Forum: Wirtschaft
Müllers Memo: Das Ende der Globalisierung
DPA

Die Gegner des freien Handels gewinnen weltweit Einfluss auf die Politik. Die Folgen werden schwerwiegend sein - gerade für die Exportnation Deutschland.

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Herr Knigge 03.10.2016, 15:53
30. Wo ist der kritische Blick?

Herr Müller, Sie schreiben hier, als wenn die Globalisierung der Allheilsbringer wäre. Dabei lassen sie komplett ausser Acht, auf wessen Schultern die Globalisierung zu Wohlstand führt: auf den Schultern IHRER Kinder. Wer heute Raubbau an Umwelt und Sozialwesen treibt, der muss sich morgen über Flüchtlinge (Wirtschaft und Krieg), Umweltkatastrophen etc. nicht wundern.

Die Ursprungsidee der Globalisierung ist eine unbestritten gute: "ich kann etwas besser als du, du etwas besser als ich - lass uns tauschen und bei gewinnen!"

Die heutige Globalisierung jedoch basiert auf Subventionen (nichts anderes als Strafzölle, auch in Deutschland sehr beliebt) und dem Ausnutzen niedriger Sozial- und Umweltstandards in anderen Teilen der Welt. Von daher kann man es nur begrüßen, wenn man diesen Irrsinn zurückfährt. Subventionen runter, Energie- und Umweltkosten real machen. Und dann kann jeder wieder das tun, was er am Besten kann und die Globalisierung wirkt dort, wo es sinnvoll ist. Schöner Nebeneffekt: Auch IHRE Kinder gucken Sie morgen nicht nur noch mit dem Ar*** an.

Und ja: natürlich bedeutet das für Deutschland Wohlstandsverlust. Wie immer, wenn man die Schulden zurück zahlen muss, die man nicht sinnvoll und wertsteigernd angelegt hat.

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akhora 03.10.2016, 15:53
31. Schiedsgerichte

Alles gut und schön, Herr Müller. Aber was ist mit den privaten Schiedsgerichten, mit denen internationale Konzerne wie Monsanto (jetzt Bayer) Regierungen durch exorbitante Strafgelder dazu zwingen könnten, den Verbraucher- und Umweltschutz auszuhebeln? Ist das alles nur Propaganda der von Ihnen so geschmähten Gegner des Fortschritts?

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unikum70 03.10.2016, 15:55
32. Was soll's

ich steh morgen früh doch wieder auf und lebe mein Leben,obwohl mir H.M.zum wiederholten mal weiß machen will es geht zu Ende. bla bla bla

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salomonh71d 03.10.2016, 15:58
33. Wir sind global

handeln, denken, tauschen global. Sog. Handelsverträge streben die Kontrolle über die Warenflüsse an. Dies wird aber zunehmend und berechtigt abgelehnt. Denn in der Profitlehrenjagd nach immer niedrigeren Lohnstückkosten und Profit/Renditemaximierung geraten alle unter die Räder, sogar die Superreichen!
Woher kommt denn der Negativzins? Zeitarbeit? Sittenwidriger Lohn? Bolognisierung des Bildungssystems? Analphabetentum? Durch sinnloses Abhängen ganzer Kontinente werden Krisen und Kriege heraufbeschworten, Überbevölkerungen erzeugt, Ressourcen sinnlos vergeudet.
TTIP, TISA, CETA, ACTA etc. sollen das neoliberal-globale Chaos noch weiter zementieren. Was natürlich noch mehr Flüchtlinge aus überbevölkerten Gebieten nach Europa zwingt. Man kann nicht länger aussitzen und Technokraten+Oligarchen schalten und walten lassen. Es geht nicht mehr so weiter.

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johnnypistolero 03.10.2016, 15:58
34. morgen...

Zitat von michael1971
Wir sind auf Gedeih und Verderb auf diese Produktivitätssteigerung angewiesen, um unseren Wohlstand als Exportnation zu erhalten und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Unser System kann nicht überleben, wenn die Steigerung der Güterproduktion, des Konsums zum Stillstand kommt, dazu müssen das Patentsystem der USA übernehmen und ihr Rechtssystem, das geistiges Eigentum schützt, auch wenn dadurch Anwälte einen großen Teil des BIP ausmachen wird, doch das schafft wiederum Arbeitsplätze. Wenn unser Konsum irgendwann nicht mehr jedes Jahr um mindestens 3% jährlich steigt, können wir definitiv einpacken - und dann gute Nacht westliche Welt!
können sie ab 6h diverse Supermärkte stürmen, ab ca. 9h diverse Kaufhäuser... und die Konjunktur ankurbeln... Michael1971 sei dank, das unsere westliche, auf Konsum getrimmte Welt, nicht untergehen wird

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maipiu 03.10.2016, 15:59
35. Bescheidene Frage:

Woher, Herr Professor, nehmen Sie denn die Welten/Erden, die wir bräuchten, um Ihre Version der Globalisierung zu realisieren?

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ThomasSalzmann 03.10.2016, 16:00
36. Welthandel wird es immer geben.

Die Frage die sich stellt ist unter welchen Bedingungen. Es macht für Mensch und Umwelt wenig Sinn Produkte nur weil sie irgendwo billiger produziert werden können von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Produkt mehrmals um den Globus reisen zu lassen.Dass sind Ressourcenverschwendungen die wir ohne Bauchschmerzen einfach lassen können. Zum anderen geht es nur allzu oft nur um Gewinnmaximierung. Und hat mit dem wohl der Menschen nicht wirklich viel zu tun. Es stellt sich ja auch die Frage der Qualität der Arbeitsplätze. Der Staat sollte die Globalisierung nicht mit Billigarbeitskräften subventioniren müssen damit andere Kasse machen können.Weniger ist manchmal mehr, freier Handel ist eine feine Sache aber nicht um jeden Preis

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Europa! 03.10.2016, 16:01
37. Eine Pause bei der Globalisierung kann der Welt nur gut tun

Die Globalisierung hat schon vor Jahrunderten begonnen, in den letzten zwei Jahrzehnten aber ein rasendes Tempo gewonnen und viele indigene Strukturen zerstört. Es geht ja nicht bloß um Handelsströme, sondern auch um Migration und kulturelle Gleichmacherei. Es muss nicht an jeder Ecke ein MacDonalds, ein Starbucks oder ein Dönerstand stehen. Man muss nicht auf die Malediven fliegen, um Urlaub zu machen. Ein paar Jahre der Besinnung auf die eigenen Traditionen kann Europa nur gut tun. Und die Wirtschaft der Entwicklungs- und Schwellenländer hat ohne den Konkurrenz- und Ausbeutungsdruck der internationalen Konzerne eine Chance, sich selbständig zu entwickeln. Auch wenn es die brutalen Propheten der Globalisierung nicht hören wollen: Schutz vor äußeren Einflüssen kann gerade für die Länder Afrikas und Asiens durchaus eine Lösung sein. Siehe dazu: "Handel ist Krieg" von Y. Tandon.

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rudi_ralala 03.10.2016, 16:03
38.

Zitat von michael1971
Wir sind auf Gedeih und Verderb auf diese Produktivitätssteigerung angewiesen, um unseren Wohlstand als Exportnation zu erhalten und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Unser System kann nicht überleben, wenn die Steigerung der Güterproduktion, des Konsums zum Stillstand kommt, dazu müssen das Patentsystem der USA übernehmen und ihr Rechtssystem, das geistiges Eigentum schützt, auch wenn dadurch Anwälte einen großen Teil des BIP ausmachen wird, doch das schafft wiederum Arbeitsplätze. Wenn unser Konsum irgendwann nicht mehr jedes Jahr um mindestens 3% jährlich steigt, können wir definitiv einpacken - und dann gute Nacht westliche Welt!
So etwas schreiben Foristen, die nur in der Lage sind bis zur nächsten Tür zu denken. Es gibt kein ewiges Wachstum.
Irgendwann müssen wir uns mit dem begnügen, was wir haben.
Was der Mensch braucht, findet er in seiner Umgebung.

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kritischer-spiegelleser 03.10.2016, 16:04
39. Was heisst Globalisierung?

Dass wenige große Wirtschaftsunternehmen die Welt beherrschen. Das widerspricht dem Dogma noch vor einigen Jahren, wo der Wettbewerb das Alleinseligmachende war. Die Handelsmacht nicht an ein paar wenige abzugeben heisst nicht gleichzeitig Beschränkungen des Welthandels. Man sollte nicht übertreiben!

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