Forum: Wirtschaft
Monsanto: Kläger in Glyphosat-Prozess akzeptiert niedrigeren Schadensersatz
AFP

Die Richterin im Glyphosat-Prozess gegen Monsanto wollte die Strafzahlung für den krebskranken Dewayne Johnson deutlich reduzieren. Nun willigte er ein - um die Last eines neuen Verfahrens zu vermeiden.

mgmvip 01.11.2018, 06:52
1. Wie bei der Automobilindustrie

Auch hier sehen wir schön wie der Landwirtschaft die Hand vor dem Mors gehalten wird. Und selbst wenn es Menschenleben kostet. Frau Klöckner erzählt wie gesund alles ist und Beweise werden durch ständig neue Gutachten zerredet. Die
Ministerin spricht von Landwirten die in ihrer Existenz bedroht sind. Wie die Autobranche.
Und der Chemie -Konzern hat Narrenfreiheit.
Die Mentalität der Politiker ist wirklich das letzte. Volkspartei und christlich, Fehlanzeige .

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Affenhirn 01.11.2018, 07:16
2. Die Frage bleibt bestehen

Es ist bei sehr viel kleineren M&A. Deals Standard, diese als Asset Deal auszuführen. Dabei übernimmt man alles Assets, also alle Ausstattung des Unternehmens und seine Mitarbeiter, aber eben nicht die Altlasten.
Kann es wirklich sein, dass so etwas gerade bei einem Chemie-Unternehmen - und dann noch in den USA - für unnötig betrachtet wurde? Da müsste eigentlich zum einen die Berater-Vermögenschadenhaftpflicht, aber andererseits die D&O-Versicherung der entsprechenden Manager bei Bayer ordentlich belstet werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MisterD 01.11.2018, 08:16
3. Mal ehrlich...

Selbst wenn das Zeug krebserregend ist... 79 Millionen Dollar? Wieso muss man solche Leute zu Multimillionären machen? Tun es nicht auch 10 Millionen? Soll eine Firma wie Bayer am Ende in den Konkurs gehen, weil einige naive Amerikaner geglaubt haben sie versprühen Rosenduft und keine giftigen Chemikalien? Wenn man sowas sprüht hat man entsprechende Schutzkleidung zu tragen, verdammt nochmal... tut man es nicht... Pech gehabt... als Hausmeister war es ihm zu teuer 200 Dollar in Schutzkleidung zu investieren und jetzt soll Bayer 79 Millionen zahlen? Absurd...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
forscher56 01.11.2018, 08:20
4. Glyphosat soll Ernten schützen, nicht Grünanlagen

Es wird doch immer behauptet, Glyphosat sei in der Landwirtschaft unverzichtbar, schütze Getreide und andere Feldfrüchte und sichere die Existenz der Farmer. Der Einsatz in Grünanlagen und Ziergärten ist somit ein klarer Missbrauch dieses Giftes. Ich hätte Mr. Johnson keinen Cent Entschädigung zugesprochen (und ich besitze keine Bayer-Aktien).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kumi-ori 01.11.2018, 08:37
5.

Zitat von Affenhirn
Es ist bei sehr viel kleineren M&A. Deals Standard, diese als Asset Deal auszuführen. Dabei übernimmt man alles Assets, also alle Ausstattung des Unternehmens und seine Mitarbeiter, aber eben nicht die Altlasten. Kann es wirklich sein, dass so etwas gerade bei einem Chemie-Unternehmen - und dann noch in den USA - für unnötig betrachtet wurde? Da müsste eigentlich zum einen die Berater-Vermögenschadenhaftpflicht, aber andererseits die D&O-Versicherung der entsprechenden Manager bei Bayer ordentlich belstet werden.
Bayer macht gern die Bad Bank für die Branche. Bayer hat auch einige Jahre früher Schering übernommen, und hat jetzt den Duogynon-Skandal an der Backe (der von der Justiz runtergekocht wird; man hofft darauf, dass das letzte Opfer bald verstorben sein wird). Jetzt eben Monsanto.

Was Bayer bezweckt, ist allen ein Rätsel. Der Imageschaden ist gewaltig. Ich kenne mich ein wenig in der Brache aus. Die Bayer-Kollegen verlassen das Schiff wie die Ratten. Niemand hat mehr Lust, sich das anzutun.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
current3 01.11.2018, 10:15
6. Einsatz von Glyphosat in Roundup

Zitat von forscher56
Es wird doch immer behauptet, Glyphosat sei in der Landwirtschaft unverzichtbar, schütze Getreide und andere Feldfrüchte und sichere die Existenz der Farmer. Der Einsatz in Grünanlagen und Ziergärten ist somit ein klarer Missbrauch dieses Giftes. Ich hätte Mr. Johnson keinen Cent Entschädigung zugesprochen (und ich besitze keine Bayer-Aktien).
Wenn Sie nach der Werbung von Roundup gehen, ist der Einsatz in Blumenbeeten, auf Rasen und in der Garangeneinfahrt durchaus möglich. Es gibt sogar eigene Produkte dafür!

https://www.roundup.com/en-us

Ich kann verstehen, wenn man fordert, dass der Einsatz von Glyphosat auf ein Minimum reduziert werden soll (Verbot des Einsatzes in Gärten o.ä.). Aber warum Sie der Meinung sind, dass keine Entschädigung gezahlt werden soll, weil es sich um Grünanlagen gehandelt hat und nicht um Felder, das verstehe ich nicht. Verursacher ist zunächst mal der, der ein giftiges Produkt verkaufgt, ohne angemessen vor Risiken zu warnen - was wohl der Fall sein wird, wenn ein Unternehmen zu einer solchen Geldstrafe verurteilt wird...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
willibaldus 01.11.2018, 10:16
7.

Bayer wird wohl in Revision gehen. Der Kläger sollte den Sonnenschein verklagen, den hat die gleiche Behörde als sicher krebserregend einsortiert, nicht als "krebsgefahr kann trotz hunderter anderlautender Studien nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wunsiedel 01.11.2018, 10:17
8. Mister D

Von den 79 Millionen bekommt die Anwaltskanzlei über 90%, denn sie haben auf eigene Kosten geklagt und der Kläger zahlte dafür nichts. Das ist in den USA Usus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ardbeg17 01.11.2018, 21:59
9.

Die meisten hätten auch fünf Millionen akzeptiert. Bleiben ja noch drei übrig, wenn der Anwalt seinen Teil abgerschöpft hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren