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Nach Brexit: Regierung will Großbritannien zum Steuerparadies machen
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Nach dem Brexit erwägen zahlreiche Firmen, das Land zu verlassen. Der britische Finanzminister steuert nun gegen und will die Steuern für Unternehmen drastisch senken.

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frank2013 04.07.2016, 13:09
200. keine gute Idee

GB hat neben den USA in Europa in den letzten Jahrzehnten den anglo-amerikanischen liberalen Wirtschaftsstil durchgesetzt und mit der Finanzindustrie und den Bankenkrisen bis heute Riesenschaden angerichtet und bei den sozialen Verwerfungen auf dem Kontinent und der EU-Verdrossenheit kräftig mitgewirkt. Hinzu kommen die vielen Steueroasen in der Karibik und auf den Kanalinseln, wo Milliarden den Sozialsystemen in Europa entzogen werden. Man stand kurz vor deren Abschaffung. Jetzt will England ein riesiges Steuerparadies werden und als Pirateninsel den anderen schaden? Die Engländer haben neben den Amerikanern mit dem Irakkrieg den Nahen Osten destabilisiert, den Terrorismus erst richtig losgetreten und durch mittelbare Verantwortung für die heutigen Flüchtlingsströme einen riesigen Schaden gerade auch in Deutschland angerichtet, wofür sie heute nicht einstehen wollen. Die Reaktion wird ein Handelskrieg sein, bei dem die Antwort die Verweigerung des Zugangs zum Binnenmarkt und die Bestrafung solcher Firmen durch Marktausschluss sein kann, die sich dort ansiedeln. Was glauben die Engländer denn, vollen Zugang zum europäischen Binnenmarkt zu bekommen, dessen Steuerkraft zu schädigen und EU- Bürger zu diskriminieren? Wie können sie etwa die Polen so behandeln, zu denen sie seit zwei Jahrhunderten ein besonderes Schutzverhältnis haben, die im zweiten Weltkrieg ihre Exilregierung in London hatten und Seite an Seite mit ihnen gekämpft haben. Keiner sollte den Briten beim Austritt zusätzlich schaden wollen, aber dies gilt gegenseitig. Es zeigt sich an solchen Gedankenspielen, wohin die EU-Staaten driften, wenn sie wieder als vereinzelte Nationalstaaten gegeneinander antreten.

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Fred the Frog 04.07.2016, 13:11
201. Nein

Zitat von curiosus_
Genau deshalb sind die Briten ja raus. Weil es zur "Verhinderung von Wirtschaftskriegen" keiner EU bedarf. Das war bereits mit der EWG gewährleistet. Und aus der wären die Briten sicher nicht raus, die haben sich an der Differenzmenge EU-EWG gestört.
mit einer EWG ist es nicht getan. Es kommt auch darauf an, dass der Wettbewerb nicht auf Kosten der Menschen, der Umwelt oder auch nur der Lebensqualität ausgetragen wird.

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curiosus_ 04.07.2016, 13:25
202. Um das ging es nicht, ...

Zitat von Fred the Frog
mit einer EWG ist es nicht getan. Es kommt auch darauf an, dass der Wettbewerb nicht auf Kosten der Menschen, der Umwelt oder auch nur der Lebensqualität ausgetragen wird.
... es ging um "Wirtschaftskrieg". Und über die Art des Wirtschaftens ("auf Kosten der Menschen, der Umwelt oder auch nur der Lebensqualität") hat nun mal in einer Demokratie das betroffene Volk zu entscheiden, wer denn sonst? Etwa eine ferne Bürokratie?

Womit wir wieder bei dem Austrittsgrund "EU-EWG" wären.

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hockeyversteher 04.07.2016, 13:29
203. Und jetzt, bitte

Zitat von Goimgar
Ähm bitte? Sie haben mal gar keine Ahnung wie es in England aussieht... Ich konfrontiere Sie mal mit der Realität: Tolle Infrastruktur: Die ist größtenteils Privatisiert und wird von den Firmen kaputt gespart. Ein Beispiel sind z.b die Wasserleitungen. Werden diese Marode wird nicht Saniert sondern erst mal der Druck reduziert. Die Zulieferer garantieren einfach nur noch dass der Druck bis ins Erdgeschoss reicht. In manchen Gebieten braucht man daher um über dem 1. Stock noch Wasser zu haben nun ne eigene Pumpe im Keller die Druck in die Hausrohre bringt.... hohe Bildung: England hat eine extreme 2. Klassen Gesellschaft bei der Bildung. Schauen Sie sich mal die kosten für die guten Privatschulen und für ein Studium an...
vergleichen Sie das mit der EU, und nicht mit Deutschland (obwohl auch dieser Vergleich viel Darniederligendes hierzulande zu Tage fördern würde) und dazu gehören auch: Griechenland, Portugal, Slowakei, Italien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien und wahrscheinlich bald die Türkei.

In diesem Vergleich schneiden die Britten dann, für sie wahrscheinlich erstaunlich gut ab.

Gerade das deutsche förderal gegliederte Bildungswesen verliert massiv an Qualität und Boden. Und "oben heraus" werden noch immer mehr Britten als Deutsche Nobelpreisträger.

Und die Britten wollen nicht weiter "durchgereicht" werden und haben deshalb des Austritt aus der reformunfähigen Transfer-EU gewählt.

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hockeyversteher 04.07.2016, 13:31
204. So sehen Handelskrieger aus:

Zitat von curiosus_
... die Verweigerung eines Zustandes zum beiderseitigen Vorteil handelt: Ja. Denn was sonst als Strafe sollte ein derartiges Verhalten sein? Wenn man seiner eigenen Bevölkerung damit ebenso ins Fleisch schneidet?
Wer nicht nach unserer Pfeife tanzt, wird in einen Wirtschaftskrieg gezogen. Das man selber dabei massiv Verluste erleiden wird, egal.

Das Schiksal der Menschen in der EU und in UK scheint Ihnen ziemlich egal zu sein. Hauptsache man bestraft die Unbotmäßigen.

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