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Nach der Wahl: Gabriel will Abgeltungsteuer abschaffen
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SPD-Chef Gabriel will die Abgeltungsteuer abschaffen, allerdings erst nach der Bundestagswahl. Eingeführt wurde die Steuer unter einem SPD-Finanzminister - was sich Gabriel heute nicht mehr erklären kann.

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HighFrequency 09.05.2016, 15:55
60.

Zitat von kramoar
Ich bin ja selbst SPD-Mitglied und eines muss ich immer wieder verwundert feststellen: Die SPD versteht es wie keine andere Partei, vor einer Wahl links zu blinken, nur um dann in der Regierung rechts abzubiegen.
Sie sagen es.
Und dieses Verhalten wird der SPD in absehbarer Zeit das Genick brechen.

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jowitt 09.05.2016, 15:55
61. @santoku03

Zitat von santoku03
Die Erbschaftssteuer gehört komplett abgeschafft. Es ist nicht einzusehen, warum eine bestimmte Verwendungsart von Ersparnissen (Verschenken oder Vererben an Verwandte oder Freunde) gegenüber anderen Verwendungsarten (Verjubeln) benachteiligt wird.
Das ist grundfalsch: In unserem Steuersystem wird immer der GeldÜBERGANG besteuert. Wenn ich eine Tankstelle habe, muss ich auf den Gewinn -der ja von den Kunden und damit von bereits versteuertem Einkommen kommt - auch Steuern zahlen.

Wenn ich erbe, habe ich auf dieses Geld noch keine Steuern gezahlt. Eigendlich müsste die Erbschaftssteuer genauso hoch sein wie die Einkommenssteuer.
Im Übrigen unterliegen Sie einem Denkfehler: Auch das "verjubeln" vor dem Tod wird ja besteuert. Dann eben bei dem Einzelhändler/Reiseveranstalter oder sonst wem. Mal ganz abgesehen von der zusätzlich anfallenden Mehrwertsteuer.

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thomas_b. 09.05.2016, 15:55
62. Südtirol ist auch schön.

Auch was die Abgeltungsteuer in Italien betrifft: 15% auf Dividenden und 15% auf Kursgewinne. Da könnte sich dann für so manchen der Umzug lohnen, wenn das die Haupteinkünfte sind.

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Gruwe 09.05.2016, 16:00
63. @jowitt

Für Zinsen ist das richtig, also z.B. Staatsanleihen. Bei diesen Anlageformen frag ich mich in der heutigen Zeit aber eher: Welche Erträge denn?

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mam71 09.05.2016, 16:02
64.

Zitat von MephistoX
... die Tatsache, dass eine zu niedrige oder gar fehlende Erbschaftssteuer die Vermögenskonzentration weiter befeuert/befeuern würde, ist aus meiner Sicht politisch Grund genug, den Erbschaftssteuersatz anzuheben :)
Das hat aber nichts mit dem Erbschaftssteuersatz zu tun, sondern mit der Anzahl der Kinder. Wenn 2 Eltern zwei Kindern etwas vererben, wo erhöht sich da eine Konzentration? Wenn zwei Eltern mehr als zwei Kindern etwas vererben, sinkt sogar die Konzentration. Erbschaften an zwei oder mehr Kindern können also - auch Ihrer Logik zufolge - steuerfrei bleiben.

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jowitt 09.05.2016, 16:02
65. @moresun

Zitat von moresun
Die vermeintliche Ungerechtigkeit der gegenüber der Einkommenssteuer niedrigeren Abgeltungssteuer kommt daher, dass die Unternehmenssteuer vergessen wird: Auf jeden Euro, der ausgeschüttet wird, wird nämlich zunächst die Unternehmenssteuer fällig (ca. 30%). Zusammen mit der Abgeltungssteuer ergibt sich somit ein höherer Steuersatz (für einen zu erwirtschaftenden Euro) als beim Spitzensteuersatz. Wird auf Kapitalerträge dagegen der Einkommenssteuersatz angesetzt, kommt man auf einen Steuersatz von bis über 70% (wegen Doppelbesteuerung)! Dafür muss man dann nicht einmal Spitzenverdiener sein. Also: Steuersatz auf den erwirtschafteten Euro betrachten und nicht auf einen Teilbetrag! Für den Unternehmer würde das sonst bedeuten, dass er keinesfalls Gewinne erwirtschaften darf!
Das ist falsche Denke. Es wird der Geldübergang besteuert. Alles, was ich kaufe, kaufe ich ja auch aus versteuerten Einnahmen. Soll jetzt der Unternehmer auch diese Steuer gegenrecnen können?

Und: Wieso keine Gewinne erwirtschaften? Was der Unternehmer sich aus dem Unternehmen rausnimmt, unterliegt nur der Einkommenssteuer. Hier fällt keine Körperschaftssteuer an, da ein angemessener Unternehmerlohn steuermindernd für die Firma wirkt.

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Berliner42 09.05.2016, 16:03
66.

Zitat von n.wemhoener
Dabei handelt es sich nur um eine kleine Korrektur, der massiven Steuerentlastungen verschiedenster Art, die vor allem den Geldadel und Unternehmen begünstigt haben. Die Steuersenkungen vom Jahr 2000 bis heute haben zu Einnahmeverlusten in Höhe von 600 Milliarden Euro geführt.
Das waren keine Senkungen, sondern Erhöhungen:
1. Wegfall der Steuerfreiheit nach Spekulationsfrist
2. Erhöhung von Dividendenbesteuerung von max. 21% auf 25%
3. Absenkung des Sparerfreibetrags

Also bitte mal informieren und dann Klassenkampf...

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jowitt 09.05.2016, 16:04
67. @Berliner42

Zitat von Berliner42
In dem Fall muß auch eine Verrechnung von negativen Kapitaleinkünften (Spekulationsverluste) mit anderen Einkommen (Gehalt) möglich sein. Sonst geht das nie durch. Ich wäre durchaus dafür. Dann kann man in der nächsten Baisse seine Verluste über die Steuererklärung wieder reinholen. So weit hat der Gabriel aber bestimmt nicht gedacht.
Naja. Sie können ja kaum bei einer Baisse ihre Verluste wieder reinholen, wie Sie schreiben. Allenfalls können sie diese in ihrem Beispiel verringern.

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Berliner42 09.05.2016, 16:19
68.

Zitat von jowitt
Und: Wieso keine Gewinne erwirtschaften? Was der Unternehmer sich aus dem Unternehmen rausnimmt, unterliegt nur der Einkommenssteuer. Hier fällt keine Körperschaftssteuer an, da ein angemessener Unternehmerlohn steuermindernd für die Firma wirkt.
Hä? Wasß Nein! Seit wann wirken Dividenden (= Unternehmerlohn) steuermindernd?

Eben nicht. Es wird nur der gleiche Gewinn an zwei Stellen besteuert, einmal beim Unternehmen und noch mal beim Aktionär.

Und zum Thema "Geldübergang". Welcher "Geldübergang" wird denn bei der Körperschafsteuer besteuert? Es gibt gar keinen "Übergang". Also dürfte es auch keine Steuer geben.

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Berliner42 09.05.2016, 16:22
69.

Zitat von jowitt
Naja. Sie können ja kaum bei einer Baisse ihre Verluste wieder reinholen, wie Sie schreiben. Allenfalls können sie diese in ihrem Beispiel verringern.
Ich kann sie durch Anrechnung auf Null bringen. Soll Herr Gabriel doch mal Herrn Schäuble bitten, das durchzurechnen. Es gibt aus Sicht des Finanzministers einen guten Grund, warum Kapitalerträge bislang nicht mit anderen Einkommensarten gleichgesetzt sind. Man will genau diese Verrechnungsmöglichkeiten nicht gewähren.

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