Forum: Wirtschaft
Nachfolger von Theresa May: Die gefährlichen Versprechen der Brexiteers
REUTERS/Henry Nicholls

Nur noch viereinhalb Monate: Großbritannien taumelt auf den Brexit zu. Die möglichen Nachfolger von Theresa May versprechen den Bürgern das Blaue vom Himmel. Leisten kann sich das Königreich das nicht.

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123rumpel123 16.06.2019, 13:21
100. xxx

Zitat von gm-nk
Der Brexit wird erst einmal kosten und zwar beide Seiten. Europa bricht ein Nettozahler weg, der über eine starke Wirtschaft verfügte, Großbritannien wird vermutlich stärker unter Zöllen und Arbeitsverlagerung zu leiden haben als die Rest-EU. Großbritannien hatte allerdings schon immer einen Sonderstatus innerhalb der EU. Wenn heute vom Kolumnisten und auch von vielen Foristen Gemeinschaft eingefordert wird, ist das auch ein bißchen heuchlerisch. Es wird von Staaten verlangt sich der Gemeinschaft unterzuordnen. Das ist aber nicht ganz leicht, wenn in dieser Gemeinschaft Staaten wie Griechenland und Italien finanziell ständig auf der Kippe hängen, wenn Deutschland die Grenzen öffnet (menschlich verständlich) aber dann von den anderen EU-Staaten erwartet, dass sich diese unserem Beispiel anschließen. Andererseits ist gerade im familiären Bereich zu beobachten, dass Gemeinschaftsstrukturen aufbrechen und Sippe und Großfamilie sind individuellen Einzelhaushalten gewichen. Die hier akzeptierte und gewollte Individualisierung sollte man auch souveränen Staaten zugestehen. Die Zukunft wird zeigen, welche Folgen aus diesem Austritt tatsächlich entstanden sind.
Ein Blick auf die Import- und Exportgüter der Briten zeigt, dass die Verbindung mit der EU bequem aber nicht existenziell ist.

Und klammert man den totgeweihten klassischen Automobilsektor aus, sind die Karten noch besser gemischt als aktuell.

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thobie2 16.06.2019, 13:23
101.

Zitat von radlrambo
Was faseln Sie da, die Achse Washington-London ist gesetzt?
Politisch dürfte die Achse Washington-London doch gesetzt sein. Vielleicht anders, als die härtesten Brexiteers sich das vorstellen. London wird Vasall Washingtons. GB als Kolonie der USA. Tolle Vorstellung. Da bleibe ich lieber überzeugter Europäer in der EU.

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roman199 16.06.2019, 13:24
102.

Was mit GB und EU passiert, ist eine große Tragödie aber für die Welt letztendlich unbedeutend. EU schafft sich mit ihrer klein klein Politik, und dem Versuch allen 27 gerecht zu werden, selbst als Machtfaktor ab. Europa muss sich auf ein Kern der Willigen reduzieren und dadurch schlagkräftiger werden. Musik spielt wirtschaftlich inzwischen im pazifischen Raum, was man kaum übersehen kann, wenn man sich dort öfter aufhält. Leider herrscht dort keine blühende Demokratie. Aber vielen Leuten, auch in Europa, ist das egal geworden. Wir leben in Zeitalter wo Konjunktur Leute Typus: Trump, Putin, Xi, Johnson, Orban, Kaczynski, Salvini, Le Pen haben. Die Politik dieser Leute steht für Konfrontation und im schlimmsten Fall für den Krieg. Das darf so nicht bleiben und ich glaube, dass die Mehrheit für andere Europa immer noch da ist. EU muss aber anfangen, um die Idealen der Freiheit und Demokratie zu kämpfen, so lange nicht zu spät ist.

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y-a-c 16.06.2019, 13:24
103. Ist es denn hier so anders?

Ich stimme da insgesamt völlig zu, nur ist es in Deutschland denn anders?

Folgen von Politik und Entscheidungen werden zumindest meines Erachtens auch hierzulande derzeit völlig ausgeblendet.

Man weiß doch auch hier seit vielen Jahren dass stärker Zuzug beispielsweise die Wohnungsnot immer weiter verschlimmern wird, wenn nicht extrem viel gebaut und auch Platz geopfert wie Wohlstand geteilt wird.

Aber was diskutieren wir stattdessen: Schutz und Abschottung für die, die bereits etwas haben. Jedes große Bauprogramm stößt auf Widerstand weil es liebgewonnenen Raum kostet. Raum in Form der Grünfläche, im ÖPNV oder der größer werdenden Schulklasse.

Auch hier liegen wir dem Irrglauben auf - mit Verlaub häufig auch Journalisten - man könnte abschotten und gleichzeitig weltoffen sein, teilen und bewahren. Das geht eben nicht - auch das würde klare und ehrliche Entscheidungen erfordern.

Kulturelle Offenheit und ökonomische Offenheit hängen zusammen - man kann nicht einfach nur eines davon haben. Ich wäre ja für teilen - aber bitte endlich offen und ehrlich sowie mit allen Konsequenzen.

Vielleicht macht Trump ja allen auch deshalb so viel Angst weil der diese Konsequenz so offen demonstriert - er steht für Abschottung insgesamt. Da können schon auch deutsche Illusionen ebenso wie britische beim Brexit erschüttert werden.

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loom_de 16.06.2019, 13:26
104. Fehler machen ist ok.

Die Britten sollen ihren Weg gehen, egal wohin. Vielleicht brauchen sie diese Extrarunde, in der sie sich einmal um die eigene Achse drehen. Vielleicht lernen wir alle etwas dabei, nämlich Politikversprechen zu hinterfragen und auf Plausibilität zu prüfen. So mancher Politiker hat schon seine Unfähigkeit mit Inflation und der Abwertung der eigenen Währung kaschiert. Das zu hinterfragen und zu erkennen ist Aufgabe der Wähler.
Der Abschied der Britten aus der EU muss ja nicht für immer sein.

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thobie2 16.06.2019, 13:28
105.

Zitat von 123rumpel123
Als Akademiker sollten Sie wissen, dass Einzelbeispiele keine wissenschaftliche Relevanz haben.
Natürlich weiß ich das. Was ich damit veranschaulichen wollte, ist die Tatsache, dass die Personenfreizügigkeit einen Wert an sich darstellt. Sie eröffnet eben für die Einwohner der Mitgliedstaaten die Möglichkeit, auch in einem anderen Mitgliedstaat zu arbeiten. Negative Auswirkungen wurden doch weitestgehend gesetzlich abgefangen.

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Watschn 16.06.2019, 13:29
106. GB ist nach einem EU-Austritt befreit von deren einengenden Regularien

...Und so natürlich viel agiler. Der wirts. Vergleich ist nicht falsch, dass man ehemals im Schlepptau eines EU-Tankers, zum EU-losgekappten wirts. UK-Schnellboot mutiert..
So stark ist UK im Verhältnis nicht verschuldet. Man muss wissen, UK hat mächtige wirts.-polit. Werkzeuge in der Hand. Da wäre mal die eig. Währung, welche man abwerten u. so der brit. Wirtschaft enorm Schub verleihen kann. Und natürlich auch die eigene Notenbank (Zinsgebung, Geldpolitik). Vergessen darf man auch nicht, dass UK Erdöl besitzt u. fördert. Ein Pfund mit dem sich wuchern lässt.

Und so tief in der Patsche wie die EU mit ihrer hoffnungslos überschuldeten u. überdehnten Eurozone mit Griechenland, Zypern, Portugal, Spanien, Italien, Frankreich u. auch Belgien..., steckt UK eben nicht.
Somit kann sich die brit. Insel auch noch für die EU schockierende Finanzbomben leisten: Flattax oder Unternehmenstiefsteuern/Einkommenssteuer usw...

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Beat Adler 16.06.2019, 13:30
107. Wirtschaftliche Staerke ist die Voraussetzung fuer politische Staerke.

Zitat von markus_wienken
Natürlich benötigt China die EU als wirtschaftlichen Partner aber China und auch Rußland haben ein Interesse daran, dass die EU politisch nicht allzu stark wird.
Eine politisch starke EU ist von grossem Vorteil fuer China! Nur dann laesste sich ein Freihandelsabkommen schliessen, so wie die Schweiz seit 5 Jahren Eines hat. Wie gesagt, Russland bringt viel zu wenig Gewicht auf die Wirtschhaftswaage, um irgendeine Bedeutung, auch politisch, zu haben.

Die Rest EU der 27 bleibt mit Grossbritanien verbandelt irgendwie! Brexit hin oder her.
mfG Beat

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disklord 16.06.2019, 13:31
108. Nebenbei bemerkt

Zitat von nebenbei_bemerkt
Herr Müller, der SPON-Erklärbär. Der Weltweise , der sich berufen glaubt, anderen Völkern und Staaten ihre Probleme und deren Lösungen gleich mit zu definieren. Sie sollten zur Kenntnis nehmen, das diese Staaten und Gesellschaften ihre Probleme vielleicht besser kennen, am eigenen Leib erfahren, und somit wohl auch besser beurteilen können, wie sie diese lösen möchten. Diese Lösungsansätze müssen und können auch nicht für alle Länder gleich sein und entziehen sich daher der elitären und gleichmacherischen Überfliegerlogik des Herrn Müller. Wer z.B., die Wohnungsverhältnisse in englischen Städten (außerhalb Londons und der 5-Sterne Hotels) auch nur annähernd kennt, würde sich solcher Müller'schen Kommentare enthalten. Man mag die englischen Verhältnisse beklagen, sollte aber zur Kenntnis nehmen, das die EU-Mitgliedschaft nichts, aber auch gar nichts zu ihrer Verbesserung beigetragen hat. Also, mal was anderes versuchen. Good Luck Britain.
hat sie auch nichts zur Verschlimmerung beigetragen. Dies ist halt ein innerbritisches Problem. Die Eiserne Lady hat bei der letzten Lösung das Tafelgeschirr veräußert und das Öffnen der Schere zwischen arm und reich eingeleitet. Könnte man auch als Lehre für unsere Politiker heranziehen (Oder bei einer Karstadt Rettung, etc...).

Diese Welt braucht übrigens mehr Erklärbären und nicht weniger damit man nicht zum x-ten Mal den gleichen Fehler macht und nicht auf jedes Versprechen hereinfällt.

Wenn man versucht Fehler zu beheben hilft es übrigens unbeteiligte hinzuzuziehen, damit sie kritische Fragen stellen können (Die meisten Berater(firmen) sind damit raus.). Probleme werden auch meist spät erkannt und auch hier hilft Input von Aussen.

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Spiegulant 16.06.2019, 13:34
109. In England ist die EU an allem Schuld, in Deutschland die Ausländer

In England ist die EU an allem Schuld, deshalb können die Populisten und Fanatiker versprechen was sie wollen. Was die Populisten versprechen, soll gar nicht realisierbar sein, die EU ist ja sowieso Schuld an allem.

In Deutschland hingegen sind die Ausländer an allem Schuld. Deshalb können die rechts-braunen Populisten alles versprechen, egal ob es realisierbar ist, oder ob es völlig herbeigelogen ist. Da ja die Ausländer in Deutschland an allem Schuld sind, werden die rechts-braunen Populisten und Fanatiker von den Deutschen geliebt und gewählt, je absurder, radikaler und fanatischer ihre Versprechen und ihr Auftreten ist.

In England immer gegen die EU hetzen, in Deutschland immer gegen die Ausländer: Wo ist da der Unterschied?

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