Forum: Wirtschaft
Mögliches Handelsabkommen mit Großbritannien: Trumps Trojanisches Pferd
White House/ ZUMA Press/ imago images

Der britische Premier Boris Johnson braucht bei einem Brexit ein schnelles Handelsabkommen mit den USA. Doch US-Präsident Donald Trump und seine Berater werden sich einen Deal teuer bezahlen lassen.

Seite 2 von 16
lomax3030 07.09.2019, 11:27
10.

Das schöne bei den rechten Figuren ist ja immer ein übertriebener Egoismus, der dafür sorgt, dass eine Zusammenarbeit schwierig bis unmöglich ist. Wenn der Feind ein gemeinsamer ist (Putin.... äh... sorry, Trump will gerade der EU eins auswischen und sie schwächen) mag das noch Anfangs funktionieren, aber dann stehen die Briten allein im Wind. Ohne echte Freunde, nur mit "My Country First" Gestalten. Und wenn jeder nur an sich denkt mag an jeden gedacht sein, aber stark macht nur ein Miteinander.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DorianH 07.09.2019, 11:31
11.

Soviel zu den feuchten Träumen von manchen Foristen, ein Handelsabkommen mit den USA würde ruckzuck gehen.

Das heißt....es würde ruckzuck gehen, wenn die Insulaner einfach nur unterschreiben, egal, was dort drinsteht.

Rosinenpicken wär dann halt nich.....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
arr68 07.09.2019, 11:34
12. sollte es zu einem Brexit ohne Vertrag kommen,

prophezeie ich folgendes: die Wirtschaft bricht ein in GB, der Warentransport geht zurück,
die ehemaligen Kolonien wenden sich von der Queen ab, weil sie keine Geschenke mehr mitbringen kann.
Den Schotten, Nordiren und Walisern reichts, sie wollen neu mit London verhandeln oder drohen mit Abspaltung und Aufnahmeantrag in die EU.
Der King holts den Henker fü Boris und stellt selbst den Wiederaufnahmeantrag in die EU.
wegen der verminderten Wirtschaftsleistung werden GB alle Sonderrechte wie zB Britenrabatt gestrichen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Atheist_Crusader 07.09.2019, 11:37
13.

Zitat von h.hass
Kein Komödienautor könnte sich sowas ausdenken. Die Briten wollen unbedingt der Knechtschaft der EU entfliehen - und müssen sich dafür von Trump noch viel übler knechten lassen. Wenn es überhaupt ein Abkommen gibt, dann eines, bei dem America First gilt und bei dem Trump die Bedingungen diktiert. Johnson glaubt anscheinend tatsächlich, dass er noch irgendwelche Trümpfe in der Hand hält, die er ausspielen kann - gegenüber der EU oder der USA. Er steht aber vollkommen nackt da. Und sollte er mit den Chinesen verhandeln wollen, dann sieht er noch viel nackter aus.
Fällt mir schwer dafür Mitleid aufzubringen. Trotz all dem dummen Gewäsch von EU-Knechtschaft sind die Briten immer noch eines der drei einflussreichsten Mitglieder der EU. Aber das reicht ihnen halt nicht. Sie wollen nicht argumentieren müssen, sie wollen keine Kompromisse aushandeln müssen und sie wollen auch keine verlorenen Abstimmungen anerkennen müssen* - sie wollen einfach nur ihren Willen bekommen.
Aber so funktioniert das halt nicht in einem Staatenbund. So funktioniert das in einem Empire. Aber das Empire ist tot und freiwillig wird sich dem Niemand mehr unterwerfen. Die Schotten haben schon die Faxen dicke von den Egoisten in London und werden wohl in naher Zukunft gehen, den Nordiren wird es über kurz oder lang ähnlich gehen und selbst Wales würde ich (trotz Mehrheit pro Brexit) nicht ausschließen.

Das ist ganz einfach keine Geisteshaltung für das 21. Jahrhundert. Und wer glaubt mit purer Sturheit das 19. Jahrhundert zurückholen zu können, der wird sein blaues Wunder erleben. Oder in diesem Falle die rot-weiß-blaue Knechtschaft. Da kann man sich dann über hinzugewonnenen theoretische Souveränität freuen, während man faktisch noch abhängiger von Jemand anderem ist - bei dem man nichtmal eine Stimme hat.

Tut mir leid für alle Briten die das nicht so sehen und die gerne Europäer sind. Aber wie wir Deutschen selbst schmerzhaft gelernt haben: wenn man seine Ewiggestrigen nicht unter Kontrolle hält, dann reißen sie schonmal das ganze Land mit in den Abgrund.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
claus7447 07.09.2019, 11:37
14. Ich will ja ihnen nicht zu nahe treten ....

Zitat von iasi
sein. Die aufgeführten US-Ziele sind dann sicher auch auf der EU-Liste zu finden. Ein Abkommen mit GB wäre ein effizienter Hebel für die Verhandlungen mit der EU - und diese haben für die USA nun einmal die größere Bedeutung - also ein schneller Deal mit GB und dann die EU weichkochen. Bemerkenswert, wie unbesorgt sich die EU gibt und für wie unerschütterlich sie sich hält. Die europäische Selbstüberschätzung wird ja beim Iran-Abkommen sehr deutlich. Und beim Besuch in China freut man sich auf deutscher Seite ja schon, dass man Geschäfte in China machen darf.
... aber ich frage mich welcher Gedankenwelt muss man haben um so etwas zu schreiben?

Es geht um ihre Bemerkung Bemerkenswert, wie unbesorgt sich die EU gibt und für wie unerschütterlich sie sich hält. Die europäische Selbstüberschätzung wird ja beim Iran-Abkommen sehr deutlich. Und beim Besuch in China freut man sich auf deutscher Seite ja schon, dass man Geschäfte in China machen darf.

- zum einen - die EU hat in ihren Rahmenverträgen Standards - die werden für alle Länder gelten. Denn dies ist auch die Grundlage für den inner EU Handel.

- Meinen Sie es würde die Welt friedlicher machen, wenn nicht die EU Länder, die am Iran-Vertrag mitmachten versuchen würden den Blödsinn den Donny verzapft hat in Grenzen zu halten?

- Und wenn sie meinen das China als Markt vernachlässigbar ist, dann bitte. Aber es entspricht nicht den Tatsachen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
IchbinDu 07.09.2019, 11:39
15. 51. Staat

Merkt der UK-Trump eigentlich gar nicht, dass der USA-Trump sich gerade einen 51. USA-Staat bastelt?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kurzanbinden 07.09.2019, 11:40
16. Alles Rauchbomben

Das sind doch alles beideitige Rauchbomben. Trump bekommt Wählerpunkte dafür das Landesführer andernorts ihn scheinbar anhimmeln und scheinbar mit ihm Geschäfte machen wollen. Klingt fur Wähler erstmal gut. Johnson bekommt Wählerpunkte dafür das er scheinbar Alternativen zur EU gefunden hat und scheinbar andernorts ernst genommen wird. Klingt für Wähler erstmal gut.
Es kommt nicht drauf an was passieren wird - es kommt auf das an was man auf Rauchwände projeziert. Nur darauf kommt es an. Und natürlich das die Medien die Projektionen transportieren statt sich durch den Rauch bis an die Realität zu wagen. Und das klappt sowohl in USA (zb Fox news) und in UK (zb the Sun; leider auch inzwischen oft die BBC).

Denn die Politiker werden am Wahlerfolg gemessen - nicht am echten Erfolg.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DorianH 07.09.2019, 11:46
17.

Zitat von truth hits
Es sieht doch eigentlich jeder und noch dazu ist es folgerichtig, dass es mit der aktuellen Administration in Washington keinen vernünftigen, bilateralen Handelsvertrag geben kann. Die amerikanischen Forderungen wird das vereinigte Königreich in keinem Fall erfüllen können. Donald Trump und seine Berater werden stets die Maximalforderungen stellen, die das UK an die Wand drücken werden. Groß Brittanien wird kein Abkommen mit China verhandeln dürfen und ob es überhaupt unabhängig mit der EU27 beraten darf, steht dann auch in den Sternen. Die Isolation scheint vorprogrammiert. Es sind mit tödlicher Sicherheit nicht die USA, die den Briten in dieser schier ausweglosen Situation helfen werden. Man manövriert sich gerade ins gefrierende Packeis...beängstigend!
Bei dem, was sich die Briten denken, wird es mit keiner US-Administration einen Handelsvertrag geben. Ob da Trumpel sitzt oder ein anderer, spielt dann keine Rolle.

Bobbele ist ein Zwerg, möchte aber Konditionen wie ein Riese.
Wo das hinführt, kann sich jeder ausmalen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bernd Hofstetter 07.09.2019, 11:51
18. Eine Warnung

Es sollte eine Lektion und Warnung an alle sein, die glauben, dass ihr Land ohne EU-Mitgliedschaft besser führe. Wer zu klein ist, fällt unter die Räuber. Das muss das einst große britische Empire nun schon erahnen, obwohl es den Brexit noch nicht einmal vollzogen hat. GB ist tatsächlich noch ein großes und einflussreiches Land. Länder wie Frankreich oder Italien würden komplett untergehen in bilateralen Verhandlungen mit den großen Wirtschaftsblöcken. Von uns Deutschen, die wir vom Export abhängen, wie der Junkie vom Heroin, wäre es sowieso das definitive Ende.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
truth hits 07.09.2019, 11:51
19.

Zitat von mwroer
Es geht den Briten ja nicht um die wirtschaftliche Seite der EU - die EWG hat große Zustimmung gefunden im UK. Es geht den Briten einzig darum das sie mehr und mehr nationale Rechte an die EU abtreten sollen bzw. müssen. Wirtschaftlich hat das UK echt nicht zu klagen - sie sind Nutznießer der EU und haben 101 Ausnahmeregelungen. Nur darum geht es nicht - es geht um die nationale Souveränität. Das man das eine ohne das andere nicht haben kann dringt entweder nicht durch oder man ist bereit auf wirtschaftliche Vorteile zu verzichten um halt 'unabhängig' zu bleiben. Man muss das weder gutheißen noch verstehen - aber so ticken sie halt.
Genau das ist das Dilemma. Jahrzehntelange Disinformation über die EU, deren Ziele und Sinnhaftigkeiten. Das rächt sich nun. Im Übrigen beschnitt die EU keine Rechte im UK. Die Briten wussten immer, wie sie ihre Eigenheiten konservieren und leben konnten. Als politischer Mülleimer war Brüssel immer gut. Das wird zwar fast überall in Europa so gehandhabt, nirgends jedoch so perfide, wie auf der Insel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 16