Forum: Wirtschaft
Nach Flugzeugabsturz: Boeing setzt Auslieferung der 737 Max aus
AFP

Nach dem Absturz einer Ethiopian-Airlines-Maschine will der US-Flugzeugbauer Boeing vorerst keine Maschinen vom Typ 737 Max mehr ausliefern. Die Produktion sei jedoch noch nicht gestoppt.

Seite 1 von 5
ctreber 15.03.2019, 09:41
1. Sieht nach Software aus

An der Aerodynamik und Mechanik wird nichts falsch sein, daher wohl auch kein Stop der Produktion. Auch beim letzten Absturz ist die Rede von einem "Wellenflug" - das klingt leider danach, als ob Software und Pilot im Wettstreit miteinander lagen (Pilot zieht, Software senkt, weil sie einen vermeintlichen Stall vermeiden will). Bin gespannt, was bei der Untersuchung herauskommt: gleicher Fehler wie zuvor (der eine (!) Sensor gibt falsche Info, die Piloten wissen nicht, was sie dagegen tun können)?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nutzer ohne Namen 15.03.2019, 09:59
2. @1

wenn aber durch die größeren Triebwerke eine veränderte Anströmung der Tragflächen bei der MAX erfolgt, was wiederum einen stall eher begünstigt als vergleichbare Konstruktionen, muss da unbedingt nachgebessert werden. Boeing hat ja nicht aus Langeweile mcas entwickelt und eingebaut.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-10000012354 15.03.2019, 10:35
3. Hoffentlich

Das Flugzeug wird dringend benötigt. Allerdings: Wenn man sich durch die Artikel und die Kommentare gelesen hat dann kommt man langsam zu der folgenden Einschätzung: Das System ist erforderlich um die Trimmung des Flugzeuges zu erhalten, die durch die neuen Triebwerke massiv verschoben ist. Offenbar ist dieses System nicht an den Autopiloten gekoppelt, sondern läuft auch bei einer manuellen Steuerung des Systems. Dieses System ist auch nicht mit Redundanzen angelegt, sondern stützt sich auf einen Sensor. Wenn dieser gestört ist, dann versucht es automatisch die Fluglage zu stabilisieren und zieht das Flugzeug nach unten. Dieses System ist zumindest anfänglich den Piloten nicht bekannt gewesen. Inzwischen ist bekannt, dass man es durch zwei Schalter deaktivieren kann. Allerdings soll das Flugzeug ohne dieses System nicht einfach zu fliegen sein. Mann erwartet also von den Piloten, dass sie in einer sehr kurzen Zeit (z.B. beim Start) die Störung des Systems erkennen, es deaktivieren und dann das Flugzeug trotz seiner Probleme im Bereich der Trimmung manuell stabilisieren. Wenn dies so ist, dann ist dies nur noch unglaublich und muss umgehend modifiziert werden. So einfach scheint dies nicht zu sein, denn sonst hätte Boeing dieses System in den Autopiloten integriert oder komplett abgeschaltet. Die grundlegende Konzeption des Flugzeugs lässt sich jetzt nicht mehr ändern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
twocents 15.03.2019, 10:56
4. Spekulation

Möglicherweise kämpfe gar nicht der Pilot gegen die Software, sondern es war viel schlimmer: die eine Software (MACS) kämpfte gegen die andere Software (Autopilot), und der Pilot war ratlos, was hier vor sich geht. Einerseits liest man, das MACS sei nur im manuellen Mode aktiv, an anderer Stelle heißt es, nach Einschalten des Autopiloten habe sich die Nase des Flugzeugs nach unten gesenkt. Dafür wird ja wohl kaum der Pilot verantwortlich gewesen sein. Sieht eher so aus, also ob das MACS nicht mitbekommen hat, dass es gefälligst dem Autopiloten den Vorrang zu lassen hat. Wenn man z.B. an den Absturz der Ariane 5 denkt, so scheint bei Software nichts unmöglich ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ma_fer 15.03.2019, 11:06
5.

Amerikaner haben schon einen besonderen Humor.
Es wäre auch eine besondere Herausforderung, ein Flugzeug, das fast nirgendwo auf der Welt noch fliegen, starten oder landen darf, an Kunden auszuliefern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
urbaan 15.03.2019, 11:19
6. Kampf im Cockpit?

Hab zwar keine Ahnung vom Flugzeugbau, aber wenn fehlerhafte Daten in den Bordcomputer gelangen oder die Software verrückt spielt, müssen die Piloten am Ende in der Lage sein können die Hoheit über die Maschine jederzeit zu behalten. Den Kampf Mensch gegen Maschine im Cockpit will niemand.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
www.yzx.de 15.03.2019, 11:23
7. Lösungen gibt es immer.

Zitat von spon-facebook-10000012354
Die grundlegende Konzeption des Flugzeugs lässt sich jetzt nicht mehr ändern.
Eben drum wäre es - so sich der befürchtete Befund durch die Untersuchung bestätigt - besser, wenn Boeing dann den technischen Offenbarungseid leisten und in der 737-Klasse den A320 NEO in Lizenz nachbauen würde. Denn eins stimmt: Die Flugzeuge werden dringend gebraucht. Nutzt nur nix, wenn in die fliegenden Backsteine keiner einsteigen will. Anders als bei der 737 sind die Triebwerke an den Airbus nicht "drangeflickt", weswegen da derartige "Softwareprobleme" und weitere aerodynamische "Überraschungen" eher nicht zu erwarten sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-10000012354 15.03.2019, 12:35
8. Probleme zwischen Zelle und Triebwerk

Zitat von www.yzx.de
Eben drum wäre es - so sich der befürchtete Befund durch die Untersuchung bestätigt - besser, wenn Boeing dann den technischen Offenbarungseid leisten und in der 737-Klasse den A320 NEO in Lizenz nachbauen würde. Denn eins stimmt: Die Flugzeuge werden dringend gebraucht. Nutzt nur nix, wenn in die fliegenden Backsteine keiner einsteigen will. Anders als bei der 737 sind die Triebwerke an den Airbus nicht "drangeflickt", weswegen da derartige "Softwareprobleme" und weitere aerodynamische "Überraschungen" eher nicht zu erwarten sind.
Dies ist leider richtig. In der Geschichte der Luftfahrt haben sich solche massiven Probleme zwischen der Zelle des Flugzeugs und den Triebwerken meistens nur durch eine grundlegende Neukonstruktion lösen lassen, also entweder kehrt man zu den alten Triebwerken des Flugzeugs zurück oder konstruiert ein komplett neues Flugzeug. Ich bin sehr skeptisch ob es eine wirkliche Alternative gibt. Im militärischen Bereich wäre die Stabilisierung eines Flugzeugs durch elektronische Maßnahmen durchaus zu vertreten, aber im Bereich der zivilen Luftfahrt ist es letztlich indiskutabel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hans-Dampf 15.03.2019, 13:15
9.

Zitat von spon-facebook-10000012354
Dies ist leider richtig. In der Geschichte der Luftfahrt haben sich solche massiven Probleme zwischen der Zelle des Flugzeugs und den Triebwerken meistens nur durch eine grundlegende Neukonstruktion lösen lassen, also entweder kehrt man zu den alten Triebwerken des Flugzeugs zurück oder konstruiert ein komplett neues Flugzeug. Ich bin sehr skeptisch ob es eine wirkliche Alternative gibt.
Nun reden wir hier aber von 2 Unfällen und von einigen Piloten, die Probleme mit dem Maschinentyp meldeten. Seit Indienststellung sind solche Maschinen aber schon etliche hunderttausend Kilometer geflogen. Es gilt in erster Linie herauszufinden, was bei den 2 Unfällen anders war, um eine Lösung zu suchen. Findet man diese Lösung nicht oder stochert im Dunkeln oder kann keine Lösung anbieten, erst dann sollte man den Schritt gehen und die bisher gelieferten Maschinen zurücknehmen müssen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 5