Forum: Wirtschaft
Müllers Memo: Der Mindestlohn wird für Deutschland zur Falle
AP

Bislang hat der gesetzliche Mindestlohn kaum Jobs gekostet. Kein Wunder: Angesichts der günstigen Konjunktur ist die Untergrenze leicht verkraftbar. Aber das wird nicht so bleiben - Deutschland braucht dringend eine Arbeitsmarktreform.

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onkel_faultier 06.04.2015, 19:38
450.

Zitat von khaaldrogu
ist nicht der Mindestlohn, sondern die Unternehmen die mit diesen Menschen sprichwörtliche Ausbeutung betreiben.
Sobald Unternehmen im Wettbewerb stehen, kann das aber schwierig werden. Der Mindestlohn in Polen ist 2,31 und in Tschechien 1,95:

https://www.mindestlohn.de/hintergrund/mindestloehne-in-europa/

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regelaltersrentner 06.04.2015, 19:41
451.

Zitat von typomann
… sind die negtiven Weissagungen nicht eingetreten! Wer sagt uns nun, dass Ihre entgegengesetzten negativen Weissagungen bei der nächsten Abwärtsspirale eintreten werden? Alles Vermutungen! Das einzige, das zutrifft ist, dass ganz wenige Menschen in unserem Land viel zu viel Geld besitzen und Arbeitskraft abschöpfen. Die müsste mal der Staat abschöpfen! Schreiben Sie doch da öfter mal drüber, da lägen Sie sicher immer mit Ihren Weissagungen im grünen Bereich!
Gerade mal 3 Monate nach Einführung sind sie in der Lage, die Auswirkungen des Mindestlohnes zu erkennen?

Sollten wir nicht mal ein Jahr warten, wie sich der Arbeitsmarkt, zb. in der Gastronomie, Landwirtschaft oder bei den Taxis entwickelt?

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53er 06.04.2015, 19:51
452. Nochmal lesen,

Zitat von curiosus_
.... wenn z.B. BMW seine Preise weltweit um z.B. 10% erhöhen würde der Absatz darauf NullKommaNichts reagieren würde? Und wenn BMW seine Preise weltweit um z.B. 10% erniedrigen würde ebenso? Ernsthaft? Vergessen Sie in diesem Zusammenhang „die Qualität deutscher Produkte“ (was nicht heißen soll dass sie nicht vorhanden wäre), aber auch da ist der Absatz preissensibel. Was denn sonst? Selbst wenn Sie mit Spitzenqualität handeln (z.B. mit Stradivaris oder Picasso-Originalen), so werden Sie bei einer Versteigerung mit jeder Preissteigerung weniger Bieter haben. Ob Ihnen das passt oder nicht, es ist so.
ich habe nicht behauptet, dass die Nachfrage nach einem Gut sich NICHT analog dem Preis ändern würde. ABER diese Änderung kann durch gute oder schlechte Qualität entsprechend gemildert oder verstärkt werden. Wer glaubt, er könne allein durch Einsparungen am Lohnniveau seinen Export steigern (und somit auch den Exportüberschuss der BRD) beeinflussen, der liegt falsch und ein Unternehmen, das diese krude Theorie zur Praxis macht, hat schon verloren. Viele gescheiterte Unternehmen, die vergeblich versuchten, große Teile ihrer Produktion ins Ausland zu verlagern und damit Kosten zu senken, belegen das. Wenn ein Unternehmen nichts falsch macht, bringt ein höheres Lohnniveau auch zufriedenere und engagierte Mitarbeiter. Ihnen mag das vielleicht nichts Wert sein, im Gegensatz zu vielen erfolgreichen, mittelständischen Unternehmen in Deutschland.

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lemmy 06.04.2015, 19:55
453. @pom_muc: Heute einen Clown gefrühstückt ?

Zitat von pom_muc
Sollten Sie im Niedriglohnsektor arbeiten dann liegt es vermutlich daran dass Ihre Arbeitsqualität zu schlecht für bessere Entlohnung ist. Frankreich/Irland/Benelux also 100 Millionen haben einen etwas höheren Mindestlohn. 300 Millionen haben einen z.T. sehr viel niedrigeren Mindestlohn. D liegt nicht im Durchschnitt sondern (geschätzt) im oberen Viertel.
So, so: "Ursache für Arbeiten im Niedriglohnsektor ist also die schlechte Arbeitsqualität, die man/frau da abliefert." !? Geht´s noch, oder haben Sie heute einen sprichwörtlichen Clown gefrühstückt ? Ihr kompletter Duktus - das entnehme ich auch ihren anderen Kommentaren heute zu diesem Thema - ist samt und sonders geprägt von einer "Gutsherrenart", von der ich annahm diese sei seit Ende des Mittelalters ausgestorben. Aber "Hut ab", ihre respektlose, dekadente und herablassende Art über Menschen mit wenig Einkommen zu urteilen, ist konsequent zynisch bis zum Ende durchgezogen. Bis zu Ihrem letzten Post, wonach man sich Ihrer Meinung nach "natürlich" mit 100 € im Monat ganz prima ernähren kann, wenn man z.B. ausschließlich Kartoffeln zu sich nimmt.
Da haben Sie "natürlich" recht ! Die Arbeiterklasse im Industriezeitalter der Jahrhundertwende hätte sich vermutlich damals gefreut über so eine selbstgefällige Großzügigkeit Ihres "Lehnsherren", aber gottlob leben wir heute in anderen Zeiten. 60 - 80 Sunden Wochenarbeitszeit für zwei Zentner Kartoffeln im Monat, dafür lohnt es sich zu leben, am besten in einem gut isolierten Pappkarton, der tut´s dann "natürlich" auch, eigentlich.
Leute wie Sie sind das beste Beispiel für eine dringende Reform dieses neoliberalen Gesellschafts- und Wirtschaftssystems. Und nein: ich ziehe jetzt nicht nach Kuba, obwohl man da herrlich Urlaub machen kann. In der Karibik Urlaub machen in "fetten" Yachten, das überlasse ich lieber Leuten wie Ihnen, die vermutlich auf Kosten derer leben, die es ja - mangels Leistung - auch nicht besser verdient haben. Sieben, Acht, Gute Nacht !

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Peter Bernhard 06.04.2015, 19:58
454. warum

Ich werde schon auf die Überschrift hin für mich der Frage nachgehen, ob die Notwendigkeit von Mindestlohn nicht damit begründet werden kann, dass zu wenig übrig bleibt nämlich für eine Marktwirtschaft die mit Preisen funktioniert. 500 Milliarden, also die Häfte des Schaffens werden über den Staatlichen Sektor also "gewinnenslos" verteilt - keine Preise -, und hinzu kommen noch jede Menge Monopolstrukturen, die ebenfalls nicht an Marktpreise gebunden sind. Da bleiben dann für eine äh "SPD" als kämpferische gerade noch 19 Prozent übrig, z.B. Staatsgebühren 50%, Monopole 31%. Mich wundert nun, ob es also logische Gründe hat, dass es einen Niedriglohnbereich gibt. Finde ich interessant: wenn die Vereinbarungen von Preisen zu Nichtpreisen funktionieren soll, muss es etwas Drittes geben, dass dies "Sinn macht". Gelernt habe ich, dass speziell Gewerkschaften Produktivitätsgewinne erkämpfen sollen - und früher war das eben die starke DM in einem weitaus weniger produktiven romantischen Ausland. Warum die angeschnittene Logik aber an Staatsgrenzen festmachen?

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53er 06.04.2015, 20:02
455. Wenn Sie mich als Steuerzahler

Zitat von EraserFS
Achja, der Kern dieses Artikels besteht in der Aussage dass der Mindestlohn die Löhne nach unten noch unflexibler gemacht hat und das sich dies nachteilig auf Beschäftigung auswirkt, sollte Nachfrage nach Arbeit durch verminderten Absatz bspw. durch eine kleine Krise nicht mehr durch Lohnkürzungen kompensiert werden KÖNNEN und stattdessen durch verrimgerte Beschäftigung kompensiert werden MUSS. Schon dieser simple Zusammenhang scheint für den durchschnittlichen Spiegel Online Leser inakzeptabel zu sein - oder eben unbegreiflich. Was ist besser? Verringerter Lohn + Aufstockung oder Arbeitslosigkeit also 0€ Lohn + 100% Arbeitslosengeld? Manchmal (ver-)zweifle ich wirklich an meinen Mitbürgern.
fragen, dann lieber 100 % Arbeitslosengeld. Das wird im Großen und Ganzen aus dem paritätisch bezahlten Beitragstopf finanziert. Den Aufstockerlohn bezahle ich als Steuerzahler immer mit, ob ich will oder nicht. Und je mehr Aufstocker, desto mehr Steuern (und somit Subventionen für offensichtlich unfähige Unternehmen) müssen bezahlt werden. Wahrscheinlich zahlen Sie nur wenige Steuern oder können Steuerzahlung vermeiden, somit stellt sich für Sie die Frage nicht.

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arkon_de 06.04.2015, 20:02
456.

Zitat von romaval
der Mehrzahl der Foristen glaubt, dann geht es Vielen schlecht.Wenn man dann die vollen Autobahnen sieht, die vollen Innenstädte, die vollen Geschäfte, dann muß man schon darüber nachdenken wo denn all die sind, die aufstocken müssen.Mütter mit ihren Kindern bei Mc.Donalds anstatt sich für einen Bruchteil dessen was das kostet, zuhause selbst zu kochen etc...
Das nennt man selektive Wahrnehmung.
Weil die 9,1% der Bevölkerung die Mindestsicherung nach SGB2 oder SGB12 beziehen zuhause sind und kochen (soweit es ihnen möglich ist) siehst du die natürlich nicht bei MCDonnalds und kannst sie nicht wahrnehmen.

Das bedeutet aber nicht das es sie nicht gibt, sondern nur, das wir nur die 91% der Bevölkerung sehen.

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voiceecho 06.04.2015, 20:02
457. Schon wieder Mindestlohn?

SPON berichtet in letzter Zeit oft über Mindestlohn! Was ist los?
Warum wird so dagegen gehetzt?
Der Mindestlohn ist meiner Ansicht nach, die einzige Errungenschaft von Frau Merkel als BK, auch wenn das Gesetz viele Korrekturen braucht, in erster Linie, was seine viel zu niedrig angesetzte Höhe angeht.
8.50 ist definitiv zu niedrig und zwar für alle Branchen! Wenn irgendein Arbeitgeber was anders behauptet, dann ist er entweder ein realitätsferner Ausbeuter oder hat kein tragfähiges Wirtschaftskonzept! Beides wird unweigerliches zur Pleite führen, mit oder ohne Mindestlohn! Vater Staat hat nicht die Aufgabe sittenwidrige Löhne mit Steuergelder zu finanzieren. Wer Vollzeit arbeitet, MUSS sein Lebensunterhalt selber finanzieren können, das muss gesetzlich verankert sein.

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Demokrator2007 06.04.2015, 20:03
458. Wenn dieser Memo-Müller bereit ist für unter 8,50 Euro...

..die Stunde zu arbeiten, wobei man sich fragt, was an solchem Blödsinn Arbeit sein soll, kann man das Thema nochmals auf eine Agenda nehmen, so aber ist gebrauchtes Klopapier mehr wert als dieser Gedanke.

Fakt ist doch das die Strolche, die allen anderen in die Taschen greifen wollen, dabei vornehmlich denen die sich am wenigsten dagegen wehren können, fast immer bei sich selbst Ausnahmen sehen.
Das war bei dem Walter Riester (Rentenprofiteur) so, bei Peter Hartz (Hartz4 Erfinder und VW Partymacher) bei H.W.Sinn (UnSinn), Wolfgang Clement (EX-SPD Arbeitsmarktpfeife und oberster Zeitarbeit-Sklavenhalter, Gas-Gerd Schröder und den anderen schrägen Vögeln so-sparen ja aber nur bei den anderen.

Wenn diese Ex republikanische Tea-Party-Slut Michelle Bachmann

http://www.spiegel.de/politik/ausland/michele-bachmann-vergleicht-barack-obama-mit-andreas-lubitz-a-1027212.html#ref=rss

Obama mit den Germanwings Piloten vergleicht, weil er dem Iran eine neue Chance geben will, dann sehe ich im bundesdeutschem Asiverhalten der sog. Leistungsträger eine der Hauptursache dafür das verzweifelte Menschen ihr Leben "in den Boden rammen", denn die wollen den Armen in Deutschland eben auch keine Chance geben, wieder aus deren Sumpf herauszukommen.

Ciao
DerDemokrator

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Liberalitärer 06.04.2015, 20:04
459. Aufstocker/Handwerk

Zitat von regelaltersrentner
Der Lehrlingslohn betrug 2009 bei meinem Jüngsten im 3 Lehrjahr gegen 900 Euro. Ich meine, dass das nicht wenig ist und man nach Abschluss über 3000 Euro verdienen kann. Richtig ist, das bezüglich der Arbeitsplätze sich etwas getan hat im Elsass, bei den Jugendlichen scheint das nicht angekommen sein.
Der französischen Wirtschaft geht es nicht gut und die Arbeit ist schlicht anders verteilt. Minjobber und Niedriglohn usw. gibt es kaum, der Kündigungschutz ist stark, die Gewerkschaften auch, Die Staatsquote ist sehr hoch.

Das ist allerdings kaum eine Folge des Mindestlohns. Die Folgen des Mindestlohns werden insgesamt überbewertet. Sehr lesenswert hier

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hartz-iv-mindestlohn-hilft-nur-wenigen-aufstockern-a-964782.html

Daraus

"Das IAB rechnet indes damit, dass die Ausgaben für das Arbeitslosengeld II durch den Mindestlohn allenfalls um 700 bis 900 Millionen Euro jährlich sinken. Durch Mehrausgaben für Wohngeld und Kinderzuschlag falle der Einspareffekt noch geringer aus."

Die ganzen Hartz Gesetze haben auch eher zu einer Umverteilung von Arbeit geführt und als sehr negativer Effekt die Sparquote erhöht und Kapitalexporte begünstigt, wobei ein erheblicher Teil des Kapitalexporte (es wurde darauf hingewiesen) immer darauf zurückzuführen ist, dass sich Investoren im Ausland bessere Gewinne versprechen (Wachstumsaussichten). Es ist im Endergebnis ein Spiel, jedenfalls bei flexiblen Wechselkurse ist da nichts zu gewinnen oder besser insgesamt (volkswirtschaftlich) nichts im Einzelfall (betriebswirtschaftlich) schon.

Recht haben Sie damit, dass mit einer handwerklichen Ausbildung nicht unbedingt schlecht fährt. Der Markt für Akademiker wird sicherlich nicht besser werden.

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