Forum: Wirtschaft
Monopoly und Zentralbanken: Quantitative Lockerung an der Schloßallee
DPA

Der Sohn macht auf Oligarch, die Zentralbank steuert direkt in die Liquiditätsfalle und der Papa sinniert über den Goldstandard. So geht es zu, wenn in Ökonomenhaushalten Monopoly gespielt wird.

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VPolitologeV 29.12.2014, 15:25
1. Vermutungen

Bestimmt wird sich gleich jemand zu Wort melden, der Herrn Münchau sagt, daß er absolut keine Ahnung habe, ein weiterer wird sich auf DM und Goldstandard freuen, noch einer auf den Untergang der EU - mal ehrlich, als wäre eine nationalere Regierung freundlicher - und einer wird von Zinsknechtschaft und Bankverschwörungen bramarbasieren.

Und ich, ich freue mich auf konstruktive Diskussionen - keine Verlautbarungswandzeitungen.

In diesem Sinne: Guten Rutsch!

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kantundco 29.12.2014, 15:36
2. Die Mär vom bitterbösen Goldstandard

Leider fehlen in dem - diesmal durchaus amüsanten Beitrag - die "zivilisatorischen Eigenschaften" des FIAT-Moneys zur Finanzierung von Kriegen. Irgendwann, irgendwie und von irgendwem muss staatliche Schuldenmacherei und Aufblähung der Zentralbankbilanzen immer bezahlt werden, Herr Münchau. Sicher, da fallen ein paar Millionen Kriegstote nicht ins Gewicht, wird ja gleichzeitig die Rüstungsindustrie angekurbelt und damit Arbeitsplätze geschaffen. Dass man auch mit einem Goldstandard die Konjunktur "atmen" lassen kann - geschenkt. Denn dafür müsste man ja erst einmal sparen und damit nicht produktives Kapital anhäufen.

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ykarsunke 29.12.2014, 15:48
3. klingt fair

das angebot klingt fair, und wenn ökonomen mir ein fair klingendes angebot machen, werde ich gemeinhin sehr, sehr misstrauisch (zur nachahmung ausdrücklich empfohlen!). nachdem ich als gegenleistung allerdings nur meinen mund halten muss über ein thema, von dem ich sowieso nichts verstehe, gehe ich diesmal gerne darauf ein :-)

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tkirchner 29.12.2014, 15:51
4. Doppelte Buchführung

Das Liquiditätsproblem der Monopolybank hat nicht mit dem Geldsystem zu tun, sondern hat zwei Ursachen: 1. die Bank hat keine Bilanz mit Aktiva und Passiva, sondern ist ledigliech eine Geldumverteilungsmaschine. Also wie der Staat, und der ist bald genauso Pleite wie Ihre Monopolybank. 2. Wenn die Bank Aktiva hätte, könnte sie die im Repomarkt in Liquidität verwandeln und sich von Ihrem Junioroligarchen Liquidität gegen Sicherheiten besorgen.
Liquidität hat nichts mit dem Geldsystem zu tun.

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forsell 29.12.2014, 15:56
5. Natürlich...

Zitat von VPolitologeV
"Die moderne Zentralbank und unser modernes Geldsystem gehört zu den größten zivilisatorischen Fortschritten der Geschichte."
Deswegen hat auch das "moderne Geldsystem" -worin die inhaltliche "Modernität" begründet ist, erfarhren wir bei Münchau leider nicht- zu der größten Krise der Geschichte geführt.

Aber OK, wenigstens Münchaus Themen-Agenda für die kommenden Wochen ist präzise umrissen: Sammeln von Online-Mehrheiten für das bevorstehende QE. Münchau nun als Politiker?

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Adolfrausch 29.12.2014, 15:56
6. Es macht am Ende keinen Unterschied ...

ob die unermesslichen Schulden durch Gold oder wertloses Papiergeld getilgt warden. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind in beiden Fällen gleich, egal ob das vorhandene Gold nicht reicht (wie früher) oder hinter dem Papiergeld keine materiellen Güter stecken (wie heute).
Der Unterschied heute ist lediglich der, dass man die fehlende Substanz (für die Tilgung der Schuldenberge) durch Gelddrucken länger verheimlichen kann. Ich bin gespannnt, wann der Schwindel auffliegt?

Und noch was: Liege ich richtig mit der Annahme, dass das folgende Zitat aus dem Artikel ironisch gemeint ist? Unter Zivilisation verstehe ich jedenfalls andere Errungenschaften:

"Der Grund, warum die Krise unseres Jahrzehnts etwas milder verläuft, liegt vor allem an den modernen Zentralbanken, die sich an Preisstabilität orientieren, und nicht am Gold oder irgendwelchen anderen Götzen. Die moderne Zentralbank und unser modernes Geldsystem gehört zu den größten zivilisatorischen Fortschritten der Geschichte."

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fm880 29.12.2014, 15:59
7. Die Liquiditätsfalle

bei Keynes beschreibt doch einen Zustand, bei dem die Zentralbank die Geldmenge stark ausweitet und es dennoch trotz niedriger Zinsen nicht zu einer Zunahme der Investitionen in der Realwirtschaft kommt. Die Verwendung dieses Begriffs im Zusammenhang mit einer unzureichenden Geldbasis der Zentralbank ist m. E. falsch.

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Werner Holt 29.12.2014, 16:01
8. Die einzig interessante Frage ist

Ob der Herr Münchau, das wirklich glaubt, was er hier verkündet, oder ob er klüger ist und sich schon mal mit physischem Gold eingedeckt hat. Nur Gold ist Geld, seit ca 8000 Jahren. Mal stieg es, mal fiel es, es fiel aber nie ins Bodenlose. Gold kann man nicht drucken. Dieses Jahr sind fast alle Rohstoffe gefallen, außer Gold das hat sich nach dem manipuliertem Absturz 2012 nicht nur stabilisiert, sondern ist gemessen in Euro um ca 15% gestiegen. Anfang des Jahres kostete das Kilo Gold ca 27 000 Euro, zur Stunde über 31 000 Euro. Tendenz steigend.

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brux 29.12.2014, 16:03
9. Meinung

Meine Meinung zum QE habe ich schon und sie wird sich ändern: Das ist nach EU-Recht illegal. Die EU wird katastrophal scheitern, wenn das Recht nicht mehr gilt. So einfach ist das.

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