16:04
1. Wer nur im Urlaub mal seine Wohnung vermietet hat ja kein Problem

Es gibt aber Leute, die in teuren Städten extra Wohnungen mieten, um sie dann an allen Regeln und Steuern und Abgaben vorbei geschäftsmäßig als Ferienwohnung an Urlauber zu vermieten, also praktisch eine Art Hotel in Mietwohnungen betreiben. Das nimmt natürlich sehr wohl Wohnungen vom Markt und illegal ist es noch dazu. Und Steuerhinterziehung auch. Airbnb sollte mal nicht so tun, als sei ihnen das nicht klar, das dürfte anhand der Vermittlungshäufigkeit einer Wohnung leicht erkennbar sein. Wie so manche anderen Grössen in der "Sharing"-Branche ist das professionelles Ermöglichen von Absahnen mit eigenem Anteil am Absahnen.

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gerd33 04.05.2018, 16:17
2. Der Schuss geht nach hinten los!

Clevere AirBnB Vermieter werden ihre Einnahmen in der Steuererklärung angeben, aber vermutlich auch Kosten gegenrechnen. Letztlich werden viele Aufwendungen, die auch privat nurtzbar sind, AirBnB zugewiesen. Z.B. kann niemand feststellen, ob die Renovierungskosten für die AirBnB Wohnung oder das häusliche Wohnzimmer angefallen sind, usw. Oder analog mit Hausrat, Technik, Flachbildfernseher etc.

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pinguin1966 04.05.2018, 16:33
3. damit musste man rechnen

Es war klar, dass das kommt und ist grundsätzlich auch richtig. Und wenn das Finanzamt richtig böse ist, klassifizieren sie die Vermietung als Beherbergungsleistung; statt Hotel halt Airbnb. Dann wird zusätzlich noch Umsatzsteuer fällig. Wäre aber zum Glück nur der ermäßigte Satz ...

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DocKnow 04.05.2018, 16:40
4. endlich!

Das wird Zeit, dass airbnb und andere Portale flächendeckend und in der Tiefe mit Steuerdaten abgeglichen werden. Es gibt viel zu viele Leute, die diese Einkünfte nicht versteuern. Sie gehöhren grundsätzlich auf der Einkommenssteuer angegeben, bei Überschreiten der Kleinunternehmer-Freigrenzen mit Umsatzsteuer und dazu mit den örtlichen Tourismusabgaben versteuert!

Noch besser wäre ein europäisches Gesetz, dass sämtlich Onlineportale zwingt, die Steuern direkt abzuführen.

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PaulchenGB 04.05.2018, 16:46
5. Geschäftsmodel von AirbedandBreafast AIRBNB

ist von der Gründungsidee sehr gut: Privat vermietet an Privat, Makler ist AIRBNB. Doch zunehmend wird es mehr und mehr kommerziell/gewerblich, so dass es z.B. in New York nur erlaubt ist, 30 Tage seine Wohnung zu vermieten. Seit 2014 geht der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneiderman gegen die Steuerhinterziehungen vor, die mit der privaten Vermietung in Zusammenhang stehen. Nach seiner Schätzung sind allein seiner Stadt über 33 Millionen Dollar an Steuereinnahmen entgangen.

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raoul2 04.05.2018, 16:49
6. Warum eigentlich erst jetzt?

Der Verdacht, daß auch bei diesem Geschäftsmodell Steuern hinterzogen wurden und werden, ist doch nicht neu. Jetzt fehlt nur noch eine Beispielsrechnung, was von den angekündigten Sanktionen ("Steuernachzahlung für die vergangenen zehn Jahre zuzüglich sechs Prozent Verzugszins pro Jahr plus Strafbescheid und Ordnungsgeld bei illegaler Vermietung") tatsächlich einbringbar wäre. Man darf befürchten, daß es sich - wenn überhaupt - nur um "peanuts" handeln wird.

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dasfred 04.05.2018, 16:50
7. Da muss immer erst das Finanzamt kommen

Seit Jahren gibt es Probleme mit Vermietern, die ihre Wohnungen als Urlaubsdomizile vermieten, nicht nur privat für ein paar Tage im Jahr, sondern gewerbsmäßig. Den Behörden fehlt das Personal und teilweise die Rechtsgrundlage zur Kontrolle und nun kommt das Finanzamt. Jetzt bin ich nur noch gespannt, ob Airbnb wirklich so kooperativ ist, wie sie sich darstellt.

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Raphael II 04.05.2018, 16:55
8. Falsche Priorität

Richtig: Einnahmen aus der Vermietung bei AirBnB sind Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Und sind zu versteuern.

Aber: Hier bohrt die Finanzverwaltung mal wieder das dünnste Brett, das rumliegt.

Denn: Die allermeisten InternetHändler, die an Kunden in Deutschland liefern, zahlen keine Umsatzsteuern an den deutschen Fiskus. Die Beträge, die dem deutschen Staat entgehen, sind weitaus größer, als die paar Euros, die an Einkommensteuer zu zahlen wären auf den Gewinn aus Übernachtungen. Diese Umsatzsteuerhinterziehung aus Internet-Geschäften benachteiligen massiv den stationären Einzelhandel, den Mittelstand. Aber der ist der größte Arbeitgeber in D.

Hier liegt ein wesentlich größeres Potential für Steuer-Einnahmen. Vor allem aber für Steuer-Gerechtigkeit. Gerechtigkeit ist der Grundpfeiler des Rechtsstaates und der Demokratie. Immer nur die wehrlosesten Inländer zu besteuern und zu bestrafen, während internationale Internet-Konzerne, schafft keine Gerechtigkeit. Und keine Akzeptanz für dieses staatliche Treiben.

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bauigel 04.05.2018, 16:57
9. @ gerd33

Selbstverständlich kann das FA prüfen, ob die Kosten der Vermietung oder dem üri Ten Bedarf zuzuordnen sind. Notfalls wird halt geschätzt. Und dann muss der Vermieter nachweisen, ob die Kosten wirklich für die vermietete Wohnung angefallen sind.
Dass die Kosten die Einnahmen übersteigen ist unwahrscheinlich. In einem solchen Fall wäre es auch Liebhaberei und damit steuerlich nicht abzugsfähig.
Der Schuss kann also nicht nach hinten losgehen.
Ich befürworte diese Kontrolle deutlich. Fakt ist doch, dass ein Großteil der Vermieter - mit Duldung von AirBnB - gewerblich handeln und Steuern hinterziehen.
Komisch, bei Amazon und Ikea regen sich die Leute aif, nei AirBnB offensichtlich nicht. Doppelmoral halt.

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