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Mogel-Verpackung: Das Kompost-Komplott
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Nie mehr ein schlechtes Gewissen, weil die Verpackung verrottet wie altes Laub: Die Industrie feiert biologisch abbaubare Kunststoffe als Mittel gegen Plastikmüll. Doch das Konzept hat große Schwächen.

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epsi 25.10.2014, 13:59
20. Chemie

Durch Kompostieren wird der Kunststoff zu CO2 und H2O. Durch Verbrennen wird der Kunststoff zu -- Richtig! -- CO2 und H2O. Dann ist verbrennen und Strom erzeugen eindeutig besser. Es kommt also auch darauf an, wie der Kunststoff gemacht wird und dass er unter "Normalbedingungen" verrottet.

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diefreiheitdermeinung 25.10.2014, 14:08
21. Also was nun ?

Alles paletti mit dem alten PVC und PE ? So jedenfalls lese ich es aus dem Artikel heraus, weil kompostierbare Verpackung keinen praktischen Vorteil bieten ? Was eigentlich schlägt der Verfasser vor ? Ich kann nur ein langes Klagelied vernehmen aber keine einzige Idee was man besser machen könnte.

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wiealle 25.10.2014, 14:13
22. So einfach...

...wie wir es gern hätten, ist es nicht. Zu den im Artikel dargestellten Problemen kommt noch ein leider nicht erwähnter Aspekt: viele der sogenannten kompostierbaren Kunststoffe sind hoch komplexe Verbindungen aus langlebigen und fast nicht biologisch abbaubaren Filamenten, die Reißfestigkeit oder Wasserfestigkeit gewährleisten, und leichter abbaubaren organischen Verbindungen, die diese Filamente verbinden und in Form halten. Bei der "Kompostierung" verlieren die langlebigen Filamente ihren Zusammenhalt, das Material zersetzt sich. Die verbleibenden Mikroteile verteilen sich aber in der Umwelt, bieten riesige Oberflächen und geben Schadstoffe effizient und über lange Zeiträume in die Ökosysteme ab. Wer wirklich die Umwelt schonen will, verzichtet: Edelstahlschüssel für den Biomüll, Einkaufstaschen mitbringen, regional einkaufen oder selber anbauen. Aber nicht mit Müllkompost düngen!

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Finsternis 25.10.2014, 14:14
23.

Der ganze "Bio" Schwachsinn in der Lebensmittelindustrie ist nur pures Marketing und dient dazu, die Preise künstlich anzuheben und fette Gewinne einzustreichen. Das geht schon so weit, dass Käsepackungen grüne Landschaften zeigen, gründe Schrift haben und überall selbsterfundene "Bio" Stempel die Verpackung zieren. Es kann gar nicht genug Bio sein, denn der Verbraucher denkt beim Wort "Bio" an Omas alten Hof und sieht im Kontrast die rauchenden Schornsteine der Chemieindustrie. Also will er lieber 2-3€ mehr zahlen, für das Gewissen. Es ist klar dass deshalb die Industrie diesen Blödsinn bis ins letzte Tröpfchen ausnutzt und wir irgendwann auch biologisches Benzin kaufen können um damit unsere Pflanzen zu gießen.

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quark@mailinator.com 25.10.2014, 15:07
24. Mal wieder ...

Die wievielte tolle, mit Milliarden gefütterte Umweltidee ist das nun schon ? Man bezahlt für die Beutel Geld ... ich nehme sie immer wieder mit in den Laden, aber seit die Ökowelle so richtig greift, halten die Dinger nur noch so 2..3 Touren. Dann sind die Henkel und ihre Befestigungen im Einer. Das Befüllen mit TetraPacks ist auch wesentlich schwieriger geworden, denn das neuere Zeugs reißt leichter auf als die kostenlosen Beutel früher. Nur um das zu klären: Ich kenne die mit Plastikbeuteln verseuchten Bachläufe anderer Länder und von mir aus können die Tüten im Laden ruhig was kosten. Sie sollten dann aber aus dem bestmöglichen Material sein, damit sie lange halten - oder eben wirklich kompostierbar sein (dann aber wieder (zumindest nahezu) kostenlos, da nicht umweltschädlich und nicht wirklich wiederverwendebar).

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quark@mailinator.com 25.10.2014, 15:20
25. Tendenziös

Sorry aber der Artikel ist zumindest teilweise tendenziös geschrieben. Nehmen wir die letzten Worte "In diesem Fall solle der Verbraucher auf Papiertüten zurückgreifen - oder die Folienbeutel im Hauskompost entsorgen. Wie lange sie dort liegenbleiben, steht nicht dabei." ... Dabei wird darüber erklärt, daß das Keimsiegel auf dem Beutel ist und das dieses die Einhaltung der genannten EU-Norm garantiert und das diese Norm eine 3-monatige Verrottung von mindestens 90% der Materialmenge erfordert. Also wo ist hier das Problem ?

Und mal ehrlich: Wenn etwas in 3 Monaten zu 90% verrottet, dann ist das besser als mancher Gartenabfall. Alte Äste halten sich mitunter jahrelang. Wenn ich das richtig sehe, sorgt das Material der Tüten dafür, daß sie, wenn sie in die Natur kommen (wilde Müllhalde) recht schnell verrotten. Und DAS ist das, was wirklich wichtig ist.

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RamBo-ZamBo 25.10.2014, 15:55
26. asdf

Zitat von sverris
1. Wenn die Verpackungen aus pflanzlichen Abfällen gemacht werden, zerfallen sie jedenfalls CO2-neutral. Wenn sie aus Erdöl sind, nicht. 2. Darf man fragen, warum dann nicht Materialien entwickelt werden, die etwas schneller zerfallen? 3. Dass es Plastikrecycling gibt, ist ja schön, aber das als Argument zum Nachteil abbaubarer Material zu erkären, ist arg kurzsichtig. 4. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung kann auch selbst kompostieren. Dann sind die Kompostierlagerzeiten durchaus weit länger. 5. Was passiert eigentl., wenn die pflanzlichen Verpackungen ins Meer oder in der Natur herumliegen? Da sind sie doch nach einigen Monaten spätestens verschwunden, im Vergleich zu Plastik!
1. Wenn man die Herstellung und Verarbeitung ausklammert, ja. Aber bei diesen Prozessen wird Energie gebraucht und damit entsteht CO2, und zwar in der Regel mehr als bei den herkömmlichen Thermoplasten!
2. Die Materialien müssen erstmal den Verwendungszweck erfüllen, das beißt sich mit schnellerem Verfall.
3. Es ist nunmal so, dass die Abbaubaren sich schlechter verarbeiten lassen und das Rezyklat von abbaubaren Polymeren in Extrudern zum Abbau neigt. Das kann den ganzen Prozess stören. Abbaubare Polymere sind schon bei der ersten Verarbeitung "zickiger", das stoffliche Recycling (zweite Verarbeitung) oft unmöglich.
4. Ja, aber viele abbaubare Kunststoffe zersetzen sich bei Außentemperatur wenig bis gar nicht. Man braucht industrielle Kompostieranlagen die wesentlich wärmer sind! Sonst sind die Zeiten nochmals deutlich länger. Wir reden dann von Jahren, nicht von Monaten.
5. Siehe 4. Aber es würde sicher schneller gehen als bei konventionellen. Und Vorsicht: Pflanzliche Kunststoffe müssen nicht abbaubar sein. Das Wort Bio-Kunststoffe (bzw. Biopolymere) steht für zwei ganz verschiedene Produkte: Polymere auf pflanzlicher Basis und abbaubare Polymere. Kunststoffe die beides vereinen sind eher selten. Bei Kunststoffen auf pflanzlicher Basis kommt man auch schnell wieder in die Diskussion um die Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion die wir von Biokraftstoffen kennen.

Alles in allem ist es wohl sinnvoller, konventionelle Kunststoffe zu erzeugen und thermisch zu verwerten, sprich zur Energiegewinnung zu nutzen. Ich finde das besser als das Erdöl ohne Zwischennutzung direkt zu verbrennen, was mit ca. 70% des Öls passiert. Zu Kunststoff werden nur ca. 5%. Bei der Kunststofferzeugung steckt man ja noch Energie zusätzlich hinein, wäre doch Schade diese nicht zu nutzen.

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barbarine 25.10.2014, 16:03
27. Der Plasitktütenwahn ist mir unbegreiflich ...

... ich weiß nicht, wann ich meine letzte Plastiktragetüte gekauft habe. In meiner Handtasche befindet sich schon seit vielen Jahren immer ein kleiner Stoffbeutel, ausreichend für den kleinen Einkauf zwischendurch. Für den großen Einkauf am Wochenende nehme ich dann gezielt ausreichend Stofftaschen mit. Solche Beutel halten bei halbwegs guter Pflege - nämlich keiner - jahrelang. Danach wären sie vermutlich sogar kompostierbar. In den 70igern (oder 80igern?) gab es den Spruch "Jute statt Plastik". Die Jutetaschen sind heute dünneren Baumwollbeuteln gewichen, aber das Plastik wird gerade bei den Verpackungen der preiswerten Lebensmittel beim Discounter, andere kann ich mir mit knapp mehr als Hartz IV leider nicht leisten, immer mehr. Es ist so absurd, wie wenig sich in den vergangen 30 bis 40 Jahren wirklich positiv geändert hat. An den Zaubertrick des kompostierbaren Plastik habe ich noch nie geglaubt, denn wie schon im Artikel steht: Woher soll der Joghurtbecher wissen, ob er gerade noch im Regal steht, oder ob er schon verrotten darf/soll?

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c218605 25.10.2014, 16:17
28. Zeitfrage

Verwendete bisher 'Katzen Bestes' Öko Plus Katzenstreu, kompostierfähig
und zu 100% biologisch abbaubar.

Aber das Dreckszeugs ist auch nach mehr als 1 Jahr im Kompost noch fast genauso gut zu erkennen wie ein entsorgter Gummireifen.

Nehme nun wieder das gleich teure weisse mineralische. Ist doch auch
Natur und biologisch abbaubar ist letztendlich alles ausser Plutonium.....

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Schweizer 25.10.2014, 16:41
29. Denken Journalisten auch ab und an mal selber???

- Es ist doch von vornherein klar, dass "Bio"Plastik erst verottet, wenn das was drin war 10 mal über dem Haltbarkeitsdatum ist. Also wird das mit dem Kompostieren nix.
- Wir verbrennen unseren Müll in sehr guten Anlagen. Kommt dort kein Plastik mehr rein brauchen die mehr Öl oder Gas. Wo ist der Sinn primär Rohstoffe zu verbrennen und potenzielle Rohstoffe zu kompostieren ohne dass ausser CO2 etwas entsteht??
- Das einzig wirklich interessante ist: Wie lange brauchen solche Plastikteile in der Natur, vor allem im Meer bis sie weg sind. Aber dazu gibt es keine Antwort, denn dazu ist zuviel Arbeit und Gehirn nötig, dies raus zu finden ....

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