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Mogel-Verpackung: Das Kompost-Komplott
DPA

Nie mehr ein schlechtes Gewissen, weil die Verpackung verrottet wie altes Laub: Die Industrie feiert biologisch abbaubare Kunststoffe als Mittel gegen Plastikmüll. Doch das Konzept hat große Schwächen.

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wish-master 25.10.2014, 11:14
1.

Also: Das Bioplastik ist also doch tatsächlich 100% kompostierbar (bzw. genauer gesagt auflösbar), es wird nur in der Praxis nicht durchgeführt, weil die Verwertungsabläufe nicht darauf eingestellt sind? Das ist aber dann doch kein Materialproblem, sondern nur ein Prozessproblem. Man kann die Plastikarten nicht unterscheiden? Vorschlag: Man lagere das verdächtige Plastik bis nach der maximalen Ablaufzeit. Das abbaubare Plastik sollte weg sein, mit dem Rest verfährt man wie gehabt. Und: Man überarbeite die genannte Norm, um dieses Plastik nicht mehr missverständlich als "kompostierbar", sondern lieber als "abbaubar" zu bezeichnen.

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konservativ24 25.10.2014, 11:17
2. Gegen die Plastikverschmutzung der Ozeane...

...kann Bioplastik zumindest ein Zeichen setzen, wenn es sich schneller zersetzt als das "klassische Plastik", das derzeit mit Millionen Tonnen in den Ozeanen treibt. Wobei es hier auch gegenläufige Tests gab, die Zweifel an der zertifizierten Dauer der Abbaubarkeit nähren. Da gibt es nich einiges zu tun. Am Besten ist immer noch der Verzicht auf Plastik. Ganz gute Informationen gibt es auch bei plasticontrol.de.

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ddrbewohner 25.10.2014, 11:32
3. Versteht man das richtig?

Bio Plastik ist also Bio, aber die Ölos sind zu blöde, damit umzugehen.

Also wird ein Produkt, das praktisch und ökologisch ist, verboten, weil man mit praktoschen und ökologischen Produkten umgehen kann und ersetzt es durch ökologische, aber dafür unpraktischen Produkte.

Und das, weil nur unpraktische (und natürlich teurere) Prdukte Bio sein dürfen?

Alles klar. Bio ist gut für anderer Leute Geldbeutel, ansonsten völlig sinnlos.

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mikaiser 25.10.2014, 11:32
4. Interessanter Arikel

ich habe die Plastikbeutel für Biomüll bisher mit gutem Gewissen verwendet. Da kann ich mir die Kosten ja in Zukunft sparen. Zurück zum Bio-Eimer auskippen und anschließend auswaschen, wieder meinen Ekel besiegen. Wer weiss, wofür das gut ist :-(

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gödölö 25.10.2014, 11:38
5. ganz tolle Idee

dumm nur, dass sich der Biomüllbeutelboden schon während der Befüllzeit auflöst, der trockene Randbereich dann später aber lange, lange durch's Gemüsebeet flattert.

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Tiananmen 25.10.2014, 11:38
6.

Zitat von
"Die Kriterien des Siegels besagen, dass Bioplastik unter industriellen Bedingungen nach drei Monaten zu 90 Prozent verrottet sein muss. Die Rottezeiten der Kompostieranlagen dagegen liegen meist zwischen vier und acht Wochen - je nachdem, welche Qualität der Kompost am Ende haben soll. Jeder Tag kostet extra. **Das lohnt sich bei Küchenabfällen oder Laub meist nicht.**"
Verstehe. Küchenabfälle und Laub sind kein Biomüll, sind nicht biologissch abbaubar. Sagt die Kompost-Industrie. Mein Komposter im Garten sagt etwas anderes. Gut, der ist ja auch kein Profi. Dilettant. Aber was sagen die Wälder? "Bitte keine Buchenblätter!" Was machen die eigentlich mit unserem Biomüll? Da sind nutzlose Küchenabfälle drin: vom Blumenkohl, Kartoffelschalten, faulige Tomaten... Umpacken in den Hausmüll?

Diese Industrie ist krank. Dann soll man halt das nicht verrottete Zeug am Ende aussieben und länger lagern lassen. Macht jeder Gärtner so.

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KJB 25.10.2014, 11:42
7. Abbaubar? Lieber verbrennen!

Jeder Kunststoff ist abbaubar. Die Frage ist lediglich die Geschwindigkeit des Prozesses und der Umgang mit den sich freisetzenden Stoffen. Plastik ist am besten in der Müllverbrennungsanlage aufgehoben. Klingt für viele weniger informierte Unweltschützer merkwürdig, aber bevor Öl oder Kohle als Brennstoff in Müllverbrennungsanlagen eingesetzt wird ist es besser man "recycelt" Plastik indem man es nach dem primären Gebrauch als Brennstoff einsetzt. Ethisch unbedenklicher als Öl für die Müllverbrennung zu verwenden und ökonomisch günstiger. Ganz nebenbei werden giftige Stoffe gleich mitverbrannt, gefiltert oder bleiben als Schlacke übrig welche man dann sicher irgendwo eintüten kann.

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ginger64 25.10.2014, 12:21
8. Grüner Punkt

#7 Heute, 11:42 von KJB
das sehen wir auch so, Mülltrennung und Verpackungscents helfen nur der Verpackungsindustrie und der Müllverarbeitung. Warum dreimal eingeschweisste Plätzchen kaufen? Das Müllverarbeiten ist billiger, wenn man die verschiedenen Stoffe einfach abwiegen und dann nach Bedarf mischen kann. :-))

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j.polz 25.10.2014, 12:24
9. Also, wenn ich das richtig verstehe

so ist jeder Stoff biologisch abbaubar. Die Frage ist nur wann!

In der Gesellschaft in der wir leben wird angestrebt, für jedes Bedürfnis mindestens ein geeignetes Produkt auf den Markt zu bringen.

Bioabfälle sind irgendwie unangenehm. Wer mag schon verschimmelte Brotreste aus der Verpackung zu nehmen, oder man denke gar an schimmlige Citrusfrüchte. Und deshalb wünscht sich der Mensch irgendwelche Materialien die Luftdicht sind und aus denen nichts raustropft.

Und irgendwie hat die Industrie diesen Wunsch aufgegriffen und Produkte hergestellt, die diese Eigenschaften haben und trotzdem in die alten Produktionsabläufe passen.

Gut, dafür muß man halt die Ettiketten, die man auf diese Produkte klebt, sprachlich gut formulieren oder besser gesagt verwirren! Aber damit kennt sich die Industrie ja gut aus.

Auch haben die staatlichen Organe mit derartiger Vorgehensweise ja, wie das schon bei den Inhaltsstoffen von Lebensmitteln oder gesundheitsschädlicher Aluminium- oder Plastiverpackung deutlich wird, keinerlei Probleme.

Und so wie wir ja auch für jedes Wehwehchen ein passende Pille kaufen können, so ist uns die jeweilige Bequemlichkeit wichtiger als irgendwelche schwerwiegenden Spätfolgen.

Denn dann kommt ja unser Gesundheitssystem zum Tragen, wo ja auch wieder privatwirtschaftlich Geld zu verdienen ist.

Nur und zurück zum Thema, die Betreiber der Kompostierungsanlagen wollen natürlich keine Plastikpartikel im Kompost haben und Sie und die Bauern, die mit dem Kompost wieder Lebensmittel wachsen lassen, die wollen das Plastik nicht im Essen haben.

Dies alles scheint der Industrie und leider auch der gekauften Politik egal zu sein.

Vielleicht sollt sich ja wirklich etwas ändern...

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