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Nach Aus für South Stream: Südosteuropäer stützen Russlands neue Pipeline-Pläne
REUTERS

South Stream ist gescheitert, jetzt plant Russland eine neue Pipeline in die Türkei - und mehrere südosteuropäische Länder signalisieren ihre Unterstützung. Darunter: Ungarn und Griechenland.

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madmax9999 08.04.2015, 14:39
40. Es ist eben nicht enfach

Zitat von jmat17
Na, ganz einfach. Eine kurze Leitung oder Tankschiffe aus Israel.
Weder israel noch Norwegen oder sonst ein Lieferant kann alleine die Gasmengen ersetzen, die von den Russen geliefert wurden. Und für den Transport der nötigen Menge an Flüssigas reichen die gesamten heutigen Transportschiffe nicht aus. Und ausserdem müssen noch die Terminals gebaut werden. Und die kosten. Und diese Kosten dürfen dann die Konsumenten tragen, was nicht gerade gut für die Kaufkraft ist. Also es ist eben nicht einfach. Anders gesagt, das ganze Theater, welches durch die ukrainischen Gasdiebstähle und die Beihilfe diverser EU-Staaten dazu entstanden ist, hat Probleme geschaffen, die eigentlich gar nicht hätten entstehen dürfen. Tolle aussenpolitische Leistung das ganze.

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madmax9999 08.04.2015, 14:41
41. Vielleicht von den EU-Entschädigungen

Zitat von spon-facebook-1049022215
Und wie wollen Griechenland und Ungarn ihr Engagement bezahlen? Oder glauben die, die Pipeline fällt vom Himmel?
für die Schäden, die diesen Ländern durch die Sanktionen entstanden sind. Schliesslich haben die EU-Staaten wie die BRD vollmundig Sanktionen verkündet. Jetzt sollen sie wenigstens die anderen Staaten entschädigen.

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madmax9999 08.04.2015, 15:04
42. Die Europäische Union hat in Solidarität und Loyalität

Zitat von ka117
Das nennt man auch Solidarität und Loyalität, eigene "ureigensten Interessen" der Interessen der Gemeinschaft unterzuordnen. Wenn jeder nur nach eigenen "ureigensten Interessen" handelt, brauchen wir keine Gemeinschaft.
gegenüber den USA ihre eigenen und ureigensten Interessen untergeordnet. Das ist geschehen. Jetzt stellt sich die Frage, ob es für eine solche Unterwerfung denn eine EU brauchte, oder ob das die einzelnen Länder nicht auch alleine gekonnt hätten. Und dass die EU von den USA zu den Sanktionen gezwungen wurden war ja auf der Homepage des Weissen Hauses nachzulesen, wo die Rede von Vize-Päsident Biden veröffentlicht wurde. Die Amerikaner haben sich also nicht damit begnügt, die EU-Staaten zu den Sanktionen zu zwingen, nein, sie haben die EU-Staaten auch noch öffentlich als Vasallen blossgestellt. Schlimmer geht es meiner Ansicht nach hinsicht Demütigung nicht. Vor allem wenn man die eigenen Ansprüche der EU-Staaten liest und hört.

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jgwmuc 08.04.2015, 16:01
43.

Alles ganz einfach, lasst sie bauen und wir in der EU, ausser den 3 Ländern, nehmen kein Gas aus dieser Leitung ab. basta.

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maikalex 12.04.2015, 20:30
44. ungemütlich

Der Ersatz von South Stream durch Turkish Stream ist für Deutschland kein Problem. Die Versorgung Mitteleuropas mit russischem Gas über die Ostseepipeline ist mehr als gesichert; diese Pipeline ist noch nicht einmal voll ausgelastet. Auch wenn das holländische Gas demnächst zur Neigung geht, kann die Versorgung durch die Ostsee ohne weiteres durch die bereits existierende Leitung noch gesteigert werden.

Die EU hat mit ihrer Politik Gazprom aus dem Markt für den terrestrischen Pipelinebau in Europa verdrängt. Als Folge liefert Gazprom russisches Gas in Zukunft nur noch über Unterseeleitungen bis an die EU-Grenzen; den Weitertransport übernehmen dann die europäischen Kunden. Die bisherigen terrestrischen Transitleitungen durch die Ukraine (und auch durch Polen?) werden ab 2019 stillgelegt.

Damit bekommen die armen EU-Länder in Süd- und Südosteuropa ein schweres Problem. Sie müssen nun Pipelines auf eigene Kosten bauen (was bei South Stream von Gazprom erledigt worden wäre), und sie müssen Transitgebühren an die Türkei, Griechenland und andere zahlen. Und sie müssen sich auf alle möglichen Tricks vieler Beteiligter gefasst machen; eine Situation weit ungemütlicher als bisher, wo man es "nur" mit Gazprom und einer "unzuverlässigen" Ukraine zu tun hatte.

Für Russland ändert sich nicht viel: Man verkauft das Gas an die gleichen Kunden wie zuvor; die Streitereien mit unzuverlässigen Transitländern gehen zu Ende. Nur für die EU-Bürokratie und für die Südeuropäer wird die Gasversorgung weit, weit ungemütlicher. Ein Schuss ins eigene Knie!

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