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Nach der Staatspleite: Argentinien ermittelt gegen Hedgefonds
AP/dpa

Zwei Hedgefonds haben Argentinien in die Staatspleite getrieben - jetzt schlägt das Land zurück: Die Börsenaufsicht will wegen Insiderhandels gegen die Investoren vorgehen. Sie sollen mit Versicherungen am Bankrott verdient haben.

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muellerthomas 05.08.2014, 09:58
40.

Zitat von dasdondel
bitte nennen Sie mir Staaten, die ihre Schulden bezahlen.
Welcher Staat zahlt denn Ihrer Meinung nch nicht pünktlich Zins und Tilgung?

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muellerthomas 05.08.2014, 09:59
41.

Zitat von redwed11
Die Hedgefonds haben Argentinien keinen Cent geliehen.
Nein, aber derjenige, der die Anleihen ursprünglich gekauft hat und sie dann unter par an den Fonds verkauft hat.


Zitat von
Sie betätigen sich nur als Aasgeier um ihren Gewinn von ca.1400% dem argentinischen Volk mit Hilfe eines senilen Richters in New York abzupressen. Das ist das miese Geschäft von Singer und Komplizen aber nicht das Verleihen von Geld.
Argentinien soll nun also weniger zurückzahlen, als es sich geleihen hat, weil der ursprüngliche Anleihekäufer die Anleihe verkauft hat?

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krassopoteri 05.08.2014, 10:02
42.

Zitat von muellerthomas
Nein, die Ratingagenturen haben einen "Default" festgestellt, was völlig korrekt ist.
Die können doch feststellen was die wollen, denn die sind schlicht parteiisch. Die haben sich schon längst selbst disqualifiziert.

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Sueme 05.08.2014, 10:04
43.

Zitat von Memento74
Das Geschäftsmodell der Hedgefonds ist es, Staatsanleihen von Pleitestaaten second-hand zu einem Bruchteil des Ausgabepreises aufzukaufen und dann die volle Summe vor Gericht einzufordern. Geschieht ihnen Recht, jetzt damit auf Granit zu beissen, denn eine Staatsanleihe ist immer eine Investition in einen Staat, kein beliebiges Finanzprodukt, auch wenn die Fondsmanager das anders sehen. Wer Anteile an einem Unternehmen, oder wie in diesem Fall einem Staat kauft, der partizipiert aktiv am Wohl und Wehe des Unternehmens/Staates. Und wer dann ohne Rücksicht auf Konsequenzen auf seine 1800% Rendite beharrt, verdient es leer auszugehen. Ich hoffe Argentinien's Beispiel macht Schule, und einige Staaten nehmen sich Argentinien oder Island zum Vorbild. In letzterem Fall hat man die Banken nicht gerettet und sich auf das Prinzip der Volks(!)wirtschaft besonnen, anstatt die gleichen Verbrecher weiter ihr gezinktes Spiel spielen zu lassen.
Sie befürworten also das ein Staat Anleihen ausgibt und die ursprünglichen Käufer dann den größten Teil ihrer Investition abschreiben müssen um ihren Verlust zu minimieren, weil der Staat letztlich damit droht gar nichts zurück zuzahlen. Den anders kommen die Anleihen ja gar nicht erst in den Second-Hand Markt.
Aber die Hedgefonds sind die bösen in dem Spiel....

Für mich gibt es da nur einen einzigen Schuft bei der Geschichte und das ist der Emittent der Anleihe, ich halte es sogar für fraglich ob er jemals vor hatte die Anleihen vollumfänglich zu bedienen.

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Onkel Uwe 05.08.2014, 10:05
44.

Zitat von mike75074mike
da leiht man sich erst sehr viel Geld um es nie zurückzuzahlen bekommt auch 90% der Schulden erlassen und weil man nicht alles erlassen bekommt denunziert man dann den Geldverleiher!
Wie viele Lügen man in einen so kurzen Satz unterbekommen kann, das ist krass:

1. Diese Hedgefonds um die es geht haben Argentinien kein Geld geliehen. Die haben billigst alte Staatsanleihen aufgekauft (zu <6% des Nennwertes), NACHDEM bereits ein Schuldenschnitt auf 30% (2. nicht 10%) durch Argentinien mit allen Gläubigern abgemacht worden ist (2002 Schuldenschnitt zu 2008 Aufkauf durch Hedgefonds).

3. Es geht nicht darum alles Erlassen zu bekommen, aber man darf halt nicht die 100% zahlen. Zumindest noch nicht. Sonst könnten alle Gläubiger vom Schuldenschnitt doch auf 100% bestehen. Sie sehen, worauf die Hedgefonds zielen, oder sind sie blind?

4. man denunziert die Geldverleiher nicht, sondern klagt die Hedgefonds an, welche mit >400% Gewinn nicht zufrieden waren, weil sie wohl auf die Pleite gewettet haben, was unter diesen Umständen tatsächlich nach Insidergeschäft aussieht.

5. Und zu guter letzt ist es sehr vermessen anzunehmen, die Schulden wären von vornherein aufgenommen worden, um nie zurückbezahlt zu werden. Wobei die meisten Gläubiger auch gar nicht so sehr auf einer Rückzahlung beharren dürften, solange die Zinsen gezahlt werden...

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micromiller 05.08.2014, 10:06
45. die bankster und hedger sind staerker als argentinien

um ein vielfaches! und weltweit vernetzt ..helfen koennte nur china.. und sollte es auch..

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krassopoteri 05.08.2014, 10:08
46.

Zitat von muellerthomas
Argentinien soll nun also weniger zurückzahlen, als es sich geleihen hat, weil der ursprüngliche Anleihekäufer die Anleihe verkauft hat?
Am besten gar nichts, weil Staatsanleihen generell gegen Ethik und Moral verstoßen. Wenn Singer tatsächlich Insidergeschäfte getätigt hat, soll man ihn zukünftig von Finanzgeschäften ausschließen.
Betrüger gibt es wahrlich schon genug in dieser Branche.

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GrinderFX 05.08.2014, 10:08
47.

Zitat von Memento74
Es spricht Bände, wie viele Kommentatoren sich hier rückhaltlos auf die Seite der Hedgefonds stellen und sich gerieren, als hätte die Finanzkriese 2008 nie stattgefunden, und die Hedgefonds wären die unbesungenen Helden der Moderne. In wirklichkeit ist es kaum mehr als ein gut eingefädelter Betrug, der funktioniert, weil wir noch immer die Finanzbranche für im Kern redlich halten.

Was hat das bitte in irgendeiner Form mit der Finanzkrise zutun?
Rein gar nichts!!! Auch ist es kein Betrug, wenn man geliehenes Geld irgendwann wieder zurückhaben möchte.
Der einzige Betrüger ist derjenige, der es nicht zurückzahlen möchte.
Argentinien hat somit noch weit größere Probleme.
Denn sehen sie es mal so. Sie haben einen Freundeskreis und 10 Leute aus diesem Freundeskreis leihen einem weiteren aus diesem Kreis Geld. Dieser zahlt höchstens einen Bruchteil zurück. Niemand weiteres wird dieser Person jemals wieder Geld leihen, weil ja nun alle wissen, dass sie ihr Geld nie wieder zurück bekommen werden. Laut ihnen, sind nun all diese 10 Leute Betrüger. Wieso?

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nightwarrior 05.08.2014, 10:08
48. Ketzerische Frage

Zitat von sysop
Zwei Hedgefonds haben Argentinien in die Staatspleite getrieben - jetzt schlägt das Land zurück: Die Börsenaufsicht will wegen Insiderhandels gegen die Investoren vorgehen. Sie sollen mit Versicherungen am Bankrott verdient haben.
Ich habe eine ketzerische Frage: vor einigen Jahren war in den Medien zu lesen Argentinen säße auf den größten Erdölfeldern (Ölsand?) Lateinamerikas, vergleichbar mit Saudi-Arabien. Wurde hier die Hedgefond-Nummer inszeniert um Beute zu machen? Nach dem Motto, wir zwingen des Staat in die Knie, damit wir uns dann seine Bodenschätze unter den Nagel reißen können?

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HtFde 05.08.2014, 10:09
49. Naja ...

Zitat von mischpot
Die US-Hedgefonds NML Capital und Aurelius Management haben 2008 billig Staatsanleihen gekauft und verlangen nun da es Argentinien etwas besser geht, das 17fache. ca. 70 Millionen eingesetzt und jetzt 1,3 Milliarden zurück verlangen. Und ein amerikanisches Gericht unterstützt das auch noch. Verkehrte Welt.
... die Dinger haben einen Nennwert. Und diesen Wert hat jemand dem ausstellenden Land auch gegeben. Und dann hat derjenige, der das gekauft hat, kalte Füße bekommen und einen kontrollierten Verlust einer drohenden Null vorgezogen und das Zeug unter Nennwert erkauft.

Und nun wollen die Hedgefonts den Nennwert ...

Wenn ich als Land jemandem eine 1000 Euro Anleihe verkaufe und verspreche, 1100 Euro zurückzuzahlen, dieser jemand dann diese Anleihe für 250 Euro verkauft ... hat der Käufer dann nicht das Recht, auf die 1100 Euro zu bestehen?

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