Forum: Wirtschaft
Mögliches Defizitverfahren: Italien muss harte Sanktionen fürchten
REUTERS

Italiens Regierung steckt in der Krise, und jetzt droht auch noch neuer Ärger mit Brüssel: Die EU-Kommission steht kurz davor, wegen massiver Überschuldung ein Verfahren gegen Rom zu eröffnen.

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holy64 05.06.2019, 09:14
30. Die Italiener haben

meines Wissens doch hohe Privatvermögen. Da sollen sie doch Fonds für ihre Landsleute einrichten und sich selbst Finanzmittel zur Verfügung stellen.

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stefan1904 05.06.2019, 09:14
31. Die EZB hat viel zu viel Macht

Es kann nicht sein, dass eine demokratisch gewählte Regierung sich einer EZB unterwerfen müssen, die überhaupt keinerlei demokratische Legitimation verfügt und sicher nicht die Interessen Italiens teilt. In den USA ist die FED auch unabhängig von der Regierung, aber die FED würde nie etwas machen, das der amerikanischen Wirtschaft massiv schadet und dafür die Wirtschaft eines anderen Landes ankurbelt.

Man kann einen Kontinent nicht über Geld einen. In einer gemeinsamen Währungsunion muss es mehr Solidarität und gegenseitige Unterstützung geben. Ansonsten ist diese zum Scheitern verurteilt, weil ihr der Rückhalt in den Bevölkerungen fehlt. Länder, die ihre eigene Währung behalten haben wie Polen und Tschechien, profitieren stark von der boomenden deutschen Wirtschaft, während für die Länder im Süden Europas, die den Euro eingeführt haben, das Gegenteil gilt. Es können nicht alle Länder auf der Welt mehr exportieren als importieren, das ist mathematisch nicht möglich.

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pietschko 05.06.2019, 09:19
32.

Zitat von Wohlstand für alle
Die neoliberale Politikvorgabe der EU verhindert, dass die Unternehmen die nötige Verschuldung tragen. Damit hat der Staat diese Pflicht. Die Schulden Italiens entsprechen hauptsächlich den Vermögen von Italienern. Deutschland, Pardon, die EU-Kommission mischt sich also in die inneren Angelegenheiten eines selbständigen Staates ein. Das wird man daran merken, dass Italien damit drohen wird, den Euro oder gar die EU zu verlassen. Italien könnte dann seine Zentralbank wieder in das Finanzministerium integrieren und eine konsistente Wirtschaftspolitik betreiben, d. h. Zins und staatliche Investitionen (sog. Staatsverschuldung) auf einander abstimmen. Andernfalls hat Italien in absehbarer Zeit keine Chance auf Vollbeschäftigung, allerdings auf geringerem Wohlstandsniveau. Aus deutscher Sicht ist das durchaus wünschenswert: Die Lira würde brutal abwerten und die reichen Italiener könnten sich keine deutschen Wohnungen mehr leisten, was derzeit auch ein Grund für unsere hohen Immobilienpreise ist.
was genau die schulden des staates mit den schulden der unternehmen zu tun haben, ist mir nicht klar. die neoliberale politikist ja eher sogar, den unternehmen, leichter eine kreditaufnahme zu ermöglichen!
und nein, wer sich eine währung mit anderen ländern teilt, der hat auf die anderen rücksicht zu nehmen. die anderen mischen sich also völlig zu recht ein. auch italien hat einen vertrag unterschrieben, der genau das vorsieht.

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Haudegen 05.06.2019, 09:20
33. privates Geldvermögen ist in Italien...

im Durchschnitt höher, als z.B. in Deutschland. Somit ist eine zusätzliche Entlastung der Konsumenten in Italien zur Ankurbelung der Wirtschaft gar nicht gerechtfertigt. MfG

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Ezechiel 05.06.2019, 09:23
34. Genau ...

Zitat von ArnoNyhm1984
Schon heute finanziert sich Italien über den europäischen Steuerzahler -via Staatsanleihenaufkäufe seitens EZB und kostenlosen TARGET2-Krediten. Alles (ALLES!) was die EU als finanzielle Strafaktionen gegenüber Italien auf den Weg bringen könnte, würde damit letztlich also doch nur wieder vom europäischen Steuerzahler gezahlt werden -und nicht vom italienischen. Daher hat die EU hier faktisch überhaupt kein Drohpotential.
Genau so ist es. Ich habe in den Parteiprogrammen zur Europawahl vergeblich versucht, Lösungsvorschläge für die Probleme der hoch verschuldeten EU-Staaten zu finden. Letztendlich wird es allein davon abhängen, ob die EU bestehen bleibt oder nicht. Aber offensichtlich hat niemand nur den Hauch einer Idee, wie diesen hohen und ständig steigenden Schuldebergen beizukommen ist. Für Länder wie Griechenland und Italien ist der EURO viel zu stark. Sie können nicht abwerten wie zu Zeiten der alten Landeswährung. Sie wollen aber in der Eurozone bleiben, weil ihre eigene Bonität nicht ausreicht, um weitere Schulden machen zu können.

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bstendig 05.06.2019, 09:25
35. Es gibt keine TARGET2-Kredite

Zitat von ArnoNyhm1984
Schon heute finanziert sich Italien über den europäischen Steuerzahler -via Staatsanleihenaufkäufe seitens EZB und kostenlosen TARGET2-Krediten. Alles (ALLES!) was die EU als finanzielle Strafaktionen gegenüber Italien auf den Weg bringen könnte, würde damit letztlich also doch nur wieder vom europäischen Steuerzahler gezahlt werden -und nicht vom italienischen. Daher hat die EU hier faktisch überhaupt kein Drohpotential.
Es gibt nur Salden auf den Verrechnugnskonten der EZB.

Das hat aber nichts mit krediten zu tun. Machen Sie sich schlau, BEVOR Sie unrichtige Kommentare veröffentlichen.

Guggsch Du z.B. hier: https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/target-2-saldo-die-billionen-forderung-der-bundesbank-und-was-sie-bedeutet/22774218.html :

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Ezechiel 05.06.2019, 09:30
36.

Zitat von Illoinen
Die sog. Jugend, sind doch erst einmal in eine Welt hinein geboren worden, für die sie weder durch eigene Leistung noch durch besonders viel Fleiß, sondern das Glück hatten auf dieser Erde, in einer Region geboren worden zu sein, welche nur ca 12% der Weltbevölkerung das Glück hatten. Wenn sich jemand wehren müsste, wären die über 6 Milliarden Menschen auf dieser Erde, von denen 2 Milliarden Menschen nicht einmal Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, und noch immer täglich hunderttausend Kinder an Hunger und deren Folgen von Hunger sterben, während der Westen Millionen Tonnen Lebensmittel wegwirft? Gibt es keine Investitionen, gibt es keine Arbeitsplätze und kein Wachstum. schaut nach Island, wie die das demokratisch gelöst haben, mit Sanktionen werden die Probleme nicht gelöst sondern vergrößert, Die größten Fehler der Länder die sich der EU angeschlossen haben, hätten ihre eigen Währungen behalten sollen. Dann hätte Deutschland nicht alles niederkonkurrieren, weil deutschland sich nicht an die Verträge halten tut. Es war nämlich vereinbart, dass nach Euro Einführung die Löhne entsprechend der Produkitivitätssteigerungen plus Inflation jährlich steigen sollten, alle hielten sich daran, nur Deutschland hat sich nicht daran gehalten, und mit der Einführng des größten Niedriglohn, erst für die Krise gesorgt, die man in Brüssel mit Sanktionen kaschieren will.
Wo haben Sie denn den Unsinn mit den Löhnen her ? Vereinbarungen zu Löhnen und Gehältern werden zwischen der Wirtschaft und der Arbeitnehmerschaft getroffen. Nur der Mindestlohn wird durch die Politik festgelegt.

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hardy.stiefel 05.06.2019, 09:33
37. Negatives Beispiel

Ich kenne Norditalien. Dort kann man gut sehen, was mit ganzen Landschaften passiert, welche permanent für andere Regionen zahlen müssen. Es führt zu einem fiktiven oder tatsächlichem Ungerechtigkeitsgefühlt - und stärkt die nationalen Kräfte dieser Regionen. Offenbar hat sogar dieser Transfer nicht ausgereicht, so dass viel Geld bei Banken und Privatleuten aufgenommen und verteilt wurde. So viel, dass es heute keine Spielräume mehr gibt. Geld ist weg, die Rückzahlung steht an und zwingt die nachfolgenden Regierungen zu Sparmaßnahmen für Dinge, welche sie nicht zu verantworten haben, aber verantworten müssen. Daher verstehe ich Salvini nicht, wenn er noch mehr Schulden machen möchte, welches spätere Generationen zurückzahlen müssen. Die Regierungen haben dann überhaupt keine Gestaltungsmöglichkeiten mehr - bis der Staatsbankrott oder eine Art der Zwangsverwaltung droht (Beispiel Griechenland). Nein. Schulden nur dann, wenn diese Investitionen fördern, ein exakter und einzuhaltender Rückzahlungsplan im Gesetz verankert wird und auch die Kriterien der EU eingehalten werden. Diese sind so ausgehandelt worden, dass auch den nachfolgenden Regierungen die Luft für Gestaltungen bleiben - also ein wichtiger, ganz wichtiger Beitrag für die einzelnen Staaten. Auch wenn dieses von viele nicht - oder nicht gern - gesehen wird.

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Ezechiel 05.06.2019, 09:33
38.

Zitat von stefan1904
Es kann nicht sein, dass eine demokratisch gewählte Regierung sich einer EZB unterwerfen müssen, die überhaupt keinerlei demokratische Legitimation verfügt und sicher nicht die Interessen Italiens teilt. In den USA ist die FED auch unabhängig von der Regierung, aber die FED würde nie etwas machen, das der amerikanischen Wirtschaft massiv schadet und dafür die Wirtschaft eines anderen Landes ankurbelt. Man kann einen Kontinent nicht über Geld einen. In einer gemeinsamen Währungsunion muss es mehr Solidarität und gegenseitige Unterstützung geben. Ansonsten ist diese zum Scheitern verurteilt, weil ihr der Rückhalt in den Bevölkerungen fehlt. Länder, die ihre eigene Währung behalten haben wie Polen und Tschechien, profitieren stark von der boomenden deutschen Wirtschaft, während für die Länder im Süden Europas, die den Euro eingeführt haben, das Gegenteil gilt. Es können nicht alle Länder auf der Welt mehr exportieren als importieren, das ist mathematisch nicht möglich.
Wie sollte denn gegenseitige Solidarität und Unterstützung aussehen ?

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hwmueller 05.06.2019, 09:38
39. Auch Deutschland und Frankreich waren

Defizitsünder!
Die EU so politisch zu intrumentarisieren ist sowohl durchschaubar, wie unklug.
Italien ächzt unter der Flüchtlingskrise und die Deutschen murren wg. den paar Euro.
Die Italiener hätten mehr Solidarität verdient.

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