Forum: Wirtschaft
Nachfolgesuche für EZB-Chef: Das hässliche Erbe des Mario Draghi
Valda Kalnina/ EPA-EFE/ REX

Die Amtszeit des EZB-Präsidenten geht dem Ende entgegen - und noch einmal lässt sich Mario Draghi für seine Verdienste feiern. Doch seinem Nachfolger wird eine kaum lösbare Aufgabe hinterlassen.

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archi47 19.06.2019, 13:38
20. ein Problem der EU?

oder verwaltet die EZB nicht systemimanente Problem, die in den USA und der Weltleitwährung Dollar und der dortigen Form von Kapitalismus ihren Urspung haben und auch darin ihre Lösung finden müssen.

Soll der Euro sich vom Dollar abkoppeln oder gemeinsam mit ihm floaten, auch wenn es Trump nicht gefällt?
Ich denke der Gleichklang ist nötig, solange der Dollar dominiert. Der Euro kann dadurch nur gewinnen, wenn er die Bewegung mitmacht und der Geldmengenpolitik des Dollar folgt.

Volkswirtschaftlich wäre der Sinn schon zu hinterfragen, warum gebunkertes Kapital Zinsen verdienen soll. Wofür eigentlich?

Es nimmt nicht am primären Kreislauf teil, in welcher Form auch immer. Einzig könnte man es als Reserve für Neues, Zukünftiges ansehen. Aber ist dazu nicht schon mehr als genug im Kreislauf, sodass es schon vom realen Kreislauf durch Schleifen, wie Derivate, ferngehalten werden muß?

Hinzu kommt, dass diese endlichen Welt schon mit allem möglichen zugepflastert ist, was bereits der Ökologie und unserem Fortbestand zuwiderläuft.
Wohin und für wem/wozu wollen wir also wachsen und dafür Kapital ausleiten?

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A-K 19.06.2019, 13:38
21. Pantheon Tickets

[Es sei ihm "ein immenses persönliches Vergnügen", zu Draghi bei dessen letztem Sintra-Auftritt sprechen zu dürfen, flötete Blanchard. Der scheidende EZB-Präsident habe pragmatisch und kreativ gehandelt und außergewöhnlichen politischen Instinkt bewiesen. Für seinen Einsatz zur Rettung des Euro gehöre Draghi ins "Pantheon der Väter Europas".] In welches etwas andere "Pantheon" dieser Schinderling, Kipper und Wipper (wie man solche Protagonisten im Mittelalter zu bezeichnen pflegte) für seinen Einsatz zur "Rettung des Euro" womöglich tatsächlich "hingehören" könnte, dürfte jedem in Europa tätigen Strafverfolger, der auch nur die rudimentärsten Kenntnisse von der Funktion des Geldwesens besitzt, zur Genüge bewusst sein. ;-) Doch auch für deren schoßhündischen Ambitionen auf einen kuscheligen Platz im "Pantheon" zur Rechten der Knochen in ihre Richtung werfenden Exekutivorgane spricht, dass sie seit Beginn dieser desaströsen, wertvernichtenden Geldschwemmme vollkommen untätig geblieben sind und die EZB haben gewähren lassen. Darum sollte man an dieser Stelle von den Journalisten des Spiegels schon etwas mehr erwarten, als halb schadenfrohes, halb larmoyantes Gewinsel über die unbequeme Nachfolge des Herrn Draghi. Wie wäre es denn mal mit einer konsequenten Aufarbeitung der bislang durch die "Geldschwemme" (Quantitative Easing) der EZB vernichteten Werte und ihrer Ursachen? Oder wollen etwa auch Sie selbst noch vorbauen für ein lauschiges Plätzchen im "Patheon" der sich "botmäßig" gerierenden und der Finanzmacht fügenden Journalisten?? ;-)

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lorenz.kleist 19.06.2019, 13:45
22. Ärgerlicher Artikel

Ich sehe in diesem ärgerlichen keinen ökonomischen Sachverstand und keine Argumente. Dagegen Polemik schon in der Überschrift. Kann sich der Autor nicht mal z.B.von Herrn Thomas Fricke ein paar Sachen erklären lassen? Diese unsinnige Vehauptung, dass Staatsschulden das Problem seien, nervt in Ihrer Unvelehrbarkeit nur noch. Wenn die deutsche Politik seit vielen Jahren national und europaweit Austerität und niedrige Löhne ind Renten durchdrückt und aufgrund daraus resultierender mauer Euroraum-Nachfrage die Unternehmen wenig investieren, dann müssen die Zinsen niedrig sein. Allein, man kann das Pferd (=deutsche Politiker) nicht auch noch zum Saufen tragen. Das Pferd beschließt zu Verdursten und schreibt die Schuldenbremse ins GG...Vielleicht wars doch eher ein Esel und kein Pferd...
Und ja ... Draghi hat den Euro gerettet. Mit einem(!) Satz und ohne Kosten. Soviel macht hat eine Zentralbank. Wenn man ihr keine neoklassisch-ideologischen Scheuklappen aufsetzt. Solche wie sie auch der Autor des Artikels zu tragen scheint.

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HaPeGe 19.06.2019, 13:46
23. Ich nicht ... !

Zitat von bombi_22
würde die Ernennung von Weidmann für eine absolute Katastrophe halten. Mit einer dem deutschen (Sparer-) Michel gewogenen EZB Politik erhöhter Zinsen und reduzierter Ausgaben würde er zum Totengräber Europas wie Heinrich Brüning (der Hungerkanzler) zum Totengräber der Weimarer Republik wurde. Der (Sparer-) Michel sollte sich vor allem fragen, was im lieber ist, niedrige Zinsen fürs Ersparte oder gar nix mehr zum sparen haben, weil der Euro gefloppt, der Kontinent wirtschaftlich kollabiert ist und faschistoide Rechtspopulisten das Ruder übernommen haben.
Ich hielte es für wünschenswert, wenn nicht immer den Wünschen Italiens Rechnung getragen würde. Und wenn Herr Weidmann EZB-Präsident wwürde, dann könnte er das Ruder auch nicht von heute auf morgen um 180 ° herumreißen, aber er könnte es in eine andere Richtung lenken. Denn Italien z. B. muss eines lernen: man kann nicht auf Kosten der anderen in der Euro-Zone leben und das Geld zum Fenster hinausschmeissen, man muss auch Leistung bringen ! Übrigens: auch ein ökonomisches Prinzip !

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matbhmx 19.06.2019, 13:46
24. Nun trifft Draghi die Entscheidungen ...

... für die EZB nicht alleine, sondern es entscheidet der EZB-Rat, der aus den Mitgliedern des Direktoriums und den Präsidenten der nationalen Zentralbanken besteht, in der Regel mit einfacher Mehrheit. Und die EZB hat so gut wie nichts von dem geschafft, was sie schaffen wollte. Das Inflationsziel ist nicht erreicht, die guten Wirtschaftsdaten der letzte Dekade fußten vor allem auf dem wirtschaftlichen Erfolg der mittel- und nordeuropäischen Staaten, allen voran der Bundesrepublik, der wiederum dem Nachholbedarf der Märkte in Asien, Afrika und Südamerika zu verdanken war. Trotz Strafzinsen und trotz der Ankaufprogramme geht die Konjunktur in der Euro-Zone gerade baden. Die niedrigen Zinsen haben erforderliche Marktbereinigungen verhindert, haben Unternehmen lebensfähig gehalten, die schon lange nicht mehr lebensfähig sind und die aufgrund ihres Überlebens lebensfähigen Unternehmen das Leben schwer gemacht haben und schwer machen. Die Finanzkrise im Euroraum ist nicht ansatzweise im Griff, die südeuropäischen Staaten massiv verschuldet - zugleich verbunden mit der Forderung, sich noch nachhaltiger verschulden zu dürfen. Die EZB betreibt inzwischen die größte Bad-Bank der Erde und in der Geschichte der Menschheit. Dass im Übrigen die Maßnahmen der EZB nicht greifen, ließ sich schon vermuten, nachdem die Japaner die entsprechenden Methoden - erfolglos - seit Jahrzehnten anwenden. Und es ist so erstaunlich, dass jahrzehntelang gerade in der bundesdeutschen Politik das Mantra herrschte, hohe Staatsverschuldung sei vor allem rücksichtlos gegenüber den nachfolgenden Generationen, weil die jetzige Generation sich "Champagner" finanzieren lässt und Folgegeneration froh ist, wenn sie noch das Geld für ein Glas Wasser hat. Erstaunlich, wie sehr gerade auch der linke Flügel der Gesellschaft sich nach einer Europäisierung der Verschuldung an diese Grundsätze nicht mehr erinnern will. Nicht vergessen: Einer der größten Haushaltsposten ist die Bedienung von Zinsen auf die Staatsschulden. Was könnte man mit diesen Beträgen an sinnvollen sozialen und wirtschaftlichen Maßnahmen umsetzen, statt sie für die Zinstilgung einzusetzen.

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hannesmann 19.06.2019, 13:48
25.

Zitat von bombi_22
würde die Ernennung von Weidmann für eine absolute Katastrophe halten. Mit einer dem deutschen (Sparer-) Michel gewogenen EZB Politik erhöhter Zinsen und reduzierter Ausgaben würde er zum Totengräber Europas wie Heinrich Brüning (der Hungerkanzler) zum Totengräber der Weimarer Republik wurde. Der (Sparer-) Michel sollte sich vor allem fragen, was im lieber ist, niedrige Zinsen fürs Ersparte oder gar nix mehr zum sparen haben, weil der Euro gefloppt, der Kontinent wirtschaftlich kollabiert ist und faschistoide Rechtspopulisten das Ruder übernommen haben.
Sie verwechseln hier aber die jeweiligen Aufgaben und Zuständigkeiten. Über die Ausgaben bestimmt nicht die EZB sondern die einzelnen Staaten. Wenn man mal die Zinspolitik der FED betrachtet, die ihren Refinanzierungssatz derzeit nahe der Inflationsrate festlegt, kann man wohl nicht erkennen das dadurch etwas kollabieren würde. QE mit Negativzinsen schwächt die Banken der Eurozone massiv gegenüber den amerikanischen Konkurrenten. Zusätzlich wurde in Deutschland die private und betriebliche Altersversorgung weitgehend geschreddert. Auch das beeinträchtigt die Wirtschaftsentwicklung.

Ein an der Inflationsrate angepasstes Zinsniveau verbunden mit ausreichenden Refinanzierungsmöglichkeiten für die Banken wäre wohl eher die sinnvollere Lösung.

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karl-felix 19.06.2019, 13:51
26. Na,ja

Zitat von haarer.15
Abgehoben. Es wird wohl kaum was besser werden - mit dieser Billig-Zins-Politik und die Geldflut. Aber schlimmer kann es auch kaum noch werden. Italien ist ein riesiges Sorgenkind. Jens Weidmann - ja, der hat in der Tat sehr gute Chancen, den Draghi zu beerben. Vielleicht ein winziger Lichtblick.
noch besser für Deutschland ? Ich denke man sollte alle Anstrengungen darauf richten , dass es nicht deutlich schlechter wird .
Ein guter Mann geht, mal schauen was sein Nachfolger zustande bringt . Jens Weidmann wird es vermutlich nicht und kann es auch nicht.

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Steinert 19.06.2019, 13:51
27.

Was soll das sein? Kommentar? Meinung? Schwarzmalerei? Den Ausweg aus dem Dauerkrisenmodus muss übrigens die Politik finden und nicht die EZB. Eine sinnvolle und wohlfahrtsorientierte, expansive Fiskalpolitik könnte der EZB ja ein bisschen helfen, die Inflation auf das Zeilniveau zu bringen. Das sollte der Volkswirt Herr Bartz auch wissen. Aber vielleicht will das der Journalist Herr Bartz einfach nicht wahrhaben.

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elop 19.06.2019, 13:52
28. Darghi wuste wie soviele andere .....

Merkel, Schäuble, Steinmeier , Scholz , Schröder usw natürlich aber auch gar nix von dem ganzen Cumcumex und Steuerraub zu gunsten einer geringen Geldelite aber sowas von nicht hat er davon gewusst. Schließlich war er ja da schon lange von Goldman - Sachs weg nicht wahr?

Lächerlich das der Deutsche Journalismus so lange gebraucht hat um zu sehen was da passiert ist, aber da tönte man ja damals lieber mit dem Kumpel der Eliten (Schröder) und fand Hartz und Riester so toll....

Heute wundert man sich über Rechtsausleger und das der Anteil an Bürgern dieses Landes die die volle soziale Härte der Schröder/Fischer Politik zu spüren bekammen weder den üblichen Verdächtigen Politiker so wie einem großteil der Journalisten nicht mehr auf einen Meter Feldweg trauen.

Gibt da nen schönen Spruch *Die Geister die ich rief*
Aber Hauptsache die Börse brummt.....

To Big to Fail......man darf Betrügen , Hinterziehen die unteren Bevölkerungsklassen berauben und bekommt von der Politik noch den Freifahrtsschein da zu Big to Fail, und diese gleichen Abzocker erklären dann in Talkshows das der normal Bürger nur zu dumm und zu faul ist um richtig Schotter zu machen.

Geburtstagspartys werden halt nur für Betrüger im Kanzleramt abgehalten , für den kleinen dummen Bürger gibt es halt nur Gürtel enger schnaller .......

Hat man als Forist vor Jahren schon darauf hingewiesen wurden die Meinungäußerungen als unangemessen nicht veröffentlicht: Ein Schelm wer dabei böses denkt.

In diesem Sinne , wundert euch weiter über Afd, Brexit usw es kommt noch schlimmer aber davon haben ja alle nix gewusst oder konnten es nicht wissen , hatten wir schonmal 1933 - 1945 *Prost*

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ctrader62 19.06.2019, 13:52
29. Alles bestens ?

Draghi versucht das zerbrochene Geschirr irgendwie zusammen zu kitten. Maßnahmen im absoluten Katastrophenmodus (Negativzinsen, Zerstörung der Lebensversicherungen und privaten Altersvorsorge, Banken nunmehr fast ohne Erträge, Deutsche Bank auf Ramschniveau) sind eher das Verdienst völlig zerstrittener Staaten als von der EZB.
Und jetzt sollen die Zinsen noch mehr ins Minus gesenkt werden und weitere Billionen EUR vom Steuerzahler in zweifelhafte Staats- und Unternehmensanleihen gepumpt werden.
Immer noch alles bestens und ein alternativlosen Weiter So ? Wenn die junge Generation in der Schule ein klein wenig wirtschaftliche Bildung bekommen würde, hätte sie sich die wahrscheinliche Zerstörung ihrer wirtschaftlichen Grundlagen schon lange nicht mehr gefallen lassen.
Weiter so wie im real existierenden Sozialismus kann keine sinnvolle Option sein. Wer lösbare Probleme verschleppt und ignoriert, den bestraft das Leben und nimmt seine Kinder und Enkel skrupellos in Sippenhaft.
Wie sollen wir das unseren Kindern erklären, dass hier die ganz große Mehrheit „ja, weiter so, nur weiter so“ jubelt.
Vielleicht habe ich ja von den Zauberkünsten von Berlin und Brüssel und deren Möglichkeiten zur Außerkraftsetzung mathematischer Grundlagen keine Ahnung. Vielleicht waren meine Mathematikvorlesungen auch nur mit reaktionären Fake-News bestückt ? Wer weiß ...

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