Forum: Wirtschaft
Möglicher Euro-Austritt Frankreichs: "De facto wäre das ein Staatsbankrott"
AFP

Frankreich, Italien, die Niederlande: In gleich mehreren Ländern liebäugeln Populisten mit dem Euro-Austritt. Der Ökonom Guntram Wolff warnt vor verheerenden Folgen - auch für Deutschland.

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cosmo9999 13.03.2017, 14:30
1. man man

verbreitet doch nicht immer angebliche Horrorszenarien von Leuten die absolute Nutznießer des Europäischen System sind. Sie würden ja auch nur Gutes über ihre Arbeitgeber berichten, solange sie einkommenstechnisch von ihm abhängig sind. Ein bißchen mehr Statements von unabhängigen Quellen und nicht von Lobbyisten

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auweia 13.03.2017, 14:31
2. Das Ende des Euros...

Das Ende des Euros muss nicht das Ende der EU sein.
Ich bin ein großer Freund Europas und der EU. Aber der Euro (so wie wir ihn jetzt kennen und so wie er verwaltet wird) kam zu früh und zu unkontrolliert. Die Anhänger der "Krönungstheorie" hatten Recht. Ich wäre für eine Beendigung dieses Experiments - bis eine vereinheitlichte Managementstruktur steht.
Eine EU die ähnlich tickt, gleiche Werte hat und international koordiniert auftritt muss nicht notwendig auch eine gemeinsame Währung haben.

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spiegelobild 13.03.2017, 14:31
3.

Herr Wolff tut so, als gäbe es keine großen Probleme und die Stimmen, die für einzelne Länder einen Austritt aus dem Euro fordern, aus nationalistischem Übermut kommen und nicht aufgrund der Krisensituation der Eurozone.
Er bietet keinerlei Krisenlösungen an, außer dass die Italiener besser arbeiten sollen. So kann man die Krise nicht aussitzen.

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tropfstein 13.03.2017, 14:42
4. Es ist ein kulturelles Problem

Entgegen allem Gerede ist der Euro eine großartige Sache - auch und gerade für wirtschaftlich Schwache Länder wie Litauen oder die Slowakei. Wenn, ja wenn man sich anndie Regeln hält und mittelfristig nur so viel ausgibt wie man einnimmt. Das haben die Franzosen und Italiener früher nicht gemacht, die hatten eher eine Schulden-und-Weichwährungskultur. Und Kultur ändern ist immer schwer.

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Ottokar 13.03.2017, 14:43
5. Kaffeesatzleserei

denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Übrigens sind deutsche Produkte derzeit schon teuer als die der anderen Länder und trotzdem werden sie gekauft. Es gibt auch Produkte die nur aus Deutschland zu haben sind und dabei rede ich nicht von Autos.

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Attraktor1 13.03.2017, 14:44
6. Die Absetzbewegung...

hat längst eingesetzt...siehe oben...Italien wird zur Steueroase für Superreiche. Wobei dieser Titel zudem noch in die Irre führt. Bereits ab einem Jahreseinkommen von sagen wir EUR 300.000,-- ist das Angebot lukrativ.
Ich glaube, der Niedergang des Euro wird nicht durch eine einzelne ultimative Massnahme (Austritt) erfolgen, sondern durch viele kleinere Massnahmen, die das >Band< Euro letztendlich zum bersten bringen werden.

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Umbodsmadur 13.03.2017, 14:44
7. Hauptgrund, im Euro zu bleiben, wird verschwiegen

"Deutsche Unternehmen müssten dann damit zurechtkommen, dass ihre Produkte 10, 20 oder 30 Prozent teurer würden im globalen Wettbewerb". Na das ist ja ein Horrorszenario! 2008, als der Euro 1.57 Dollar kostete, also 50% mehr als jetzt, hat Deutschland das jedenfalls locker weggesteckt. Also wenn das der einzige Grund ist, nicht aus dem Euro auszutreten, wäre für mich die Entscheidung klar. Die Alternative wäre nämlich, die deutsche Wirtschaftspolitik an Draghi's Weichwährung anzupassen, und da hat Herr Wolff ganz Recht, staatliche Investitionen hochfahren und per Gelddrucken bezahlen bringt immer nur kurzfristige Gewinne und geht am Schluss voll auf die Kleinen.

Oder verschweigt Herr Wolff hier den Hauptgrund, im Euro zu bleiben? Die Target2-Salden, im Effekt ein unbesicherter, unverzinster 0.8 - Billionenkredit Deutschlands an die Euro-Krisenstaaten, der dann schlicht und einfach ausfallen würde?
Mitgefangen, mitgehangen. Ist leider so.

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iffelsine 13.03.2017, 14:52
8. Na keiner der südlichen EU-Länder würde austreten !

Hängen sie doch alle am Tropf und sind Netto-Empfänger der Subventionen. Bisher zahlen alle nördlichen EU-Mitglieder hunderte von Milliarden Euro an die "Südstaaten" und die könnten ohne das Geld garnicht überleben. Für Deutschland wäre das nur gut, Griechenland und Italien aus dem EURO und der EU rauszuwerfen, bzw. ziehen zu lassen. Bei Frankreich sieht das anders aus. Aufgrund der weltweiten Vernetzung würde Frankreichs Austritt aus EU/Euro das Ende der Gemeinschaftswährung und der Gemeinschaft bedeuten.

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Rahmenkompetenz 13.03.2017, 14:56
9. Lieber heute, als morgen.

"Die alte D-Mark-Zone, also die Benelux-Länder, Deutschland, vielleicht noch die Balten, die Slowakei und Österreich, könnten eine Art Nord-Euro aufmachen. Dieser würde massiv an Wert gewinnen. Deutsche Unternehmen müssten dann damit zurechtkommen, dass ihre Produkte 10, 20 oder 30 Prozent teurer würden im globalen Wettbewerb. Aber wir hoffen jetzt erst einmal, dass es nicht so weit kommen wird."

Das wäre ein Traum und endlich würde eine Währung wieder eine Währung sein, d. h. dem bedruckten Papier Werte würden wieder echte Werte gegenüber stehen, die es als Scheidegeld repräsentiert. Genau die aber verhindert die Gleichmacher-EU, hat sie nie verstanden bzw. ignoriert und deshalb ist der EURO einfach nur eine Inflationswährung geworden, wo allerdings der Zünder noch nicht scharf ist bzw. die noch nicht abgerechnet wurde. Also zurück auf Null. Lieber heute, als morgen.

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