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Müllers Memo: Wenn die Maschinenstürmer doch recht behalten
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Namhafte Ökonomen prophezeien: Die Digitalisierung wird massiv Arbeitsplätze vernichten - gerade jene der Mittelschicht.

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galbraith-leser 27.07.2014, 07:38
1. Politiker können darauf keine Antwort haben...

denn sie denken maximal in Vier-Jahres-Zeiträumen - bis zur nächsten Wahl. Meistens aber nur von Tag zu Tag.

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kone 27.07.2014, 07:39
2. Jeder ...

Zitat von sysop
Namhafte Ökonomen prophezeien: Die Digitalisierung wird massiv Arbeitsplätze vernichten - gerade jene der Mittelschicht.
... mit Augen zum Sehen, Ohren zum Hören, und dazwischen einem Gehirn, muss die Entwicklung die der Autor beschreibt, doch wahrnehmen.
Die Frage, wie die massiven Produktivitätsgewinne, die durch Digitalisierung und Automatisierung anfallen, dazu eingesetzt werden können, die Existenzen der Menschen zu sichern, deren Einkommensgrundlage sie vernichten, gehört besser heute als morgen auf die gesellschaftspolitische Tagesordnung.
Mag sein, daß wir derzeit in Deutschland noch auf der "Insel der Seligen" leben, und viele potenziell Betroffene deshalb noch genervt abwinken, aber die Entwicklung in anderen europäischen Ländern zeigt doch an, daß das, was der Autor mit "Verarmung der Mittelschicht" meint, bittere vor unserer Haustür bittere Realität ist.
Das kan niemandem egal sein.

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Andreas.K 27.07.2014, 07:48
3. Arbeitsmarktreform

Wie man mit arbeitslosen Menschen umgeht wird sich künftig ändern müssen.
Wie im Artikel beschrieben funktioniert die Schaffung neuer Jobs in anderen Bereichen nur bis zu einem gewissen Grad.
Die Gesellschaft wird sich damit abfinden müssen dass nicht mehr alle Menschen zur Arbeit gebraucht werden - oder das nicht mehr alle Menschen in der Lage sein werden einer Arbeit nachzugehen.
Die jetzige Arbeitsideologie, der Wunsch nach Vollbeschäftigung, der Druck auf Menschen sich Arbeit zur Sicherung der Existenz zu suchen, das alles wird dann nicht mehr haltbar sein.
Über kurz oder lang wird ein System nötig das es Menschen erlaubt, auch ohne Arbeit ein bescheidenes Leben führen zu können.

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epicur 27.07.2014, 07:50
4. Verteilung

Viele Verwaltungstätigkeiten sind über kurz lang durch Computer zu ersetzen. Ich selbst arbeite in einem Bereich in der eine Vielzahl der Tätigkeiten auch von Computern übernommen werden können. Alle Regierungen müssen sich überlegen, wie man mit dem damit geschaffenen Werten umgeht. Vielleicht kam man einen Teil des Gewinns abschöpfen und damit sinnvolle Tätigkeiten finanzieren. Man sollte bereits Strategien entwickeln, wie man damit umgeht. Tut man dies nicht werden tatsächlich viele verarmen.

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cato-der-ältere 27.07.2014, 07:53
5. Das Hauptproblem

Das Hauptproblem für die Menschen ist nicht die technische Veränderung an sich sondern die sture Unveränderlichkeit des Denkens der politischen Klasse.

In der simplen, quasi-religiösen Welt der Marktgläubigen bringt der freie Markt immer das Beste hervor, und sind die Arbeitslosen selbst hauptverantwortlich für ihre Misere. Weil sie nun mal nicht so clever und dynamisch sind wie die "Leistungsträger", wenn nicht gar faul.

Es wird schon immer ignoriert dass in unserem System mehr oder weniger Arbeitslosigkeit unvermeidlich ist, und sich herum gedrückt Konzepte zu entwickeln wie die davon Betroffenen ohne Traumatisierung, als respektierter Teil der Gesellschaft leben können.

So wie "zu wenig" Nahrungsmittel nicht dafür entscheidend sind ob jemand hungert, denn dafür ist fast immer schlicht der Mangel an Geld verantwortlich für dass man sich etwas kaufen könnte. So ist es ist kein Produktions- sondern ein Verteilungsproblem. So wenig ist der Schrecken der Arbeitslosigkeit ein Problem von Automatisierung. Es ist eine grundfalsche aber tief verwurzelte Ansicht über das Wesen der menschlichen Gesellschaft. Die marktliberalen Konservativen paradoxerweise gerade die angeblich christlichen, spielen hier die fatalste Rolle.
Es wird schlicht nicht anerkannt dass die Ressourcen die eine Gesellschaft hervor bringt Ergebnis der ganzen Gesellschaft ist. Selbst der Arbeitslosen die klaglos die Zeche für die Systemfehler zahlen und der Klofrau die unsere "Leistungsträger" von der Zeit und Mühe entbindet ihr Klo selbst zu putzen.
Der Reichtum der entsteht wird von diesen Betonköpfen und -herzen als ausschließlich den Vermögenden eigen betrachtet, sogar noch vor Steuern, von denen sie dann greinend etwas "abgeben" müssen, nachdem ihre Topberater alle "Gestaltungen" ausgeschöpft haben.

Wenn nur ein zivilisatorischer Fortschritt in den Köpfen möglich wäre der auf das Wohl aller abzielt und man sich von dem Wahn lösen könnte dass es eine Sünde oder ein fataler Fehler ist den Reichtum breiter zu verteilen, wenn gemeinnützige Tätigkeiten geschaffen würden für die Arbeitslosen der Zukunft, usw.. dann könnte man mit Zuversicht nach vorne schauen. Auch wenn der materielle Reichtum sich nicht mehr sonderlich steigert. Aber die Technik entwickelt sich, die Mentalität und der Egoismus scheinen zu verharren.

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loops-2000 27.07.2014, 07:58
6.

Ja, dann sollte man das Grundeinkommen (Harzer 4.0) schleunigst festlegen.

Alles andere ist sich in die Tasche lügen...

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leserlich 27.07.2014, 08:03
7. aber...

immer noch wird über wachstum UND arbeit geredet und damit der fakt negiert, dass es mit fortschreitender digitalisierung und automatisierung auch in zukunft nie genug arbeitsplätze geben wird.
deshalb sollte zuerst von der politik die frage diskutiert werden, wie ein bedingungsloses grundeinkommen finanziert werden kann.

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OnkelJack 27.07.2014, 08:11
8. so ein Quatsch

Oje... ich bekomme es mit der Angst zu tun wenn so ein Unsinn von eigentlich gebildeten Menschen geäußert wird. Die Digitalisierung schafft auch Unmengen an Arbeitsplätzen, Softwareentwickler, Administratoren, Rechenzentren die Verwaltet werden müssen... auch niedrig Qualifizierte Jobs ziehen hier nach, Security für Rechenzentren, Putzfrauen, Servicekräfte für das leibliche Wohl der hochqualifizierten IT Angestellten :-) ... der Arbeitsmarkt bewegt sich und das ist gut so. Stillstand ist ein Rückschritt. Wer möchte schon den Arbeitsmarkt von vor hunderten Jahren, wo wir womöglich als Tagelöhner eine Karre im Logistikbereich ziehen müssten? Die Gesellschaft passt sich an und entwickelt sich weiter ... und das ist gut so!

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chopperreidhere 27.07.2014, 08:11
9. Ganz einfach

Bedingungsloses Grundeinkommen. Anders wird sich dieses Problem nicht lösen lassen. Sonst gibts keinen 'Rise of the machines' sondern einen 'Rise der Wegrationalisierten'

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