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Nach Brexit: Regierung will Großbritannien zum Steuerparadies machen
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Nach dem Brexit erwägen zahlreiche Firmen, das Land zu verlassen. Der britische Finanzminister steuert nun gegen und will die Steuern für Unternehmen drastisch senken.

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Denkt mal selber nach 04.07.2016, 10:43
130. Und der Bürger schaut ungläubig zu

Immer die gleichen falschen Lösungen. Steuersenkung und Marktbefreiung.
Vom versprochenem Wohlstand kommt bei den Bürgern nichts an, obwohl die Zahlen doch was anderes sagen. Wie konnte das sein? Warum ging es den meisten schlechter? Was können wir dagegen tun? Kein Problem, wir müssen nur die Steuern senken und den Markt befreien, dann wird alles besser.

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deichgraffe 04.07.2016, 10:44
131. Widerlich

Während Staaten wie Schweden mit hohen Sptizensteuersätzen ihre Bürger vor der Benachteiligung durch Turbokapitalismus schützt und seinen Pflichten in der EU nachkommt, kommen die Engländer mit einer Politik, die wieder zu Lasten der EU gehen wird. Ich hoffe, Brüssel wird das erkennen und einen Freihandel entsprechend unterbinden. Wir brauchen keine zweite Schweiz in unseren Reihen.

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Nichtraucher 04.07.2016, 10:45
132.

Zitat von Moewi
Weil sich die Schweizer den Marktzugang erkauft haben, indem sie die Freizügigkeiten voll akzeptieren. Diese (bzw die "Polen-Klempner") waren jedoch die Hauptargumente der Brexiteers für den Austritt. Man will diese Freizügigkeiten nicht. Alle Vergleiche mit CH und N schlagen fehl und führen in die Irre. Aber das hat die Brexitfrontleute und ihre Wähler schon nicht interessiert. Dann eben auf die harte Tour.
Die Schweizer haben sich den Marktzugang nicht nur durch die Freizügigkeit für alle EU Bürger erkauft. Sie erkaufen sich ihn auch durch direkte Zahlungen an die EU, die pro Kopf der Bevölkerung deutlich höher sind, als das was GB heute netto an Brüssel überweist. Und das ohne jedes Mitspracherecht über jedwedige Bestimmungen in der EU.

Wenn GB mit der Schweiz ( oder auch Norwegen) gleichgestellt sein will, zahlen sie mehr als heute und haben nichts mehr zu sagen (was letztendlich gar nicht mal schlecht für die EU wäre).

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arno.crypto.nymous 04.07.2016, 10:46
133. Was die Grafik schön zeigt

ist die Gier der Staaten für wenig Gegenleistung möglichst viel Geld abzuschöpfen. Die Steuerlast ist in vielen Ländern deutlich zu hoch und was das schlimmste daran ist, das die Staaten noch nicht einmal Rechenschaft über die verschwendeten Gelder ablegen müssen. Vetternwirtschaft, Bevorzugung der Reichen und Misswirtschaft ist alles, was die Regierungen hin kriegen, mehr nicht.

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madmax9999 04.07.2016, 10:47
134. Es wird immer deutlicher

Die Briten stellen zuerst mal die eigene Wirtschaft auf die Zeit nach dem Austritt ein. Da werden Steuererleichterungen für Unternehmen angekündigt. Dies beruhigt auch div. Unternehmen hinsichtlich eines Wegzugs. Während die die deutschen und anderen EU-Chefs sich echauffieren reagieren die Briten ruhig. Während der gute Herr Gabriel davon schwadroniert, jungen Briten die deutsche Staatsbürgerschaft anzubieten handelt die brit. Regierung besonnen. Während die EU mit den Schotten herumpussiert handeln die Briten besonnen und lassen die EU-Granden schwadronieren pussieren und Küsschen verteilen. Auch die Verhängung von Zöllen ist nicht unproblematisch, denn da gibt es div. WTO-Verträge. Und wie wollen die EU-Staaten gegenüber China ihr Verhalten rechtfertigen, wenn sie den Chinesen Dumping und andere Schutzmassnahmen zum Vorteil chin. Unternehmen vorwerfen und sie (die EU-Staaten) gleich handeln. Liebe Mitforisten, die EU wird erleben, dass es etwas anderes ist, einen Kleinstaat wie die Schweiz zu erpressen, oder mit den Briten zu verhandeln, die erstens alle Gaunereien ihrer Verhandlungspartner und deshalb die EU-Taktik kennen und deshalb auch nicht so schnell erschrecken. Und was die Briten an Gaunereien noch nicht kennen wird ihnen der MI6 samt der angegliederten Abteilung "Horch, Guck & Schau mal nach" auch noch besorgen. Ich mache mir keine Sorgen um die Briten. Und wenn die Briten ihren Austritt dann erklären und aushandeln, werden noch andere EU-Staaten merken, dass es möglich ist, die EU zu verlassen, da ja im Moment keine Bemühungen erkennbar sind, die auf wirkliche Reformen der EU hindeuten. Ich denke da an Dänemark, die Niederlande, Österreich, Schweden oder auch die Finnen.

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plutinowski 04.07.2016, 10:48
135. zweischneidiges Schwert

Zitat von westfalen7
Es ist völlig in Ordnung über die Steuerschiene Firmen im Land zu halten oder neu anzuwerben.Das kann man alles machen,wenn man nicht in der EU ist.Man kann auch im Bankbereich eine Menge machen als nicht EU-Land.Finde ich gut!!
Das hat mit der EU erstmal nix zu tun, denn wie die Grafik im Artikel zeigt, sind die Unternehmenssteuern innerhalb der EU höchst unterschiedlich.

Klar, Steuersenkungen kann man machen. Das birgt allerdings die Gefahr eines Steuerwettlaufs, d.h. in der EU könnten dann auch (weiter) Unternehmenssteuern gesenkt werden, um keine Standortnachteile zu erleiden. Steuerwettrennen haben sich bisher aber für die Allgemeinheit noch nie als positiv erwiesen, diese Art Standortwettbewerb entspricht dem viel beklagten neoliberalen Paradigma der 90er Jahre. Wie schon diverse Foristen feststellten: Das Geld muss entweder woanders herkommen, oder es müssen öffentliche Leistungen gekürzt werden.

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Nichtraucher 04.07.2016, 10:53
136.

Zitat von dexter_douglas
Ich glaube die meisten Foristen und die Deutschen im Allgemeinen haben keinerlei Vorstellung vom Reichtum der Briten. Für Meinungen interessiert sich niemand in UK, hier winkt das Kapital mit ein paar Scheinen und alle kommen angesprungen. Der Schuss wird für die EU nach hinten losgehen. Immerhin hat sich Brüssel im Grossen und Ganzen noch zurückgehalten. Es wird spannend werden wie jetzt das gechasste Establishment der Briten reagieren wird. Dann wird in Zukunft wieder mehr gedruckt, genau was diese Weltwirtschaft braucht, noch mehr Giralgeld - halleluja bis zum nächsten Börsencrash.
Ich glaube, die meisten "dexter_douglasse" wissen (verstehen) gar nicht, was für einen Schmarrn sie hier schreiben.

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deltametro2 04.07.2016, 10:55
137. Sie wollen nicht nur aus Europa austreten

sondern es dazu noch, soweit möglich, steuerlich schädigen.

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tpro 04.07.2016, 10:57
138.

Zitat von Izmir..Übül
Besonders komisch wird's, wenn das alle so machen und Steuern nur noch von abhängig Beschäftigten und Verbrauchern erhoben werden.
Was glauben Sie, wie hoch der Anteil an Steuern von Firmen (Körperschaftssteuer) sind?

Ich verrate es Ihnen anhand von Zahlen für 2012:

Lohnsteuer (die höchste Einnahmequelle): 24,8%

Körperschaftssteuer: 2,8%

http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61874/steuereinnahmen

Die paar Prozent Körperschaftsteuer machen den Bock nicht fett:

Wenn Firmen schließen, sinkt auch die Zahl der Arbeitnehmer. Aus Arbeitslosen werden Leistungsenpfänger die Geld kosten und keine Lohnsteuern mehr zahlen. Zusätzlich haben die Arbeitslosen weniger Geld zur Verfügung, geben weniger aus und senken damit die Umsatzsteuereinnahmen.

Fazit: lieber keine oder wenig Körperschaftssteuern, als keine Firmen.

Was die Inhaber/Geschäftsführer der Firmen verdienen, spielt dabei keine Rolle. Deren Gehalt und Gewinnauschüttung wird mit der Einkommensteuer versteuert.

Ich hoffe, das war nicht zu kompliziert für Sie.

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ackergold 04.07.2016, 10:57
139.

Was die Briten überhaupt nicht bedenken: Steueroasen außerhalb der EU sind völlig sinnlos, wenn man mit der EU Handel treiben will. Auch die Cayman Islands und die British Virgin Islands werden zukünftig außerhalb der EU sein und damit kann der Kapitalverkehr dorthin eingeschränkt und überwacht werden - ganz rechtmäßig.

Der Brexit erschwert damit die Steuerflucht, Paradies hin oder her.

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