Forum: Wirtschaft
Müllers Memo: Der Mindestlohn wird für Deutschland zur Falle
AP

Bislang hat der gesetzliche Mindestlohn kaum Jobs gekostet. Kein Wunder: Angesichts der günstigen Konjunktur ist die Untergrenze leicht verkraftbar. Aber das wird nicht so bleiben - Deutschland braucht dringend eine Arbeitsmarktreform.

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berlin99 06.04.2015, 10:52
10. Mindestlohn vs Sozialabgaben

Der Bericht ist ja unglaublich. Problem ist doch nicht der Mindestlohn sondern die zu hohen Abgaben. Hat der Schreiber mal überlegt, was 8,50 Euro als Monatslohn bedeuten? Und was haben die sogenannten Experten schon alles falsch gedeutet. Da sind ja die Wetterprognosen noch besser! Und in diesem Zusammenhang darf man die hohen Subventionen an Unternehmen nicht vergessen und die Zuschüsse an Geringverdiener. Das muss endlich beendet werden. Arbeit die in Deutschland nicht bezahlbar ist sollte es dann nicht geben. Die Horrorszenarien sind einfach nur lächerlich.

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amuseemanc 06.04.2015, 10:52
11. Mindestlohn notwendig.

"...sollten Jobs am unteren Ende der Lohnskala von Abgaben entlastet werden - damit der Mindestlohn nicht zum Boomerang wird."

Dies wäre vielleicht die beste Methode gewesen, dann hätte es auch keinen gesetzlichen Mindestlohns bedurft.

Doch hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Der Staat kann es sich nicht leisten diese Arbeitnehmerschichten zu entlasten. Das ist das Ergebnis einer völlig verfehlten Wirtschafts- und Finanzpolitik, die seit mindestens 3 Jahrzehnten stets nur die Wirtschaft entlastet hat.

Das ganze Sozialsystem müsste längst auf breitere Füße gestellt werden - insbesondere die Rente, dann hätte es auch keine unselige Riesterrente bedurft. Eine Maßnahme, die die ohnehin schon von Altersarmut betroffenen Menschen noch schlechter gestellt hat.

Stattdessen verabschieden sich die besser Gestellten immer mehr aus der Finanzierung des Sozialsystems. Nicht mal die Hälfte aller Arbeitnehmer tragen noch etwas dazu bei - mal abgesehen von den Steuern.

Solange das so bleibt, wird man auf einen Mindestlohn nicht verzichten können.

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bauausdo 06.04.2015, 10:52
12. Richtig verstanden?

Weil in der Krise die Gutverdiener zu gut verdienen, sollen die Geringverdiener schlechter gestellt werden? Lassen Sie mich raten, zu welcher Gruppe Sie gehören.

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jakam 06.04.2015, 10:53
13.

Was wir uns fragen ist: Wo bekommen sie nur immer diese Aussagen her? Fragt man im Freundes- und Bekanntenkreis hört man nie was von den angeblichen Lohnsteigerungen, im Gegenteil, alle sagen unisono aus, daß sie eher weniger als mehr netto zur Verfügung haben und immer mehr sich urlaube sparen und auch nicht genau wissen, wie sie zu Sonderkosten, die nun mal in einem echten Leben anfallen, auch noch für eine lebenswürdige Rente zusätzlich sparen sollen. Ihre Traumtänzer-Behauptungen lassen sich in der Realität selten bis nie bestätigen - erklären sie uns mal bitte diese Diskrepanz. Und nein, es handelt sich nicht um Sozialversager, sondern wir sprechen hier von fast ausschließlich Akademikern.
Jobkiller? Das wußten alle, außer ihnen anscheinend, daß das Blödsinn ist. Menschen mit einem sowieso schon geringen kaum lebenswerten Lohn zu versorgen ist nicht die neue Geißel des verdammten Shareholder Values.

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sossossos 06.04.2015, 10:54
14. Was denn nun?

Entweder kann man uns vorwerfen zu billig zu produzieren und zu viel zu exportieren oder man wirft uns vor, dass unsere Lohnnebenkosten zu hoch sind und diese gesenkt werden müssen. Aber uns beides in einem Artikel zum Vorwurf zu machen geht nicht. Das ist nicht konsistent, Herr Müller.

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klausbrause 06.04.2015, 10:54
15.

Zitat von lukas11111
Musste mir letztens in der Gastwirtschaft mein Bier sogar selbst Zapfen, da aufgrund des Mindestlohns die Bedienung entlassen wurde.
Und noch schlimmer: Ich musste es sogar selbst trinken!

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moi1 06.04.2015, 10:55
16.

Warum überhaupt noch Lohn zahlen. Weltweit übersteigt die Sklavenarbeit Ausmasse die die Antike und Südstaatliche Baumwollplantagen um ein vielfaches Übersteigt. Deutschland muss da mithalten und "wettbewerbsfähig" sein. Keine Schweinerei die wir nicht auch oder besser können.

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neue_mitte 06.04.2015, 10:56
17. ...

Zitat von lukas11111
Musste mir letztens in der Gastwirtschaft mein Bier sogar selbst Zapfen, da aufgrund des Mindestlohns die Bedienung entlassen wurde.
Wenn eine Bedienung entlassen werden muss, nachdem sie jetzt nach Jahrzehnten zum ersten Mal einen halbwegs fairen Lohn bekommt, dann stimmt etwas im Geschäft nicht. Da können Sie hier provokativ jammern, wie sie wollen.

Entweder sind Sie ein Geizkragen, der nicht bereit ist, etwas mehr für seine Getränke zu zahlen, oder die Bar ist schlecht geführt.

Wenn jemand einen "Hungerlohn" bekommt, geht er zum Amt und stockt auf. Wer bezahlt das? Wir alle. Wir sozialisieren damit die Sauerei, die der Unternehmer betreibt, um mehr Profit zu machen.

Wenn jemand jetzt einen fairen Lohn bekommt, wer bezahlt das? Auch wir alle. Aber ohne Verwaltungsapparat dazwischen und mit mehr Selbstwertgefühl für den Arbeitnehmer, der jetzt nicht mehr aufstocken muss, keinen Gang zum Amt tun muss.

Es ist eine win-win-Situation. Und wenn der Mindestlohn dafür sorgt, dass sich ein Geshäftsführer den Porsche eine Nummer kleiner bestellen muss, haben wir auch etwas zur Verkleinerung der oft beschriebenen Gehaltsschere getan.

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chilischweiz 06.04.2015, 10:56
18. Deutschland, Europa und die Welt

Deutschland wird für seine Exporterfolge in der EU und von den USA kritisiert. Die können nur zurückgehen, wenn die Deutschen Lohnstückkosten relativ steigen, entweder über höhere Löhne oder über höhere Sozialabgaben. Wenn man unterstellt, dass ein Abschwung Deutschland nicht überdurchschnittlich trifft, verschärft ein Abschwung die Problematik relativer deutscher Effizienz, weil er die weniger effizienten Länder umso härter trifft. Ich entsinne mich, bei der Einführung des Euro wurde dieser als Mittel gepriesen, Europa an die Zwänge steigenden globalen Wettbewerbsdrucks heranzuführen, insbes. in Hinblick auf die Dynamik seiner Alterspyramide... "The times they are a changin'", auch wenn Wettbewerbsdruck und Demographie gleich bleiben...

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Drscgk 06.04.2015, 10:56
19. Solange Deutschland exportlastig ist,

solange ist der Mindestlohn zu niedrig und überdies die Fläche zu klein, auf der der Mindestlohn wirkt. Solange trotz Mindestlohns die Mondgehälter des TOP-Managements beibehalten werden können und sogar im zweistelligen Prozentbereich erhöht werden, solange findet ausgedehnte Reichenmast durch Armenschröpfung statt. Genau das wird für Deutschland zur hochverdienten Asozialfalle.

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