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Nachfrageboom: Deutsche Exporte erreichen neues Rekordhoch
DPA

Deutschlands Exporte eilen von Rekord zu Rekord. Allein im Oktober führten heimische Unternehmen Waren im Wert von knapp 104 Milliarden Euro aus. Grund ist ein Nachfrageboom außerhalb der EU.

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cherrypicker 09.12.2014, 08:53
1. Cui bono?

Und, wem nützt es?
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oecd-moniert-wachsende-ungleichheit-zwischen-arm-und-reich-a-1007329.html

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Progressor 09.12.2014, 08:54
2. Worums geht

Deutschland darf ruhig so viel exportieren wie man möchte. Auch können wir gerne wieder den Titel Exportweltmeister erhalten und uns darüber zu recht freuen. Das ist nicht das Problem.
Das Problem sind die Export_über_schüsse. Damit exportieren wir gleichzeitig Verschuldung und Arbeitslosigkeit in die Welt. Die Eurozone haben wir schon weitestgehend fertig gemacht. Mit dem Rest der Welt wird es schwieriger werden.

Für unsere Exportüberschüsse in die USA haben wir in der Finanzkrise schon geblecht, weitere werden folgen.
Merke: Exportüberschüsse kommen irgendwann in Kausalitätsablauf als Verlustabschreibung zurück. Dann blechen die dafür, die am wenigsten davon profitiert haben. Und deshalb jubelt Reuters bei solchen Zahlen.

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derandereblick 09.12.2014, 09:03
3. Kein Grund, stolz zu sein

Exportrekord, Exportweltmeister – klingt erstmal gut. Ein Überschuss ist ja was Schönes und Weltmeister sein auch. In Wirklichkeit aber verschenken wir jeden Monat über 20 Milliarden Euro Wertschöpfung an das Ausland. So groß ist nämlich die Differenz zwischen Exporten und Importen. Dieser Überschuss sind Unternehmenserträge, die nicht denen zugutekommen, die sie mit ihrer Hände Arbeit erwirtschaftet haben, sondern als Kapitalanlagen ins Ausland fließen, im schlimmsten Fall irgendwann nichts mehr wert sind und dann wieder mit den Steuern derjenigen gerettet werden müssen, denen sie zuvor vorenthalten wurden. Wir leben nicht über unsere Verhältnisse, wie Mutti und ihre Unternehmerfreunde uns immer weismachen wollen, sondern unter unseren Verhältnissen. Wir stellen mehr her, als wir uns selbst leisten, und verschenken den Rest. Und darauf sind wir dann auch noch stolz.

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spon-facebook-1293013983 09.12.2014, 09:04
4. Und wie schaden wir jetzt genau unseren Nachbarn?

Wir saugen Geld in die Eurozone und sollen Schuld sein, dass die Nachbarn nicht mitkommen. Hätten die Chinesen ihre Maschinen wirklich in Griechenland gekauft, wenn die Deutschen nicht geliefert hätten? Generell verstehe ich ja die Logik hinter den Beschwerden, aber zum einen verkaufen wir kein Olivenöl, was Südeuropa Konkurrenz machen würde, und zum anderen viel außerhalb der Eurozone, was diesen Staaten auch kein Problem bereiten dürfte.

Nur frage ich mich immer, wo unsere ganzen Überschüsse hin gehen. Staat und Städte verschuldet und mit Rekord-Steuern, immer mehr prekäre Arbeitsverhältnisse, aber wir sind der Geldstaubsauger überhaupt. Laut Energie-Erhaltungssatz muss das Geld doch irgendwo sein?!?

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ka117 09.12.2014, 09:10
5.

Laut Putin-Anhängern sollte es doch wegen der Sanktionen und Gegensanktionen zum "Super-GAU" kommen.

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Kampfdenker 09.12.2014, 09:11
6.

Die Abwertung des Euros nutzt vor allem Deutschlands Export -das wusste doch jeder vorher-
auch Airbus usw

aber dem griechischen Tourismus sehr viel weniger,weil viele Touristen aus dem Euroraum kamen.-

Es ist aber auch verhext mit dem Euro- was man auch tut-immer gibt es die falschen Wirkungen.-
Wenn etwas falsch ist,muss man es wieder und wieder tun..

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matbhmx 09.12.2014, 09:19
7. Was wird hier eigentlich für ein Mist ...

... geschrieben! Die letzten Wochen konnte man in allen Gazetten, auch bei SPON, lesen, dass die deutsche Volkswirtschaft vor dem Abgrund stehe, die goldenen Zeiten vorbei seien. Stattdessen lacht uns der nächste Rekord entgegen. Und was heißt "Einbruch im August"??!? Im August hatten wir im Verhältnis zu den fantastischen Monaten und den Rekordmonaten, bei letzteren mit einer "irrwitzigen" Exportleistung, nur eine "wahnwitzige" Exportleistung.

Und das Ganze zeigt, wie lächerlich es ist, anhand irgendwelcher Monatswerte ernsthafte Aussagen über die Wirtschaftsentwicklung des Landes auch nur für die nächsten Monate, erst recht für die nächsten Jahre zu machen.

Und die Rekorde stellen sich z. B. trotz hoher Strompreise ein. Nur: Es sollten jetzt auch Mal die Arbeitnehmer 'nen kräftigen Aufschlag bekommen, um auf diese Weise an der Entwicklung teilzunehmen - und sei es nur, dass man ihnen am Jahresende dort, wo gutes Geld verdient wird, 'ne kräftige Prämie auszahlt. Und wichtig wäre, dass Deutschland endlich vernünftig in die Infrastruktur investiert, damit die Standortvorteile Deutschlands erhalten bleiben. Und: Die Thinktanks der Nation, die Universitäten, müssten besser ausgestattet und von der irrwitzigen Verwaltungsarbeit befreit werden. Die Professoren sind mehr mit Verwaltungsarbeit, als mit lehren, erfinden und entwickeln befasst. Deutschland aber ist von guten Ideen abhängig!

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sag-geschwind 09.12.2014, 09:22
8. Die Überschüsse sind fatal - und Raub

Raub an den Lohnarbeitern in Deutschland. Denn die Überschüsse sind Geld, das weder im Inland investiert wird noch den Löhnen zugute kommt.
Die "Wettbewerbsfähigkeit" der deutsche Wirtschaft basiert basiert auf Lohnverzicht der Arbeitnehmerseite. Wo der Lohn nur noch für's Notwendigste reicht, bricht die Nachfrage ein (Einzelhandel stagniert seit den 1990gern (Kohl!)).
Wo keine Nachfrage, da wird auch nix investiert. Also hat die Volkswirtschaft gar nichts von den achso tollen Überschüssen. Im Gegenteil - es ist eine Abwärtsspirale, die einen tollen Namen bekommen hat, damit die Schafe die Klappe halten.

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axth 09.12.2014, 09:22
9. Wir werden schon noch sehen ...

Zitat von ka117
Laut Putin-Anhängern sollte es doch wegen der Sanktionen und Gegensanktionen zum "Super-GAU" kommen.
Das war auch das erste, was mir einfiel. Großes Getöse, wie es mit Deutschland bergab geht, wenn es nicht den Bückling macht. Ach ja, und Putin dreht ja noch den Gashahn zu und dann frieren wir alle. Huuu!

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