Forum: Wirtschaft
Müllers Memo: Wenn die Maschinenstürmer doch recht behalten
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Namhafte Ökonomen prophezeien: Die Digitalisierung wird massiv Arbeitsplätze vernichten - gerade jene der Mittelschicht.

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sternfalke77 27.07.2014, 12:16
110. Kleines Beispiel :

Habe Schlosser gelernt, später ausschließlich Blechverarbeitung mit und in all seinen Facetten. Von Hand, später kamen NC-gestützte Maschinen zum Einsatz, dann CNC-gesteuerte.

Die Produktivität stieg und stieg. Ebenfalls die Qualität und die prozeßsichere Reproduzierbarkeit selbiger.
Da gab es noch eine Refa-Abteilung, auch Konstrukteue,- dann den
techn.Zeichner, der uns mit selbigen versorgte.
Lageristen versorgten uns mit Rohmaterial, dass sie auch vom LKW abluden, einlagerten und verwalteten.
Es gab einen Musterbau für neue Produkte und optimierung der Vorhandenen.
Der Werkzeugbau fertigte Stanzwerkzeuge,- Gießformen usw. und wartete und reparierte all das.

Dann bekamen wir zunächst die erste Laserschneidanlage. Ich habe mit 3 anderen Kollegen CAD-Kurs, CNC-Kurs, Laser-Kurs und Wartungs/Rep-Kurs der Anlagen absolviert.

Kann es nicht ganz genau beziffern, aber jeder Laser-Arb.platz hat mind.5 andere eingespart. Techn.Zeichner, Werkzeugbauer, Lagerist, Musterbauer und Refa.
Jeder von den Laser-Fachkräften bekam 2 (!!) DM
Lohnerhöhung.
Und da begann das Lasern erst. Die späteren Anlagen von Trumpf und Finnpower, verfuhren schneller- als die Augen folgen konnten.

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Leser161 27.07.2014, 12:20
111. Mehrere Schrittte denken...

Zitat von NatanRay
Das hat es schon immer gegeben. Seit es so etwas wie einen Handel oder Wirtschaft gibt, ist der Mensch bemüht die Produktion zu steigern und günstiger zu machen....!
Das Problem ist, dass es Dinge die es immer gegeben hat nicht immer positiv waren. Wir müssen schauen wie wir damit umgehen, einfach mal abwarten und sich überrollen lassen hat noch nie funktioniert.

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7eggert 27.07.2014, 12:22
112.

Erstes Kapitel Marx: Preis = Arbeitskosten + Mehrwert.

Und wenn die Arbeit nun ein Computer macht, dann ist der Wert der Arbeit das, was ein Computer an Strom braucht. Ob ein Mensch davon leben kann, der in Konkurrenz zum Computer steht, ist dann die Frage. Oder eigentlich nicht, denn die Antwort kann man sich selbst geben.

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blurps11 27.07.2014, 12:26
113.

Zitat von oldman2000
Das was die Autoren beschreiben, ist nichts anderes als Fortschritt und ist dieser Fortschritt denn nicht gewollt? Sollten Maschinen uns denn nicht das Leben leichter machen, sodass wir für wichtigere Dinge den Kopf frei haben, als für stupide Arbeitsvorgänge? Ist nicht auch unser derzeitiges System, mit möglichst wenig Mitteln, möglichst viel zu erwirtschaften, der Faktor, der diese Entwicklung fördert?
Ja, natürlich ist Fortschritt gut. Streitet doch niemand ab.

Zitat von oldman2000
Wichtig ist eben vor allen Dingen, das mit dieser Veränderung auch richtig umgegangen wird.
Da liegt leider der Knackpunkt. Haben Sie denn den Eindruck, dass in Deutschland ausserhalb winziger Nischen auch nur darüber nachgedacht wird ? In Politik und Medien und bei den "Experten" ist immer noch Vollbeschäftigung das Leitmotiv. Daneben wird nichts geduldet.

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curiosus_ 27.07.2014, 12:26
114. Jeder, der für 5 Pfennig ...

Zitat von sysop
Namhafte Ökonomen prophezeien: Die Digitalisierung wird massiv Arbeitsplätze vernichten - gerade jene der Mittelschicht.
... entschuldigung, 2,56 €-Cent, denken kann, weiß das schon seit seiner Geburt.

Produktivitätszuwachs führt nun mal zu Arbeitsplatzverlusten. Das war schon vor hunderttausenden von Jahren so, als der Mensch die Nutzung des Feuers eingeführt hat. Und die schlesischen Weber z.B. sind verarmt, als die mechanischen Webstühle durch Webmaschinen ersetzt wurden.

Das hat (theoretisch) ja auch was Gutes, es kann zum Paradies auf Erden führen – nahezu alles wird von Maschinen erledigt, Zustände wie im alten Rom. Nur dass Sklaven durch Maschinen ersetzt werden.

Das steht und fällt aber mit der Verteilung des Produktivitätszuwachses. Und derzeit landet der weltweit wohl hauptsächlich bei den Kapitaleignern, sichtbar an dem Aufgehen der Schere zwischen Reichen auf der einen Seite und die vom Mittelstand abwärts auf der anderen.

Aber, wie schon gesagt – das ist eine Binsenweisheit. Dazu bedarf es keiner „Experten“

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carrion 27.07.2014, 12:27
115. kein verlust

die jobs, die wegautomatisierbar sind, will sowieso niemand. dinge wie "geh den aktenordner a durch und übertrage alle 5000 bestandsposten in aktenordner(/excel-sheet) b". vermisst das wirklich irgendwer? begrüsst lieber den niedergang der "moernen zeiten" a la chaplin und stellt was sinnvolles mit eurer zeit an.

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denkzone8 27.07.2014, 12:30
116. kapial futsch,arbeit f.,hirn f.?

Zitat von marlins
das wurde auch dringend Zeit, dass es mal einer offen ausspricht. Das ist nämlich längst keine Prophezeiung mehr, das ist bereits seit fast 10 Jahren Tatsache. Nur zu sagen hat es sich keiner getraut. Und bei manchen Kommentaren hier lässt sich trefflich die Ignoranz und Unwissenheit des Verfassers erkennen. Gell onkeljack ? Wieso ? Nun, ich hatte fast 25 Jahre einen fotografischen Einzelhandelsbetrieb, der bis Ende der 1990er Jahre recht gut davon leben konnte, dass er die Filme der Kunden entwickelt hat. Mit einem Equipment, welches noch zu DM-Zeiten bereits eine viertel Million gekostet hatte. Dann kam die Digitalfotografie zu Beginn des neuen Jahrtausends und mit dieser blieben die Kunden aus. Heute wissen 10jährige Kids gar nicht mehr, was ein Film überhaupt ist. Die Folge war, dass erstmal sämtliche Arbeitsplätze in meiner Firma verloren gingen und selbige nach ein paar Jahren schliessen musste. Heute gibt es nahezu keine mittelständischen fotografischen Handelsbetriebe mehr. Sie sind schlicht überflüssig, weil die Digitalfotografie und das Drucken von Fotos billigst und ganz easy geworden ist. Macht doch jeder selber zuhause. Und was ist aus den Mitarbeitern geworden ? Die sind heute mit Sicherheit überall tätig, nur nicht in ihrem gelernten Beruf. Sofern sie nicht zu alt waren und deren Berufserfahrung eh keiner mehr braucht. Nicht nur, dass damit der Fotohandel zugrunde geht, auch das zugehörige Handwerk erleidet dasselbe Schicksal. Bitte erstmal nachdenken, bevor solch unqualifizierter Quark geschrieben wird, dass die Digitalisierung Unmengen neue Arbeitsplätze schafft. Vielleicht eine Handvoll spezialisierte, die Masse der Arbeitnehmer hat davon garnichts. Und in solcher Situation ist es trefflich einfach, nach dem Staat und einem bedingungslosen Grundeinkommen nebst Mindestlohn zu schreien. Rein wirtschaftlich betrachtet blanker Unsinn. Wo soll das denn herkommen ? Diese Diskussion hilft nur den Politikern in den Sattel, die es am lautesten fordern und danach nicht wissen, wo das Geld herkommen soll. Eine Wirtschaft, die auf solchen Blödsinn angewiesen ist, kann nicht funktionieren.
..transfer-zahlungen aus der gewinn-zone in die zone der habe-nichtse blödsinn oder schon praxis?..wie kanns weitergehen?

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mamuschkaone 27.07.2014, 12:31
117.

Das Hauptproblem ist das wir hinterherhinken, weil das alles noch Neuland ist. China, Japan, Indien und auch die USA wieder mit ihrer starken digitalen Branche werden uns richtig überrunden, wenn unsere "Mutti" nicht bald mal feststellt, dass bald alles aus und mit dem Internet kommt. Selbst in unserer vorzeigebranche, der Auto-Industrie, haben apple und google mangels Konkurrenz schon fuß gefasst. Wenn in 50 Jahren die Technik fortgeschritten genug ist für komplexe fertigungen aus einer Art 3D-Drucker, dann ist Deutschland Brachland wirtschaftlich, weil wir komplett die Digitalisierung unserer Wirtschaft verpassen. Bis auf Zalando, eine copy-cat-Unternehmen, haben wir in diesem Bereich nichts, aber garnichts, vorzuweisen

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curiosus_ 27.07.2014, 12:32
118. Klar,

Zitat von carrion
die jobs, die wegautomatisierbar sind, will sowieso niemand. dinge wie "geh den aktenordner a durch und übertrage alle 5000 bestandsposten in aktenordner(/excel-sheet) b". vermisst das wirklich irgendwer? begrüsst lieber den niedergang der "moernen zeiten" a la chaplin und .
auf Hartz4-Niveau.

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quakiutel 27.07.2014, 12:34
119. zum selbständig machen erziehen:

...dies bereits als Schulfach vermitteln -
von Lehrern, die möglichst selber SELBSTÄNDIG sind.
Dabei auch Ethik vermitteln, die z.B. auch Bereitschaft zum Steuerzahlen verstärkt. Stiftungen gründen, die
selbständige Tätigkeiten fördern. Den Vorteil von solchen Tätigkeiten im Tv besser vermitteln. Leitbilder schaffen.

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