Forum: Wirtschaft
Nach Brexit-Votum: Wirtschaftswachstum in Großbritannien bricht ein
REUTERS

Die britische Wirtschaft hat stärker an Fahrt verloren als erwartet. Vor allem der Einzelhandel und der wichtige Dienstleistungssektor bremsen den Aufschwung.

Seite 5 von 5
gatopardo 28.04.2017, 18:33
40. Eine gewisse Schadenfreude......

über negative Wirtschaftsdaten aus GB nach dem Brexit-Votum kann ich nicht verhehlen. Dann aber bedaure ich die andere Hälfte der Briten, die ja gar nicht aus der EU austreten wollten und die sich jetzt mit all den Nachteilen abfinden müssen, die nun auf sie zukommen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schulz-fan 28.04.2017, 19:54
41.

Zitat von yoda56
Statt 0,4% jetzt 0,3% Wachstum im ersten Quartal - man fällt immer wieder auf die reißerischen Überschriften bei SPON herein!
Die Überschrift ist vollauf berechtigt. Das Wachstum hat um 25 % nachgelassen. Wenn das kein Einbruch ist. Aber erst, wenn die Briten nix mehr zu beissen haben, werden sie erkennen, was für ein schwerer Fehler der Brexit war. Wenn sie dann wieder in Brüssel angekrochen kommen und um Aufnahme betteln, sollten wir Europäer uns großzügig zeigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Karl Auer 29.04.2017, 09:42
42.

Zitat von statistic-man
Ich weiß nicht, warum das hier von Brexit-Befürwortern und Gegnern so missverstanden wird: Das Quartalswachstum ist von 0,7% auf 0,3% eingebrochen. Vorhergesagt war ein Einbruch von 0,7% auf 0,4%. Der Forecast war damit eigentlich gar nicht einmal schlecht oder im Rahmen des normalen Schwankung. Der Einbruch im ersten Quartal ist ja auch nichts ungewöhnliches. 2016 ging es 0,7% sogar auf 0,2% runter.
Ihr Beitrag ist einer der wenigen, der wenigstens auf die tatsächlichen Relationen hinweist. Das Wachstum im ersten Quartal lag in den letzten Jahren immer unter dem des 4. Quartals des Vorjahres.
2014/2015: 0,8 % auf 0,3 %
2015/2016: 0,7 % auf 0,2 %
2016/2017: 0,7 % auf 0,3 %
Upps, geringerer Rückgang als in den beiden Vorjahren.

Und natürlich ist es möglich bzw. wäre es nicht ungewöhnlich, wenn die nächste Veröffentlichung am 25.05. auf breiterer Datenbasis um 0,1 Prozentpunkt korrigiert würde.

Ich habe zudem keinen Beitrag gefunden, der auf die viel aussagekräftigere Relation zum Vorjahresquartal hinweist (die im Artikel auch nicht aufgeführt wird).

Und alle, die schon den Untergang GBs aufgrund eines (von der Größenordnung völlig normalen) "Einbruchs" beim Quartalswachstum prognostizieren: ihr müsst jetzt ganz stark sein: Das Wachstum zum Vorjahresquartal ist gegenüber dem Vorquartal von 1,9 % auf 2,1 % gestiegen. Natürlich gemäß dieser ersten Schätzung und vorbehaltlich der noch schmalen Datenbasis.

https://www.ons.gov.uk/economy/grossdomesticproductgdp/timeseries/ihyr/pgdp

PS: das soll überhaupt keine Aussage zum Brexit, Auswirkungen des Brexit, Gründe für die aktuelle Lage oder sonstwas sein. Es geht einfach nur um die Einordnung statistischer Daten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Karl Auer 29.04.2017, 09:45
43.

Zitat von schulz-fan
Die Überschrift ist vollauf berechtigt. Das Wachstum hat um 25 % nachgelassen. Wenn das kein Einbruch ist.
Es haben ja nun schon einige Foristen darauf hingewiesen. Das Wachstum hat natürlich nicht von 0,4 % auf 0,3 % nachgelassen. Die Unterscheidung von Wachstumsdaten und Prognosen zu Wachstumsdaten scheint wirklich schwierig zu sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
stvolk 30.04.2017, 10:43
44. Einbruch bleibt Einbruch

Zitat von yoda56
Statt 0,4% jetzt 0,3% Wachstum im ersten Quartal - man fällt immer wieder auf die reißerischen Überschriften bei SPON herein!
Die Bewertung "Einbruch" ergibt sich nicht aus dem Vergleich der erwarteten mit den tatsächlichen Zahlen, sondern allein aus dem der tatsächlichen Zahlen. Die aber sehen so aus: Im Vorquartal belief sich das Wachstum noch auf 0,7 %, jetzt nur noch auf 0,3 %. Und selbst die schon aufgrund der Brexit-Folgen (z.B. höhere Inflation) erwarteten, niedrigere Wachstumsrate von 0,4 % wird noch unterschritten.
Wenn jemand von Tempo 70 auf 30 km/h abbremst, würde ich schon von einer deutlichen Verlangsamung sprechen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
estalmann 05.05.2017, 14:06
45.

Zitat von Spon_Client
"Die EU muss beweglicher werden..." - Der Brexit schadet der EU. Die EU war sehr beweglich, was GB anging. GB hat es schlicht versäumt auch die unteren Bevölkerungsgruppe am steigenden Wohlstand teil haben zu lassen. GB hat es versäumt eine soziale Absicherung zu schaffen. Wenn dann Populisten kommen und mit der Flöte die Kinder aus der EU locken mit Lügen, alternativen Fakten und politischer Inkorrektheit, warum sollen die EU auf die Einhaltung und Zahlung für z.B. kurz-, mittel- und langfristige Verträge verzichten. GB wählt und hält ein Referendum für einen vollständige Mitgliedschaft ab ubd alles wird gut. GB profitiert weiterhin, muß allerdings ihr Rosinenpicken aufgeben!
Mit 'Die EU muss beweglicher werden..' ist nicht gemeint: einem EU-Mitglied, das austreten will, goldene Brücken bauen, damit es doch noch bleibt, salopp gesagt: 'ihm hinterher laufen.' Auch eine EU der zwei Geschwindigkeiten ist damit nicht gemeint.
Eine kleinere EU mit Nationen, die auch wirklich dabei sein wollen, wäre aber einfach handlungsfähiger. Wenn man - ein Beispiel - von vorneherein nur Staaten aufnehmen würde, deren Territorium auch in Europa liegt, dann würde das ständige Gerangel mit der Türkei wegfallen. Das würde endlich Frau Merkels Konzept der privilegierten Partnerschaft ermöglichen.
Auch für Großbritannien kann so ein Konzept der privilegierten Partnerschaft sinnvoll sein. Offenbar interessiert sich dort nicht nur die Quenn mehr für den Commonwealth als für Festlandseuropa.
Die EU wird von ihren Anhängern als eine Art Systemgastronomie-Modell vorangetrieben: Alles EN-Iso-zertifiziert - sogar die Krümmung der Gemüsegurken - aber alles auch irgendwie anonym, gesichtslos.
Das gerade die Briten da irgendwann das Rennen kriegen, kann ich nachvollziehen, auch wenn ich nur als Besucher ihre Neigung kennen gelernt habe, eigenwillige aber nicht immer sofort verständliche Straßenschilder zu produzieren.
Eine Aufteilung der westlichen Industrienationen in ein Zweierteam GB-USA (wie es sich ja jetzt andeutet), und eine kontinentale Kern-EU, die am Versuch wächst, das Flüchtlingsproblem zu lösen, indem man seine Ursachen an der Wurzel bekämpft - das kommt mir durchaus sinnvoll vor.
Man muss sich auch nicht finanziell über den Tisch ziehen lassen. Aber den Brexit auch unter Schwierigkeiten als Win-Win-Situation zu gestalten - das ist für die Zukunft der EU sicher notwendig. Das Wort'Der Weg ist das Ziel.'wird schon überstrapaziert. Für die EU - vielgestaltig wie sie ist - gilt eher:'Das Ziel wird erst auf dem Weg richtig klar.'

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 5 von 5