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Nachfrageboom: Deutsche Exporte erreichen neues Rekordhoch
DPA

Deutschlands Exporte eilen von Rekord zu Rekord. Allein im Oktober führten heimische Unternehmen Waren im Wert von knapp 104 Milliarden Euro aus. Grund ist ein Nachfrageboom außerhalb der EU.

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Olaf 09.12.2014, 09:29
10.

Ein Folge der Europolitik der Zentralbank. Die macht den Euro zur Weichwährung, um den wirtschaftlich schwachen Südländern beim Export zu helfen.

Für das ohnehin wirtschaftlich starke Deutschland führt dies natürlich zur weiteren Exportsteigerung, denn es macht deutsche Waren außerhalb des Euroraumes billiger.

Normalerweise würde die Bundesbank jetzt mit einer Anhebung der Kreditzinsen reagieren, um eine Überhitzung der Konjunktur zur verhindern.

Geht natürlich nicht, weil wir ja die DM nicht mehr haben und der Euro nun mal auf alle Länder passen muss.

Die wirtschaftlichen Ungleichgewichte innerhalb der EU werden also mehr und nicht weniger. Innerhalb eines Währungsraumes bleibt zur Lösung dieses Problems nur der Geldtransfer und die Nivellierung der Ländertypischen Besonderheiten.

Will man den Euro behalten, werden die Deutschen also Transferleistungen für die Südländer leisten müssen und diese werden ihre Mentalität ändern bzw. aufgeben müssen, um sich anzupassen.

Ob die Bevölkerungen der beteiligten Länder da alle mitspielen ist die große Frage. Wenn nicht, wird der Euro Europa zereissen.

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Werner Holt 09.12.2014, 09:38
11. Exportwunder auf Kreditkarte

Das völlig verarmte Polen oder das verarmte UK als Abnehmer des deutschen Exportplunders ? Wo haben die die Kohle her ???? Da wo die Griechen, Spanier, Portugiesen usw. die Kohle auch her hatten.

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Skywalker82 09.12.2014, 09:38
12. fragwürdige Auszeichnung

Andreas Popp hat hierüber einen Vortrag gehalten. Dauert zwar etwas aber ist recht interessant.https://www.youtube.com/watch?v=X0GzMWaeI3s

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aspi01 09.12.2014, 09:39
13. War wohl nix mit dem gemeldeten Ende des Booms

Waren da im September nicht überall Panik-Schlagzeilen zu lesen vom "größten Exporteinbruch seit der Finanzkrise" im August? Viele Experten und Medienleute sahen das als Beweis, dass die Rezession (endlich...) auch in Deutschland angekommen wäre, obwohl jedermann mit etwas Restverstand und Blick auf die Exportstatistik sofort sehen konnte, dass der schlechte August nur ein Rückprall vom überragend guten Juli war. Liebe Spiegel-Leute, trau euch doch mal einen kleinen Rückblick auf die damalige Diskussion und all die Schwarzmal-Auguren, die wieder mal kräftig daneben lagen. Und fragt euch mal, warum so viele "Meinungsbildner" eine schlechte Wirtschaftslage geradezu herbeisehnen. Ein Fall für die Couch?

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attilav 09.12.2014, 09:41
14. Verlust für die Bürger

Exporte nützen privaten Kapitalisten und schaden dem steuerzahlenden Bürgern. Bei jedem Export werden sie 19% Mehrwertsteuer die bis dahin anfielen, zurückerstattet. Fazit: Gewinne für privat und nichts für die Infrastruktur welche die Exporte erst ermöglichten. Ich möchte die parasitär nennen...

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a.vollmer 09.12.2014, 09:57
15.

Und die Importe schrumpfen weiter, dank der neuen Energiegewinnungsformen im Rahmen der Energiewende schrumpfen die benötigten Mengen fossiler Energieträger, die eingeführt werden müssen.

Im Gegenzug ist eine mittelständische Industrie an EVUs entstanden, die wirtschaftliche Impulse und Kapital in die regionale Wirtschaft fließen lässt und so die Wirtschaftskraft stärkt und den Rückhalt liefert für das Wachstum und die Exportkraft.

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nic 09.12.2014, 10:10
16.

Zitat von spon-facebook-1293013983
Wir saugen Geld in die Eurozone und sollen Schuld sein, dass die Nachbarn nicht mitkommen. Hätten die Chinesen ihre Maschinen wirklich in Griechenland gekauft, wenn die Deutschen nicht geliefert hätten? Generell verstehe ich ja die Logik hinter den Beschwerden, aber zum einen verkaufen wir kein Olivenöl, was Südeuropa Konkurrenz machen würde, und zum anderen viel außerhalb der Eurozone, was diesen Staaten auch kein Problem bereiten dürfte. Nur frage ich mich immer, wo unsere ganzen Überschüsse hin gehen. Staat und Städte verschuldet und mit Rekord-Steuern, immer mehr prekäre Arbeitsverhältnisse, aber wir sind der Geldstaubsauger überhaupt. Laut Energie-Erhaltungssatz muss das Geld doch irgendwo sein?!?
Wir sind Weltmeister dank Dumpinglöhnen. Das machen Länder wie Frankreich, Spanien, Italien nicht mit und kommen deswegen ins Trudeln, weil ihre Waren (am Weltmarkt) eben nicht so preiswert angeboten werden können. Griechenland ist ein spezieller Fall, da es u.a. durch korrumpierte Politiker vorschnell in die EU aufgenommen wurde. Die Überschüsse landen meist in privaten Taschen und in Steuerparadiesen. Der Steuerzahler und der Staat bekommen nicht viel davon ab.

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sichersurfen 09.12.2014, 11:28
17. Dumpinglöhne?

Zitat von nic
Wir sind Weltmeister dank Dumpinglöhnen. Das machen Länder wie Frankreich, Spanien, Italien nicht mit und kommen deswegen ins Trudeln, weil ihre Waren (am Weltmarkt) eben nicht so preiswert angeboten werden können. Griechenland ist ein spezieller Fall, da es u.a. durch korrumpierte Politiker vorschnell in die EU aufgenommen wurde. Die Überschüsse landen meist in privaten Taschen und in Steuerparadiesen. Der Steuerzahler und der Staat bekommen nicht viel davon ab.
Also in der Exportindustrie werden keine Dumpinglöhne gezahlt. Auch da sind wir bei den Löhnen Weltmeister.
Allerdings haben andere Länder unsere höhen Löhne fast erreicht. Vermutlich haben sich deren Produkte stark verbessert.
http://de.statista.com/statistik/dat...ustrie-europa/

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spiritofbaraka 09.12.2014, 12:12
18. Laut Energie-Erhaltungssatz muss das Geld doch irgendwo sein

Zitat von spon-facebook-1293013983
...Laut Energie-Erhaltungssatz muss das Geld doch irgendwo sein?!?
Das Geld fliest in Form von Ersparnissen als Kredite ins Ausland, zum grossen Teil an die Schuldnerländer, die uns das Zeug abkaufen, mit 'unser eigenen' Geld / Ersparnissen der Privathaushalte / Unternehmen, die mittlerer weile auch zu den Sparern zählen, obwohl sich diese in einer Marktwirtschaft eigentlich verschulden / investieren müssten.
Da Deutschland faktisch keine Marktwirtschaft mehr ist, da den Sparern keine produktiven Schuldner gegenüberstehen und das sind nun mal die Unternehmen, wird auch nicht genügend investiert und die negativen Einkommenserwartung der Realwirtschaft in die Zukunft führen weiterhin zu Nachfragelücken, Preisverfall, Deflation (Deutschland fährt seit über 10 Jahren eine Deflationspolitik sichbar an der Reallohnentwicklung).

Den Unternehmen hat man seit der 1. / 2. Ölkrise wegen der verantwortungslosen (Hoch-)Zinspolitik der Bundesbank und gleichzeitig unverhältnismässigen Tarifabschlüssen das Investieren voll und ganz ausgetrieben und uns seit dem Arbeitslosigkeit beschert (darüber redet heute keiner mehr) und dadurch eine Nachfragelücke erst potenziert.
Der einzige Ausweg war nun das 'Problem' zu exportieren, um die Nachfragelücke zu kompensieren.
Dass dies zu einen fatalen Ende führen muss ist klar, das auch noch als Erfolg zu deklarieren (nicht nur der Spiegel) ist einfach nur verrückt.

Am Ende werden die Gewinner die Verlierer sein, da die Ersparnisse (Kredite an völlig kaputt konkurierte Nachbarländer) eigentlich unser Alter / Wohlstand für die Zukunft absichern sollten.
Da die (deutschen) Banken / Pensionsfonds / Versicherer leider vergessen haben, auf den gegebenen EUROs drauf zuschreiben, dass diese gefälligst produktiv investiert werden sollen, muss man auf lange Sicht vieles davon abschreiben.

War wohl nix mit der kapital gedeckten Vorsorge, wenn man seinen eigenen Schuldnern auch noch per Spardiktate in die Pleite treibt.

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spiritofbaraka 09.12.2014, 12:31
19. Währungsreform 2.0

Zitat von Olaf
Ein Folge der Europolitik der Zentralbank. Die macht den Euro zur Weichwährung, um den wirtschaftlich schwachen Südländern beim Export zu helfen. Für das ohnehin wirtschaftlich starke Deutschland führt dies natürlich zur weiteren Exportsteigerung, denn es macht deutsche Waren außerhalb des ......
Der 1. Satz ist falsch, die EZB hat ein Inflationsziel und kann die Deflation aufgrund der schon mehrfach beschrieben Gründen nicht bekämpfen und ist am Ende.
Auch die Nullzinspolitik bringt nichts, wenn die (Binnen-) Nachfrage am Boden liegt, denn keine Unternehmen wird investieren, wenn es die Produkte nicht absetzen kann.

Die wirtschaftlichen Ungleichgewichte innerhalb der EU können nur durch Harmonisierung der Wettbewerbsfähigkeit konvergieren, d.h. Deutschland muss seine Wettbewerbsfähigkeit genauso nach unten anpassen, wie die schwachen Länder nach oben.
Das passiert durch Anpassung der Lohnstückkosten, die sich an der Produktivität und und Zielinflationsrate von knapp 2% orientieren.
Das würde eine Transferunion vielleicht noch abwenden, ist aber bei der derzeitigen geistigen Verfassung der Ökonomen, Unternehmern und Politikern und vieler Bürger unwahrscheinlich.

Sollten jetzt alle massiv ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Lohnzurückhaltung steigern (also Deutschland folgen), dann entsteht Deflation, Massenarbeitslosigkeit ungeahnten Aussmasses und der EURO nach aussen würde sogar aufwerten, weil sich das europäische Ausland natürlich durch Abwertung wehren würde.

Sollte in Frankreich Front Nationals Le - Pen 2017 Staatspräsidentin werden, wird eine Währungsreform immer wahrscheinlicher, da die derzeitige Entwicklung politisch nicht durchhaltbar ist.

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