Forum: Wirtschaft
Müllers Memo: BIP, BIP, hurra!?
DPA

Jetzt ist es amtlich: Deutschlands Wirtschaft droht eine Überhitzung. Das sollte die gesamte wirtschaftspolitische Agenda auf den Kopf stellen.

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Annabelle_ 12.11.2017, 22:29
40. Das System überdreht vor lauter billiger Arbeitskraft und überhitzt

Jetzt müssen schnell wieder findige neoliberale Experten her, die es so zurecht justieren, dass es abkühlt, dabei aber unbedingt weiterhin die kleinen Leute ausgebeutet werden. Wir schauen gespannt!

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rkinfo 12.11.2017, 22:36
41. Arbeitskräfte finden keine bezahlbaren Wohnungen ...

In den unteren und mittleren Einkommen ist Mobilität nicht mehr möglich.
Es gibt heute großen Ärztemangel, aber seit Jahren auch zuwenige Studienplätze.
Bei den Ingenieuren sind heute Top-Qualifikationen gefragt, was der immer schlechtere Unterbau bei den Schulen einfach nicht mehr hergibt.

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spmc-129372683232763 12.11.2017, 22:46
42. Darf man daran erinnern,

daß solche "Überhitzungen" in Deutschland in der guten alten Vor-€- Zeit erfolgreich mit einer Aufwertung der D-Mark beeinflußt wurden ! Andere Staaten ,deren Wirtschaft schwächelte( vor Allem so gut wie alle Mittelmeerstaaten ), halfen sich entsprechend mit einer Abwertung ! Zusätzlich profitierten sie von der deutschen Aufwertung!Jetzt regelt In der EU alles die Geldpresse der EZB!! Es lebe die Planwirtschaft!

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whitewisent 12.11.2017, 23:07
43.

Zitat von Frida_Gold
Wie passt denn dieser angebliche Fachkräftemangel zu den seit Jahrzehnten stagnierenden Löhnen?
Vieleicht nochmal deutlicher. Durch das hohe Alter der Beschäftigten gibt es in den kommenden Jahrzehnten einen immer größeren Bedarf an entsprechend qualifizierten Nachwuchs um die selbe Leistung zu bringen. Und die besteht nunmal sowohl in der Produktion als auch in banalen Aufgaben wie Dienstleistung und Versorgung.

Wenn mehr als die Hälfte eines Jahrgangs studiert, aber zwei Drittel der neuen Rentner aus Facharbeiterberufen und entsprechenden Angestelltenverhältnissen stammen, gibt es einen Fachkräftemangel bei diesen "Indianern". Ich habe im vergangenen Jahrzehnt drei Azubis begleitet, welche nach Abschluss der Ausbildung nicht etwa diese Fachkraft im Lehrbetrieb oder einem Unternehmen der Branche einsetzten, sondern es folgte immer ein Studium. Dadurch gingen aber drei Realschülern die Ausbildungsmöglichkeiten verloren, da sie angesichts der Bewerberkonkurenz nicht zum Zuge kamen.

Dort ist eines der Probleme zu suchen, viel zu Viele befassen sich nur noch mit der Verwaltung des Vermögens, nicht mehr mit dessen Erschaffung. Dazu kommen etwa 10% eines jeden Jahrgangs, welche keinerlei Schulabschluss erhalten. Dort ist das andere verdrängte Problem zu suchen, welches jenseits der stigmatisierten Hauptschüler besteht. Damit fallen 75% der Schulabgänger aus dem Pool heraus, aus dem Fachkräfte wie Bäcker, Tischler oder Krankenschwestern früher gewonnen wurden. Nun kann man vieleicht sogar diese Lücke durch Zuwanderer aus der EU und anderen Ländern füllen, nur merkt wirklich niemand den "heißen Sprengstoff", der damit verbunden ist, wenn die "Arbeiterklasse" aus Migranten rekrutiert wird, während die Führungspositionen genauso wie Leistungsempfänger des Sozialsystems überwiegend Einheimische sind?

Höhere Löhne werden in Deutschland mit schöner Regelmäßigkeit auf alle Gehaltsgruppen prozentual verteilt. Dadurch schafft man keinen Anreiz für einen Abiturienten, nicht zu studieren. Genauso schafft man es durch realistische Gehaltssteigerungen auch nicht, das Gehaltsgefüge unterer Geringqualifizierter so zu steigern, dass der Leistungsbezug unattraktiv ist, und man sich den Mühen einer Erwachsenenausbildung zu einem zweiten (oder ersten Beruf) aussetzt.

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Nandiux 12.11.2017, 23:12
44.

''Eigentlich sollte die Inflation jetzt deutlich anziehen. Tut sie aber nicht. Die Konsumentenpreise steigen nur verhalten, ebenso die Löhne.''

Also gibt es auch keine Gefahr der Überhitzung. Zumindest nicht in der REALWIRTSCHAFT. Auf den Aktien und Immobilienmärkten sieht es freilich anders aus.

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Aquifex 12.11.2017, 23:20
45.

Zitat von Frida_Gold
Wie passt denn dieser angebliche Fachkräftemangel zu den seit Jahrzehnten stagnierenden Löhnen?
Warum beseitigen denn steigende Löhne den Fachkräftemangel? Sie würden für ein Pfund Kaffee auch nicht 25,- zahlen, Oder? Den zusammenhang, dass die Löhne exorbitant steigen, weil es zu wenig Bewerber gibt, gibt es nicht, weil die Jobs keine unendliche Wertschöpfung hergeben. Dann die Stelle eben nicht besetzt und die Produktion nicht angefahren. Ist doch ganz logisch.

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badbentham 12.11.2017, 23:46
46. Auch eine Form des Aufschwungs

Das Phänomen "Aufschwung" in Deutschland lässt sich vermutlich nicht auf die eigenen Fundamentaldaten zurückführen, sondern primär auf Faktoren wie ein nach wie vor schwacher Euroraum, der durch die EZB am Tropf am Leben erhalten wird. Schwache Konkurrenz, und das Geld drängt (Stichworte: Börse/Immobilien) , notgedrungen möchte man sagen, auf den eigenen Markt, ohne dabei in Investitionen zu fließen. Hinzu kommen günstige Arbeitskräfte, etwa (nur als Beispiel) aus Spanien. Die "Hitze" resultiert aus der Kühle der umliegenden Galaxis, plus eigener Schwerkraft. Wenn es, absehbar, wieder global abwärts geht, und/oder die Zinsen steigen sollten, wird es interessant.

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Paul-Merlin 13.11.2017, 00:44
47. Überhitzung der Realwirtschaft ist eine Mär

"Eine Überhitzung liegt vor, wenn das aktuelle Wirtschaftswachstum die dauerhaft zur Verfügung stehenden Produktionsmöglichkeiten übersteigt. Diese Differenz (im Ökonomenjargon "Produktionslücke" genannt) wird in Deutschland immer größer. " Das ist Unsinn. Wäre dem so, dann würde die daraus folgende kräftige Nachfrage nach Arbeitskräften die Löhne nach oben treiben und das Teilzeitkräfte-Unwesen abgebaut werden. Das erleben wir aber gerade nicht. Die Lohnentwicklung ist generell weiterhin verhalten und keineswegs sind die Unternehmen in großem Stil geneigt wieder Teilzeitstellen in Vollzeitstellen umzuwandeln. Im Niedriglohnsektor erleben wir sogar, dass durch allerlei Tricks der Mindestlohn immer öfters wieder unterschritten wird. Der einzige Bereich der wirklich boomt ist die Börse, wo dank der Geldflutung durch die EZB die Kurse immer absurdere Höhen erreichen.

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schocolongne 13.11.2017, 00:48
48. Ach gottchen, lieber Herr Müller, Ihre Meinung ....

....brauchen wir jetzt wirklich nicht auch noch.

Das Geschwafel der sog. "Wirtschaftsweisen"... schon mal alles auf einer Zeitachse überprüft? -peinlicher geht's nimmer. Man sollte die "Wirtschaftsweisen-Show" einfach ganz abschaffen, schon vor über 50 Jahren, hilft -oder hätte der Konjunktur geholfen und dem Bundeshaushalt Kosten erspart.

Es ist doch so: die von Ihnen und div. "Wirtschaftsweisen" bemängelte Szenerie, dürfte es nach Eurer Schule so überhaupt nicht geben... aber sobald "Musterschüler" Jens Weidmann von Prodi übernimmt, kommt garantiert der Absturz.

Wir haben eine Parallelgesellschaft, in welcher nicht die Arbeit, sondern nur die Spekulation zählt.

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schocolongne 13.11.2017, 00:52
49. wirr, wirrer, whitewisent...

Zitat von whitewisent
In welchem Land oder Computersimulation lebt Herr Müller eigentlich? In Deutschland herscht ein Fachkräftemangel in so gut wie allen Wirtschaftsbereichen, selbst der Öffentliche Dienst kann seine Stellen nicht mehr mit genügend qualifizierten Kandidaten besetzen. Das Problem ist, daß ein Großteil der 2,5 Arbeitslosen zu gering qualifiziert sind, in den falschen Berufen oder gar nicht ausgebildet sind, nicht in der Nähe der zur Verfügung stehenden Arbeitsplätze leben und als Langzeitarbeitslose nicht mehr in den Arbeitsmarkt integrierbar sind. Von Kranken und Arbeitsunwilligen gar nicht erst zu reden. Ein 45jähriger Dachdecker mit Hauptschulabschluss und Bandscheibenvorfall kann eben nicht so leicht zum Altenpfleger oder Mechatroniker umgeschult werden. Ein Zuwanderungskonzept, was kurz- und mittelfristig die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes berücksichtigt. Klingt gut, nur gehen komischerweise die meisten Parteien von dauerhaften Zuzug von Arbeitnehmern samt Familie aus. Und soviele ausgebildete Altenpfleger und Mechatroniker mit ausreichenden Deutschkenntnissen warten nun auch nicht an den Grenzen auf ihr Arbeitsvisum. Die Europa muß stabilisiert werden, nicht die Eurozone allein! Wer nur ein Europa ohne Rußland, die Türkei und Norwegen für die Hauptaufgabe der Politik hält, scheitert sowohl kontinental als auch global, wo das winzige Europa gleich mehreren Wirtschafts- und Machtblöcken ohne solche Erwägungen gegenübersteht, und es eigentlich dankbar ist, mit Deutschland zumindest noch über eine echte Führungsmacht zu verfügen, da sich die anderen G7er zu Scheinriesen entwickelt haben.
sorry: Latrinenparolen...

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