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Nach der Staatspleite: Argentinien ermittelt gegen Hedgefonds
AP/dpa

Zwei Hedgefonds haben Argentinien in die Staatspleite getrieben - jetzt schlägt das Land zurück: Die Börsenaufsicht will wegen Insiderhandels gegen die Investoren vorgehen. Sie sollen mit Versicherungen am Bankrott verdient haben.

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RalfHenrichs 05.08.2014, 10:30
70.

Zitat von mike75074mike
da leiht man sich erst sehr viel Geld um es nie zurückzuzahlen bekommt auch 90% der Schulden erlassen und weil man nicht alles erlassen bekommt denunziert man dann den Geldverleiher! Das ist und bleibt Argentinien wie es leibt und lebt! Der Tango muss den Argentiniern die Sicht auf die Realität verquirlt haben.
Das stimmt mehrfach nicht. 1. Hatte Argentinien, als sie sich das Geld geliehen haben, schon das Ziel, das Geld zurückzuzahlen. Es gab ja damals dort neoliberale Reformen unter Aufsicht des IWF. Natürlich haben die wie überall nicht funktioniert und Argentinien konnte das Geld danach nicht zurückzahlen. 2. Argentinien ist nicht 90% sondern 30% der Schulden erlassen worden und sie haben das Geld dann auch pünktlich zurückbezahlt. 3. Es gehört zum Risiko des Gläubigers, dass er eventuell das Geld auch abschreiben muss. Die Hedgefonds, um die es hier geht, wollen risikolose Investitionen. Das ist aber nicht Marktwirtschaft.

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Stäffelesrutscher 05.08.2014, 10:32
71.

Zitat von sysop
Graffiti gegen "Geier"
Wenn ich die Bildunterschrift korrigieren darf: Das Graffito richtet sich dagegen, dass die größte argentinische Zeitung "Clarín", der OB von Buenos Aires Mauricio Macri und der US-Richter Thomas Griesa die Geier anerkennen: "Clarín, Macri y Griesa reconocen a los Buitres".

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krassopoteri 05.08.2014, 10:35
72.

Zitat von muellerthomas
Exakt. Das sind private Unternehmen, die sagen können, was sie wollen.
Aber es sollte denen keiner Glauben schenken.

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markus_wienken 05.08.2014, 10:35
73. .

Zitat von Onkel Uwe
... 1. Diese Hedgefonds um die es geht haben Argentinien kein Geld geliehen. Die haben billigst alte Staatsanleihen aufgekauft (zu <6% des Nennwertes), NACHDEM bereits ein Schuldenschnitt auf 30% (2. nicht 10%) durch Argentinien mit allen Gläubigern abgemacht worden ist (2002 Schuldenschnitt zu 2008 Aufkauf durch Hedgefonds).
Sie irren.
Bei den Anleihen, die der Hedge Fond gekauft hat gab es keine Einigung mit Argentinien.

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RalfHenrichs 05.08.2014, 10:35
74.

Zitat von GrinderFX
ODER, niemand wird mehr Staatsanleihen nutzen und Länder wie Argentinien sind schon früher Pleite. 99% scheinen hier nicht zu verstehen, dass sich Länder wie Argentinien nur Geld besorgen, weil sie keins mehr haben und das dann noch mit dem Vorhaben es nie zurück zu bezahlen. Bei normalen Menschen nennt man das Betrug oder Insolvenzverschleppung. Verstehe absolut nicht, wieso Menschen so etwas gut heißen können.
Verstehe, dass Sie das nicht verstehen. Weil Sie gar nicht kapieren, um was es hier geht. Argentinien hat ausreichend Geld, um die mit den Gläubigern vereinbarten Schulden zurückzuzahlen. Aber nicht ausreichend Geld, um die unter Aufsicht des IWF aufgenommenen Schulden zurückzuzahlen. Auch weil es damals die nie funktionierenden neoliberalen Reformen gab. Richtig wäre es daher, wenn der eigentliche Verantwortliche für diese Schulden - IWF - die Zahlungen der Schulden übernehmen würde.

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Stäffelesrutscher 05.08.2014, 10:36
75.

Zitat von HtFde
... die Dinger haben einen Nennwert. Und diesen Wert hat jemand dem ausstellenden Land auch gegeben. Und dann hat derjenige, der das gekauft hat, kalte Füße bekommen und einen kontrollierten Verlust einer drohenden Null vorgezogen und das Zeug unter Nennwert erkauft. Und nun wollen die Hedgefonts den Nennwert ... Wenn ich als Land jemandem eine 1000 Euro Anleihe verkaufe und verspreche, 1100 Euro zurückzuzahlen, dieser jemand dann diese Anleihe für 250 Euro verkauft ... hat der Käufer dann nicht das Recht, auf die 1100 Euro zu bestehen?
Hahaha, sagen Sie das denen, die eine Telekom-Aktie für 30 Euro oder so gekauft haben und nach ein paar Jahren ihr Geld zurückhaben wollten ...

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krassopoteri 05.08.2014, 10:37
76.

Zitat von Sueme
Für jeden Privatanleger in Staatsanleihen kann das zukünftig nur von Vorteil sein wenn Singer und Co die Klage erfolgreich beenden.
Damit dieses unmorallische Spiel fortgesetzt werden kann.

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LH526 05.08.2014, 10:37
77.

Zitat von omop
Es gilt die Maxime: ein Staat ist nicht erpressbar. Sicherlich gilt der Grundsatz, dass ein Gläubiger auch seine Schulden zurückzahlen muss (und über die destruktive Wirtschaftspolitik Argentiniens ist die Meinung wohl eindeutig), allerdings kann es auch nicht sein, dass Geierfonds Staaten in den Ruin treiben können. Vielleicht sollte sich weltweit eine breite gesellschaftliche Bewegung etablieren, die das Treiben der Hedgefonds in dieser Form nicht mehr akzeptiert.
Nochmal: In den Ruin getrieben hat sich Argentinien selbst. 80% aller Schulden wurden bereits erlassen. Der Hedgefond besteht nur auf seinem Recht, nämlich der Zurückzahlung seiner verbrieften Investitionen. Wenn Argentinien Anleihen herausgibt und diese Schulden später nicht bedienen kann, lief im Vorfeld etwas falsch. Daß der kleine Bürger Argentiniens jetzt für unter den Fehler der Politik leiden muss ist tragisch, ändert aber nichts an der Sache.

Sie brauchen dringend Geld, Jemand leiht ihnen 10€ und Sie verpflichten sich im Umkehrschluss, ihm später dafür 11€ zurückzugeben. Die Rückgabe zieht sich hin und Ihr Gläubiger sieht sein verliehenes Geld schon im Gulli. Ich kaufe von dieser Person für 1 Euro das Recht an Ihren Schulden (Die Person denkt sich, "na besser 10% als gar nichts") und bestehe nach wie vor darauf, daß Sie ihre Schulden zurückzahlen (was mein gutes Recht ist). Sie gehen auf die Barrikaden und denunzieren mich als bösen Kapitalisten ... erkennen Sie das Problem der Schuldfrage?

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micromiller 05.08.2014, 10:40
78.

Zitat von Onkel Uwe
Nein, sondern weil ein Schuldenschnitt zwischen Argentinien und den Gläubigern vereinbart war und die Hedgefonds dies zum Zeitpunkt des Aufkaufs der Anleihen sehr wohl wussten. Aber das ein US-Gericht einen US-Hedgefond gegenüber einem anderen Staat bevorzugt erscheint mir jetzt auch nicht so sonderlich verwunderlich.
ja das sind die fakten! niemand war gezwungen argentinische anleihen zu kaufen, die risiken waren immer bekannt.

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LH526 05.08.2014, 10:40
79.

Zitat von joachimrang
Argentinien ist nicht pleite, es ist zahlungswilling und - fähig. Die fälligen Gelder sind rechtzeitig hinterlegt worden. Aufgrund eines Gerichtsurteils dürfen diese Gelder nicht ausgezahlt werden - da kann man doch nicht von Staatspleite sprechen, oder?
Es ist ein argentinisches Gerichtsurteil, ja. Wenn Argentinien den Hedgefond ausbezahlen würde, wäre damit den Forderungen anderer Gläubiger Tür und Tor geöffnet "Na wenn der Gläubiger zu 100% ausbezahlt wird, dann will aber auch ich mein Geld" ...
Ob eine Staatspleite vorherrscht, wenn man nicht zahlen WILL oder KANN ist eine Definitionssache.

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